DHd Newsfeed

Research Associate (50 %) in Digital Humanities and Research Infrastructures

dhd-blog - Di, 09/25/2018 - 15:52

via Karin Droste, Leibniz-Institut für Europäische Geschichte Mainz

The Leibniz Institute of European History (IEG) in Mainz invites applications for a

Research Associate (50 %) in Digital Humanities and Research Infrastructures

for the duration of 22 months from 1 January 2019.

Project profile

The IEG is part of an international consortium to create a pan-European research infrastructure on religious studies. The project assembles major research institu- tions all across Europe in order to improve access of scholars to data, information and sources on historical religious studies. Furthermore, it will facilitate joint re- search activities of the partners and organize networking activities between nation- al research facilities, academic communities and policy makers.

Job profile

The job includes the organisation of several training courses and workshops in the domain of religious studies and digital humanities. Relevant topics are the manage- ment of collections with a focus on linking physical assets with digital representa- tions as well as applying digitally available tools for historical religious studies. The candidate contributes to internal and external reports as well as workshop proceed- ings. The expected overall achievement of the position is to foster the establish- ment of a community of scholars in all fields of historical religious studies in an age of digital ecosystems and big data applications.

Requirements

In addition to a pertinent university degree (at M.A. or PhD-level), candidates are expected to demonstrate a profound knowledge of cultural and religious assets and their digital transformation. She or he will also have demonstrable experience both in managing digital objects and working with physical assets. The position requires a collaborative and well-connected team player with excellent English skills and at least one further European language. Ancient language skills, such as Greek and Lat- in, are welcome. She or he has basic German skills or expresses interest in learning German in due time.

IEG is an equal opportunity/affirmative-action employer. In case of equality of quali- fication and suitability of applicants, the applications made by female researchers will be given preferential consideration.

For any questions, please contact Dr Marco Büchler (buechler@ieg-mainz.de).

Applications

Applications – including a letter of motivation, CV, academic transcripts, a list of publication and completed projects – should be submitted via email by 19 October 2018 under reference (BW-DHR-2018) to Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (bewerbung@ieg-mainz.de); all documents should be submitted in a single PDF-file

DARIAH-DE DH-Award 2018

dhd-blog - Fr, 09/21/2018 - 16:45

Eine aktive und zukunftsgewandte Nachwuchsförderung ist essentielle Voraussetzung der nachhaltigen Entwicklung der Digital Humanities. DARIAH-DE fördert deshalb mit dem DARIAH-DE DH-Award gezielt Studierende und NachwuchswissenschaftlerInnen in ihrer Forschung.
Die Vorbereitungsphase für DARIAH-DE begann schon 2008. Deshalb feiert die Infrastruktur in diesem Jahr im Grunde schon ihre 10jährige Arbeit. Das war ein wunderbarer Anlass, die DARIAH-DE DH-Award 2018 in zwei Kategorien auszuloben:

  • „Studien und Konzepte“ für Arbeiten, die sich auf hohem theoretischen Reflexionsniveau mit digitalen Methoden und Infrastrukturen beschäftigen
  • „Tools und Projekte“ für Beiträge, die mit digitalen Ressourcen und / oder digitalen Methoden arbeiten.

Die aus renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus den Geistes- und Informationswissenschaften bestehende Jury beurteilte die eingereichten Vorschläge mit Blick auf wissenschaftlicher Relevanz, Innovation des Vorhabens und theoretischem Reflexionsniveau. Bei den Beiträgen der Studierenden überzeugte die Kreativität der Ideen, Entdeckergeist und einfach auch die Freude an DH-typischer interdisziplinärer Zusammenarbeit, neuen Methoden und an der Forschung selbst.

Preisträger der DARIAH-DE DH-Awards 2018: Lou Klappenbach, Marvin Kullick, Luisa Philipp, Linda Brandt, Gernot Howanitz, Roland Mikosch, Janica Albers und Thomas Schmidt.

Preisträger

Die Jury begrüßte es sehr, sowohl Bachelor-Studenten wie auch Promovenden auszeichnen zu können. Insgesamt wurden fünf Awards verliehen.

Tools und Projekte

Für seine Masterarbeit „Kann man denn auch nicht lachend sehr ernsthaft sein?“ – Zum Einsatz von Sentiment Analyse- Verfahren für die quantitative Untersuchung von Lessings Dramen zeichnet die Jury Thomas Schmidt, Medieninformatik Universität Regensburg, aus. Schon als Student beteiligte sich Thomas Schmidt an der Konzeption und Implementierung des Tools Katharsis zur quantitativen Analyse deutschsprachiger Dramen mit Schwerpunkt auf statistischer Repliken- und Konfigurationsanalyse. In seiner Masterarbeit, der zwölf Dramen von Lessing zugrunde liegen, entwickelte er Python-Programme zur Durchführung der Sentiment Analysis, implementierte Optionen und Herangehensweisen, die er hinsichtlich ihre Leistung für seinen spezifischen Anwendungsfall untersuchte, um ein optimiertes Sentiment Analysis-Verfahren zu identifizieren. Bei seiner Arbeit nutzte er die Daten aus dem TextGrid Repository.

Drei studentische Hilfskräfte der Digital-Humanities Arbeitsgruppe TELOTA an der Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Lou Klappenbach (Europäische Ethnologie, HU Berlin), Luisa Philipp (Medieninformatik, Beuth Hochschule für Technik) und Marvin Kullick (Medieninformatik, Beuth Hochschule für Technik) entwickelten bei ihrer Arbeit an digitalen Briefeditionen die Idee einer Verbindung heutiger und historischer Korrespondenzen. So entstand die bezaubernde Webanwendung quoteSalute – Inspirierende Grußformeln für Ihre Korrespondenz. Jeder E-Mail kann eine zufällig ausgewählte Grußformel aus einer digitalen Korrespondenz-Edition hinzugefügt werden. So werden Kulturdaten und geisteswissenschaftliche Forschungsergebnisse öffentlich präsent, weiter tradiert und erfreuen uns einfach. Alle Daten und Skripte des Projekts sind über ein GitHub-Repositorium frei zugänglich.

The Encyclopedia of Concise Concepts by Women Philosophers ist die Aufgabe die das dreier Projekt-Team Janica Albers (Bearbeitung), Niklas Olmes (IT-Technik) und Roland Mikosch (Grafikdesign) von Center for the History of Women Philosophers and Scientists an der Universität Paderborn meistert. Die Encyclopedia versammlet nach Schlagworten Beiträge von Philosophinnen, wodurch nachhaltige Frauenforschung in Philosophie und Wissenschaft auf Basis moderner Tools der Digital Humanities ermöglicht wird. Das benutzerfreundliche Interface der ECC-Webpage gestaltet einen einfachen Zugriff auf die Inhalte und erlaubt eine praktikable Recherche via Keywords und Personennamen. Die Inhalte entstehen kollaborativ: Alle ForscherInnen, die als ExpertInnen auf ihrem Gebiet gelten, sind eingeladen, Einträge zu verfassen.

Studien und Konzepte

Linda Brandt, Universität Basel, prämierte die Jury für Ihre Arbeit Sprache im Kontext von Depressionen, mit der sie ihr Bachelorstudium der deutschen Philologie und Geschichte an der Universität Göttingen abschloss. Im Fokus der Arbeit stand die Frage, inwiefern sich der Sprachgebrauch bei psychischen Erkrankungen theoretisch bestimmen und entsprechende linguistische Konzepte empirisch überprüfen lassen. In diesem Zusammenhang stand auch die Frage nach sprachlichen Indikatoren für Depressionen. Um diese Frage beantworten zu können, nutzte die Autorin, unterstützt von ihren Kollegen aus der Informatik, das Tool LIWC und analysierte damit ein von ihr aufgebautes Korpus mit über 30.000 Datensätzen aus einem deutschsprachigen Psychologieforum.

Für seine Dissertation Web texten. Text leben. Leben weben. (Auto-)Biographische Praktiken im literarischen russischsprachigen Internet (Runet) wurde Dr. des. Gernot Howanitz, slavische Literaturen und Kulturen Universität Passau, ausgezeichnet. In einer Kombination literatur-, kultur- und medienwissenschaftlicher Verfahren einerseits und Topic Modeling mit nachgeschalteten Clustering- und Visualisierungsverfahren andererseits untersuchte er, wie russische Autorinnen und Autoren das Internet zur (Selbst-)Darstellung nutzen. So konnte er analysieren, wie sich Vorstellungen von Literatur und letztlich auch die Literatur selbst im und durch das Internet verändert. Die Anwendung von Topic Modeling ist in dieser Arbeit ein integraler Bestandteil der Analyse. Gernot Howanitz plant, alle Daten und Skripte zu veröffentlichen, damit sie auch von anderen Forscherinnen und Forschern genutzt werden können. Für die Nutzung des DARIAH-DE Repository ist das ein sehr interessanter Anwendungsfall.

 

Eine aktive und zukunftsgewandte Nachwuchsförderung ist essentielle Voraussetzung der nachhaltigen Entwicklung der Digital Humanities. DARIAH-DE fördert deshalb mit dem DARIAH-DE DH-Award gezielt Studierende und NachwuchswissenschaftlerInnen in ihrer Forschung.
Die Vorbereitungsphase für DARIAH-DE begann schon 2008. Deshalb feiert die Infrastruktur in diesem Jahr im Grunde schon ihre 10jährige Arbeit. Das war ein wunderbarer Anlass, die DARIAH-DE DH-Award 2018 in zwei Kategorien auszuloben:

  • „Studien und Konzepte“ für Arbeiten, die sich auf hohem theoretischen Reflexionsniveau mit digitalen Methoden und Infrastrukturen beschäftigen
  • „Tools und Projekte“ für Beiträge, die mit digitalen Ressourcen und / oder digitalen Methoden arbeiten.

Die aus renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus den Geistes- und Informationswissenschaften bestehende Jury beurteilte die eingereichten Vorschläge mit Blick auf wissenschaftlicher Relevanz, Innovation des Vorhabens und theoretischem Reflexionsniveau. Bei den Beiträgen der Studierenden überzeugte die Kreativität der Ideen, Entdeckergeist und einfach auch die Freude an DH-typischer interdisziplinärer Zusammenarbeit, neuen Methoden und an der Forschung selbst.

Preisträger der DARIAH-DE DH-Awards 2018: Lou Klappenbach, Marvin Kullick, Luisa Philipp, Linda Brandt, Gernot Howanitz, Roland Mikosch, Janica Albers und Thomas Schmidt.

Preisträger

Die Jury begrüßte es sehr, sowohl Bachelor-Studenten wie auch Promovenden auszeichnen zu können. Insgesamt wurden fünf Awards verliehen.

