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Ausschreibung: CRETA-Coaching

dhd-blog - vor 3 Stunden 19 Minuten

Das Zentrum für Reflektierte Textanalyse (CRETA, Universität Stuttgart) bietet 2019 erstmals ein spezielles Coaching an, das sich an Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus den Geistes- und Sozialwissenschaften richtet. Ziel des Coachings ist es einerseits, Grundlagen der maschinellen Textanalyse zu vermitteln, andererseits sollen konkrete Operationalisierungsmöglichkeiten für die vorliegenden Forschungsfragen gemeinsam erarbeitet werden, insbesondere im Hinblick auf die Kombination maschineller und manueller Textanalyse.
Zum Coaching gehört die Teilnahme an mehreren Veranstaltungen, die zwischen dem 9. und 17. September 2019 in Stuttgart stattfinden, sowie eine Beihilfe zu den Reisekosten.

Bewerbungen werden bis zum 15. Juni erbeten.

Weitere Informationen finden sich auf der Webseite https://www.creta.uni-stuttgart.de/coaching/, Rückfragen können auch gerne direkt an nils.reiter@ims.uni-stuttgart.de gerichtet werden.

CfP: 26. Jahrestagung der International TUSTEP User Group (ITUG), 25.-27.9.19, Trier

dhd-blog - Do, 05/23/2019 - 23:41

Vom 25. bis 27. September 2019 findet in Trier die 26. Jahrestagung der International TUSTEP User Group (ITUG) statt.

Gastgeber der Tagung sind das Cusanus-Institut und das Trier Center for Digital Humanities.

Organisatorisches

Anmeldung

Ihre Referatsvorschläge und Anmeldungen senden Sie bitte an Alexandra Geissler (geissler@uni-trier.de).

Reisestipendien für Studierende

Wie üblich stiftet die ITUG Reisekostenzuschüsse für Studierende, die an der Jahrestagung teilnehmen möchten. Erwartet wird eine aussagekräftige Bewerbung bis 1. September 2019 an Ute Recker-Hamm (recker@uni-trier.de). BewerberInnen, die einen aktiven Beitrag zur Tagung leisten, werden bevorzugt berücksichtigt.

Organisation vor Ort und inhaltliche Fragen:

Alexandra Geissler (Telefon: Mo-Mi +49 651-14551-19; E-Mail: geissler@uni-trier.de)

Weitere Informationen: http://itug.de/ITUG2019.html 

Tagungsbericht „Annotationen in Edition und Forschung. Funktionsbestimmung, Differenzierung und Systematisierung“ (von Lisa Eggert, Maximilian Lippert, Fabian Etling)

dhd-blog - Do, 05/23/2019 - 08:29

Der Terminus „Annotation“ gewinnt mit der fortschreitenden Verankerung der Digital Humanities innerhalb der akademischen Landschaft immer stärker an Bedeutung. Gleichzeitig steht er in den Geistes- und Informationswissenschaften für jeweils unterschiedliche Konzepte, welche zwar in Umfang, Einsatz und Zielausrichtung variieren, aber auch konzeptuelle Parallelen aufweisen. Vor dem Hintergrund der Zusammenarbeit der verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen scheint es daher geboten, verschiedene Annotationspraxen und die mit ihnen verbundenen Konzepte von Annotationen zu reflektieren und diskutieren, ins Verhältnis zueinander zu setzen sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiedlichkeiten zu systematisieren. Hierfür luden Julia Nantke und Frederik Schlupkothen (beide Bergische Universität Wuppertal) vom Graduiertenkolleg „Dokument – Text – Edition. Bedingungen und Formen ihrer Transformation und Modellierung in transdisziplinärer Perspektive“ zur interdisziplinär angelegte Tagung „Annotationen in Edition und Forschung. Funktionsbestimmung, Differenzierung und Systematisierung“ (https://www.editionen.uni-wuppertal.de/de/veranstaltungen/tagungen/annotation.html) vom 20. bis zum 22. Februar 2019 an die Bergische Universität Wuppertal ein. Wissenschaftler*innen aus verschiedenen Ländern und Fachbereichen berichteten in fünf Sektionen über ihre Forschungsprojekte und -ergebnisse zu Annotationen, deren unterschiedlichen Erscheinungsformen und Funktionsweisen sowie zu verschiedenen terminologischen, methodischen und technischen Fragestellungen. Der Annotationsbegriff wurde hierbei bewusst weit gefasst und sowohl auf digitale und analoge sowie manuelle und automatisierte Annotationsprozesse in unterschiedlichen Medien bezogen.

Die Tagung eröffnete Key-Note-Speaker Willard McCarty (King’s College London) mit seinem Vortrag Making notes, reading annotations: Thoughts on a coupling, with examples, in dem er grundsätzliche Überlegungen zum Beschriften von beliebigen Objekten anstellte. Das Beschriften von Gegenständen in der Welt, also Annotation in einem weiten Sinne, diene dem Bewahren und Abrufen von Gedanken und könne nicht ohne die es bedingenden Umstände sowie das erforderliche Wissen über die jeweiligen Medien verstanden werden. Dieses Annotieren sei außerdem immer auch eine temporäre kognitive Verbindung zwischen Annotator*in und (physischem) annotiertem Objekt, wobei vorläufige Überlegungen erarbeitet, sprachlich ausgedrückt und angeordnet werden. McCarty plädierte dafür, dass eine Auseinandersetzung mit Annotationen auch immer jenes „Coupling“ und die damit einhergehenden kognitiven Prozesse der Annotator*innen mit in den Blick nehmen sollte. Hierfür beschrieb er exemplarisch Vorgehensweisen des Notizenmachens in der Auseinandersetzung mit einem wissenschaftlichen Gegenstand, angelehnt an die lexikographische Methode von James Murray, und machte deutlich, dass auch moderne computergestützte Formen des Annotierens im Hinblick auf das Coupling genauso funktionieren wie traditionellere Arten des Beschriftens, Markierens oder Notizenmachens. Im Anschluss zeigte er anhand von drei weiteren beispielhaften Annotationsformen – mittelalterliche Glossen für spätere Leser desselben Buches, Notizen eines Wissenschaftlers zu einem Experiment und schließlich ein politisches Graffito in Belfast –, wie die Gedanken des Beschriftenden in Bezug auf das beschriftete Objekt von Dritten wahrgenommen werden und wie sie dort funktionieren. So wurde klar, dass der Begriff „Annotieren“ im Sinne von Coupling sehr weit gefasst sein und auf viele verschiedene Praktiken des Beschriftens referieren kann. An allen jenen Praktiken sowie den jeweils voneinander abweichenden Bedürfnissen auf Rezipient*innenseite müssen sich laut McCarty schließlich auch Entwickler*innen von Annotationstools orientieren.

Den Auftakt innerhalb der ersten Sektion „Form von Annotationen“ machte mit Mark Hall (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) ein Informatiker. In seinem Vortrag Annotations are Not Just for Writing fokussierte er auf die eben angesprochene Rezipient*innenseite des Annotierens sowie die hier virulenten Anforderungen bei der Programmierung eines Annotationstools. Tools, die für die Text Encoding Initiative (TEI) entwickelt werden, konzentrieren sich hauptsächlich auf das Erstellen, Kodieren, Kommentieren und Verarbeiten von Text. Leider gerate laut Hall dabei das langfristige Ziel von Annotationen, der Transfer von Wissen, das mit einem bestimmten Text verknüpft ist, oftmals aus dem Fokus und werde von aktuellen Tools nicht ausreichend berücksichtigt. Vor diesem Hintergrund stellte er den selbstentwickelten Digital Edition Reader, eine datenagnostische JavaScript-Komponente, welche eine digitale Leseumgebung mit angenehmer Leseatmosphäre bietet, anhand einer eigens erstellten Faust-Edition vor. Um im digitalisierten kommentierten Text Orientierung zu finden, wurden Standards bezüglich gängiger physischer Texte auf den Digital Edition Reader übertragen. Diese betreffen die Repräsentation der Annotationen sowie eine Instanz zur Navigation im annotierten Text. Der Reader bietet zwei Darstellungsmodi an, um verschiedene Nutzerbedürfnisse zu befriedigen, wobei der Haupttext stets zentral ist. Im ersten Modus steht dieser in der Mitte, während ein Panel links davon via Inhaltsverzeichnis, Index und Suchfeld die Navigation ermöglicht sowie ein Panel rechts die Annotationen abbilden soll. Im Haupttext werden die kommentierten Textpassagen in Abhängigkeit von den Designvorgaben der Edition entweder mithilfe von Standard-Web-Links oder durch das Hinzufügen von Fußnoten am Ende der Passage hervorgehoben. Der zweite Darstellungsmodus fokussiert stärker auf die Rezeption des Haupttextes, wobei Benutzer*innen durch einen Klick auf Markierungen im Text auf einzelne Annotationen zugreifen können. Die Anmerkungen erscheinen nun in einem Blockbereich am unteren Rand des Bildschirms, wobei die Repräsentation an die Fußnoten eines Buches angelehnt ist.

Im Anschluss fragte Manuel Bamert (ETH Zürich) in seinem Vortrag „Aha!“ – Wissenstheoretische Perspektiven auf Stiftspuren in Privatbibliotheken nach dem literaturwissenschaftlichen Erkenntnispotential von Lese- und Stiftspuren in Thomas Manns Privatbibliothek und wie derlei handschriftliche Annotationen in einem digitalen Textkorpus be- und verarbeitet werden können. Dies ist auch das erklärte Vorhaben des im Vortrag vorgestellten vom Schweizerischen Nationalfonds geförderten Forschungsprojektes „Produktive Lektüre. Thomas Manns Nachlassbibliothek“ (http://www.lit.ethz.ch/forschung/laufende‑drittmittelprojekte/thomas‑manns‑nachlassbibliothek.html) an der ETH Zürich. Hier soll erstmals systematisch der gesamte Bestand von Thomas Manns Privatbibliothek auf Stiftspuren untersucht und vollständig digitalisiert werden. Ziel ist die Erstellung eines digitalen Recherchetools, mit dem man systematisch nach den Stiftspuren suchen kann. Bamert erörterte in seinem Vortrag vor allem die terminologischen, epistemologischen und praxeologischen Fragestellungen und Probleme, welche im kulturhistorisch-philologischen Spannungsfeld der sogenannten Lesespurenforschung auftreten können. So gebe es für die Erschließung und Erforschung von Privatbibliotheken sowie die dort vorzufindenden Lesespuren keine terminologischen Standards. Diese Arten von Annotationen lassen sich schließlich nicht über ihre jeweils spezifische Funktionalität definieren, sondern vielmehr über ihre Materialität. Dabei können Stiftspuren wie Unter-, An- und Durchstreichungen, die also selbst nicht als Schrift zu bezeichnen sind, ebenso relevant sein wie Randbemerkungen – so etwa das titelgebende „Aha!“. Barmert fragte vor diesem Hintergrund, wie sich der Begriff der Annotation für derlei Lesepuren verwenden lasse und wo seine Grenzen seien. Weiterhin sei zu klären, welche Art von Lesespuren überhaupt digital erfasst werden und wie diese später per Recherchetool aufsuchbar sein sollen. Als Forschungsdesiderat markierte er zum Schluss zudem das Fehlen einer Praxistheorie des Annotierens, die neben den kulturellen und historischen Bedingungen auch die körperlichen und situationellen Aspekte von Annotationen miteinbezieht.

Joseph S. Freedman (Alabama State University Montgomery) nahm in seinem Vortrag Footnotes in Historical Context, Their Usefulness for Multiple Narratives, and their Sometimes Contested Use into the 21st Century eine weitere, ganz spezielle Art von Annotationen in den Fokus: die Anmerkungsform der Fußnote. Im Hinblick darauf, dass ein Blick auf historische Praktiken oftmals hilft, nützliches Wissen für die heutige Zeit zu generieren, befasste er sich mit dem ersten Gebrauch von Fußnoten in Zentraleuropa ab der Mitte des 17. Jahrhunderts. Diese Form der Anmerkungen sei von wissenschaftlichen Autoren auf unterschiedliche und stets innovative Weisen verwendet worden. Als Beispiel dienten Freedman Veröffentlichungen von Johannes Theill, der ab 1642 die ersten bekannten Fußnoten gebrauchte. Dabei nutzte er zur Sequenzierung zumeist das griechische Alphabet sowie verschiedene Ziffern. Die Fußnoten enthielten kommentierenden Text oder Zitate; manchmal wurden sie von Marginalien ergänzt. Mit der rasanten Zunahme wissenschaftlicher Publikationen in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts stiege auch der Bedarf nach ordnenden Verweistechniken, was an der Fußnotenverwendung von Adam Rechenberg deutlich wurde. Dessen innovative Verwendung von Fußnoten, welche teilweise längeren Text enthalten, mit verschiedenen Symbolen eingeleitet oder auch mit Klammern links und rechts eingeschlossen werden, wurden im Vortrag anhand einschlägiger Textstellen demonstriert. Ein Blick auf jene damals neuartige Verwendung von Anmerkungen, die aus spezifischen Gründen erfolgte und bestimmte Funktionen übernahm, könne laut Freedman auch heute noch die Entwicklung neuer Paradigmen anregen. Anschließend daran diskutierte er die Möglichkeit, dass die Digital Humanities Brücken zwischen verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen bauen und Studierende zudem eine Perspektive in der sich digitalisierenden Wirtschaftswelt eröffnen können.