Tools und Projekte

Für seine Masterarbeit „Kann man denn auch nicht lachend sehr ernsthaft sein?“ – Zum Einsatz von Sentiment Analyse- Verfahren für die quantitative Untersuchung von Lessings Dramen zeichnet die Jury Thomas Schmidt, Medieninformatik Universität Regensburg, aus. Schon als Student beteiligte sich Thomas Schmidt an der Konzeption und Implementierung des Tools Katharsis zur quantitativen Analyse deutschsprachiger Dramen mit Schwerpunkt auf statistischer Repliken- und Konfigurationsanalyse. In seiner Masterarbeit, der zwölf Dramen von Lessing zugrunde liegen, entwickelte er Python-Programme zur Durchführung der Sentiment Analysis, implementierte Optionen und Herangehensweisen, die er hinsichtlich ihre Leistung für seinen spezifischen Anwendungsfall untersuchte, um ein optimiertes Sentiment Analysis-Verfahren zu identifizieren. Bei seiner Arbeit nutzte er die Daten aus dem TextGrid Repository.

Drei studentische Hilfskräfte der Digital-Humanities Arbeitsgruppe TELOTA an der Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Lou Klappenbach (Europäische Ethnologie, HU Berlin), Luisa Philipp (Medieninformatik, Beuth Hochschule für Technik) und Marvin Kullick (Medieninformatik, Beuth Hochschule für Technik) entwickelten bei ihrer Arbeit an digitalen Briefeditionen die Idee einer Verbindung heutiger und historischer Korrespondenzen. So entstand die bezaubernde Webanwendung quoteSalute – Inspirierende Grußformeln für Ihre Korrespondenz. Jeder E-Mail kann eine zufällig ausgewählte Grußformel aus einer digitalen Korrespondenz-Edition hinzugefügt werden. So werden Kulturdaten und geisteswissenschaftliche Forschungsergebnisse öffentlich präsent, weiter tradiert und erfreuen uns einfach. Alle Daten und Skripte des Projekts sind über ein GitHub-Repositorium frei zugänglich.

The Encyclopedia of Concise Concepts by Women Philosophers ist die Aufgabe die das dreier Projekt-Team Janica Albers (Bearbeitung), Niklas Olmes (IT-Technik) und Roland Mikosch (Grafikdesign) von Center for the History of Women Philosophers and Scientists an der Universität Paderborn meistert. Die Encyclopedia versammlet nach Schlagworten Beiträge von Philosophinnen, wodurch nachhaltige Frauenforschung in Philosophie und Wissenschaft auf Basis moderner Tools der Digital Humanities ermöglicht wird. Das benutzerfreundliche Interface der ECC-Webpage gestaltet einen einfachen Zugriff auf die Inhalte und erlaubt eine praktikable Recherche via Keywords und Personennamen. Die Inhalte entstehen kollaborativ: Alle ForscherInnen, die als ExpertInnen auf ihrem Gebiet gelten, sind eingeladen, Einträge zu verfassen.

Studien und Konzepte

Linda Brandt, Universität Basel, prämierte die Jury für Ihre Arbeit Sprache im Kontext von Depressionen, mit der sie ihr Bachelorstudium der deutschen Philologie und Geschichte an der Universität Göttingen abschloss. Im Fokus der Arbeit stand die Frage, inwiefern sich der Sprachgebrauch bei psychischen Erkrankungen theoretisch bestimmen und entsprechende linguistische Konzepte empirisch überprüfen lassen. In diesem Zusammenhang stand auch die Frage nach sprachlichen Indikatoren für Depressionen. Um diese Frage beantworten zu können, nutzte die Autorin, unterstützt von ihren Kollegen aus der Informatik, das Tool LIWC und analysierte damit ein von ihr aufgebautes Korpus mit über 30.000 Datensätzen aus einem deutschsprachigen Psychologieforum.

Für seine Dissertation Web texten. Text leben. Leben weben. (Auto-)Biographische Praktiken im literarischen russischsprachigen Internet (Runet) wurde Dr. des. Gernot Howanitz, slavische Literaturen und Kulturen Universität Passau, ausgezeichnet. In einer Kombination literatur-, kultur- und medienwissenschaftlicher Verfahren einerseits und Topic Modeling mit nachgeschalteten Clustering- und Visualisierungsverfahren andererseits untersuchte er, wie russische Autorinnen und Autoren das Internet zur (Selbst-)Darstellung nutzen. So konnte er analysieren, wie sich Vorstellungen von Literatur und letztlich auch die Literatur selbst im und durch das Internet verändert. Die Anwendung von Topic Modeling ist in dieser Arbeit ein integraler Bestandteil der Analyse. Gernot Howanitz plant, alle Daten und Skripte zu veröffentlichen, damit sie auch von anderen Forscherinnen und Forschern genutzt werden können. Für die Nutzung des DARIAH-DE Repository ist das ein sehr interessanter Anwendungsfall.

Mit den DARIAH-DE DH-Awards werden insbesondere auch interdisziplinäre Arbeiten und Projekte unterstützt und Forschungen hervorgehoben, die sich durch innovative Ansätze in den Digital Humanities auszeichnen. Neben der finanziellen Unterstützung ist den DARIAH-DE DH-Awards 2018 die ideelle Förderung auch durch Präsentation dieser Nachwuchs-Arbeiten im Kontext einer großen Verbundkooperation und in einem internationalen Umfeld ein besonderes Anliegen. DARIAH-DE zielt so darauf, die Entwicklung der digitalen Geisteswissenschaften sichtbar zu machen und zur Entstehung lebendiger Forschungsnetzwerke beizutragen. Die Preise im Wert von je 600 Euro wurden am 21.09.2018 im Rahmen der DARIAH-DE Grand Tour 2018 in Darmstadt verliehen. Während der Tagung hatten die Preisträger und Preisträgerinnen die Möglichkeit, ihre Arbeit einem breiten Fachpublikum mit Postern und in Fachgesprächen vorzustellen.

 

 

 

 

 

 

The next big thing will be a lot of small things – Serviceorientierung als Modell für die Infrastrukturlandschaft

dhd-blog - Di, 09/18/2018 - 15:33

von Fabian Cremer und Thorsten Wübbena

Die Diversität der geisteswissenschaftlichen Forschung spiegelt sich auch in der Landschaft der Forschungsinfrastrukturen wieder, die bisweilen als zersplittert charakterisiert wird.1 Als Mittel für die Integration werden derzeit vor allem Steuerungsinstrumente und Rahmenbedingungen top-down vorangetrieben (RFII2), die notwendigen Adaptionsprozesse für die bestehenden Infrastrukturen sind bisher jedoch nur wenig ausgearbeitet. Zudem bleibt die Betriebsfinanzierung dieser Infrastrukturen weiter ungeklärt.3 Neben gemeinsamen Standards und Schnittstellen bedarf es für die vorhandenen „Fragmente“ der Infrastrukturlandschaft häufig jedoch auch einer konzeptuellen Veränderung, um als Teil eines Ganzen zu funktionieren und zu bestehen. Das aus der Informationstechnologie entwickelte „as-a-Service“-Prinzip4, kann hier fruchtbare Anregungen und kritische Fragen liefern. Dieser Blogbeitrag basiert auf einer Einreichung zum Symposium „Forschungsinfrastrukturen in den digitalen Geisteswissenschaften. Wie verändern digitale Infrastrukturen die Praxis der Geisteswissenschaften?“ (26.–28.09.2018, Universität Bayreuth)5 und skizziert das „aaS“-Prinzip auf verschiedenen Ebenen der Forschungsinfrastrukturen und mehrerer Entwicklungsschritte einer aus dem Fach Kunstgeschichte entstandenen Softwaresystems.

Lokale Dienste mit serviceorientierter Architektur

Im Frankfurter Kunstgeschichtlichen Institut wurde mit dem quelloffenen Datenbanksystem ConedaKOR eine Software entwickelt, um u.a. das in der Fachwissenschaft relevante Beziehungsgeflecht zwischen Werken und ihren Kontexten abzubilden zu können.6 Die digitale Bildersammlung hat sich hierbei im Laufe der Zeit zu einer Wissensdatenbank und einem Instrument zur Vermittlung kunsthistorischer Kompetenzen weiterentwickelt. Die Software erfüllt in diesem Szenario sehr spezifische Anforderungen der kunsthistorischen Forschung, ohne jedoch als spezifische Anwendung konzipiert zu sein. Das Konzept einer modularen, serviceorientierten Softwarearchitektur ermöglicht es, die Spezialisierung über Konfigurationsmöglichkeiten und einzelne kleinere Dienste zu erreichen. Das Datenmodell ist innerhalb der Applikation frei konfigurier- und erweiterbar, erlaubt sowohl die Kompatibilität mit einer Top-Level-Domäne (CIDOC CRM) als auch die lokale Ausprägung.7 Ein rollen- und sammlungsbasiertes Rechtemanagement erlaubt hier die – in Verbundprojekten und institutsweiten Anwendungen so kritische – granulare Rechtekontrolle. Diese spezifische Konfiguration, Verwaltung und Betreuung (Datenmodellierung, Objekterschließung usw.) begründen das Bestehen und die Weiterentwicklung dieser lokalen Infrastrukturen als Komplement zu zentralen, generischen Werkzeugen oder Portalen. Der technische Betrieb dieser webbasierten Anwendungen vor Ort erfordert jedoch Ressourcen und Kompetenzen, die vielen Projekten und Instituten nicht zur Verfügung stehen. Als Antwort auf dieses Szenario wurde daher in Kooperation mit DARIAH-DE das Frankfurter Datenbanksystem zu einem „Software-as-a-Service“-Modell weiterentwickelt und steht als erste community-driven Software über DARIAH-DE zur Verfügung.8

Zentrale Dienste durch Software-as-a-Service

Die Entwicklung eines „aaS“-Modells erwies sich als Voraussetzung, um unabhängige Nachnutzung und nachhaltigen Betrieb zu realisieren. Die Grundlage für die Aufnahme in das Diensteangebot von DARIAH-DE bildet der DARIAH-DE-Service Life Cycle. Dieser formale Workflow beschreibt in mehreren Stufen die Kriterien und Vorgehensweisen für eine schrittweise Entwicklung einer Software zu einem Service.9 Im Zuge der Serviceentwicklung von ConedaKOR wurde zunächst eine Prüfung durch DARIAH-DE durchgeführt, in dessen Verlauf die fachwissenschaftliche und die informationstechnologische Seite unter verschiedenen Aspekten durchleuchtet wurden. Nach positivem Ausgang dieses Verfahrens erfolgte die Klärung der zukünftigen Rollen von DARIAH-DE und dem Deutschen Forum für Kunstgeschichte Paris (DFK Paris)10. An die Bewertung und Aufgabenverteilung schließt sich die Abschätzung von Aufwand und Kosten für Umsetzung und Betrieb an (inkl. einer Kalkulation zur finanziellen Belastung für potentielle Endanwender*innen). Die Prozessbegleitung durch DARIAH-DE beschreibt hier ein erfolgreiches Leistungsangebot einer übergreifenden, koordinierenden Infrastruktur zur Integration bestehender Systeme.

Die Forschungsinfrastruktur DARIAH-DE übernimmt hier nicht die Aufgabe der grundständigen Entwicklung von Infrastrukturkomponenten, sondern bietet ein Rahmenwerk aus formalisierten Abläufen, festen Zuständigkeiten und einem Kompetenznetzwerk, in dem externe Softwareentwicklungen als Dienstangebot skaliert oder weiterentwickelt werden können. Damit richtet sich diese Ebene der Forschungsinfrastruktur nicht mehr an den Kreis der Endanwender*innen und Nutzer*innen, sondern an die Verantwortlichen der Projekte und Institutionen, die selbst im Bereich der Entwicklung von Infrastruktur und Informationssystemen agieren. Dieses meist nur lokal vorhandene Potential lässt sich mit übergreifenden Strukturen und weiterer Investition auch in der Form einer nationalen und internationalen Forschungsinfrastruktur entfalten, wie der hier geschilderte Anwendungsfall ConedaKOR demonstriert. Ein Paradebeispiel liefert das Vorhaben „Textdatenbank und Wörterbuch des Klassischen Maya“, das mit dem Dienstangebot ein Bildarchiv mit unikalem Material realisiert: „Maya Image Archive“.11

Dezentrale Dienste durch offene Datenquellen

Durch maschinelle Lesbarkeit und Schnittstellen verändern offene Kulturdaten die Praktiken ihrer Nutzung. Eine unmittelbare Nachnutzung erlaubt es Forschungsvorhaben, Ressourcen in Weiterführung und Anreicherung statt repetitiven Neuaufbau zu investieren. In einem Projekt am Deutschen Forum für Kunstgeschichte Paris wurde daher ein Workflow entwickelt, der die Verknüpfung lokaler Daten mit Wikidata, der weltweit größten freien Datenbasis ermöglicht.12 Die Implementierung (Schnittstellen, Webservices, Browser-Add-on) zielt vorrangig darauf ab, einen nutzerorientierten Service anzubieten. Die Kernidee basiert auf einer Nachnutzung bereits vorhandener Datenobjekte und deren Erweiterung durch fachspezifische Forschungsprojekte direkt in Wikidata, bei optionaler Übertragung in ein eigenes ConedaKOR-Repositorium, um den Datenbestand als Subset verarbeiten und sichern zu können. Die projekttypische Begrenztheit von Ressourcen wird auf die Erhebung der spezifischen, neuen Daten konzentriert, die in Wikidata dann zugleich wieder frei verfügbar werden und den Vorteil der Anreicherung erfahren. Das führt auch zu einer breiteren Sichtbarkeit des Vorhabens und ermöglicht eine Nachnutzung der Forschungsdaten auch außerhalb der Wissenschaft. Zugleich gewährleistet die Nutzung des eigenen Systems eine Erweiterung der Datenbasis mit geschütztem oder sensiblem Material im Kontext des Projekts – in der Kunstgeschichte durch die digitalen Repräsentationen der Untersuchungsgegenstände ein Standardfall.

Kleine Teile des großen Bildes

Diese Kombination aus Forschungssoftware mit spezifischen Funktionalitäten (serviceorientierte Softwarearchitektur), einem vertrauenswürdigen und kompetenten Provider (serviceorientierte Forschungsinfrastruktur), sowie eines externen Datenbestandes (serviceorientierte Datensammlung), ermöglicht eine flexible und wissenschaftsgetriebene Nutzung digitaler Infrastrukturen. Zugleich steht dieser modulare Aufbau beispielhaft für eine verteilte Forschungsinfrastruktur, deren Services sich bedarfsspezifisch zusammensetzen: “The next big thing will be a lot of small things!”13 Die Voraussetzungen für dieses Szenario bilden indes große Herausforderungen: eine essentielle Stärkung der wissenschaftlichen Softwareentwicklung14, eine grundständige Finanzierung übergreifender Strukturen , und die Förderung freien Zugangs zu der Kultur- und Forschungsdaten in maschinenlesbarer und standardisierter Form.15

The next big thing will be a lot of small things, Thomas Lommée, Wandgestaltung Universität Ghent, 2015. Foto: Ian Dolphin, The next big thing will be a lot of small things, (Ausschnitt), 12.08.2016, CC BY-NC 2.0, https://www.flickr.com/photos/iandolphin/29102249075

  1. RfII – Rat für Informationsinfrastrukturen: Leistung aus Vielfalt. Empfehlungen zu Strukturen, Prozessen und Finanzierung des Forschungsdatenmanagements in Deutschland, Göttingen 2016, http://www.rfii.de/?p=1998.
  2. RfII – Rat für Informationsinfrastrukturen: Zusammenarbeit als Chance. Zweiter Diskussionsimpuls zur Ausgestaltung einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) für die Wissenschaft in Deutschland, Göttingen 2018, http://www.rfii.de/?p=2529.
  3. Vgl. Patrick Sahle: RfII-Diskussionsimpuls 2018: Auf dem Weg zu einem Netzwerk mit Kanten aber ohne Knoten?, DHd-Blog, 18.03.2018, https://dhd-blog.org/?p=9547 und Katrin Moeller: RfII-Diskussionsimpuls 2018: Forschungsdaten(infrastrukturen) sind der Mittelpunkt von Forschung!, DHd-Blog, 20.03.2018, https://dhd-blog.org/?p=9556.
  4. Vgl. dazu Peter Mell und Tim Grance: The NIST definition of cloud computing, 2011, NIST Special Publication 800-145, http://faculty.winthrop.edu/domanm/csci411/Handouts/NIST.pdf.
  5. Die Vortragseinreichung der Autoren konnte nicht berücksichtigt werden und erscheint daher hier im Vorfeld als möglicher Impuls für diese und weiterführende Diskussionen.
  6. ConedaKOR: https://github.com/coneda/kor.
  7. Vgl. Sven Peter: Abbildung relationaler Daten auf die Ontologie des CIDOC CRM, 2015, DOI: https://doi.org/10.11588/artdok.00003454.
  8. Thorsten Wübbena: ConedaKOR als „Software as a Service“-Angebot bei DARIAH-DE, DHd Blog, 13.10.2016, http://dhd-blog.org/?p=7268.
  9. DARIAH-DE: Report zur Aufnahme zukünftiger neuer Dienste (R 3.2.7), 29.02.2016, https://wiki.de.dariah.eu/download/attachments/14651583/R3.2.7.pdf.
  10. Das DFK Paris setzte zu diesem Zeitpunkt bei diversen Projekten bereits auf ConedaKOR, woraus auch eine intensive Arbeit an der Weiterentwicklung des Codes entstand und aus dessen Reihen letztlich der „aaS“-Vorschlag eingegangen war.
  11. Vgl. Christian Prager: „Maya Image Archive“ online: digitales Bildarchiv für Mayahieroglyphen, -kunst und -architektur, DHd-Blog, 31.08.2018, https://dhd-blog.org/?p=10411.
  12. Thorsten Wübbena: Wikidata: Nutzungsmöglichkeiten und Anwendungsbeispiele für den Bereich Digital Cultural Heritage, DHd Blog, 25.02.2018, https://dhd-blog.org/?p=9336.
  13. Thomas Lommée, Wandgestaltung Universität Ghent, 2015, vgl. Beitragsbild.
  14. Vgl. Simon Hettrick: “Research Software Sustainability: Report on a Knowledge Exchange Workshop”, The Software Sustainability Institute, 2016, http://repository.jisc.ac.uk/6332/1/Research_Software_Sustainability_Report_on_KE_Workshop_Feb_2016_FINAL.pdf und die DHd-AG „Research Software Engineering in den Digital Humanities (DH-RSE)“, https://dh-rse.github.io/.
  15. Siehe hierzu das Memorandum “Digitalisierung von Kulturgut”: Lisa Klaffki: “Memorandum: Digitalisierung von Kulturgut”, DHd-Blog, 17.05.18, https://dhd-blog.org/?p=9849 sowie zur Öffnung der Kulturdaten: Helene Hahn: “Kooperativ in die digitale Zeit – wie öffentliche Kulturinstitutionen Cultural Commons fördern. Eine Einführung in offene Kulturdaten”, Berlin 2016, urn:nbn:de:0297-zib-59131.

Stellenausschreibung: wiss. MitarbeiterIn (IT) für FID BBI, Vollzeit befristet

dhd-blog - Fr, 09/14/2018 - 13:11
An der Herzog August Bibliothek ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt für den Fachinformationsdienst Buch-, Bibliotheks- und Informationswissenschaft (BBI) eine befristete Stelle für eine / einen wissenschaftliche Mitarbeiterin / Mitarbeiter (IT) in Vollzeit zu besetzen. Den vollständigen Ausschreibungstext finden Sie unter: http://www.hab.de/files/stellenausschreibung_fid.pdf Die Bewerbungsfrist ist der 12.10.2018.

Wissenschaftliche/r DH-Mitarbeiterin / DH-Mitarbeiter (0,5 Entgeltgruppe 13 TV-L) Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel

dhd-blog - Do, 09/13/2018 - 14:18

Die Herzog August Bibliothek ist eine international orientierte Forschungs- und Studienstätte für europäische Kulturgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Langfristvorhabens „Digitale Edition und Kommentierung der Tagebücher des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg (1599–1656)“, das in Kooperation mit der Universität Freiburg durchgeführt wird, ist zum 15.11.2018 die vorerst auf

12 Monate befristete Teilzeitstelle einer / eines

Wissenschaftlichen DH-Mitarbeiterin / DH-Mitarbeiters

(0,5 Entgeltgruppe 13 TV-L)

zu besetzen.

Eine Weiterbeschäftigung in der nächsten Förderungsphase (2019–2022) wird angestrebt. Die Arbeitszeit beträgt 19,9 Wochenstunden. Arbeitsort ist die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel.

 

Ihre Aufgaben:

  • Verantwortlichkeit für die technisch-editorische Seite der Projektarbeit, die Praxisanwendung der entsprechenden Technologien und die Dokumentation
  • Betreuung und Weiterentwicklung des digitalen Publikationskonzepts sowie des dazugehörigen Workflows in Zusammenarbeit mit dem Projektteam der Edition
  • Betreuung und Weiterentwicklung von Darstellungsskripten zur Repräsentation der Editionseinheiten (XSLT)
  • Erstellung von Skripten zur Vorbereitung der Druckausgabe (XSL-FO bzw. LaTeX)
  • Betreuung und Weiterentwicklung der Volltextsuche (XQuery, Lucene/SOLR)
  • Definition / Pflege eines XML/TEI-Schemas
  • Mitarbeit bei der Datenkontrolle

 

Ihre Voraussetzungen:

  • Abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium, vorzugsweise mit IT-Profil
  • Kompetenzen und Erfahrungen im Bereich der Digital Humanities, insbesondere der digitalen Editionswissenschaft
  • sehr gute Kenntnisse der X-Technologien (XSLT, XQuery) und in der Webentwicklung (HTML, CSS, Javascript) sowie in Datenmodellierung und Auszeichnungssprachen (XML/TEI)
  • Kenntnisse in Semantic Web-Technologien (RDF/RDFS, OWL)

 

Erwünscht sind:

  • Teamfähigkeit und soziale Kompetenz
  • Einsatzbereitschaft und Eigeninitiative

Die Herzog August Bibliothek strebt an, Unterrepräsentanzen i. S. des NGG in allen Bereichen und Positionen abzubauen. Die Gleichstellung von Frauen und Männern wird gefördert. Schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber werden bei gleicher Eignung und Befähigung bevorzugt behandelt. Ein Nachweis ist beizufügen.