Als Auftakt des zweiten Tages warf Georg Rehm (Speech and Language Technology Lab, DFKI, Berlin) mit seinem Keynote-Vortrag Observations on Annotations – From Computational Linguistics and the World Wide Web to Artificial Intelligence and back again aus den Perspektiven verschiedener Forschungsfelder heraus einen Blick auf Annotationen als wissenschaftliche Methode und technisches Hilfsmittel entlang verschiedener Dimensionen und Merkmale. Dabei bezog er sich sowohl auf Grundlagenforschung als auch auf die angewandte Entwicklung von Technologien, sowohl auf Annotationen die von einer kleinen Zahl hochspezialisierter Forscher*innen vorgenommen, als auch auf solche, die potenziell von Millionen von Nutzer*innen verwendet oder erstellt werden können. Einleitend führte Rehm einflussreiche W3C-Standards auf, wobei er insbesondere auf den W3C-Web-Annotations-Standard und dessen Implementierung in das Tool Hypothes.is (https://web.hypothes.is/) einging. Anschließend beleuchtete er mit einigen Beispielen den Einsatz von Annotationen in den Gebieten der künstlichen Intelligenz, der Computerlinguistik sowie der Sprachtechnologie und diskutierte die Frage nach den Möglichkeiten der Evaluierung und Verifizierung von annotativen Inhalten, welchen er im Hinblick auf den Einsatz in Open-Science-Szenarios eine entscheidende Rolle zuschreibt. Interessant schien besonders die Überlegung, mithilfe von webbasierten Annotationen gegen die Verbreitung sogenannter Fake News im Internet vorzugehen. Rehm schloss seinen Vortrag mit Betrachtungen zur Komplexität, Wirkkraft und Bedeutung von Annotationen in einer digitalen Welt, welche immer stärker von Werkzeugen und Technologien bestimmt wird, die aus den Bereichen des Machine Learning und der Künstlichen Intelligenz stammen.

Die zweite Sektion „Annotation als individuelles Werkzeug“ leitete Patrick Helling (Universität zu Köln) mit seinem Vortrag Geisteswissenschaftliche Forschungspraxis – Empirische Nutzerstudie zum Annotationsverhalten bei analogen und digitalen Textmaterialien ein. Da Geisteswissenschaftler*innen für ihre Arbeit zunehmend digitale Werkzeuge benutzen und vor allem das digitale Annotieren von digitalem Text eine zunehmende Relevanz für Forscher*innen erfährt, wurde eine Nutzer*innenstudie als Online-Umfrage mit 35 Fragen erstellt, um zu ergründen, welches Verhalten Nutzer*innen beim Annotieren von analogen und digitalen Textmaterialien an den Tag legen. So bildete den Kern der Umfrage jeweils ein Fragenblock zur Arbeit mit analogen bzw. digitalen textbasierten Materialien und entsprechendem Annotationsverhalten. Von insgesamt 125 Teilnehmer*innen schlossen 90 den Fragebogen auswertbar ab. Dabei stellte sich heraus, dass die Nutzung von digitalen Materialien unter Forscher*innen zwar verbreitet ist, diese Materialien aber häufig ausgedruckt und anschließend analog annotiert werden. Die Möglichkeit des digitalen Annotierens stelle demnach meist keine Überführung von analogen Arbeitsschritten in den digitalen Raum dar. Im Rahmen der Studie wurde auch nach der beruflichen Position der annotierenden Personen gefragt, wodurch sich Aussagen über altersspezifische Unterschiede hinsichtlich der Annotationspraxis treffen ließen. Erstaunlicherweise sinke gerade mit dem Alter – also hauptsächlich in der Riege der Professor*innen – die Nutzung des analogen Annotierens. Dieses Umfrageergebnis könnte mit dem Wissenshorizont der Befragten zusammenhängen, durch welchen die Annotationspraxis möglicherweise an Relevanz verliert. Der noch ausstehende zweite Teil der Studie, in welchem Tiefeninterviews einiger bereits befragter Personen erfolgen werden, werde vermutlich weiterführende Erkenntnisse zu dieser und weiteren Fragen liefern.

In seinem Vortrag Annotationen im Schreibprozess. Ein Beitrag zu einer empirisch fundierten Spezifikation für digitale Annotationsumgebungen in den Geisteswissenschaften skizzierte Felix Lange (Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin) einleitend die idealtypische Konzeption von Annotationssystemen im Kontext eines „Scholarly Web“. Hierbei führte er Pundit (http://www-old.thepund.it/) als beispielhaftes Tool an, stellte aber auch fest, dass sich bis jetzt keines der existierenden webbasierten Systeme in den Digital Humanities habe durchsetzen können. Ausgehend von einer Arbeitsdefinition des Begriffs „Annotation“ – hier bildete er drei Klassen: 1. editorische Auszeichnungen im Editionsprojekt, 2. serielle Auszeichnungen für die qualitative sowie quantitative Datenanalyse und 3. „Notiz-Annotationen“ als individuelle Hinzufügungen durch Leser*innen im Prozess des Lesens – legte Lange den Fokus auf die empirische Untersuchung der Funktion von Notiz-Annotationen im Forschungsprozess, des Verhältnisses der Eigenschaften webbasierter Annotationssysteme zu den Nutzungsgewohnheiten und Anforderungen in den Geisteswissenschaften sowie der Frage der Weiternutzung von Annotationen. Aus den Untersuchungsergebnissen folgerte er die Notwendigkeit einer Anpassung des Software-Designs, wobei er insbesondere die Wichtigkeit folgender Punkte herausstellte: Integration von proprietärer Offline-Standard-Software (wie z.B. Office-Anwendungen), eine nicht-zentralistische Architektur sowie ein minimales Datenmodell bei maximaler Interoperabilität (z.B. W3C-Web-Annotationen).

Den Abschluss der Sektion machte Jan Horstmann (Universität Hamburg) mit seinem Vortrag Undogmatisches literaturwissenschaftliches Annotieren mit CATMA: manuell, halb-automatisch und automatisiert. In diesem stellte er das Annotationstool CATMA (http://catma.de/) vor, das seit zehn Jahren in Hamburg mit dem Ziel entwickelt wird, literaturwissenschaftliche Arbeit mit digitalen Mitteln zu unterstützen, ohne dass vertiefte technische Fähigkeiten nötig sind. Den größeren Projektkontext, in welchem CATMA verortet werden kann, bildet wiederum die Forschungsumgebung forText (https://fortext.net/). Dieses Projekt setzt sich zum Ziel, Methoden der digitalen Literaturwissenschaft für traditionelle Literaturwissenschaftler*innen zugänglich zu machen, indem neben Tools wie CATMA auch Lehrmodule und Lerneinheiten sowie Online-Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Horstmann betonte, dass die Mitarbeiter*innen von forText keinen Paradigmenwechsel von analoger zu digitaler Geisteswissenschaft fordern, sondern es um literaturwissenschaftliche Erkenntnisarbeit mit digitalen Mitteln gehe. Hierbei verwies er mit Claudine Moulin darauf, dass die Annotation generell – die analoge wie digitale – eine kulturelle Praxis sei. Daran anschließend stellte er linguistische und literaturwissenschaftliche Annotationspraxen einander gegenüber und vermutete hier ein Problem vieler Tools, die rein an den Bedürfnissen linguistischer Annotation orientiert sind. Im Anschluss an weitere begriffliche und methodologische Überlegungen zum Annotieren stellte er CATMA „live“ vor. Hierbei bewies sich, dass CATMA ein sehr robustes Online-Tool ist, mit welchem sowohl manuelle als auch halb-automatische und vollständig automatisierte Annotationen zügig und ohne großes technisches Vorwissen vorgenommen werden können.

Sarah Lang (Karl-Franzens-Universität Graz) eröffnete die dritte Sektion „Methodischer Einsatz von Annotationen“ mit ihrem Vortrag Die Allegoriae, mit welchen die Sapientes des Mysterium unserer secretae Philosophiae occultirt haben / werden uns als den offenbar / und nit mehr verborgen seyn. Zu Herausforderungen und Nutzen der digitalen Annotation alchemischer Decknamen. In ihrem Dissertationsprojekt untersucht sie alchemistische Texte mit dem Ziel, die „alchemische Sprache“ zu dekodieren. Die hierbei zu Grunde liegende These ist, dass es ein Analogieverhältnis zwischen alchemistischen Symbolnamen und den chemischen Elementen und Prozessen gebe. Am Beispiel des „Mercurius“ machte Lang die Disparatheit der hinter einzelnen Symbolnamen verborgenen Konzepten deutlich. Der zweite Teil ihres Vortrags befasste sich mit der technischen Dimension ihres Projektes. So sollen die Texte mit einem Stand-off-Thesaurus – momentan noch in SKOS (http://skos.um.es/unescothes/) kodiert – annotiert werden. Die Anforderungen an die Methode seien einerseits, dass hier ein Zugang gefunden werden soll, der auf alle Texte übertragbar ist, und dass andererseits dennoch implizites Wissen explizit gemacht werden kann. Das Ziel sei eine möglichst komplette Automatisierung. Die Modellierung sei dabei – angelehnt an die Überlegungen von Key-Note-Speaker Willard McCarty – ein iterativer Prozess, der in Langs Projekt seinen Ausgang in Michael Maiers alchemistischen Indices nimmt und von dort aus auf weitere Texte übertragen werde. Die Referentin stellte explizit die Wahl eines Kodierungsstandards (RDFS, SKOS oder eine eigene Kodierung) zur Diskussion. Ferner wurden neben dem Problem, die Subjektivität von Texten auch in maschineller Verarbeitung zu erhalten, ebenfalls besondere Schwierigkeiten des Korpus wie die Vieldeutigkeit und der Vorrang sinnlicher Eigenschaften vor der Bedeutung der Sprache diskutiert.

Im Anschluss stellten Lina Franken und Evelyn Gius (beide Universität Hamburg) in ihrem Vortrag Annotation als Instrument der Strukturierung die Arbeit des interdisziplinär angelegten Projektes hermA (https://www.herma.uni-hamburg.de/) vor. Gius begann dazu den Vortrag mit einigen grundsätzlichen Überlegungen zur Frage: „Wie kann man auf Annotationen schauen?“. Zur Beantwortung dieser Frage schlug sie ein Ordnungssystem von verschiedenen Forschungslogiken, unterteilt in deduktive, induktive sowie abduktive, vor. Denn die Hypothesenbildung und damit das Verhältnis von Annotation zu Daten unterscheide sich je nachdem, welcher Forschungslogik man folgt. Diesen Ansatz illustrierten die beiden Referentinnen im Folgenden durch die Vorstellung zweier Teilprojekte aus dem Verbundprojekt hermA. Gius stellte ihre literaturwissenschaftliche Forschung zu genderspezifischen Unterschieden in der Beschreibung von Krankheiten vor. Das Untersuchungskorpus, das als Teilkorpus des von Berenike Herrmann und Gerhard Lauer erstellten KOLIMO (https://kolimo.uni-goettingen.de/index.html) Prosatexte zwischen 1870 und 1920 verzeichnet, wurde zunächst manuell – mit CATMA und dem Stuttgarter Tool CorefAnnotator (https://www.ims.uni‑stuttgart.de/forschung/ressourcen/werkzeuge/CorefAnnotator.html) – annotiert. Dabei wandelte sich die Forschungslogik im Laufe des Projektes von einem deduktiven Ansatz, der Regeln der Figurenanalyse appliziert, zu einem induktiven, da nun die durch die Annotation strukturierten Daten daraufhin befragt werden, wie Krankheitskonzepte in den Textphänomenen definiert werden. Einen anderen Ansatz, nämlich einen abduktiven, verfolgt das von Franken vorgestellte kulturanthropologische Projekt zur Telemedizin. Hierbei handelt es sich um ein emergentes Feld, das von kontinuierlicher Entwicklung und daraus resultierenden Aushandlungsprozessen geprägt ist. Methodisch schließt das Projekt an Grounded-Theory-Ansätze an und erschließt so den Gegenstand – hier anhand von Bundestagsdebatten beispielhaft dargeboten – zunächst induktiv und versucht im Anschluss abduktiv eine Theorie aus den Daten heraus zu bilden. Der Annotation, die mit MAXQDA (https://www.maxqda.de) vorgenommen wird, kommt dabei die Rolle der Kategorisierung und Strukturierung einerseits sowie der Filterung andererseits zu. Auch hier werden Annotation und Modellierung als iterative Prozesse verstanden.

Mit ihrem Vortrag Makrogenetisches Mark-Up für Musil leiteten Katharina Godler und Walter Fanta (beide Alpen-Adria-Universität Klagenfurt) den Sektions- und damit Tagesabschluss ein. Das vorgestellte Forschungsvorhaben, dessen Ziel es ist, den Schreibprozess als denkendes Schreiben sowie als schreibendes Denken zu verstehen, steht im Zusammenhang mit der Online-Edition von Robert Musils „Der Mann ohne Eigenschaften“ (http://musilonline.at/). Hierzu sollen Annotationen der Spuren des Schreibprozesses im Text und nicht des Schreibprozesses selbst vorgenommen werden. Um den Nachlass Musils, der sehr viele unterschiedliche Arten von Manuskripten enthält, strukturieren zu können, schließen Godler und Fanta theoretisch an die Schreibszenenkonzeption von Rüdiger Nutt-Kofoth an und unterscheiden zwischen einer Mikro-, Meso- und Makroebene der Textgenese. So konnten sie sechs Manuskripttypen ausmachen, die sich hinsichtlich ihres zeitlichen Bezugs zueinander, ihrer Linearität bzw. Nicht-Linearität und ihrer Funktion für den Schreibprozess unterscheiden. Die technische Herausforderung des Projektes bestehe nun darin, die Bausteine im Schreibprozess maschinengestützt nachvollziehbar zu machen und diese im User-Interface zu visualisieren. Dabei könne auf ein TEI-Schema für die Mikrogenese (Streichungen einzelner Wörter, kleinere Revisionen) zurückgegriffen werden. Mit der Frage, wie eine Annotation für die Makrogenese, die neben intertextuellen vor allem auf intratextuellen Verweisen beruht, aussehen könnte, wurde in die Diskussion übergeleitet. Als mögliche Lösung wurde eine Superstruktur vorgeschlagen, also eine leere Textstruktur, aus der auf die verschiedenen Zeugen, die selbst erhalten bleiben, verwiesen werden kann. Die Verweise selbst könnten dann nach TEI kodiert sein. Darüber hinaus wurde darauf hingewiesen, dass die verschiedenen Probleme auf der Makroebene segmentiert werden können und sich so jeweils einzelne Lösungen finden ließen.

Angelika Zirkers Vortrag Challenges of Automation: Some Theoretical Considerations about Explanatory Annotation in Literary Studies, der die vierte Sektion „Differenzierung von Annotationsebenen“ eröffnete, fokussierte auf die hermeneutische Annotation als kontextualisierende, erklärende Hinzufügungen zu einem bestehenden Text im Sinne einer Anreicherung durch Informationen, die das Verstehen des Textes beeinflussen. Ausgehend vom Annotationsprojekt „Tübingen Explanatory Annotation System“ (TEASys – http://www.annotation.es.uni-tuebingen.de/) stellte Zirker einige theoretische Überlegungen an, inwieweit solche hermeneutisch-erklärenden Annotationen automatisiert werden können. Dabei zeigte sie besonders die möglichen Herausforderungen und Grenzen der automatischen Annotation auf, welche sie anhand einiger exemplarischer Problemfelder darstellte. Das erste Feld betraf das generelle Problem der Ambiguitätserkennung, welches bei einer automatischen Annotation im Besonderen evident werde. Ambiguitäten können beispielsweise disambiguiert werden, wodurch etwa die besondere Qualität des literarischen Werks außer Acht gelassen werden könne. Dass Ambiguitäten oft abhängig von der Gesamtinterpretation eines Textes sind, führte zum zweiten Problemfeld, der Verankerung von Annotationen im Text und das Verhältnis von Textteil und Textganzem. Hier bestehe die hermeneutische Herausforderung in der Annotation von (metaphorischen) Bedeutungen, die lokal im Wechselspiel mit dem Gesamttext stehen. Fraglich sei, wo derartige Annotationen vorzunehmen seien. Diese Frage stelle sich auch besonders für formale Aspekte, die von einem bestimmten Muster abweichen. Ein weiteres Problemfeld bezog sich auf intertextuelle Verweise sowie ein letztes auf die Frage nach individuellen Leserbedürfnissen: Für wen werden die jeweiligen Annotationen verfasst? In TEASys wurden für derartige Probleme drei verschiedene Komplexitätsebenen eingeführt, welche neben Basisinformationen für das Verstehen des Textes schließlich auch komplexere Informationen bis hin zu Diskussionen der Sekundärliteratur enthalten. Die genannten Herausforderungen und mögliche computerphilologische Lösungen zeigte Zirker schließlich anhand einiger beispielhafter literarischer Textstellen auf.

Der darauf folgenden Vortrag von Tamara Drummond und Janina Wildfeuer (beide Universität Bremen) The Multimodal Annotation of TV Series. Combining qualitative questions and quantitative results veranschaulichte die Möglichkeit der Verbindung von qualitativen und quantitativen Ansätzen für die Analyse von audiovisuellen Daten. Dabei zeigten die Referentinnen auf, wie sich das Annotationstool ELAN (https://tla.mpi.nl/tools/tla-tools/elan) für die semantische Analyse der multimodalen Darstellung geschlechtsspezifischer Unterschiede in TV-Serien fruchtbar machen lässt. Hierzu wurden die Ergebnisse eines empirischen Masterarbeitsprojekts zu den Anfangssequenzen zeitgenössischer TV-Serien präsentiert, in welchen jeweils Teams von weiblichen und männlichen Hauptfiguren eingeführt werden. Anhand des Materials ließ sich die Konstruktion bestimmter geschlechtsspezifische Unterschiede feststellen, die mit einem multimodalen Rahmen analysiert werden können. In diesem Zusammenhang ergaben sich sowohl theoretische als auch methodologische Fragen zur multimodalen Analyse und Annotation von TV-Serien. Der von Drummond und Wildfeuer verwendete systemisch-funktionale Ansatz ermögliche es, die Interaktionstypen weiblicher und männlicher Hauptpersonen mit anderen Charakteren während ihrer Einführung in die Serie zu analysieren. Annotationen auf jeweils separaten Ebenen lassen dabei multiple Fragestellungen zu. Abschließend wurden die verwendeten analytischen Einheiten anhand der TV-Serie „Blindshot“ und ihrer Hauptcharaktere im Hinblick auf geschlechtsspezifische Unterschiede in der Inszenierung der Charaktere präsentiert (z.B. Toneinstellungen, Kamerawinkel und Zoom-Einstellungen).

Es folgte Christian Lücks (FernUniversität in Hagen) Vortrag Beispiele annotieren: Manuelle Annotationen im Spannungsfeld zwischen Interpretation, formalem Schema und maschineller Auswertung. Dieser stellte die Annotationspraxis im DFG-Projekt „Das Beispiel im Wissen der Ästhetik (1750-1850). Erforschung und Archivierung einer diskursiven Praxis“ (http://gepris.dfg.de/gepris/projekt/327259109) vor, in welchem Beispiele in Texten der philosophischen Ästhetik annotiert werden. Zur Erfassung von Beispielen lassen sich gängige Standardabkürzungen wie „z.B.“ oder „e.g.“ als Marker verwenden, aber auch syntaktische sowie vielfältige semantische Merkmale. Geplant sind digitale Annotationen als externes Markup zu Quelldokumenten, welche in einem Standardformat, etwa TEI-XML, vorliegen. So lassen sich Annotationen kollaborativ herstellen und Kontrollannotationen desselben Texts durch einen weiteren Annotator realisieren. Perspektivisch soll jedoch an einer automatisierten Annotation von Beispielen gearbeitet werden. Hierfür müsse man jedoch computerlinguistisch erzeugte Daten wie Segmentierungen in Token und Sentences, grammatische Grundformen, Part-Of-Speech-Tags oder Tree-Banks, wie sie vom WebLicht-Service (https://weblicht.sfs.uni-tuebingen.de/WaaS/)oder von NLP-Bibliotheken für Eingabedokumente zurückgeliefert werden, auswerten. Dabei werden technische Probleme virulent, etwa die Frage, wie man die unterschiedlichen Typen von Markup aufeinander bezieht. Doch auch für die manuelle Annotationspraxis haben Überlegungen, welche Art von Beispielen überhaupt durch einen Algorithmus erfasst werden können, Auswirkungen. Auf diese Weise ergeben sich Spannungen in einem Dreieck aus interpretativer Arbeit am philosophischen Text, Ausdrucksmächtigkeit des Annotationsschemas und künftigem Algorithmus.

Mit ihrem Vortrag Facilitating reusable third-party annotations in the digital edition eröffneten Peter Boot und Marijn Koolen die letzte Sektion der Tagung „Annotation und Ontologie“ und diskutierten zum einen den Umgang mit der Annotationen von Dritten. Im Fokus standen dabei Anmerkungen zu einer digitalen Edition, die von Forscher*innen gemacht wurde, die selbst nicht an dem Editionsprojekt beteiligt gewesen sind. Diese Anmerkungen fungieren als Beiträge zu den auf der Website bereits vorhandenen Erklärungsmaterialien. Zum anderen wurde die technische Frage behandelt, wie sich solche Annotationen an einem bestimmten Ort in der digitalen Ausgabe leichter verankern lassen. Die Annotation soll sich dabei für die verschiedenen Komponenten der digitalen Edition (z.B. Scan des Originals, Transkript, edierter Text) realisieren lassen und in unterschiedlichen Versionen (bspw. auch Übersetzungen) fest verankert bleiben. RDFa biete hier eine geeignete Technologie zum Einbetten der erforderlichen Informationen in die HTML-Seiten der Edition. Boot und Koolen stellten einen Open-Source-Prototyp eines Annotations-Tools vor, das in den kommenden Jahren für den Einsatz in mehreren Bereichen in der niederländischen Infrastruktur CLARIAH (Common Lab Research Infrastructure for the Arts and Humanities – https://www.clariah.nl/) entwickelt werden soll. Mithilfe dieses Tools wurde eine Ausgabe der Briefe von Vincent van Gogh vorgestellt. Die Edition der Briefe verfügt dabei über vier Darstellungsmodi des Objektes: eine zeilenweise (diplomatische) Transkription, ein laufender (kritischer) Text, eine Übersetzung ins Englische sowie ein Faksimile. Die Annotationen können entweder in allen Darstellungsmodi oder nur in einem bestimmten angezeigt werden. Außerdem ist eine Unterscheidung von privaten, mit bestimmten Nutzer*innen geteilten sowie öffentlichen Annotationen möglich. Abschließend wurden die potenziellen Auswirkungen derartiger Annotationen von Dritten auf die Praxis der Geisteswissenschaften diskutiert. So biete etwa die Möglichkeit, Anmerkungen verschiedener Art digital zu erstellen, zu organisieren und auszutauschen, leichten Zugang zu den Interpretationen anderer Forscher*innen.

Den Abschluss der Sektion bildete Evelyn Gius’ (Universität Würzburg) und Nils Reiters (Universität Stuttgart) Vortrag zu Shared Tasks zur Entwicklung von Annotationsrichtlinien in den Digital Humanities. Bei einem Shared Task befassen sich mehrere Teams mit der Lösung derselben Aufgabe. Nach der Arbeitsphase werden die Resultate aller Teams verglichen und ausgewertet. Derartige Shared Tasks sollen sich laut den Vortragenden insbesondere dann als Verfahren für die Digital Humanities anbieten, wenn computergestützte Verfahren auf geisteswissenschaftliche Konzepte treffen und diese in einem intersubjektiven Aushandlungsprozess operationalisiert werden sollen. Der hier vorgestellte Shared Task bestand in der Erstellung einer Guideline für die Annotation von Erzählebenen (wie Rahmen- und Binnenerzählungen etc.) mit dem Ziel, eine solche Annotation später automatisieren zu können. Acht Teams beteiligten sich an diesem kompetitiven Verfahren. In einem Workshop wurden die Vorschläge entlang eines Sets von drei Kriterien – konzeptionelle Angemessenheit, Anwendbarkeit sowie Benutzbarkeit – miteinander verglichen. Aus diesen drei Kriterien ergebe sich allerdings ein Trilemma: Man könne keine der drei Dimensionen optimieren, ohne zumindest eine der anderen zu verschlechtern. Daraus folgte für die Bewertung der Vorschläge, dass über einen Fragebogen und Annotationstestläufe sowie mittels eines speziellen Bepunktungssystems der Sieger ermittelt wurde. Reiter wies noch einmal nachdrücklich darauf hin, dass bei solch komplexeren Konzepten häufig die Fehleinschätzung vorherrsche, diese müssen für den Computer vereinfacht werden. Doch Computer seien nicht das Problem, sondern die Übereinstimmung der Forscher*innen sowie die Verfügbarkeit von annotierten Daten, an denen die Computer trainiert werden können.

In der von Julia Nantke und Frederik Schlupkothen geleiteten Abschlussdiskussion ließen die Teilnehmer*innen der Konferenz alle Vorträge noch einmal Revue passieren. So hatte es sowohl Makro- als auch Mikroperspektiven auf Annotationen gegeben und der Fokus war dabei manchmal auf die Nutzer*innen, manchmal auf die Annotator*innen gelegt worden. Die sektionenübergreifend aufgeworfene Frage danach, wie viel Interpretation in einer Annotation stecke, wurde ebenso resümiert wie die Frage nach dem Status von Annotationen als Daten im Sinne eines analytischen Mittels. Künftig ist außerdem ein Tagungsband geplant, welcher die einzelnen Beiträge noch einmal jeweils in Aufsatzform gebündelt präsentieren soll. Im Hinblick darauf diskutierte man abschließend, wie sich eine interaktive Annotationspraxis im Rahmen einer derartigen Publikation fruchtbar machen ließe, was in Anbetracht der sich weiterentwickelnden Möglichkeiten (digitaler) wissenschaftlicher Publikationen freilich keineswegs Spekulation bleiben muss.

Stellenausschreibung: wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in (Vollzeit) zur Entwicklung digitaler Tools der Schulbuchanalyse am Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung (GEI)

dhd-blog - Mi, 05/15/2019 - 15:41

Am Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung (GEI) ist zum 15. Juni 2019 eine wissenschaftliche Mitarbeiter*instelle (Vollzeit) zu besetzen.

Das GEI ist eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung der Leibniz-Gemeinschaft, das Forschung, Forschungsinfrastrukturleistungen und Wissenstransfer im Bereich kulturwissenschaftlich-historischer
Bildungsmedienanalyse und -dokumentation eng miteinander verbindet und in hohem Maße international tätig ist.

Zu Ihren Aufgaben gehören:

  • die Konzeption und Entwicklung von digitalen Tools zur Schulbuchanalyse in Arabisch, Deutsch und Englisch
  • Datenaufbereitung auf der Basis arabischsprachiger Schulbücher
  • Mitarbeit bei der Erstellung eines englischsprachigen Projektberichtes
  • intensive Zusammenarbeit im Projektteam insbesondere mit geisteswissenschaftlich Forschenden

Die Stelle wird nach Entgeltgruppe 13 des Tarifvertrages der Länder (TV-L)
vergütet und ist nach den Möglichkeiten des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes auf 13 Monate befristet. Die Beschäftigung erfolgt vorbehaltlich der Bewilligung durch den Zuwendungsgeber. Wir ermöglichen eine flexible Gestaltung der Arbeitszeit unter Berücksichtigung der jeweiligen arbeitsorganisatorischen Situation. Das GEI versteht sich als familienfreundliche Einrichtung und fördert die berufliche Gleichstellung aller Personen. Bewerbungen von Menschen aller Nationalitäten sowie von Personen mit Zuwanderungsgeschichte werden ausdrücklich begrüßt. Bei gleicher Eignung erhalten Schwerbehinderte den Vorzug.