Bewerbungen mit aussagefähigen Unterlagen sind bis zum 15.10.2018 unter Angabe des Kennwortes „TB Christian II.“ zu richten an die

Herzog August Bibliothek

– Verwaltung –

Lessingplatz 1

38304 Wolfenbüttel

E-Mail: verwaltung@hab.de

 

Bewerbungsunterlagen werden grundsätzlich nicht zurückgesandt, sondern datenschutzgerecht vernichtet. Sollte eine Rücksendung gewünscht sein, bitten wir um Beilage eines adressierten und ausreichend frankierten Rückumschlags.

Ein studentisches Poster für die DARIAH-DE Grand Tour 2018

dhd-blog - Di, 09/11/2018 - 09:46

von Susan Flemming

Digital ist in den meisten klassischen geisteswissenschaftlichen Studiengängen noch immer ein Fremdwort. Digital Humanities klingt interessant, aber was bedeutet es eigentlich?  Als unbekanntes Feld lässt sich darunter bestenfalls die Gestaltung digitaler Medien und die Benutzung von digitalen Informationssystemen assoziieren. Dass sie jedoch mehr als dies umfasst, konnte ich in dem forschungsnahen Seminar Die digitale Transformation einer Jahrhundertchronik. Praxisseminar zu digitalen Editionen, das von Marcus Baumgarten und Timo Steyer an der TU Braunschweig durchgeführt wurde, in Erfahrung bringen.

In dem Seminar haben die Seminarteilnehmer*innen zunächst einen Einblick in die Digital Humanities und ihre Anwendungsfelder erhalten und dann zwölf Seiten aus dem ersten Band der frühneuzeitlichen Chronik des Theatrum Europaeum von Matthäus Merian digital editiert. Dabei wurde auf das digitale Editieren und in die Grundzüge eines XML-Dokumentes im Allgemeinen und die Verwendung von TEI im Besonderen eingegangen. Da es sich nur um ein einsemestriges Seminar handelte, beschränkte es sich auf ausgewählte Strukturelemente, die Kodierung von Sonderzeichen und die Auszeichnung von Personen und Orte unter der Berücksichtigung von Normdaten. Dabei wurde die Auszeichnung mit dem DARIAH-DE Tool TextGrid Laboratory vorgenommen.

Einen Teil der im Seminar gewonnenen Ergebnisse werden auf einem Poster für die DARIAH-DE Grand Tour in Darmstadt zu sehen sein. Dies ist eine besondere Möglichkeit, die Ergebnisse final zu präsentieren, so dass sie nicht nur digital in einem Studiumordner auf dem eigenen Laptop liegen.

Dieses und weitere Poster werden bei der Postersession der DARIAH-DE Grand Tour 2018 präsentiert. Die Postersession findet am Donnerstag, den 20.09.2018 von 16:00–17:45 Uhr statt. Alle Informationen, das Programm und die Möglichkeit zur Anmeldung finden sich hier.

Bibliotheken neu denken

dhd-blog - Di, 09/04/2018 - 10:56

Einladung zum Symposium

Von der historischen Bibliothek zur Bibliothek der Zukunft

2018 feiert die Österreichische Nationalbibliothek ihr 650-Jahr-Jubiläum. Aus diesem Anlass lädt sie zu einem wissenschaftlichen Symposium: „Bibliotheken neu denken. Von der historischen Bibliothek zur Bibliothek der Zukunft“.

Nationale und internationale ExpertInnen gehen dabei in drei Themenblöcken zentralen Fragen zur Bibliothek der Zukunft nach: Wie lassen sich die Ansprüche von ForscherInnen und die Verpflichtung zur Bewahrung des kulturellen Erbes mit den Bedürfnissen einer multimedial ausgerichteten Wissens- und Informationsgesellschaft verbinden? In welche neuen Kontexte sollen und können die weit über die Grenzen heutiger Nationalstaaten hinaus reichenden Sammlungsbestände gestellt werden? Und: Welche Anforderungen an Digitalisierungsstrategien und an die Konzeption moderner Bibliotheksbauten ergeben sich daraus?

Termin: 24.–25. September 2018

Ort: Österreichische Nationalbibliothek, Josefsplatz 1, 1010 Wien

Konferenzsprachen: Deutsch und Englisch

Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenlos.

 

Nähere Informationen und Anmeldung siehe:

https://www.onb.ac.at/news-einzelansicht/news/bibliotheken-neu-denken/

Die Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften (ZfdG) als Best Practice für Open-Access-Zeitschriften

dhd-blog - Mo, 09/03/2018 - 13:37

Die Herausgeberinnen des seit November 2017 im Open Access erscheinenden E-journals MEMO – Medieval and Early Modern Material Culture Online haben sich bei der Konzeption ihres Journals an der ZfdG orientiert, die sich damit als Best Practice im Bereich geisteswissenschaftlicher Open-Access-Zeitschriften weiter etabliert. Ende August dieses Jahres ist nun Ausgabe 2 von MEMO erschienen, die sich dem Thema „Digital Humanities & Materielle Kultur“ widmet.

„Hinsichtlich der technischen und inhaltlichen Umsetzung wurden wir vom Team der ZfdG umfassend unterstützt“, sagt Mag. Gabriele Schichta, eine der beiden Herausgeberinnen von MEMO und betont, dass die Zeitschrift sowohl in ihrem inhaltlichen Aufbau als auch hinsichtlich ihres online-Auftritts als „wichtiges Vorbild und Impulsgeberin“ fungiert hat.

Dr. Constanze Baum, während der Aufbauphase von MEMO die redaktionelle Leiterin der ZfdG, fasst zusammen, welche Tipps und Hilfestellung unter anderem zu redaktionspraktischen Arbeitsabläufen vermittelt wurden: „Neben dem Austausch von Materialien wie Einreichungsrichtlinien und Autorenvereinbarungen sowie der Überlassung eines Stylesheets, konkreten Hinweisen zum Zitieren elektronischer Quellen und einem Hinweis auf das DHd- Working Paper zum digitalen Publizieren konnten wir beraten, wie DOIs institutionell angebunden werden und nicht zuletzt mit Hinweisen zur Rechteeinholung für Medienmaterial weiterhelfen.“

Sabine Wiechmann, leitende Redakteurin der ZfdG, betont, wie wichtig eine solche Zusammenarbeit für den Ausbau und die Weiterentwicklung des digitalen Publizierens ist: „Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ZfdG und von MEMO sehen in dieser Kooperation eine gelungene Win-win-Situation.“

Die Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften veröffentlicht in Jahrgangsheften Fachartikel oder Beiträge mit Projektvorstellungen aus allen Disziplinen der digitalen Geisteswissenschaften. Auch Sonderbände, zuletzt die Nummer 3 „Wie Digitalität die Geisteswissenschaften verändert“,  werden in regelmäßigen Abständen publiziert.

#AvH2018 | Einladung zum Alexander-von-Humboldt-Tag 2018: „Reisetagebücher digital“, 14.09.2018, BBAW, Berlin

dhd-blog - Fr, 08/31/2018 - 16:43
Alexander von Humboldt-Tag 2018: Reisetagebücher digital
Unterwegs mit Alexander von Humboldt in Amerika, England und Russland

Der Alexander-von-Humboldt-Tag 2018 widmet sich Reisetagebüchern und ihrer digitalen Erforschung. Das Akademienvorhaben „Alexander von Humboldt auf Reisen – Wissenschaft aus der Bewegung“ stellt seine laufenden Editionsarbeiten zu drei großen Reisen vor: 1790 nach England mit Georg Forster, 1799 in die amerikanischen Tropen mit Aimé Bonpland und 1829 nach Russland mit Christian Gottfried Ehrenberg.

Vorgestellt wird zunächst die Editionsarbeit am ersten Band der Amerikanischen Reisetagebücher, der den Zeitraum von Juni bis Oktober 1799 abdeckt. Zudem wird die digitale Neuedition des Journals, das Humboldt auf seiner Englandreise 1790 führte, freigeschaltet. Von seiner letzten Forschungsreise sind gleich zwei, bislang nicht edierte Feldtagebücher überliefert: Humboldts „Fragmente des sibirischen Reise-Journals 1829“ sowie die Aufzeichnungen seines Begleiters Christian Gottfried Ehrenberg. Im Fokus stehen Ehrenbergs Aufzeichnungen aus Russland, die im Archiv der BBAW aufbewahrt werden, sowie der Briefwechsel zwischen Ehrenberg und Humboldt. Die Vorträge setzen inhaltliche Schlaglichter und erläutern die digitale editorische Praxis der edition humboldt digital.

Anschließend diskutieren die Akademiemitglieder Ottmar Ette und Jürgen Trabant über zwei Publikationen aus der Humboldt-Forschung: Das Buch der Begegnungen (Manesse 2018) und das Alexander von Humboldt-Handbuch (J. B. Metzler 2018).

Programm 15.30 Uhr

Christoph Markschies (Vizepräsident der BBAW), Tobias Kraft (BBAW):
Begrüßung und Einführung

15.45 Uhr

Ulrike Leitner (BBAW):
„Voyage dʼEspagne aux Canaries et à Cumaná“ – Aus dem ersten Band der neuen Ausgabe der amerikanischen Reisejournale

16.15 Uhr Pause 16.30 Uhr

Dominik Erdmann (Berlin), Christian Thomas (BBAW):
„Wenn ich Zeit und Ruhe hätte, etwas vernünftiges zu schreiben“ – Zur Neuedition von Humboldts Journal der Englandreise 1790 in der edition humboldt digital

17.00 Uhr

Ulrich Päßler (BBAW), Anette Wendt (BBAW):
Von Berlin nach Baty und zurück – Die russische Reise in C. G. Ehrenbergs Tagebuch und in seiner Korrespondenz mit Humboldt

17.30 Uhr Pause 18.00 Uhr Abendveranstaltung

Neue Bücher: Ein Gespräch mit Ottmar Ette und Jürgen Trabant
Das Buch der Begegnungen (Manesse 2018) und das Alexander von Humboldt-Handbuch (J. B. Metzler 2018)

Anmeldung

Der Eintritt ist frei.

Um Anmeldung bis zum 07.09.2018 www.bbaw.de/anmeldung-avhr17 wird gebeten.

Kontakt: Axel-Wolfgang Kahl, axel-wolfgang.kahl@bbaw.de

Programmflyer „Alexander von Humboldt-Tag 2018“ (PDF)

Eine Veranstaltung des Akademienvorhabens „Alexander von Humboldt auf Reisen – Wissenschaft aus der Bewegung“ der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) im Einstein-Saal der BBAW, Jägerstr. 22/23, 10117 Berlin.

„Maya Image Archive“ online: digitales Bildarchiv für Mayahieroglyphen, -kunst und -architektur

dhd-blog - Fr, 08/31/2018 - 11:35

Das an der Universität Bonn angesiedelte Langzeitprojekt „Textdatenbank und Wörterbuch des Klassischen Maya“ (Leitung Prof. Dr. Nikolai Grube) der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste und der Union der Deutschen Akademien der Wissenschaft hat vor kurzem seine englischsprache Bilddatenbank „Maya Image Archive“ veröffentlicht.