Die Bewerbungsfirst endet am 19.05.2019.

Den vollständigen Ausschreibungstext finden Sie unter:
http://www.gei.de/stellenangebote/stelle-details/news/detail/News/wissenschaftlicher-mitarbeiterin-vollzeit-2.html

ÖNB Labs: Symposium und Workshop

dhd-blog - Di, 05/14/2019 - 11:31

Mitgeteilt von Sophie-Carolin Wagner

Die ÖNB Labs sind eine Webplattform zum Forschen, Experimentieren und kreativen Arbeiten mit digitalen Beständen und Metadaten der Österreichischen Nationalbibliothek.

Die Veranstaltung besteht aus einem Workshop mit Gene Kogan und Sofia Crespo am 12.6. (nachmittags, 15:00-18:00 Uhr) und 13.6. (vormittags, 10:00-13:00 Uhr) und einem Labs-Symposium am 13.6. nachmittags, im Anschluss an den Workshop (14:30-18:30 Uhr).

Beim Workshop können TeilnehmerInnen Machine Learning-basierte Techniken erlernen und ausprobieren, um Datensets der ÖNB Labs zu synthetisieren, transferieren und zu remixen. Die Teilnahme ist frei, allerdings ist die TeilnehmerInnenanzahl auf 25 begrenzt. Der Workshop wird in Englisch abgehalten und erstreckt sich über beide Termine. Zum Workshop können Sie sich hier anmelden, wobei wir Sie bitten sich für beide Termine anzumelden wenn Sie teilnehmen wollen.

Das Symposium setzt die Präsentation neuer Services der ÖNB Labs und konkreter Projekte, die mit Daten der Österreichischen Nationalbibliothek arbeiten mit digitalen Strategien im Bereich der Kulturdaten in Beziehung. Das Programm und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

Wir freuen uns auf eine spannende Veranstaltung!

Termine:

  • Mittwoch, 12.6.2019, 15:00-18:00 Uhr Workshop
  • Donnersatg, 13.6.2019, 10:00-13:00 Uhr Workshop
  • Donnersatg, 13.6.2019, 14:30-18:30 Uhr Symposium

Links:

Stellenausschreibung: zwei Wissenschaftliche Mitarbeiterstellen am Cologne Center for eHumanities

dhd-blog - Fr, 05/10/2019 - 14:24

Am Cologne Center for eHumanities (CCeH) sind ab sofort zwei Wissenschaftliche Mitarbeiterstellen zu besetzen.

Das CCeH ist ein Lehr- und Forschungszentrum der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln. Es ist zunächst ein Zusammenschluss von ForscherInnen, die sich für den Einsatz von digitalen Methoden und Technologien in der Forschung und der Lehre in den Geisteswissenschaften interessieren. Als international anerkanntes Digital Humanities-Kompetenzzentrum ist es an einer Vielzahl von interdisziplinären Forschungskooperationen und -projekten beteiligt und nimmt die Aufgabe einer „Koordinierungsstelle DH“ für die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste wahr.

Die Stellen umfassen zwei Schwerpunkte:

  • Schwerpunkt CCeH
  • Schwerpunkt „Koordinierungsstelle DH“

Die Stellen sind ab sofort in Vollzeit zu besetzen. Sie sind zunächst auf zwei Jahre befristet. Eine Entfristung ist möglich. Sofern die entsprechenden tariflichen und persönlichen Voraussetzungen vorliegen, richtet sich die Vergütung nach der Entgeltgruppe 13/14 TV-L. Die Universität zu Köln fördert auch in ihren Beschäftigungsverhältnissen Chancengerechtigkeit und Vielfalt. Frauen werden ausdrücklich zur Bewerbung eingeladen und nach Maßgabe des LGG NRW bevorzugt berücksichtigt. Bewerbungen von Menschen mit Schwerbehinderung und ihnen Gleichgestellte sind herzlich willkommen. Sie werden bei entsprechender Eignung bevorzugt berücksichtigt.

Den vollständigen Ausschreibungstext finden Sie unter: http://cceh.uni-koeln.de/wp-content/uploads/2019/05/CCeH-Ausschreibung_2019-05-05.pdf

Die Bewerbungsfirst endet am 31. 05. 2019.

Das DTA-Basisformat bekommt Verstärkung

dhd-blog - Do, 05/09/2019 - 13:37

Die Pflege und Weiterentwicklung des DTA-Basisformats (DTABf) wird nun durch eine Steuerungsgruppe begleitet. Erweiterungen des Formats, neue Features und Korrekturen werden öffentlich diskutiert und durch das Gremium verabschiedet.

Das DTA-Basisformat (DTABf) ist ein Format zur Auszeichnung historischer Drucke mit einer Erweiterung für Handschriften auf Basis der TEI-P5-Richtlinien, das vor allem für den Aufbau und die Erschließung historischer Volltextkorpora genutzt wird. Es schränkt die Richtlinien der TEI so ein, dass Ambiguitäten im Tagging vermieden werden, während weiterhin eine möglichst große Anzahl von Phänomenen der Vorlage modelliert werden kann. Mit der Ausarbeitung des DTABf unterbreiten wir einen Vorschlag für einen Standard zur Volltext-Aufbereitung historischer Texte.

Das DTABf soll die Kompatibilität und Interoperabilität von digitalisierten Texten stärken und so einen Beitrag leisten, um homogen aufbereitete und qualitativ hochwertige Forschungsdaten für die Wissenschaft bereitzustellen und nachnutzbar zu machen.

Auszug aus der DTA-Basisformat-Dokumentation

Zunehmend wird das DTABf, das im Projektkontext des DTA entstand, auch von externen Projekten verwendet. Damit steigt der Bedarf, das Format für Kontexte außerhalb des korpuslinguistischen Fokus des DTA zusätzlich nutzbar zu machen. Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, wurde eine Steuerungsgruppe gegründet, deren Mitglieder durch ihre Verankerung in verschiedenen Communities unterschiedliche Perspektiven und Expertisen bei der Weiterentwicklung des Formats einbringen können.

Die DTABf-Steuerungsgruppe setzt sich aus Expertinnen und Experten für TEI-Auszeichnung und -Anpassung zusammen. Sie gehörten zum Teil bereits dem ursprünglichen Team des DTA an; zum Teil repräsentieren sie andere Projekte, die ebenfalls das DTA-Basisformat einsetzen. Mitglieder sind Matthias Boenig (BBAW, OCR-D), Daniel Burckhardt (GHI Washington DC), Stefan Dumont (BBAW, Telota), Alexander Geyken (BBAW, DWDS & ZDL), Martina Goedel (textloop & CCEH), Susanne Haaf (BBAW, ZDL & t.evo), Axel Herold (BBAW, ZHistLex & DWDS/ZDL) und Christian Thomas (BBAW, CLARIN-D & edition humboldt digital).

Die DTABf-Steuerungsgruppe trifft sich regelmäßig, um Entwicklungen am DTA-Basisformat abzustimmen und über neue Vorschläge zu entscheiden. Im Fokus stehen dabei die Erweiterungs- und Änderungsvorschläge der Nutzenden, die über Tickets auf der GitHub-Präsenz des DTABf gemeldet werden. Alle Vorschläge werden vor dem Hintergrund der DTABf-Leitlinien beraten.

Literatur

Für weiterführende Publikationen zum DTA-Basisformat s. die entsprechende Publikationsliste in der DTABf-Dokumentation.

Stellenausschreibung: wiss. MitarbeiterIn CLARIAH-DE, HAB Wolfenbüttel

dhd-blog - Di, 05/07/2019 - 13:16

Vorbehaltlich der endgültigen Zuweisung der Mittel für das Projekt CLARIAH-DE ist an der Herzog August Bibliothek zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine auf den 31.03.2021 befristete Teilzeitstelle für eine / einen wissenschaftliche Mitarbeiterin / Mitarbeiter (0,5 Entgeltruppe 13 TV-L) zu besetzen.

Das Ziel des Verbundprojektes CLARIAH-DE ist es, die beiden mit Mitteln des Bundesministeriums für BIldung und Forschung aufgebauten geisteswissenschaftlichen Forschungsinfrastrukturen CLARIN-D und DARIAH-DE zu einer gemeinsamen digitalen Forschungsinfrastruktur zusammenzuführen.

Den vollständigen Ausschreibungstext finden Sie unter: http://hab.de/files/stellenausschreibung_clariah.pdf. Die Bewerbungsfrist ist der 19.05.2019.

Stellenausschreibung: Leiter (m/w/d) des Digitalen Labors Weimar für Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenbüttel, E 15

dhd-blog - Mo, 05/06/2019 - 15:39

Das Deutsche Literaturarchiv Marbach, die Klassik Stiftung Weimar und die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel erschließen mehr als ein halbes Jahrtausend deutscher und europäischer Kulturgeschichte. Um die bereits seit mehreren Jahren praktizierte Kooperation zu intensivieren, haben sich die drei Einrichtungen vor fünf Jahren in einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsverbund (MWW) zusammengeschlossen. In dessen Rahmen werden gemeinsame Forschungsprojekte realisiert und digitale Forschungsinfrastrukturen ausgebaut.

Am 1. März 2019 begann die zweite, auf fünf Jahre angelegte Förderphase des Forschungsverbunds Marbach Weimar Wolfenbüttel (MWW). Um die bestandsorientierte Forschung und Erschließung der drei Verbundeinrichtungen mithilfe der in den Digital Humanities entwickelten Verfahren sowohl technisch als auch methodisch auf ein neues Fundament zu stellen, wird während der zweiten Förderphase ein Digitales Labor geisteswissenschaftlicher Forschung eingerichtet. Für dessen Aufbau und kontinuierliche Weiterentwicklung sucht der Forschungsverbund MWW zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen

Leiter (m/w/d)
E 15 TV-L, Kennziffer: 27/2019

Standort des Digitalen Labors ist Weimar. Eine Entfristung der zunächst auf fünf Jahre befristeten Stelle wird angestrebt.

Aufgaben:

  • Leitung des Digitalen Labors geisteswissenschaftlicher Forschung im Forschungsverbund MWW in enger Abstimmung mit dem MWW-Direktorium sowie den Forschungs-, Sammlungs- und IT-Verantwortlichen der drei Verbundeinrichtungen
  • Geschäftsführung des Forschungsverbunds MWW
  • Repräsentanz und Außendarstellung des Forschungsverbunds
  • Budgetplanung und Budgetsteuerung aller IT- und DH-relevanten Investitionen
  • Ausarbeitung und Umsetzung einer langfristigen Drittmittelstrategie für den Forschungsverbund
  • Wissenschaftliche Konzeption und Durchführung internationaler Tagungen und Workshops
  • Vernetzung des Forschungsverbunds in die internationale universitäre wie außeruniversitäre Forschung

Voraussetzungen:

  • Wissenschaftlicher Hochschulabschluss, Promotion, im Bereich der Geistes- und Kulturwissenschaften, Digital Humanities und/oder Computerlinguistik
  • Mehrjährige Berufserfahrung und nachgewiesene Forschungstätigkeit im Bereich der Digital Humanities; einschlägige Publikationen
  • Exzellente Kenntnisse im Bereich digitaler geisteswissenschaftlicher Forschungsinfrastrukturen
  • Mehrjährige Berufserfahrung im Projektmanagement
  • Sicherer Umgang mit digitalen Projektmanagement- und Kommunikationstools
  • Hohe Kommunikationskompetenz und Teamfähigkeit
  • Sehr gute organisatorische Fähigkeiten und ausgezeichnetes Zeitmanagement
  • Differenzierte Kenntnisse der nationalen und internationalen Förderlandschaft

Die Stiftung gewährleistet die Gleichstellung von Frauen und Männern nach dem Thüringer Gleichstellungsgesetz. Bei gleicher Eignung werden schwerbehinderte Menschen nach Maßgabe des Sozialgesetzbuches IX bevorzugt berücksichtigt.

Wenn Sie diese Stelle interessiert, bewerben Sie sich bitte mit aussagekräftigen Unterlagen, Lebenslauf und Zeugnissen/Beurteilungen zusammengefasst in einer pdf-Datei bis zum 19. Mai 2019; ausschließlich als Online-Bewerbung

Klassik Stiftung Weimar
Abteilung Personal

Christina Sandig
Tel.: 03643/545-140

5 neue DARIAH-DE Working Papers erschienen

dhd-blog - Mo, 05/06/2019 - 15:07

Wir freuen uns darüber, das Erscheinen von fünf neuen DARIAH-DE Working Papers verkünden zu können:  

Viel Spaß beim Lesen.

Alle bisher erschienenen Working Papers sind unter https://de.dariah.eu/working-papers zu finden.

Haben auch Sie Interesse daran, einen Beitrag als DARIAH-DE Working Paper zu veröffentlichen?

Dann melden Sie sich gerne unter dwp-redaktion@gwdg.de

Call for Papers – Digital Humanities: „Spielräume – Digital Humanities zwischen Modellierung und Interpretation“, DHd 2020

dhd-blog - So, 05/05/2019 - 21:43

Die 7. Jahrestagung des Verbands „Digital Humanities im deutschsprachigen Raum e.V.“ wird vom 02. bis 06. März 2020 an der Universität Paderborn unter dem Thema „Spielräume – Digital Humanities zwischen Modellierung und Interpretation“ stattfinden. Wir bitten um Einreichungen von Abstracts in den Kategorien „Vortrag“, „Panel“, „Poster“ und „Workshop“ via Conftool. Die Einreichungsfrist endet am 16. September 2019.