Das “Maya Image Archive” ist eine frei zugängliche digitale Plattform für Forschungsmaterialien zur Klassischen Mayakultur. Darauf werden durch das Projekt digitalisierte und erschlossene Fotografien privater Forschungssammlungen erstmalig öffentlich und zur freien Nutzung mit Möglichkeit zum Download in hoher Auflösung präsentiert. Die Fotografien werden mit Metadaten angereichert, welche die abgebildeten Objekte in einen Wissenszusammenhang setzen um auf diese Weise eine Ontologie zum Bereich der Klassischen Mayakultur zu modellieren.

In der Datenbank sind die den Dokumenten beigefügten Informationen in einem kohärenten graphenbasierten Metadatenschema organisiert. Das Metadatenschema bildet die digitalisierten Bilder vom Entitätstyp „Medium“, mit einer Vielzahl anderer Entitätstypen (Artefakten, Provenienz, Personen, Orte, Sammlungen oder Inhaber) und deren Eigenschaften über verschiedene Relationstypen in Beziehung zueinander ab. Hierdurch können Inhalte systematisch überarbeitet und angereichert werden, um den Nutzer*innen sowohl eine gezielte als auch explorative Suche zu ermöglichen. Die graphenbasierte Struktur der Datenbank umfasst zurzeit fast 7000 Entitäten und 25.000 Beziehungen zwischen diesen. Hiervon sind ca. 5700 Abbildungen mit 900 Artefakten, 120 Provenienzen, 80 Orten, 40 Sammlungen und Museen, die miteinander mehrfach verbunden sind. Die Datenbank soll letztlich mehrere zehntausende in Tiff-Format archivierte und als jpg nutzbare digitalisierte Bildinhalte umfassen und damit die umfangreichste Sammlung frei verfügbarer Abbildungen von Maya-Inschriften, Skulpturen und Artefakten bilden.

Das Metadatenschema wird in naher Zukunft auf ein Subset des CIDOC-CRM-Austausch- und Beschreibungsformats mappbar gemacht. Somit werden die Daten des Maya Image Archives interoperabel, also frei austauschbar und Linked-Data-fähig. Kooperationen und Austausch sowie eine Vernetzung gegebener externer Datenbestände und somit eine Erweiterung der bildbezogenen kulturhistorischen Wissensdomäne ist dabei das primäre Ziel.

Alle im Maya-Bildarchiv präsentierten Medien und Informationen sind frei und ohne Login zugänglich. Das Maya-Bildarchiv nutzt das webbasierte Open-Source-Datenbanksystem ConedaKOR, um die Verwaltung und Präsentation seiner Forschungsmaterialien zu erleichtern. In Zusammenarbeit mit der Digitalen Forschungsinfrastruktur DARIAH-DE wird die Datenbank als DARIAH-DE Web Service per DARIAH-Verbund-Login zugänglich gemacht. Das Login steht allen Benutzern mit einem DARIAH-Account zur Verfügung. Weiterhin ist eine Registrierung in der Datenbank auf Anfrage möglich. Benutzer*innen, die registriert oder über einen Verbund-Login in die Datenbank des Maya-Bildarchivs einsteigen, erhalten spezifische redaktionelle Rechte. Diese Rechte umfassen die Erstellung eigener Sammlungen innerhalb des Archivs und die Eingabe zusätzlicher Informationen zur Bereicherung der Datenbank. Wenn Sie Fragen zur Content-Edition, zur Registrierung oder zum Verbund-Login haben, kontaktieren Sie uns bitte unter der Mailadresse: diederichs [at] uni-bonn.de (Metadaten und Umsetzung) und cprager [at] uni-bonn.de (Fachwissenschaft).

 

Stellenausschreibung: Informatiker gesucht!

dhd-blog - Fr, 08/31/2018 - 11:27

 

Am Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg ist für das in Kooperation mit der Ludwig-Maximilians-Universität München im Rahmen des Akademien Programms betriebene und von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften betreute „Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland“ zum nächstmöglichen Zeitpunkt, zunächst befristet bis 31.12.2023 mit der Möglichkeit der Verlängerung die Stelle einer/eines

Informatikerin / Informatikers

zu besetzen. Die Eingruppierung erfolgt bei Erfüllung der tariflichen Voraussetzungen bis Entgeltgruppe 13
des Tarifvertrages des Landes Hessen.

Das auf eine Laufzeit von insgesamt 25 Jahren angelegte Projekt hat die Erforschung, Dokumentation und Publikation der zwischen 1550 und 1800 entstandenen Wand- und Deckenmalerei auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland zum Ziel. Für die Arbeits- und Publikationsplattform kommen innovative Techniken zum Einsatz, aktuell die Drupal-VRE-Anwendung WissKI (www.wiss-ki.eu). Wir bieten die konzeptionelle und praktische Mitarbeit in einem zukunftsweisenden Editionsprojekt in einem kreativen und innovativen Forschungsumfeld.

Zu den Aufgaben gehören die Verantwortlichkeit für die technisch-editorische Seite der Projektarbeit und die Praxisanwendung der entsprechenden Technologien, die Entwicklung einer digitalen Publikationsplattform sowie der dazugehörigen Workflows in Zusammenarbeit mit dem Projektteam in München und Marburg. Weitere Aufgaben umfassen die Weiterentwicklung der Arbeitsplattform WissKI und bestehender Workflows sowie die Anpassung von Komponenten und Schnittstellen (Java-, PHP-, XSLT-basiert). Hinzu kommt die Weiterentwicklung der Anwendungsontologie auf Basis des CIDOC-CRM.

Vorausgesetzt werden ein abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium (Diplom, Master oder vergleichbar) im Bereich der Informatik und nachweisbare Praxis im Bereich der Digital Humanities. Sehr gute Kenntnisse und nachweisbare Praxis in mehreren der folgenden Bereiche: Software-Architekturen, Daten- modellierung/Ontologieentwicklung (z.B. CIDOC-CRM, LIDO), Semantic Web-Techniken (JSON, RDF/SPARQL, OWL) und -Frameworks (z. B. RDF4J), mindestens eine Programmier- und Skriptsprache (z. B. Java, PHP), XML/XSLT, Triple Stores, DBMS, Content Management Frameworks (z. B. Drupal), Konfiguration von Microsoft Office, Web-Entwicklung (HTML, CSS, JavaScript) sind erforderlich. Ausgewiesene interdisziplinäre kommunikative Fähigkeiten, Teamgeist, Eigeninitiative werden erwartet.

Als Ansprechpersonen stehen Ihnen für Fragen zum Projekt
Herr Prof. Hubert Locher locher@fotomarburg.de , Tel. 06421/ 282 4324 gerne zur Verfügung.

Wir fördern Frauen und fordern sie deshalb ausdrücklich zur Bewerbung auf. In Bereichen, in denen Frauen unterrepräsentiert sind, werden Frauen bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt. Bewerberinnen und Bewerber mit Kindern sind willkommen – die Philipps-Universität bekennt sich zum Ziel der familienfreund-lichen Hochschule. Eine Besetzung des Arbeitsplatzes in Teilzeit (§ 9 Abs. 2 Satz 1 HGlG) sowie eine Reduzierung der Arbeitszeit sind grundsätzlich möglich. Bewerberinnen/Bewerber mit Behinderung im Sinne des SGB IX (§ 2, Abs. 2, 3) werden bei gleicher Eignung bevorzugt. Bewerbungs- und Vorstellungskosten werden nicht erstattet.

Bitte senden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen bis zum 28.09.2018 unter Angabe der Kennziffer ZE-0092-bild-info-2018 als eine PDF-Datei an den Direktor des Deutschen Dokumentationszentrums für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg, Herrn Prof. Dr. Hubert Locher an bildarchiv@fotomarburg.de.

Forschungsinfrastrukturen in den digitalen Geisteswissenschaften

dhd-blog - Do, 08/30/2018 - 10:11

Infrastrukturen sind die Basis jeder Form wissenschaftlicher Forschung. Was aber bedeutet der Einsatz von digitalen Infrastrukturen für die Ermöglichung und Fortentwicklung der digitalen Geisteswissenschaften konkret?

Im Rahmen der DFG-geförderten Veranstaltungsreihe „Digitalität in den Geisteswissenschaften“ (http://digitalitaet-geisteswissenschaften.de) widmet sich das Symposium „Forschungsinfrastrukturen in den digitalen Geisteswissenschaften. Wie verändern digitale Infrastrukturen die Praxis der Geisteswissenschaften?“ den grundlegenden Veränderungen, die digitale Forschungs(infra)strukturen mit sich bringen. Zusammen mit erweiterten Fragestellungen, Forschungsgegenständen und Forschungsverfahren digitaler Geisteswissenschaften wandeln sich die Anforderungen der Disziplinen an wissenschaftsgeleitete Forschungsinfrastrukturen. Zugleich ist nicht zu übersehen, dass digitale Infrastrukturen ihrerseits die Disziplinen, deren Selbstverständnis und deren Praktiken in Forschung und Lehre beeinflussen.

Aus dieser doppelten Perspektive stehen folgende Forschungsfragen im Fokus des dreitägigen Symposiums, das an der Universität Bayreuth stattfindet:
Welche Rolle spielen Forschungsinfrastrukturen derzeit für die Forschung und Lehre in den geisteswissenschaftlichen Fächern?
Was alles gehört zur „Infrastruktur“ in den digitalen Geisteswissenschaften?
Was sind überhaupt „Forschungsdaten“?
Und brauchen wir eine Kritik der Datensätze und Rezensionen zu digitalen Ressourcen?

PROGRAMM

Mittwoch, 26.9.2018
Veranstaltungsort: Universität Bayreuth, Gebäude RW I, Seminarraum S 58

12:00 – 13:00 Uhr
Empfang der TeilnehmerInnen / Mittagsimbiss

13:00 – 13:15 Uhr
Begrüßung und Eröffnung des Symposiums durch das Steering Committee
Prof. Dr. Martin Huber (Bayreuth), Prof. Dr. Sybille Krämer (Berlin), Prof. Dr. Claus Pias (Lüneburg)

13:15 – 13:45 Uhr
Prof. Dr. Hanno Ehrlicher (Tübingen),  Dr. Jörg Lehmann (Tübingen): Datenerhebung als epistemologisches Labor – Überlegungen am Beispiel der virtuellen Forschungsumgebung Revistas culturales 2.0

13:45 – 14:15 Uhr
Dr. Gunhild Berg (Halle-Wittenberg): Digitale und experimentelle Wissensrevolution. Paradigmenwechsel mit Parallelen

14:15 – 14:45 Uhr Diskussion
14:45 – 15:15 Uhr Kaffeepause

15:15 – 15:45 Uhr
Prof. Dr. Heike Neuroth (Potsdam), Dr. Ulrike Wuttke (Potsdam): Eine gemeinsame geisteswissenschaftliche Forschungsdatenkultur: Utopie oder Dystopie?

15:45 – 16:15 Uhr
Bernhard Runzheimer, M.A. (Marburg): „Das ist nicht ganz trivial …“. Die Anpassung gewachsener Projektstrukturen an moderne IT-Standards am Beispiel des Handschriftencensus

16:15 – 16:45 Uhr Diskussion
16:45 – 17:15 Uhr Kaffeepause

Keynote I
17:15 – 18:30 Uhr
Prof. Dr. Michael Hagner (Zürich)
Open Access, wissenschaftliche Publikationen und digitaler Kapitalismus

 

Donnerstag, 27.9.2018
Veranstaltungsort: Universität Bayreuth, Gebäude RW I, Seminarraum S 58

Keynote II
9:30 – 10:45 Uhr
Prof. Dr. Petra Gehring (Darmstadt)
Infrastrukturen als Politikum

10:45 – 11:15 Uhr Kaffeepause

11:15 – 11:45 Uhr
Dr. Harald Klinke (München): Objekte, Medien und Räume als Infrastruktur der Kunstgeschichte

11:45 – 12:15 Uhr
Dr. Martin Raspe (Rom): „And now – back to reality!“ Kunstgeschichte auf dem Weg in die praktische Digitalität

12:15 – 12:45 Uhr Diskussion
12:45 – 14:15 Uhr Mittagspause

14:15 – 14:45 Uhr
Dr. Mirjam Blümm (Göttingen), Lisa Klaffki, M.A. (Wolfenbüttel): DARIAH-DE als offene Forschungsinfrastruktur für die Geisteswissenschaften

14:45 – 15:15 Uhr
Dipl.-Ing. Mark Fichtner (Nürnberg), Tobias Gradl, M.Sc. (Bamberg), Canan Hastik, M.Sc. (Darmstadt): Vom Wandel zur objektbasierten Forschung im Kontext von DARIAH-DE

15:15 – 15:45 Uhr
Timo Steyer, M.A. (Wolfenbüttel), Swantje Dogunke, M.A. (Weimar): Virtuell Zusammenwachsen: Konzeption, Aufbau und Intention der digitalen Forschungsinfrastruktur im Forschungsverbund MWW

15:45 – 16:15 Uhr Diskussion
16:15 – 16:45 Uhr Kaffeepause

Keynote III
16:45 – 17:45 Uhr
Prof. Dr. Ulrich Johannes Schneider (Leipzig)
Bibliotheken als digitale Dienstleister für die Geisteswissenschaften

 

Freitag, 28.9.2018
Veranstaltungsort: Universität Bayreuth, Gebäude RW I, Seminarraum S 58

Keynote IV
9:00 – 10:15 Uhr
Prof. Dr. Gerhard Lauer (Basel)
Ist da eine Veränderung in den Geisteswissenschaften? Infrastrukturen und ihre Folgen für die Praxis der Geisteswissenschaften

10:15 – 10:45 Uhr Kaffeepause

10:45 – 11:15 Uhr
Dr. Julia Nantke (Wuppertal): Paradigmen digitaler (Re-)Präsentationen von Literatur zwischen Individualisierung und Standardisierung

11:15 – 11:45 Uhr
Dr. Michael Krewet (Berlin), Philipp Hegel, M.A. (Berlin): Aristoteles aus Reisen: Handschriftenforschung in der digitalen Infrastruktur des SFB 980 „Episteme in Bewegung“

11:45 – 12:45 Uhr Abschlussrunde

Wir bitte um verbindliche Anmeldung zur Tagung bis 14.9.2018 unter digitalitaet.dfg@uni-bayreuth.de.
Ein Programmheft mit Abstracts und Informationen zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern finden Sie hier.

Die DFG-geförderte Symposienreihe „Digitalität in den Geisteswissenschaften“ versteht sich als interdisziplinäres Diskussionsforum zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit den Potenzialen und Grenzen von Digitalität sowie den entstehenden neuen Arbeitsformen und Erkenntnismöglichkeiten in den geisteswissenschaftlichen Disziplinen. Ergebnisse der Symposienreihe sind frei zugänglich unter www.zfdg.de/sonderband/3 und digigeist.hypotheses.org.

Kontakt:
Digitalität in den Geisteswissenschaften
DFG-geförderte Symposienreihe
Universität Bayreuth
Dr. Julia Menzel
0921/553629
digitalitaet.dfg@uni-bayreuth.de
www.digitalitaet-geisteswissenschaft

DARIAH-DE-Repository: Notizen zum Nutzen jenseits der Nutzung

dhd-blog - Di, 08/28/2018 - 11:51

Das im Dezember 2017 in den produktiven Betrieb überführte DARIAH-DE Repository steht nicht nur Forschenden, sondern auch Gedächtniseinrichtungen als Publikationsplattform und Archiv für digitale geistes- und kulturwissenschaftliche Forschungsdaten zur Verfügung. Die Max Weber Stiftung – Deutsche geisteswissenschaftliche Institute im Ausland hat sich dazu entschieden, das DARIAH-DE Repository als einen der bevorzugten Publikationsorte für Forschungsdaten zu nutzen und kein eigenes Repositorium zu betreiben. Die Max Weber Stiftung unterstreicht damit zum einen die Notwendigkeit eines Forschungsdatenrepositoriums als auch das Vertrauen in DARIAH-DE, ein solches langfristig zu betreiben. Dieser Beitrag teilt einige Erfahrungen und Schlussfolgerungen aus dem halbjährlichen Betrieb und der Nutzung. Es werden die Verortung des DARIAH-DE Repository innerhalb der Infrastrukturlandschaft, das Verhältnis von Bedarf und Nutzung sowie die Rolle der Infrastruktur für Entwicklung einer Publikationspraxis von Forschungsdaten in den Geisteswissenschaften diskutiert. Die Grundlage bildet ein Vortrag bei der Tagung „Forschungsdaten in der Geschichtswissenschaft“ am 08.06.2018 in Paderborn https://digigw.hypotheses.org/1796.1

Der Mythos der divergierenden Fächer in generischer Infrastruktur

Eine generische Infrastruktur gibt es nicht. Auch wenn das wissenschaftspolitische Modewort im Kern nur eine möglichst breite oder große Nutzer*innengruppe bezeichnen und Forschungsförderung als besonders effizient illuminieren soll, eine Infrastruktur muss zum Anwendungsfall passen. Das DARIAH-DE Repository versteht sich nicht als institutionelles oder disziplinäres, sondern als übergreifendes Angebot für alle Geistes- und Kulturwissenschaften. Durch eine modulare Architektur sollen dennoch die spezifischen Anforderungen der Fächer erfüllt werden – ein hoher Anspruch. Wer die Diversität der Geisteswissenschaften kennt und wie diese in den Fächern kultiviert wird, hört hier schon die ersten Stimmen, die behaupten, dass es in ihrem Fall nicht passt. Diese Reaktionen sind nicht selten auch ein Resultat der jahrelang praktizierten Abgrenzungsrhetorik der geisteswissenschaftlichen Disziplinen untereinander, die das jeweilige Fortbestehen insbesondere der kleineren Fächer legitimieren sollten. Eine Verortung funktioniert manchmal am besten über Abgrenzung: das lässt sich so für das DARIAH-DE-Repository ebenfalls nachvollziehen:

  • Disziplinär ausgerichtete Datenzentren, wie etwa die CLARIN-D Zentren, bieten für entsprechend standardisiert aufbereitete Daten aus den angesprochenen Fächern in der Regel das bessere Angebot, weil Zugang, Reichweite und Pflege effizienter gestaltet sind.
  • Institutionelle Repositorien wie Open Data LMU oder das Data Centre for the Humanities Cologne können durch die lokale Verortung oftmals bessere Beratungsangebote und Unterstützung anbieten und sind über die institutionelle Aufgabe auf die lokal vorhandenen Fächer zugeschnitten.
  • Wenn nur eine DOI und ein sicherer Ablageort benötigt werden, bieten Dokumentenserver wie Zenodo in der Regel eine schnellere und komfortablere Prozedur des Uploads. Der Mehrwert des DARIAH-DE-Repository durch weitere Komponenten kommt erst zum Tragen, wenn die Ansprüche höher liegen als einen zitierfähigen Link zu erzeugen.
  • Publikationsbezogene Repositorien wie Dryad, die auch eine basale Qualitätssicherung und Datenkuration anbieten, existieren für die Geisteswissenschaften bisher nicht.

Wer auf eine passende Infrastruktur zugreifen kann, der/dem sei das Argument zugestanden, dass es eine bessere Alternative zum DARIAH-DE-Repository gibt. Die Lücken, die oben genannte Angebote hinterlassen, füllt das Angebot von DARIAH-DE und formuliert so sein Alleinstellungsmerkmal. Es darf daher postuliert werden, dass das DARIAH-DE-Repository nicht immer die beste, aber immer eine Lösung darstellt. Wenn ein flächendeckendes Infrastrukturangebot für Forschungsdaten das Ziel ist, müssen auch Überlappungen und Redundanzen zwischen den Angeboten bestehen – sonst fällt schnell ein Anwendungsfall durch das Raster.

Der Interessenkonflikt zwischen Kreation und Verwertung

Mit dem offiziellen Launch des DARIAH-DE-Repository Ende letzten Jahres, hat auch die Max Weber Stiftung in den Auslandsinstituten die Ankündigung verbreitet und eingeladen, mit Unterstützung der Redaktion perspectivia.net bereits vorhandene Forschungsdaten zu publizieren. Im ersten halben Jahr wurde jedoch weder ein Datensatz publiziert, noch ging eine Anfrage zu einer geplanten Datenpublikation ein. Auch die Gesamtzahl der bisher publizierten Datensätze ist überschaubar. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn ein Forschungsdatenrepositorium ist zwar eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für eine Forschungsdatenpublikation. Daraus abzuleiten, dass hier offensichtlich kein Bedarf vorliegt, ist zugleich richtig und falsch. Die/der einzelne Forschende hat in der Regel keinen konkreten Bedarf, seine Forschungsdaten zu publizieren, weil Reputation, Auftrag und teilweise auch Kompetenzen fehlen.2 Einen unmittelbaren Bedarf an Infrastruktur um seiner selbst willen gibt es nicht. Es gibt jedoch Bedürfnisse, die auf Infrastruktur angewiesen sind. Und es besteht ein allgemeiner Bedarf seitens der Forschenden und in zweiter Linie auch der Industrie oder der Gesellschaft, dass Forschungsdaten publiziert werden. Die Gründe und Barrieren, warum Forschungsdaten in den Geisteswissenschaften nicht veröffentlicht werden sind zahlreich und komplex, weil sie zum einen in den sich selbst stützenden Strukturen des Wissenschaftssystems liegen (z.B. das Karriere- und Reputationssystem) und zum anderen von externen Rahmenbedingungen abhängig sind, in denen Wissenschaft nur eine untergeordnete Priorität genießt (z.B. Urheberrecht). Trotzdem unterscheiden sich diese Hürden signifikant von dem Hindernis einer nicht vorhandenen Infrastruktur. Während strukturelle Widerstände situativ umschifft werden können (hier eine mutige Wissenschaftlerin, dort ein fairer Urheber), muss eine Infrastruktur wie ein Datenrepositorium grundsätzlich vorhanden sein und kann nicht umgangen werden.