Einreichungsfrist: 16. September 2019

Thema: „Spielräume – Digital Humanities zwischen Modellierung und Interpretation“

Anmeldung: via ConfTool (siehe auch Guidelines zur Einreichung)

Einreichungsformat: DHConvalidator

I. Allgemeine Informationen und Inhalte

Nutzen wir vorhandene Spielräume?
Geben sie uns die Freiheit, eine Entscheidung jenseits von „Sachzwängen“ zu treffen?
Erscheint etwas in neuem Licht, müssen wir die „Fakten“ neu interpretieren?

Das sind Fragen, die zunächst einmal spezifisch für Erkenntnisvorgänge in den Geistes- und Kulturwissenschaften zu sein scheinen – letztlich leben diese von den Interpretationsspielräumen, die ihre (textlichen, medialen, musikalischen, bildlichen, sprachlichen, kulturellen usw.) Forschungsgegenstände in der Regel bieten. Was geschieht, wenn wir versuchen, solche Spielräume so zu formalisieren, dass sie in der Auseinandersetzung mit den Gegenständen operabel werden? Funktioniert das überhaupt? Inwieweit beruhen die „Daten“, auf denen informatische Prozesse aufsetzen, schon auf der interpretierenden, selektiven Wahrnehmung dessen, was wir betrachten? Wie beeinflussen die „Vorurteile“, die in die Erfassung solcher Daten eingeflossen sind, letztlich das Ergebnis (eine speziell im Hinblick auf die fortschreitende Anwendung von KI bzw. maschinellem Lernen dringliche Frage)? Wie geht man mit bewusster Exklusion um? Was geht in der scheinbar logischen Kette verloren?

Aber schreiben wir uns in den Humanities wirklich zu Recht Hermeneutik und interpretative Methoden als ein die Informatik herausforderndes Spezifikum zu? Wie können wir Mehrdeutigkeiten, Unwägbarkeiten und Unsicherheiten in unserem Interpretieren erfassen? Lässt sich die Varianz der Ansätze und damit der Deutungsspielraum mehr als bloß vage umreißen? Können geistes- und kulturwissenschaftliche Fragestellungen in Anforderungen an Software übersetzt werden und welche Probleme entstehen dadurch?

Nachjustieren, Modifizieren, Erweitern von Ansätzen gehört zum Forschungsprozess – aber ist das Spiel mit dieser Offenheit tatsächlich ein grundsätzlich anderes als in der Informatik?

Ist dem informatischen Modellieren und dem darauf beruhenden Experimentieren („Testen“) nicht ebenfalls ein Spielcharakter eigen? Geschieht das Entwickeln von Anwendungen nicht auch in einem Raum, in dem spielerisch ausprobiert wird, zu welchen Ergebnissen deren Anwendung führt, um in der Folge klar definierter Einzelschritte nach und nach den Spielraum an Möglichkeiten so einzuengen, dass das anvisierte Ziel geradlinig und ohne Nebenwirkungen erreicht werden kann? Besteht der Unterschied beim Zusammenwirken mit den Humanities nur darin, dass Spielräume hier noch bewusster mit in das systemische Denken einzubeziehen sind bzw. gerade nicht einzuengen, sondern offenzuhalten sind? Eröffnet der umfassendere und effizientere Zugriff auf Daten nicht ganz neue Spielräume für die Humanities? Wie können die Digital Humanities dazu beitragen hier ein neues methodisches Paradigma zu entwickeln, das beide Wissenschaftsbereiche herausfordert und eine tiefgreifendere Horizontvermittlung voraussetzt?

Die Paderborner Tagung möchte diese von einem Kernbereich des geistes- und kulturwissenschaftlichen Selbstverständnisses ausgehenden Fragen, die zugleich ein Kernthema für die Digital Humanties bilden, in den Fokus rücken. Spielräume sollen nicht nur für einen entsprechenden Austausch geschaffen werden, sondern auch das Rahmenprogramm der Tagung bestimmen. Spielraum ist selbstverständlich auch für andere Themen und alternative Formate vorhanden. Insbesondere im Hinblick auf die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses – Stichwort Peer Mentoring – bietet die Tagung Raum für besondere Begegnungsformen.

Die Universität Paderborn, die Stadt Paderborn als Leitkommune der digitalen Modellregion Ostwestfalen-Lippe und das Heinz Nixdorf Museumsforum mit seiner umfassenden Präsentation der Kulturgeschichte des Digitalen freuen sich auf Ihren Besuch und eine ereignis- und diskussionsreiche Tagungswoche!

Über diese Schwerpunktbereiche hinaus sind Vorträge zu allen Themen aus den Digital Humanities sowie die Vorstellung und Diskussion von positiven und negativen, eigenen oder fremden Projektergebnissen willkommen.

II. Formalia

Es können eingereicht werden

  • Vorträge (Vorschlag von mindestens 1200, maximal 1500 Wörtern)
  • Panels (minimal drei, maximal sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmer, ein Vorschlag von mindestens 1200, maximal 1500 Wörtern)
  • Poster (Vorschlag von mindestens 500, maximal 750 Wörtern)
  • Vor der Tagung stattfindende, halb- oder ganztägige Workshops (Vorschlag von mindestens 1200, maximal 1500 Wörtern)

Für die Einreichung der Vorschläge müssen Sie sich in ConfTool registrieren und eine mit dem DHConvalidator-Webservice erstellte dhc-Datei zur Begutachtung einreichen (der Webservice ist in Kürze verfügbar). Zusätzlich ist eine Kurzzusammenfassung des Vorschlags mit ca. 100-150 Wörtern in Conftool einzutragen. Die Vorschläge und die Kurzzusammenfassungen werden auf der Website der Tagung und im Tagungsprogramm veröffentlicht. Über den DHConvalidator erhalten Sie auch ein Template zur Einreichung von Word- bzw. OpenOffice-Formaten mit den Guidelines für Zitate, Quellenangaben und Bibliographie. Sie können dazu auch die Guidelines heranziehen.

Die Frist für die Einreichung von Beiträgen läuft am 16. September 2019 (24:00 Uhr, MESZ) ab. Eine Benachrichtigung darüber, ob der Beitrag angenommen wurde, wird bis spätestens 11. November 2019 versandt. Rückfragen zur Einreichung richten Sie bitte per E-Mail an: info@dhd2020.de

Die primäre Sprache der Veranstaltung ist Deutsch. Vorschläge werden bevorzugt auf Deutsch eingereicht. Wird der Vorschlag in einer anderen Sprache eingereicht, so kann eine Übersetzung ins Deutsche beigefügt werden. In diesem Fall entscheiden die Einreichenden über die zu begutachtende Fassung.

Jede Person kann nur einen einzigen Vorschlag als Vortrag oder Poster einreichen (Rolle: „Vortragende Person im ConfTool“) und nur einen Vortrag halten. Die Ko-Autorschaft bei maximal zwei weiteren Vorschlägen (Vortrag oder Poster) ohne Beteiligung an der Präsentation ist möglich. Zusätzlich kann jede Person an maximal einer Panel- oder Workshop-Einreichung beteiligt sein. Es wird davon ausgegangen, dass angenommene Beiträge von den Einreichenden persönlich und vor Ort vorgestellt werden. Es besteht kein Anspruch auf Zuschaltung oder Übertragung aus der Ferne.

Ein Vorschlag für eine wissenschaftliche Präsentation hat normalerweise Referenzen, die am Ende in einer Bibliographie aufgelistet werden. Diese werden bei der Ermittlung der Länge der Vorschlagstexte nicht berücksichtigt. Alle Wörter davor (z. B. Bildunterschriften) werden gezählt.

Ein guter Vorschlag folgt den Prinzipien guter wissenschaftlicher Arbeit und beschreibt in inhaltlich und formal strukturierter Weise Forschungsfrage, Material, Methode und Ergebnisse. Falls Unklarheit über die Form von Vorschlägen besteht, empfiehlt sich ein Blick in gelungene Beispiele der letzten Tagung: Vortrag, Panel, Poster, Workshop.

a) Vorträge

Vorträge (Vorschlagstext: mindestens 1200, maximal 1500 Wörter) stellen unveröffentlichte Ergebnisse dar, und/oder berichten über die Entwicklung von signifikanten neuen Methoden oder digitalen Ressourcen und/oder stellen ein methodisches bzw. theoretisches Konzept vor. Für die einzelnen Vorträge sind 20 Minuten Präsentationszeit und zehn Minuten für Fragen vorgesehen. Es wird erwartet, dass im Vorschlag zumindest signifikante Zwischenergebnisse vorgelegt werden. Vortragsvorschläge sollten den Forschungsbeitrag in geeigneter Weise auf dem Hintergrund des Forschungsstands kontextualisieren und seine Bedeutung für die (digitalen) Geisteswissenschaften oder einen jeweiligen Teilbereich daraus deutlich machen. Ein Literaturverzeichnis ist beizufügen. Für die Ankündigung von Vorhaben, zu denen noch keine Zwischenergebnisse vorliegen, ist das Posterformat vorgesehen.

b) Panels

Panels bieten drei bis sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit ein Thema zu diskutieren, das den Bereich eines einzelnen Projektes, Projektverbundes oder Forschungsstandorts überschreitet. Panels sollen einer ausgeglichenen Beteiligung von Männern und Frauen möglichst nahekommen. Es wird erwartet, dass von der 90-minütigen Sitzung nicht mehr als ein Drittel auf vorbereitete Statements entfällt und die Aussprache innerhalb des Panels genügend Zeit für eine Diskussion des Panels mit dem Publikum lässt (ca. 30 min). Die Panel-Organisatorinnen und -Organisatoren reichen eine kurze Beschreibung des Themas im Umfang von mindestens 1200, maximal 1500 Wörtern ein und bestätigen die Bereitschaft der aufgeführten Personen, am Panel teilzunehmen. Für die Annahme eines Panelvorschlags ist die stringente Darlegung des thematischen bzw. methodischen Zusammenhangs der Einzelbeiträge von entscheidender Bedeutung.

c) Posterpräsentationen

Poster (Vorschlagstext: mindestens 500, maximal 750 Wörter) können zu jedem Thema des Call for Papers eingereicht werden. Sie können auch den Stand einzelner Projekte anschaulich beschreiben oder Software demonstrieren.

d) Vor der Tagung stattfindende Workshops

Workshops dauern einen halben Tag oder zwei halbe Tage. Die Vorschläge sollten die folgenden Informationen enthalten

  • Titel und eine kurze Beschreibung des Themas (mindestens 1200, maximal 1500 Wörter). Die vollständigen Kontaktdaten aller Beitragenden sowie einen Absatz zu deren Forschungsinteressen
  • Die Zahl der möglichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer
  • Angaben zu einer etwa benötigten technischen Ausstattung
  • Den für den Workshop spezifischen Call for Papers, falls ein solcher veröffentlicht wird

Von den Workshopleiterinnen und -leitern wird erwartet, dass sie sich für die Tagung anmelden. Von der Anmeldung ausgenommen werden können nur Vortragende, die ansonsten nicht an weiteren Veranstaltungen der Tagung teilnehmen.

e) Nachwuchsförderung und Mentoring Gruppe DHd2020

Zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuches soll ein Doctoral Consortium angeboten werden, das dazu dienen kann, Dissertationsvorhaben ausgewählter Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch Feedback und Coaching erfahrener Professorinnen und Professoren außerhalb des engeren Betreuerkreises weiterzuentwickeln. Die dazu einzureichenden Exposés (Umfang ca. 500-750 Worte) werden von den teilnehmenden Professorinnen und Professoren im Hinblick auf die Bedeutung und Begründung der Forschungsfrage, der wissenschaftlichen und fachlichen Güte der Ausarbeitung, den potenziellen Beitrag für das Kolloquium und dem potenziellen Nutzen für die Bewerberin bzw. den Bewerber bewertet. Die Einreichenden der besten Exposés werden zum Doctoral Consortium eingeladen, das finanziell durch die DHd2020 unterstützt wird. Es werden keine separaten Teilnehmergebühren erhoben, die Verpflegung während des Doctoral Consortiums sowie eine Übernachtung werden durch die Veranstalter übernommen, zusätzliche Übernachtungen, Reisekosten und Teilnahmegebühr der DHd2020 tragen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst. Um rechtzeitige Anmeldung zu den oben genannten Fristen über Conftool wird gebeten.

Geplant ist zudem die Gründung einer Mentoring Gruppe, um im Hinblick auf die Nachwuchsförderung den Austausch unter den Forschenden und die Netzwerkbildung im Habilitations- bzw. Qualifikationsprozess zu unterstützen. Interessentinnen und Interessenten an dieser Gruppe werden gebeten, in Conftool an der entsprechenden Stelle ein Häkchen zu setzen.

Es ist geplant, durch die Einwerbung von Fördergeldern Reisestipendien von jeweils bis zu 400 € an Vortragende und Beteiligte zu vergeben, denen nur geringe oder keine finanziellen Mittel im Rahmen eigener Stellen und Projekte zur Verfügung stehen. Hierzu wird ein separater Call veröffentlicht.

f) Anderes

Die Jahrestagung bietet Raum für begleitende Vernetzungstreffen, Arbeitsgruppensitzungen und ähnliches. Raumbedarfe und Termine sollen im Vorfeld mit den Organisatorinnen und Organisatoren der Konferenz abgestimmt werden. Parallele workshopartige Veranstaltungen sind nicht möglich, und sollten als reguläre Workshops eingereicht werden.