Die Wirkung niedriger Schwellen und reicher Ausstattung

Technologie und Infrastruktur kann durch zwei Faktoren die eigene Nutzung positiv befördern: Verringerung des Aufwandes und Erhöhung des Ertrages. Ein Forschungsdatenrepositorium kann die Publikationspraxis also durch einen niedrigschwelligen und nutzerfreundlichen Publikationsprozess sowie durch eine umfangreiche und qualitätsvolle Featureliste befördern. Ein Factsheet des DARIAH-DE-Repository lässt nur wenig Wünsche offen: Authentifizierungsinfrastruktur, Publikationsworkflow, Identifizierung, Referenzierung, Indexierung, Repräsentation, Prozessierbarkeit, Open Access, Bitstream Preservation und (laufende) Zertifizierung. Die DARIAH-DE-AAI etwa ist eines der heimlichen Prunkstücke der DARIAH-DE-Infrastruktur, weil sie die Nutzung aller Dienste mit einem Account erlaubt, der über die meisten Hochschulaccounts zugänglich ist. Welche Bedeutung der Zugang mit einem bekannten Account für die Nutzung eines Dienstes hat, demonstrieren die Internetgiganten eindrucksvoll genug.

Obwohl die erforderliche Eigenleistung der Forschenden im klassischen Publikationsbereich stetig gestiegen ist (Ready-to-print), besteht dennoch ein (berechtigter) Anspruch an Unterstützung im Publikationsprozess, der bei wenig reputierlichen Formaten wie einer Forschungsdatenpublikation erst recht erfüllt werden sollte. Der Publikationsdienst (DARIAH-DE Publikator: eine Metadateneingabemaske mit Fileupload) ködert subtil mit wenigen Pflichtfeldern und einfachem Schema (Dublin Core Simple). Niedriger lässt sich diese Schwelle kaum mehr setzen, lediglich die Usability der Eingabemaske wird sich zunehmend verbessern. Wer zusätzlichen Aufwand nicht scheut, für die/den lässt die DARIAH-DE-Datenföderationsarchitektur mit der Collection Registry und dem Data Modelling Environment kaum Wünsche offen.3

Mit dem Uploadbutton erfüllt ein/e Datenautor*in aus dem Stand 93% der FAIR-Data-Prinzipien, die als Grundlage und Ritterschlag gleichermaßen für nachnutzbare Daten gelten.4Dies gilt natürlich nur für diejenigen Prinzipien, die ein Infrastrukturanbieter erfüllen kann und erhöht den Druck auf die Datenautor*innen, die inhaltlichen und formalen Qualitätsmaßstäbe, die mit den FAIR-DATA-Prinzipien an die Daten gelegt werden, zu erfüllen.5 Trotzdem kann die Infrastruktur hier als Motor für eine Publikationspraxis von Forschungsdaten auftreten, wenn der zusätzliche Aufwand mit zusätzlichem Ertrag durch unsichtbare oder automatisierte Prozesse entlohnt wird, wie die automatisierte Indexierung in akademischen Suchmaschinen über DataCite-DOI-Metadaten. Die für die Digital Humanities Community am häufigsten nachgefragten Features erfüllt das DARIAH-DE-Repository natürlich auch: API und Downloadbutton. Die zahlreichen Entwicklungen im Bereich der Forschungsinfrastrukturen sind nicht nur ein Angebot, sondern auch eine Aufforderung an die Forschenden und deren Organisationen, diese Angebote in ihre Praktiken aufzunehmen.

  1. Folien unter: https://doi.org/10.5281/zenodo.1285604.
  2. Ausführlicher dazu z.B. bei Ben Kaden: Warum Forschungsdaten nicht publiziert werden, in: LIBREAS. Library Ideas, 33 (2018), https://libreas.eu/ausgabe33/kaden-daten/
  3. Vgl. dazu Claudio Leone: DARIAH-DE – Forschen mit digitalen Diensten und Werkzeugen für alle Geistes- und Kulturwissenschaftler, DHd-Blog, 13. Februar 2018, https://dhd-blog.org/?p=9082 und Beata Mache: Meine erste Kollektion im DARIAH-DE Repository, DHd-Blog, 07. Dezember 2017, https://dhd-blog.org/?p=8798. Die Schwachstellen beleuchten Lisa Klaffki und Timo Steyer: Kann man da eben mal was eintragen und visualisieren? Digitaler Praxistest für die DARIAH-DE-Infrastruktur, Poster auf der DHd2018 in Köln. Poster und Abstract: DOI: https://dx.doi.org/10.20375/0000-000B-CADD-9.
  4. Vgl. https://www.force11.org/group/fairgroup/fairprinciples, I1 und I2. Bisher werden noch keine kontrollierten Vokabulare in den Metadaten unterstützt.
  5. Vgl. hierzu Angelina Kraft: The FAIR Data Principles for Research Data, in: TIB-Blog – Weblog der Technischen Informationsbibliothek (TIB), 12. September 2017, https://blogs.tib.eu/wp/tib/2017/09/12/the-fair-data-principles-for-research-data/

DH-Kolloquium an der BBAW, 7.9.2018: Aline Deicke: „Von Knoten und Kanten. Netzwerkforschung in Archäologie und Geschichtswissenschaften“

dhd-blog - Fr, 08/24/2018 - 10:19

Im Rahmen des DH-Kolloquiums an der BBAW möchten wir Sie herzlich zum nächsten Termin am Freitag, den 7. September 2018, 17 Uhr s.t. bis 19 Uhr (Konferenzraum 1), einladen:

Aline Deicke (Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz)
Von Knoten und Kanten. Netzwerkforschung in Archäologie und
Geschichtswissenschaften

Während die Netzwerkanalyse in den Sozialwissenschaften seit den Arbeiten Jacob Levy Morenos zu Anfang des 20. Jh.s fester Bestandteil des methodischen Repertoires ist, hat sie sich im Laufe der letzten 10 Jahren auch in anderen Wissenschaftszweigen, darunter auch Archäologie und Geschichtswissenschaften, als Methodik etabliert. Doch was beinhaltet die Analyse von Netzwerken jenseits einer rein metaphorischen Nutzung des Begriffes nun genau? Für welche Fragestellungen ist diese Methodik geeignet, und wo liegen die Grenzen der Anwendung? Wie lässt sich die Entwicklung und rege Anwendung in Fachdisziplinen wie Soziologie und Politologie mit der Erforschung (prä-)historischer Gesellschaften vereinbaren? Anhand verschiedener Beispiele aus Archäologie und Geschichte werden diese und weitere Fragen diskutiert und eine Einführung in den derzeitigen Stand der archäologisch-historischen Netzwerkforschung gegeben.

Im DH-Kolloquium an der BBAW werden aktuelle Themen der Digital Humanities praxisnah und anwendungsorientiert zur Diskussion gebracht, um Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beim Einsatz digitaler Methoden in der geisteswissenschaftlichen Forschung zu unterstützen. Weitere Informationen finden Sie auf der Wesbite der BBAW [1] oder des if|DH|Berlin [2].

Die Veranstaltung findet im Konferenzraum 1 (1. Stock) der Berlin Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Jägerstr. 22/23, 10117 Berlin statt.

Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, möchten wir Sie um Anmeldung per E-Mail unter DH-Kolloquium@bbaw.de bitten.

Wir möchten Sie auch auf den sich anschließenden „Digital Humanities“-Stammtisch (ab 19 Uhr im Hinterzimmer des „Aufsturz“) hinweisen, bei dem die hoffentlich fruchtbaren Diskussionen in formloser Atmosphäre fortgesetzt werden können.

Call for Papers – Digital Stylistics in Romance Studies and Beyond

dhd-blog - Do, 08/23/2018 - 18:20

Die Nachwuchsgruppe „Computergestützte Literarische Gattungsstilistik“ (CLiGS) lädt herzlich zu der Tagung „Digital Stylistics in Romance Studies and Beyond“ ein, die vom 27. Februar bis zum 2. März 2019 an der Universität Würzburg stattfinden wird.

Digitale Stilistik ist ein Ansatz in den Geisteswissenschaften, bei dem literarischer und künstlerischer Stil, allgemeiner und Gebrauchsstil mit computerlinguistischen und statistischen Verfahren untersucht werden (vgl. Leech/Short 2007, Herrmann et al. 2015). Ziel der Konferenz ist es, internationalen ForscherInnen ein Forum zu bieten, um ihre Methoden, digitalen Werkzeuge und aktuellen Forschungsprojekte zur digitalen Stilistik zu präsentieren und zu diskutieren. Wir freuen uns besonders über Beiträge mit einem Schwerpunkt auf den romanischen Sprachen, für die digitale Stilanalysen bisher noch nicht in gleichem Maße betrieben werden wie etwa in der germanistischen und anglistischen Forschung. Zugleich ist die Tagung durch ihren methodischen Fokus auf die digitale Stilistik auch für Einreichungen zu anderen Sprachen, für sprachvergleichende und theoretische Ansätze offen.

Wir bitten um Abstracts in englischer Sprache, die bis zum 31. Oktober 2018 eingereicht werden können. Den vollständigen Call for Papers finden Sie untenstehend (auf Englisch). Weitere Informationen zur Tagung werden außerdem auf der CLiGS-Webseite veröffentlicht: https://cligs.hypotheses.org/digital-stylistics-in-romance-studies-and-beyond

CfP: Digital Stylistics in Romance Studies and Beyond

Date: 27th of February – 2nd of March 2019

Venue: University of Würzburg, Germany

URL: https://cligs.hypotheses.org/digital-stylistics-in-romance-studies-and-beyond

Digital Stylistics is a subdiscipline of Literary Studies, Linguistics, and Digital Humanities concerned with the computational and statistical analysis of literary style as well as style in language use (Leech/Short 2007; Herrmann et al. 2015). Several factors, such as authorship, genre and period do have an impact on style. Using digital methods, Digital Stylistics aims at an explicit modelling, understanding and analysis of the relationship between stylistic function and stylistic effects on the one hand and of language use on the other hand. For example, a qualitative stylistic analysis focuses on a deep reading and a detailed analysis of single texts. Regarding quantitative aspects, Digital Stylistics is concerned with a more extensive analysis of stylistic phenomena, in order to describe tendencies and possible changes over a longer period of time, within a national literature or language or cross linguistically.

Whereas digital methods for stylistic analyses are already being applied in research on English (Burrows 2002; Biber and Conrad 2009; Underwood 2014) and German (Jannidis/Lauer 2014; Salgaro et al. 2018), studies on Romance languages are fairly new, as it can been seen by the works on French (Pincemin 2009; Bornet/Kaplan 2017; Schöch 2017), Italian (Ciotti 2017) or Spanish (Navarro-Colorado 2015; de la Rosa/Suárez 2016; Rißler-Pipka 2016).