III. Bewertung der Beiträge

Ein gutes Proposal beschreibt das gestellte Forschungsproblem, bezieht sich auf den aktuellen Forschungsstand, beschreibt die angewendete Methode und benennt das Ergebnis der Forschungen.

a) Kriterien

In der Begutachtung werden die folgenden Bewertungskriterien angelegt

  • Allgemeine Empfehlung zur Annahme (4-fach gewertet)
  • Es handelt sich um einen innovativen Beitrag zum Gegenstandsbereich der DH (3-fach gewertet)
  • Der Stand der Forschung ist hinreichend dargestellt (u.a. durch eine Bibliographie) (2-fach gewertet)
  • Die Forschungsmethodik ist verständlich beschrieben (2-fach gewertet)
  • Der Vorschlag ist verständlich formuliert (1-fach gewertet)
b) Bewertungsskala (Punkte)
  • 5 – trifft völlig zu
  • 4 – trifft weitgehend zu
  • 3 – trifft eher zu
  • 2 – trifft eher nicht zu
  • 1 – trifft weitgehend nicht zu
  • 0 – trifft gar nicht zu

Es können demnach maximal 60 Punkte erreicht werden.

Der Call for Papers findet sich auch hier: https://dhd2020.de/call-for-papers/

Stellenausschreibung: Die SUB Göttingen sucht 1,5 Projektmitarbeiterinnen und Projektmitarbeiter (w/m/d) für den Fachinformationsdienst Anglo-American Culture (FID AAC)

dhd-blog - Fr, 05/03/2019 - 12:22

Die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB Göttingen) engagiert sich seit Jahren in nationalen und internationalen Projekten für die Schaffung von Infrastrukturen und Angeboten in den Bereichen wissenschaftliche Informationsversorgung, elektronisches Publizieren und Beförderung von Open Access.
In diesem Kontext suchen wir für den Abschluss der 1. und die 2. Projektphase (bis 31.12.2022) zum nächstmöglichen Zeitpunkt für das DFG-geförderte Projekt Fachinformationsdienst Anglo-American Culture (FID AAC) bis zum Laufzeitende des Projektes am 31.12.2022

1,5 Projektmitarbeiterinnen und Projektmitarbeiter (w/m/d) mit einem wissenschaftlichen Hochschulabschluss in Anglistik / Amerikanistik und / oder Politikwissenschaften (E 13 TV-L).

Die Stellen sind teilzeitgeeignet.

Ihre Aufgaben:

  • Fachspezifische Öffentlichkeitsarbeit und Durchführung von Workshops
  • Systematisches Einwerben von Dokumenten für das Fachrepositorium des FIDs
  • Unterstützung der Publikationsprozesse auf dem Fachrepositorium
  • Beratung zu Open Access
  • Vorbereitung der Digitalisierung von Schriftenreihen und vergriffenen Werken
  • Unterstützung anderer Projektaufgaben
  • Vertretungsaufgaben im Fachreferat Politikwissenschaften (Auswahl, Erschließung, Beratung, Vermittlung von Kenntnissen in der Informations- und Medienpraxis)

Erforderlich sind:

  • ein wissenschaftlicher Hochschulabschluss (Master, Promotion wäre wünschenswert) in Anglistik / Amerikanistik bzw. Großbritannien- / Amerikastudien und / oder Politikwissenschaften
  • Vertrautheit mit der Fach- und Publikationskultur der genannten Disziplinen
  • sehr gute Sprachkenntnisse in Deutsch und Englisch (mündlich und schriftlich)
  • sehr gute kommunikative Fähigkeiten in Wort und Schrift, Kundenorientierung, Teamgeist, selbständiges Arbeiten und Eigeninitiative

Wünschenswert sind:

  • Kenntnisse und Erfahrungen im Bereich wissenschaftlicher Informationsinfrastrukturen
  • Kenntnisse in Urheberrechtsfragen, Erfahrungen im Bereich Open Access
  • Erfahrungen in der Projektarbeit
  • Erfahrungen in der Öffentlichkeitsarbeit

Die Stelle erfordert eine Bereitschaft zu Dienstreisen innerhalb Deutschlands und des Auslands.

Informationen zum Projekt finden Sie auf der Website Fachinformationsdienst Anglo-American Culture (FID AAC). Rückfragen beantwortet Ihnen Frau Dorothea Schuller (E-Mail), +49 551 39-33494 (Tel.).

Die Universität Göttingen strebt in den Bereichen, in denen Frauen unterrepräsentiert sind, eine Erhöhung des Frauenanteils an und fordert daher qualifizierte Frauen nachdrücklich zur Bewerbung auf. Sie versteht sich zudem als familienfreundliche Hochschule und fördert die Vereinbarkeit von Wissenschaft / Beruf und Familie. Die Universität hat sich zum Ziel gesetzt, mehr schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Bewerbungen Schwerbehinderter erhalten bei gleicher Qualifikation den Vorzug.

Bitte reichen Sie Ihre Bewerbung mit allen wichtigen Unterlagen in einem Dokument zusammengefasst bis zum 26.5.2019 ausschließlich über das Bewerbungsportal ein.

Im begründeten Ausnahmefall können Sie Ihre Unterlagen an die Direktion der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, Platz der Göttinger Sieben 1, 37073 Göttingen senden.

Hinweis:
Wir weisen darauf hin, dass die Einreichung der Bewerbung eine datenschutzrechtliche Einwilligung in die Verarbeitung Ihrer Bewerberdaten durch uns darstellt. Näheres zur Rechtsgrundlage und Datenverwendung finden Sie im Hinweisblatt zur Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) (PDF 87,5 KB).

Sie finden die Stellenausschreibung auch auf der Webseite der SUB Göttingen: https://www.sub.uni-goettingen.de/wir-ueber-uns/stellenangebote-ausbildung/stellenangebot/projektmitarbeiterin-projektmitarbeiter-wmd-e-13-tv-l/

Call for Papers: DHd 2020, Thema: Spielräume – Digital Humanities zwischen Modellierung und Interpretation

dhd-blog - Fr, 05/03/2019 - 10:59

Die 7. Jahrestagung des Verbands „Digital Humanities im deutschsprachigen Raum e.V.“ wird vom 02. bis 06. März 2020 an der Universität Paderborn unter dem Thema „Spielräume – Digital Humanities zwischen Modellierung und Interpretation“ stattfinden. Wir bitten um Einreichungen von Abstracts in den Kategorien „Vortrag“, „Panel“, „Poster“ und „Workshop“ via Conftool. Die Einreichungsfrist endet am 16. September 2019.

Einreichungsfrist: 16. September 2019

Thema: „Spielräume – Digital Humanities zwischen Modellierung und Interpretation“

Anmeldung: via ConfTool (siehe auch Guidelines zur Einreichung)

Einreichungsformat: DHConvalidator

I. Allgemeine Informationen und Inhalte

Nutzen wir vorhandene Spielräume?
Geben sie uns die Freiheit, eine Entscheidung jenseits von „Sachzwängen“ zu treffen?
Erscheint etwas in neuem Licht, müssen wir die „Fakten“ neu interpretieren?

Das sind Fragen, die zunächst einmal spezifisch für Erkenntnisvorgänge in den Geistes- und Kulturwissenschaften zu sein scheinen – letztlich leben diese von den Interpretationsspielräumen, die ihre (textlichen, medialen, musikalischen, bildlichen, sprachlichen, kulturellen usw.) Forschungsgegenstände in der Regel bieten. Was geschieht, wenn wir versuchen, solche Spielräume so zu formalisieren, dass sie in der Auseinandersetzung mit den Gegenständen operabel werden? Funktioniert das überhaupt? Inwieweit beruhen die „Daten“, auf denen informatische Prozesse aufsetzen, schon auf der interpretierenden, selektiven Wahrnehmung dessen, was wir betrachten? Wie beeinflussen die „Vorurteile“, die in die Erfassung solcher Daten eingeflossen sind, letztlich das Ergebnis (eine speziell im Hinblick auf die fortschreitende Anwendung von KI bzw. maschinellem Lernen dringliche Frage)? Wie geht man mit bewusster Exklusion um? Was geht in der scheinbar logischen Kette verloren?

Aber schreiben wir uns in den Humanities wirklich zu Recht Hermeneutik und interpretative Methoden als ein die Informatik herausforderndes Spezifikum zu? Wie können wir Mehrdeutigkeiten, Unwägbarkeiten und Unsicherheiten in unserem Interpretieren erfassen? Lässt sich die Varianz der Ansätze und damit der Deutungsspielraum mehr als bloß vage umreißen? Können geistes- und kulturwissenschaftliche Fragestellungen in Anforderungen an Software übersetzt werden und welche Probleme entstehen dadurch?

Nachjustieren, Modifizieren, Erweitern von Ansätzen gehört zum Forschungsprozess – aber ist das Spiel mit dieser Offenheit tatsächlich ein grundsätzlich anderes als in der Informatik?

Ist dem informatischen Modellieren und dem darauf beruhenden Experimentieren („Testen“) nicht ebenfalls ein Spielcharakter eigen? Geschieht das Entwickeln von Anwendungen nicht auch in einem Raum, in dem spielerisch ausprobiert wird, zu welchen Ergebnissen deren Anwendung führt, um in der Folge klar definierter Einzelschritte nach und nach den Spielraum an Möglichkeiten so einzuengen, dass das anvisierte Ziel geradlinig und ohne Nebenwirkungen erreicht werden kann? Besteht der Unterschied beim Zusammenwirken mit den Humanities nur darin, dass Spielräume hier noch bewusster mit in das systemische Denken einzubeziehen sind bzw. gerade nicht einzuengen, sondern offenzuhalten sind? Eröffnet der umfassendere und effizientere Zugriff auf Daten nicht ganz neue Spielräume für die Humanities? Wie können die Digital Humanities dazu beitragen hier ein neues methodisches Paradigma zu entwickeln, das beide Wissenschaftsbereiche herausfordert und eine tiefgreifendere Horizontvermittlung voraussetzt?

Die Paderborner Tagung möchte diese von einem Kernbereich des geistes- und kulturwissenschaftlichen Selbstverständnisses ausgehenden Fragen, die zugleich ein Kernthema für die Digital Humanties bilden, in den Fokus rücken. Spielräume sollen nicht nur für einen entsprechenden Austausch geschaffen werden, sondern auch das Rahmenprogramm der Tagung bestimmen. Spielraum ist selbstverständlich auch für andere Themen und alternative Formate vorhanden. Insbesondere im Hinblick auf die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses – Stichwort Peer Mentoring – bietet die Tagung Raum für besondere Begegnungsformen.

Die Universität Paderborn, die Stadt Paderborn als Leitkommune der digitalen Modellregion Ostwestfalen-Lippe und das Heinz Nixdorf Museumsforum mit seiner umfassenden Präsentation der Kulturgeschichte des Digitalen freuen sich auf Ihren Besuch und eine ereignis- und diskussionsreiche Tagungswoche!

Über diese Schwerpunktbereiche hinaus sind Vorträge zu allen Themen aus den Digital Humanities sowie die Vorstellung und Diskussion von positiven und negativen, eigenen oder fremden Projektergebnissen willkommen.

II. Formalia

Es können eingereicht werden:

  • Vorträge (Vorschlag von mindestens 1200, maximal 1500 Wörtern)
  • Panels (minimal drei, maximal sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmer, ein Vorschlag von mindestens 1200, maximal 1500 Wörtern)
  • Poster (Vorschlag von mindestens 500, maximal 750 Wörtern)
  • Vor der Tagung stattfindende, halb- oder ganztägige Workshops (Vorschlag von mindestens 1200, maximal 1500 Wörtern)

Für die Einreichung der Vorschläge müssen Sie sich in ConfTool registrieren und eine mit dem DHConvalidator-Webservice erstellte dhc-Datei zur Begutachtung einreichen. Zusätzlich ist eine Kurzzusammenfassung des Vorschlags mit ca. 100-150 Wörtern in Conftool einzutragen. Die Vorschläge und die Kurzzusammenfassungen werden auf der Website der Tagung und im Tagungsprogramm veröffentlicht. Über den DHConvalidator erhalten Sie auch ein Template zur Einreichung von Word- bzw. OpenOffice-Formaten mit den Guidelines für Zitate, Quellenangaben und Bibliographie. Sie können dazu auch die Guidelines heranziehen.

Die Frist für die Einreichung von Beiträgen läuft am 16. September 2019 (24:00 Uhr, MESZ) ab. Eine Benachrichtigung darüber, ob der Beitrag angenommen wurde, wird bis spätestens 11. November 2019 versandt. Rückfragen zur Einreichung richten Sie bitte per E-Mail an: info@dhd2020.de

Die primäre Sprache der Veranstaltung ist Deutsch. Vorschläge werden bevorzugt auf Deutsch eingereicht. Wird der Vorschlag in einer anderen Sprache eingereicht, so kann eine Übersetzung ins Deutsche beigefügt werden. In diesem Fall entscheiden die Einreichenden über die zu begutachtende Fassung.

Jede Person kann nur einen einzigen Vorschlag als Vortrag oder Poster einreichen (Rolle: „Vortragende Person im ConfTool“) und nur einen Vortrag halten. Die Ko-Autorschaft bei maximal zwei weiteren Vorschlägen (Vortrag oder Poster) ohne Beteiligung an der Präsentation ist möglich. Zusätzlich kann jede Person an maximal einer Panel- oder Workshop-Einreichung beteiligt sein. Es wird davon ausgegangen, dass angenommene Beiträge von den Einreichenden persönlich und vor Ort vorgestellt werden. Es besteht kein Anspruch auf Zuschaltung oder Übertragung aus der Ferne.

Ein Vorschlag für eine wissenschaftliche Präsentation hat normalerweise Referenzen, die am Ende in einer Bibliographie aufgelistet werden. Diese werden bei der Ermittlung der Länge der Vorschlagstexte nicht berücksichtigt. Alle Wörter davor (z. B. Bildunterschriften) werden gezählt.

Ein guter Vorschlag folgt den Prinzipien guter wissenschaftlicher Arbeit und beschreibt in inhaltlich und formal strukturierter Weise Forschungsfrage, Material, Methode und Ergebnisse. Falls Unklarheit über die Form von Vorschlägen besteht, empfiehlt sich ein Blick in gelungene Beispiele der letzten Tagung: Vortrag, Panel, Poster, Workshop.

a) Vorträge

Vorträge (Vorschlagstext: mindestens 1200, maximal 1500 Wörter) stellen unveröffentlichte Ergebnisse dar, und/oder berichten über die Entwicklung von signifikanten neuen Methoden oder digitalen Ressourcen und/oder stellen ein methodisches bzw. theoretisches Konzept vor. Für die einzelnen Vorträge sind 20 Minuten Präsentationszeit und zehn Minuten für Fragen vorgesehen. Es wird erwartet, dass im Vorschlag zumindest signifikante Zwischenergebnisse vorgelegt werden. Vortragsvorschläge sollten den Forschungsbeitrag in geeigneter Weise auf dem Hintergrund des Forschungsstands kontextualisieren und seine Bedeutung für die (digitalen) Geisteswissenschaften oder einen jeweiligen Teilbereich daraus deutlich machen. Ein Literaturverzeichnis ist beizufügen. Für die Ankündigung von Vorhaben, zu denen noch keine Zwischenergebnisse vorliegen, ist das Posterformat vorgesehen.

b) Panels

Panels bieten drei bis sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit ein Thema zu diskutieren, das den Bereich eines einzelnen Projektes, Projektverbundes oder Forschungsstandorts überschreitet. Panels sollen einer ausgeglichenen Beteiligung von Männern und Frauen möglichst nahekommen. Es wird erwartet, dass von der 90-minütigen Sitzung nicht mehr als ein Drittel auf vorbereitete Statements entfällt und die Aussprache innerhalb des Panels genügend Zeit für eine Diskussion des Panels mit dem Publikum lässt (ca. 30 min). Die Panel-Organisatorinnen und -Organisatoren reichen eine kurze Beschreibung des Themas im Umfang von mindestens 1200, maximal 1500 Wörtern ein und bestätigen die Bereitschaft der aufgeführten Personen, am Panel teilzunehmen. Für die Annahme eines Panelvorschlags ist die stringente Darlegung des thematischen bzw. methodischen Zusammenhangs der Einzelbeiträge von entscheidender Bedeutung.

c) Posterpräsentationen

Poster (Vorschlagstext: mindestens 500, maximal 750 Wörter) können zu jedem Thema des Call for Papers eingereicht werden. Sie können auch den Stand einzelner Projekte anschaulich beschreiben oder Software demonstrieren.

d) Vor der Tagung stattfindende Workshops

Workshops dauern einen halben Tag oder zwei halbe Tage. Die Vorschläge sollten die folgenden Informationen enthalten

  • Titel und eine kurze Beschreibung des Themas (mindestens 1200, maximal 1500 Wörter). Die vollständigen Kontaktdaten aller Beitragenden sowie einen Absatz zu deren Forschungsinteressen
  • Die Zahl der möglichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer
  • Angaben zu einer etwa benötigten technischen Ausstattung
  • Den für den Workshop spezifischen Call for Papers, falls ein solcher veröffentlicht wird

Von den Workshopleiterinnen und -leitern wird erwartet, dass sie sich für die Tagung anmelden. Von der Anmeldung ausgenommen werden können nur Vortragende, die ansonsten nicht an weiteren Veranstaltungen der Tagung teilnehmen.

e) Nachwuchsförderung und Mentoring Gruppe DHd2020

Zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuches soll ein Doctoral Consortium angeboten werden, das dazu dienen kann, Dissertationsvorhaben ausgewählter Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch Feedback und Coaching erfahrener Professorinnen und Professoren außerhalb des engeren Betreuerkreises weiterzuentwickeln. Die dazu einzureichenden Exposés (Umfang ca. 500-750 Worte) werden von den teilnehmenden Professorinnen und Professoren im Hinblick auf die Bedeutung und Begründung der Forschungsfrage, der wissenschaftlichen und fachlichen Güte der Ausarbeitung, den potenziellen Beitrag für das Kolloquium und dem potenziellen Nutzen für die Bewerberin bzw. den Bewerber bewertet. Die Einreichenden der besten Exposés werden zum Doctoral Consortium eingeladen, das finanziell durch die DHd2020 unterstützt wird. Es werden keine separaten Teilnehmergebühren erhoben, die Verpflegung während des Doctoral Consortiums sowie eine Übernachtung werden durch die Veranstalter übernommen, zusätzliche Übernachtungen, Reisekosten und Teilnahmegebühr der DHd2020 tragen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst. Um rechtzeitige Anmeldung zu den oben genannten Fristen über Conftool wird gebeten.

Geplant ist zudem die Gründung einer Mentoring Gruppe, um im Hinblick auf die Nachwuchsförderung den Austausch unter den Forschenden und die Netzwerkbildung im Habilitations- bzw. Qualifikationsprozess zu unterstützen. Interessentinnen und Interessenten an dieser Gruppe werden gebeten, in Conftool an der entsprechenden Stelle ein Häkchen zu setzen.

Es ist geplant, durch die Einwerbung von Fördergeldern Reisestipendien von jeweils bis zu 400 € an Vortragende und Beteiligte zu vergeben, denen nur geringe oder keine finanziellen Mittel im Rahmen eigener Stellen und Projekte zur Verfügung stehen. Hierzu wird ein separater Call veröffentlicht.

f) Anderes

Die Jahrestagung bietet Raum für begleitende Vernetzungstreffen, Arbeitsgruppensitzungen und ähnliches. Raumbedarfe und Termine sollen im Vorfeld mit den Organisatorinnen und Organisatoren der Konferenz abgestimmt werden. Parallele workshopartige Veranstaltungen sind nicht möglich, und sollten als reguläre Workshops eingereicht werden.

III. Bewertung der Beiträge

Ein gutes Proposal beschreibt das gestellte Forschungsproblem, bezieht sich auf den aktuellen Forschungsstand, beschreibt die angewendete Methode und benennt das Ergebnis der Forschungen.

a) Kriterien

In der Begutachtung werden die folgenden Bewertungskriterien angelegt

  • Allgemeine Empfehlung zur Annahme (4-fach gewertet)
  • Es handelt sich um einen innovativen Beitrag zum Gegenstandsbereich der DH (3-fach gewertet)
  • Der Stand der Forschung ist hinreichend dargestellt (u.a. durch eine Bibliographie) (2-fach gewertet)
  • Die Forschungsmethodik ist verständlich beschrieben (2-fach gewertet)
  • Der Vorschlag ist verständlich formuliert (1-fach gewertet)
b) Bewertungsskala (Punkte)
  • 5 – trifft völlig zu
  • 4 – trifft weitgehend zu
  • 3 – trifft eher zu
  • 2 – trifft eher nicht zu
  • 1 – trifft weitgehend nicht zu
  • 0 – trifft gar nicht zu

Es können demnach maximal 60 Punkte erreicht werden.

Stellenausschreibung: Stellvertretende Abteilungsleitung Forschung und Entwicklung, E 14 TV-L, Vollzeit, zunächst zwei Jahre befristet. Eine Entfristung wird angestrebt

dhd-blog - Do, 05/02/2019 - 16:52

Die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB Göttingen) ist die zentrale Universitätsbibliothek der Georg-August-Universität Göttingen. Sie ist eine der größten wissenschaftlichen Bibliotheken Deutschlands und nimmt in der Literaturversorgung vielfältige überregionale Aufgaben wahr. In nationalen und internationalen Kooperationen werden unter anderem digitale Forschungsinfrastrukturen, kollaborative Forschungsumgebungen und unterschiedliche Aspekte des Forschungsdatenmanagements erforscht und entwickelt.

Die Abteilung Forschung und Entwicklung der SUB Göttingen versteht sich als Bindeglied zwischen Bibliothek und Forschung und unterstützt natur- und geisteswissenschaftliche Disziplinen mit digitalen Methoden und Werkzeugen. Sie ist an nationalen und internationalen, vorwiegend drittmittelgeförderten Projekten beteiligt, um sowohl fachspezifische als auch interdisziplinäre Anwendungen für die Forschung zu entwickeln, neue Forschungsmethoden voranzubringen, informationswissenschaftliche Fragestellungen zu erforschen und Infrastrukturen und Services aufzubauen. Die Abteilung wird von einem vierköpfigen Team geleitet und hat zurzeit rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in 14 Drittmittelprojekten beschäftigt sind.

Zur Verstärkung unseres Teams suchen wir zum nächst möglichen Zeitpunkt

eine Mitarbeiterin / einen Mitarbeiter (w/m/d) E 14 TV-L, Vollzeit, als stellvertretende Abteilungsleitung der Abteilung Forschung & Entwicklung und Leitung eines eigenen Forschungsbereichs

mit einer regelmäßigen Arbeitszeit von 39,8 Wochenstunden.
Die Stelle ist auf zunächst zwei Jahre befristet. Eine Entfristung wird angestrebt, und bei Erfüllung der persönlichen Voraussetzungen könnte sich auch eine Verbeamtungsperspektive ergeben.

Gesucht wird eine herausragende Persönlichkeit mit einem Gespür für Zukunftsthemen im informationswissenschaftlichen Bereich. Wichtig ist ein sicherer Umgang mit Mitarbeitenden und Kooperationspartnern. Idealerweise bringt die Person ein disziplinen- und themenfeldübergreifendes Forschungsprofil, frische Ideen und ein eigenes wissenschaftliches Netzwerk in die SUB Göttingen ein und ist bereit, schon bestehende Projekte inhaltlich und administrativ zu leiten.

Zu den Aufgaben gehören:
  • Leitung und Koordinierung eines eigenen Forschungsbereichs, z. B.  Forschungssoftware / virtuelle Forschungsumgebungen, Forschungsinfrastrukturen, Digital Humanities
  • Stellvertretende Leitung der Abteilung, Unterstützung der Abteilungsleitung in allen Managementbelangen und Vertretung der Abteilungsleitung nach innen und außen
  • Strategische und konzeptionelle Weiterentwicklung sowie Koordinierung von Forschungsthemen, insbesondere an der Schnittstelle zwischen Informationswissenschaften, Informatik und Fachwissenschaften
  • Konzeption, Koordinierung und Umsetzung von Forschungsanträgen bei nationalen und internationalen Förderern
  • Eigenverantwortliche Mitwirkung an den administrativen Prozessen der Abteilung (Personalverwaltung, Finanzverwaltung)
Vorausgesetzt werden:
  • Abgeschlossenes wissenschaftliches Universitätsstudium, bevorzugt mit Promotion
  • Eigenes Forschungsprofil – nachgewiesen durch Publikationen und Vorträge – in einem informatischen, informationswissenschaftlichen oder verwandten Bereich
  • Ausgezeichnete Kenntnisse im Bereich Forschungsförderung (DFG, EU, BMBF etc.)
  • Nachgewiesene Erfahrung in Projektantragsstellungen und der Projektakquise (national / international)
  • Hervorragende Kommunikations- und Sozialkompetenz, sehr gute Teamfähigkeit
  • Hervorragende Deutschkenntnisse und verhandlungssichere Englischkenntnisse in Wort und Schrift
  • Ausgesprochenes Organisationstalent und Zeitmanagement sowie Belastbarkeit, Bereitschaft zu Dienstreisen
Wünschenswert und von Vorteil sind:
  • Nachgewiesene Berufs- und Leitungserfahrung in dem Bereich Forschung und Entwicklung oder im Bereich Fundraising
  • Nachgewiesene Erfahrung in dezentralen und interdisziplinären Forschungsvorhaben

Es erwartet Sie eine spannende, anspruchsvolle und abwechslungsreiche Tätigkeit in einem internationalen, innovativen und wissenschaftsnahen Umfeld. Freuen Sie sich auf engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einem engagierten interdisziplinären Team.

Für Rückfragen steht Ihnen Herr Dr. Jan Brase (E-Mail) zur Verfügung.

Die Universität Göttingen strebt in den Bereichen, in denen Frauen unterrepräsentiert sind, eine Erhöhung des Frauenanteils an und fordert daher qualifizierte Frauen nachdrücklich zur Bewerbung auf. Sie versteht sich zudem als familienfreundliche Hochschule und fördert die Vereinbarkeit von Wissenschaft / Beruf und Familie. Die Universität hat sich zum Ziel gesetzt, mehr schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Bewerbungen Schwerbehinderter erhalten bei gleicher Qualifikation den Vorzug.

Bitte reichen Sie Ihre Bewerbung mit allen wichtigen Unterlagen in einem Dokument zusammengefasst bis zum 2.6.2019 ausschließlich über das Bewerbungsportal ein.

Im begründeten Ausnahmefall können Sie Ihre Unterlagen an die Direktion der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, Platz der Göttinger Sieben 1, 37073 Göttingen senden.

Hinweis:
Wir weisen darauf hin, dass die Einreichung der Bewerbung eine datenschutzrechtliche Einwilligung in die Verarbeitung Ihrer Bewerberdaten durch uns darstellt. Näheres zur Rechtsgrundlage und Datenverwendung finden Sie im Hinweisblatt zur Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) (PDF 87,5 KB). Zurück

Call for Short Papers: Round Table Visualizing Hypotheses: Practical Handling of Uncertainty in Digital 3D Models at CHNT 2019 (November 4-6, 2019)

dhd-blog - Do, 05/02/2019 - 10:49

The call for papers for the 24th conference on Cultural Heritage and New Technologies (CHNT 24), taking place on November 4-6, 2019 in Vienna, is now open.