Therefore, the main purpose of the conference “Digital Stylistics in Romance Studies and beyond” is to bring together international scholars working in the field of stylistic analysis, in order to present and discuss their methods, digital tools and current research projects.

The following questions can be addressed during the conference:

  • In what respect is the term style in literary and linguistic research subject to change due to digital methods (lexical and grammatical features, Topic Modeling, reduction of dimensionality, Sentiment Analysis, networks)?
  • Which new insights on style can be gained from Digital Stylistics?
  • Which aims and approaches are pursued under the tag Stylometry beyond authorship?
  • Regarding research on Digital Stylistics, how can the actual Status Quo in Romance studies be described?
  • Which terminological traditions are applied for research on different languages (engl. stylometry, fr. textométrie, dt. computergestützte Gattungsstilistik) and how could they be put in relation or benefit from each other?
  • Which challenges concerning software and data (i.e. availability of digital texts and tools, quality of digital tools etc.) has Digital Stylistics (in Romance languages) to face?
  • Which typological features of different languages favour or prevent cross linguistic research?

Abstracts

Please send abstracts in English for a presentation (20 min; followed by 10 mins of discussion) until the 31st of October 2018 to the following address: digitalstylistics@uni-wuerzburg.de

Abstracts should not exceed more than 500 words (excl. references). Notification of acceptance will be communicated until November 2018. A publication of the conference proceedings is foreseen.

Venue

The conference will be held at the University of Würzburg, in Southern Germany, close to cities with international airports such as Frankfurt or Nürnberg. It’s foreseen that confirmed speakers will receive a travel grant. More information on the venue and the program will be published on the conference homepage.

Local Organizers

CLiGS research group (Robert Hesselbach, José Calvo Tello, Ulrike Henny-Krahmer, Daniel Schlör)

Scientific Committee:

  • Prof. Dr. Elisabeth Burr (Leipzig)
  • Prof. Dr. Karina van Dalem-Oskam (Amsterdam)
  • Prof. Dr. Maciej Eder (Kraków)
  • Prof. Dr. Hanno Ehrlicher (Tübingen)
  • Prof. Dr. Fotis Jannidis (Würzburg)
  • Dr. Borja Navarro-Colorado (Alicante)
  • Prof. Dr. Christof Schöch (Trier)
  • Prof. Dr. Angela Schrott (Kassel)

References

Biber, Douglas, and Susan Conrad. 2009. Register, Genre, and Style. Cambridge, UK; New York: Cambridge University Press.

Bornet, Cyril, and Frédéric Kaplan. 2017. “A Simple Set of Rules for Characters and Place Recognition in French Novels.” In: Frontiers in Digital Humanities 4. https://doi.org/10.3389/fdigh.2017.00006.

Burrows, John. 2002. “‘Delta’: A Measure of Stylistic Difference and a Guide to Likely Authorship.” In: Literary and Linguistic Computing 17 (3): 267–87. https://doi.org/10.1093/llc/17.3.267.

Ciotti, Fabio. 2017. “Tempi Verbali e Strutture Narrative: L’Analisi Computazionale Dei Morfemi Temporali Nei Testi Narrativi Italiani Tra Realismo e Modernismo.” In: Access/Accès Montreal. https://dh2017.adho.org/abstracts/015/015.pdf.

Herrmann, J. Berenike, Christof Schöch, and Karina van Dalen-Oskam. 2015. “Revisiting Style, a Key Concept in Literary Studies.” In: Journal of Literary Theory 9 (1): 25–52.

Jannidis, Fotis, and Gerhard Lauer. 2014. “Burrows’s Delta and Its Use in German Literary History.” In: Distant Readings. Topologies of German Culture in the Long Nineteenth Century, edited by Matt Erlin and Lynne Tatlock_, 29–54. Rochester: Camden House. gerhardlauer.de/index.php/downloadfile/view/335/1/.

Leech, Geoffrey N, and Mick Short. 2007. Style in Fiction: A Linguistic Introduction to English Fictional Prose. London; New York: Longman.

Navarro Colorado, Borja. 2015. “A Computational Linguistic Approach to Spanish Golden Age Sonnets: Metrical and Semantic Aspects.” In: Proceedings of the Fourth Workshop on Computational Linguistics for Literature Denver. http://www.dlsi.ua.es/~borja/navarro2015_GoldenAgeSonnets.pdf.

Pincemin, Bénédicte. 2009. “« Panorama bref et pragmatique des outils de textométrie et apparentés », Fiche réalisée à l’intention des participants, Ecole thématique CNRS MISAT (Méthodes Informatiques et Statistiques en Analyse de Textes), Besançon, 15-19 juin 2009.” http://icar.univ-lyon2.fr/membres/bpincemin/biblio/pincemin_misat09_logiciels.pdf.

Rißler-Pipka, Nanete. 2016. “Avellaneda y los problemas de la identificación del autor. Propuestas para una investigación con nuevas herramientas digitales.” In: El otro Quijote. La continuación de Avellaneda y sus efectos, edited by Hanno Ehrlicher, 27–51. Mesa Redonda. Augsburg: Universität Augsburg.

Rosa, Javier de la, and Juan Luis Suárez. 2016. “The Life of Lazarillo de Tormes and of His Machine Learning Adversities Non-traditional authorship attribution techniques in the context of the Lazarillo.” In: Lemir 20: 373–438.

Salgaro, Massimo, Simone Rebora, Gerhard Lauer, and Berenike Herrmann. 2018. “The Tiroler Soldaten-Zeitung and Its Authors. A Computer-Aided Search for Robert Musil.” In: Cologne: DHd. http://dhd2018.uni-koeln.de/wp-content/uploads/DHd2018-Veranstaltungsprogramm.pdf.

Schöch, Christof. 2017. “Topic Modeling Genre: An Exploration of French Classical and Enlightenment Drama.” In: Digital Humanities Quarterly 11 (2). http://www.digitalhumanities.org/dhq/vol/11/2/000291/000291.html.

Underwood, Ted. 2014. “Understanding Genre in a Collection of a Million Volumes, Interim Report.” https://doi.org/10.6084/m9.figshare.1281251.v1.

Stellenanzeige Ruhr-Uni Bochum, „Digitale Edition der Kniffler-Briefe“

dhd-blog - Mi, 08/22/2018 - 15:12

https://www.stellenwerk-bochum.de/jobboerse/wissenschaftl-mitarbeiterin-wiss-mitarbeiterin-1-jahr-3983-stdwoche-bo-2018-07-23-196592

Die Ruhr-Universität Bochum (RUB) ist eine der führenden Forschungsuniversitäten in Deutschland. Als reformorientierte Campusuniversität vereint sie in einzigartiger Weise die gesamte Spannbreite der großen Wissenschaftsbereiche an einem Ort. Das dynamische Miteinander von Fächern und Fächerkulturen bietet den Forschenden wie den Studierenden gleichermaßen besondere Chancen zur interdisziplinären Zusammenarbeit.

In der Fakultät für Ostasienwissenschaften der Ruhr-Universität Bochum, Sektion für Geschichte Japans, ist zum 01.10.2018 für die Laufzeit von einem Jahr eine Stelle als

Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in (39,83 Wochenstunden) (E12/13 TVL)

zu besetzen.

Die zukünftige Mitarbeiterin/der zukünftige Mitarbeiter wird für das Projekt „Digitale Edition der internationalen Geschäftskorrespondenz von L. Kniffler & Co., 1859 – 1876“ beschäftigt, das vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert wird. Die ausgeschriebene Stelle umfasst die Erstellung eines Webportals zur Präsentation der ca. 200 Briefe umfassenden Geschäftskorrespondenz (Digitalisate und Transkripte) im Internet. Dies geschieht in enger konzeptioneller und technischer Zusammenarbeit mit dem in der Sektion für Geschichte Japans angesiedelten fachwissenschaftlichen Team, das die inhaltliche Erschließung der Briefe leistet, mit dem IT-Beauftragten der Fakultät für Ostasienwissenschaften und mit der AG Forschungsdatenmanagement der Ruhr-Universität Bochum.

Aufgabengebiet:
Bereitstellung, Überwachung (Fehleranalyse und Beseitigung) und Optimierung der einzusetzenden Hardware- und Softwarekomponenten; Digital Asset Management, Archivierung und Kontrolle der digitalen Aufnahmen; Weiterentwicklung und Unterhalt der Datenbank(en) und der Website; Beratung und Unterstützung der Projektmitarbeiter; Mitarbeit an der Digitaledition.

Erfolgt die Finanzierung bei der Einstellung ausschließlich von externen Drittmittelgebern, besteht für die Beschäftigten keine Verpflichtung zur Übernahme von Lehrverpflichtung.

Einzureichende Bewerbungsunterlagen:
– Motivationsschreiben
– Lebenslauf (tabellarisch) und Nachweise über Studienabschlüsse

Fahrtkosten, Übernachtungskosten und der Verdienstausfall für Vorstellungsgespräche werden leider nicht erstattet.

Wir wollen an der Ruhr-Universität Bochum besonders die Karrieren von Frauen in den Bereichen, in denen sie unterrepräsentiert sind, fördern und freuen uns daher sehr über Bewerberinnen. Auch die Bewerbungen geeigneter schwerbehinderter und gleichgestellter Bewerber und Bewerberinnen sind herzlich willkommen.

Anforderungsprofil
Einstellungsvoraussetzungen:

– Abschluss eines den Aufgaben entsprechenden Hochschulstudiums, d.h. der Informatik und Geschichte bzw. Philologie bzw. Japanologie ODER der Informatik mit Berufserfahrung im geisteswissenschaftlichen Bereich ODER der Geschichte bzw. Philologie bzw. Japanologie mit Berufserfahrung im Informatikbereich

– Übergreifende Kenntnisse auf den unterschiedlichen Teilgebieten der IT-Systemtechnik; sehr gute Fachkenntnisse in der Programmierung webbasierter Anwendungen
(moderne Webframeworks basierend auf  Python, Ruby on Rails,  JavaScript) in der EBV (Photoshop, GIMP etc.), in Markup-Sprachen (insbesondere XML/TEI) sowie in Kartographie/GIS-Software

Erwünscht:
– Erfahrung im Bereich der Entwicklung von Web-Anwendungen und ?Plattformen, vorzugsweise im geisteswissenschaftlichen Umfeld
– Kenntnisse in oder Erfahrungen mit Digitalen Editionen
– Kenntnisse von Digitalisierungsworkflows und OCR-Verfahren
– Kreativität im Umgang mit herausfordernden Problemstellungen
– Gute organisatorische Fähigkeiten, gutes Zeitmanagement
– Kommunikations- und Teamfähigkeit
– sehr gute Englischkenntnisse

Art der Beschäftigung: Vollzeit
Vergütung: E12/13 TVL
Zeitraum der Beschäftigung: 1 Jahr – 39,83 Wochenstunden

Ansprechpartnerin:
Frau Prof. Dr. Katja Schmidtpott
Universitätsstr. 134
44799 Bochum
Deutschland
Telefon
+49 234 3228256

E-Mail: katja.schmidtpott@rub.de

Bewerbungsfristende: Samstag, 1. September 2018 – 23:59

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