Short presentations of 10 minutes are welcome for the round table Visualizing Hypotheses: Practical Handling of Uncertainty in Digital 3D Models, which is organized by Christiane Clados (University of Marburg) and Heike Messemer (Universität Würzburg, Urban History 4D) as members of the working group “AG Digitale Rekonstruktion”.

The aim of this round table is to bring together scholars from different disciplines to discuss how hypotheses and uncertainties are visualized in scientific 3D reconstructions and how this can be handled in the future:

Digital 3D reconstructions of cultural artefacts, historical characters and architecture contribute to a better understanding of cultural heritage. In the broad user community, experts from various fields such as architecture, archaeology, art history, palaeontology, forensic anthropology, museology generate 3D reconstructions in order to gain insights into no longer existing evidence. Therefore, such reconstructions are a critical tool for the “translation” of scientific data into visualizations, which make these accessible to the expert community and the general public.

However, due to knowledge gaps within the diverse set of underlying sources, uncertainties are part of nearly all digital models. As user communities handle the visualization of hypotheses in 3D reconstructions differently, the situation is still unsatisfactory. When can (a part of) a reconstruction be regarded as being hypothetical in the first place? How are uncertainties indicated visually? So far, no common principles for the visualization of hypotheses within 3D models have been established, leaving experts and practitioners with no guidance on hypothesis modelling.

The aim of this roundtable, an initiative of the working group “AG Digitale Rekonstruktion”, is to discuss these issues from different disciplinary perspectives. Presenters are invited to address the following questions: How shall we deal with uncertainties in digital 3D reconstructions of cultural heritage architecture, cultural artefacts, individuals, and fossils? How can hypotheses be visualized in presentations for experts and the general public? What is the state of the art, and which factors influence the visualization of hypotheses? What can be the methods/designs/visions for the future?

The deadline for submitting abstracts is June 30, 2019. The text should not exceed 300 words. At least one visualization is required. Please add 3-5 keywords.

Link to information about the Round Table Visualizing Hypotheses and the submission process: https://www.chnt.at/visualizing-hypotheses-practical-handling-of-uncertainty-in-digital-3d-models/

CIPA Workshop on Research and Education in Urban History in the Age of Digital Libraries 2019 in Dresden

dhd-blog - Do, 05/02/2019 - 10:42

The CIPA Workshop on Research and Education in Urban History in the Age of Digital Libraries takes place on October 10-11, 2019 at the Deutsches Hygiene-Museum in Dresden, Germany. It is co-located with the Time Machine Conference 2019. The workshop is an international event for the professionals of multiple disciplines and scholars working in the Digital Cultural Heritage domain. The aim of the workshop is to bring together experts, stakeholders and researchers from the cultural domain, starting a dialogue that will lay out the foundation for the creation of a multidisciplinary community of practice.

Urban history, drawing on architectural heritage and cultural history, is one of the key areas in digital humanities. Regarding to that research interest, digital libraries play an important role, especially for visual media like photographs, paintings, or drawings, but also for physical and digital 3D models. Due to the wide field of possible research, different approaches, methods and technologies have emerged – and are still emerging. We aim to discuss crucial challenges for further research and encourage debate on the state of the art and future work. We would like to invite contributions on theoretical and methodological issues, application scenarios and projects, as well as novel approaches and tools. This includes the following five areas

  • Research on Architectural and Urban Cultural Heritage
  • Technologies, Computing and Data
  • Theory and Systematization
  • Education in Urban History
  • Infrastructures and Governance

To this cause, we are seeking for original and innovative contributions in theoretical and practical applications on Digital Cultural Heritage.

Please submit an extended abstract of 1500-1700 words in PDF format by June 30th, 2019 via the electronic upload submission procedure on EasyChair. The conference adopts a double blind reviewing process. The authors must ensure that any information such as affiliations, contact details, e-mails or other type of information that can help identify the authors of the papers are removed from the submitted version.

Please use the Springer LaTeX2e, Microsoft Word 2003 or Microsoft Word 2007 templates and guidelines for formatting your extended abstract.

All submissions will be peer reviewed for their originality, validity, methodology, writing quality and overall contribution to the research fields of the conference.

Proceedings

Selected submissions will be invited for journal publication. Accepted full papers from last year’s workshop have been published as Springer CCIS 817 Digital Research and Education in Architectural Heritage.

We look forward to welcoming you to an exciting conference and workshop in Dresden!

Workshop Organizers

Florian Niebling, University of Würzburg

Heike Messemer, University of Würzburg

Sander Münster, TU Dresden

IIIF-Jahreskonferenz 2019 in Göttingen: Programm und Registrierung

dhd-blog - Mo, 04/29/2019 - 08:48

Die International Image Interoperability Framework (IIIF) Conference 2019 findet vom 24. bis 28. Juni in Göttingen statt und wird von der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen ausgerichtet.

Die Veranstaltung richtet sich an ein breites Spektrum von Aktiven und Interessierten aus Technik, Wissenschaft und Kultur, die mit digitalen Bildern und audiovisuellen Materialien arbeiten. Sie findet in englischer Sprache statt, sofern nicht anders angegeben.

IIIF für Einsteiger

Besonders hinweisen möchten wir auf den kostenlosen (englischsprachigen) Showcase am Montag und den eigens für die deutschsprachige Community aufgenommenen Workshop am Dienstag „IIIF für Einsteiger, eine deutschsprachige Einführung„, der den Einstieg in IIIF erleichtern soll. Alle, die wenig oder keine Erfahrung mit IIIF haben, finden hier einen niedrigschwelligen Zugang. Die Teilnahme am Workshop-Tag kann separat zum reduzierten Beitrag von 70 Euro gebucht werden.

Den Programmentwurf sowie Informationen zu Anreise, Hotel und Veranstaltungsort finden Sie auf unserer Konferenzseite: https://iiif.io/event/2019/goettingen/

Registrierung: https://www.eventbrite.co.uk/e/2019-iiif-annual-conference-tickets-58796011453

Für Fragen wenden Sie sich gerne an iiif2019@sub.uni-goettingen.de

Stellenausschreibung: DDK – Bildarchiv Foto Marburg, 2 wiss. Mitarbeiter/innen, 100% und 50%, E 13, befristet

dhd-blog - Fr, 04/26/2019 - 14:48

Das Deutsche Dokumentationszentrums für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg an der Philipps-Universität Marburg sucht für das BMBF-Projekt „Kontinuierliches Qualitätsmanagement von dynamischen Forschungsdaten der materiellen Kultur (KONDA)“ zum 1.7.2019 (vorbehaltlich der Mittelbewilligung), befristet auf 3 Jahre

eine / einen

wissenschaftliche/n Mitarbeiter/in (bis E 13, 100%)

Aufgaben: Mitarbeit an der Erfassung domänenspezifischer Anforderungen sowie Instanziierung eines zu entwickelnden Qualitätsmanagementprozesses für Erschließungsdaten von materiellen Kulturgütern, Einbringung der Anforderungen in die Weiterentwicklung von LIDO und Erstellung von bzw. Mitwirkung an Handbuch-Publikationen mit LIDO-Thematik.

und eine / einen

wissenschaftliche/n Mitarbeiter/in (bis E 13, 50%)


Aufgaben: Projektkoordination, Mitarbeit an der Erfassung domänenspezifischer Anforderungen für einen zu entwickelnden Qualitätsmanagementprozess für Erschließungsdaten von materiellen Kulturgütern, Durchführung von Fachveranstaltungen zur LIDO-Weiterentwicklung, Kommunikations- und Informationsarbeit, Mitwirkung an Handbuch-Publikationen mit LIDO-Thematik.


Es erwartet Sie eine vielseitige und spannende Aufgabe in einem
engagierten Team in kooperativer Arbeitsatmosphäre.


Bewerbungsschluss ist der 24.5.2019.

Die vollständigen Ausschreibungstexte finden Sie unter:
https://www.uni-marburg.de/de/fotomarburg/ueberuns/stellenangebote

Die DHd2019 als Treffen der EntdeckerInnen

dhd-blog - Di, 04/23/2019 - 18:01

Es wäre nicht ungerecht zu sagen, dass die Digital Humanities zuweilen einen ausgeprägten projektorientierten Charakter aufweisen. In ihrem Arbeitsalltag arbeiten die Digital HumanistInnen oft in eigenen Projektinseln. Sie beschäftigen sich mit fach- und projektspezifischen Fragestellungen und versuchen, Lösungs- und Forschungsansätze für die jeweiligen Projekte zu entwickeln und zu implementieren. Häufiger werden diese Projektinseln in einemgeisteswissenschaftlichen Fach verortet. Während immer mehr Digital Humanities Zentren gegründet werden, um die unterschiedlichen Lösungs- und Forschungsansätze zu bündeln, arbeiten viele Digital HumanistInnen auf ihrer Insel dennoch in der Isolation. Es gibt ein gewisses Selbstverständnis, eine unausgesprochene Übereinkunft darüber, dass die geisteswissenschaftlichen Fragestellungen fachspezifisch sind und daher jeweils eigener Methoden zur Lösung erfordern; unabhängig davon, dass oft ähnliche Technologien benutzt werden.

Abgesehen von der Diskussion, ob Digital Humanities Aktivitäten immer auf bestimmten Inseln stattfinden sollten, muss man verstehen, dass das Arbeiten in der Isolation für Digital HumanistInnen gewisse Konsequenzen hat. Zum einen erzeugen die Projektorientierung und die engen Rahmbedingungen eine Situation der definitorischen Problematik, die der Identitätsbildung des Faches entgegensteht. Zum anderen kommt es häufiger vor, dass mehrere Digital HumanistInnen auf die gleichen Probleme in unterschiedlichen Fachkontexten stoßen, ohne zu wissen, dass das Problem nicht nur sie allein betrifft, und dass die Lösungen, wenn auch nicht generalisierbar und spiegelbildlich implementierbar, möglicherweise in pragmatisch-philosophischer Form auf einer anderen Insel schon erarbeitet worden sind (Thaller 2012).

Am Anfang meiner Forschung als Digital Humanist war es zumindest so, dass ich mich häufiger isoliert gefühlt habe, und das, obwohl ich an der Universität zu Köln studiere, die für sich eine eHumanities-Tradition etabliert hat. Während man versucht, seine eigene Insel zu entschlüsseln, aber sich dabei auch bemüht, andere Inseln zu erforschen und deren Probleme, Herausforderungen und Lösungen zu verstehen, und man wiederum von anderen Digital HumanistInnen erwartet, dass sie das gleiche mit der eigenen Insel tun, ist das Gefühl auf einer Insel zu arbeiten nicht trivial.

Die Insel-Metapher mag in diesem Kontext melancholisch klingen, aber sie versetzt uns gleichzeitig in die Lage, die Digital Humanities in einem heroischen Zusammenhang zu definieren. Die Insel-Metapher muss nicht unbedingt im Sinne eines auf-einer-Insel-Stecken-Bleiben verstanden werden, sondern eher in einem explorativen Kontext, wie ihn z. B. Willard McCarty als „archipelago“ imaginiert hat. Mit diesem Twist werden Digital HumanistInnen nicht als Herren einer bestimmten Insel verstanden, sondern als maritime EntdeckerInnen, die die Segel hissen und in See stechen (McCarty 2005, 2013).

Von dieser Perspektive ausgehend war die 6. Jahrestagung des Verbands Digital Humanities im deutschsprachigen Raum für mich überwältigend und inspirierend zugleich. Stellen Sie sich das einmal vor: Mit über 500 Teilnehmern und 135 Beiträgen ist das schon eine Menge erfahrener EntdeckerInnen, die gut strukturierte aber auch sehr exotische Geschichten von ihren Abenteuern erzählen. Ich als Nachwuchswissenschaftler konnte meine Nervosität darüber nicht unterdrücken, vor so vielen Forschenden vorzutragen. Ist meine Entdeckungsreise interessant genug? Macht das, worauf ich in der „Isolation“ gestoßen bin, für die anderen Forschenden Sinn? Darf ich mich überhaupt Entdecker nennen?

Interessant ist, dass der Begriff der Isolation im Rahmen der Tagung für mich abgeschwächt wurde. Nach jeder Session, an der ich teilnahm, ließ die Nervosität nach. Obwohl die Themen sehr divers waren, konnte man den gemeinsamen Nenner spüren. Ich behaupte, dass ich im Laufe dieser Sessions verstanden habe, warum „archipelago“ so eine schöne Metapher für DH-Aktivitäten ist. Unabhängig davon, welche Ufer besucht werden, ist ein gemeinsames Interesse ein neues Weltverständnis, das durch die Entdeckungsprozesse entsteht. Neue Ufer, neue Prozesse, ständig aktualisierte Weltverständnisse…

ULB Bonn sucht Wissenschaftlichen Mitarbeiter (m/w/d) im FID Romanistik

dhd-blog - Di, 04/23/2019 - 13:41

Die Universitäts- und Landesbibliothek Bonn sucht für den FID Romanistik im Bereich Forschungsdatenmanagement einen Wissenschaftlichen Mitarbeiter (m/w/d) für die Dauer des Mutterschutzes und der sich voraussichtlich bis 31.12.2021 anschließenden Elternzeit (bis 31.7.2020 in Vollzeit, danach in Teilzeit mit 50 %)

Ihre Aufgaben:

  • Mitarbeit im Fachinformationsdienst Romanistik
  • Entwicklung von Serviceangeboten im Bereich Forschungsdatenmanagement
  • Vor-und Nachbereitung von fachspezifischen Tagungen

Die vollständige Stellenausschreibung finden Sie unter: https://www.uni-bonn.de/die-universitaet/stellenangebote/abt.-3.2/wissenschaftlicher-mitarbeiter-m-w-d-ulb

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