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Digital Humanities im deutschsprachigen Raum
Aktualisiert: vor 31 Minuten 17 Sekunden

Überlegungen zu Harmonisierung und Standardisierung im Rahmen des Projekts CLARIAH-DE – oder: Aus der „Suppenküche“ von Arbeitspaket 1: Forschungsdaten, Standards und Verfahren

Fr, 07/10/2020 - 19:59

von Daniela Schulz

Anmerkung: Der nachfolgende Text gibt einen groben Einblick in aktuelle Arbeiten und ist damit als Werkstattbericht zu verstehen.

In den vergangenen Jahren haben sich die beiden Verbünde CLARIN-D und DARIAH-DE als digitale Forschungsinfrastrukturen für Werkzeuge und Forschungsdaten in Deutschland etabliert und beispielsweise auch an der Entwicklung von Materialien für Lehre und Weiterbildung im Bereich der digitalen Geisteswissenschaften gearbeitet. Während DARIAH-DE einen klaren Schwerpunkt auf textuellen Daten und z.B. deren Aufbereitung in Form digitaler Editionen hat, liegt der Fokus von CLARIN-D eher auf der Bereitstellung von Daten und Werkzeugen für linguistische Analysen. Aufbauend auf früheren Kooperations- und Abstimmungsprozessen, und gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), werden beide Infrastrukturen im Kontext des Projektes CLARIAH-DE (2019-2021) zusammengeführt. Ziel ist die Herstellung von Interoperabilität (auch im Sinne der Fair Data Principles), sodass beispielsweise Daten des einen Verbundes mit Werkzeugen des anderen verwendet werden können. Die Etablierung einheitlicher Workflows sowie entsprechende Dokumentationen und Handreichungen sollen den geistes- und kulturwissenschaftlich Forschenden die Nutzung der komplexen digitalen Werkzeuge innerhalb der gemeinsamen Infrastruktur von CLARIAH-DE erleichtern. Das Projekt leistet damit konkrete Vorarbeiten zur Entwicklung und Etablierung der Nationalen Forschungsdateninfrastrukturen (NFDI).

Das Arbeitspaket (AP) 1 „Forschungsdaten, Standards und Verfahren“ von CLARIAH-DE erprobt zur Förderung der Interoperabilität, verbreitete Konkretisierungen der Guidelines der Text Encoding Initiative (TEI) wie das Basisformat des Deutschen Textarchivs (DTABf) als Austauschformat zu verwenden. Das DTABf ist bereits als Format für Textsammlungen, insbesondere für die Annotation von Volltexten historischer Drucke, aber auch für Zeitungen und einfach strukturierte Manuskripte etabliert. Nun wird evaluiert, inwieweit seine Verwendung auch auf das sehr diverse Feld der digitalen Editionen übertragbar ist und welche Anpassungen notwendig sein könnten. Dahinter steht der Gedanke, dass ein Austauschformat nicht alle vormals kodierten Informationen in der ursprünglichen Tiefe abbildet, aber dennoch als „Kernkodierung“ die nötigsten inhaltlichen und strukturellen Informationen eines Textes darstellen kann. Dies ermöglicht eine Integration der eigentlich sehr diversen Editionsdaten in Korpora mit einheitlichen und damit strengen Kodierungsvorgaben. Der Text ist dort dann auch durch jene Tools und Service nutzbar, die speziell für diese TEI-Anpassung entwickelt wurden.

Die Evaluation basiert auf Fallstudien ausgewählter digitaler Editionen. Um die Vielfalt und damit die Repräsentativität der der Evaluation zugrunde gelegten Daten zu gewährleisten, sollen sich die Editionen, die für die Auswertung herangezogen werden, möglichst deutlich voneinander unterscheiden, z.B. hinsichtlich des zugrunde liegenden Quellenmaterials, des gewählten Editionsmodells oder der Art der TEI-Auszeichnung. Daher wurden auf der Grundlage einer Durchsicht relevanter editionswissenschaftlicher Literatur und anhand der digitalen Editionen, die an den am Projekt beteiligten Institutionen entstehen oder entstanden sind, insgesamt sieben Kriterien entwickelt und zu einer sog. Editionsmatrix (EdMa) zusammengeführt. Diese soll – auch über den Zweck der konkreten Projektarbeit hinaus – eine grobe Kategorisierung digitaler Editionen im Allgemeinen erlauben. Geplant ist daher, dieses Hilfsmittel zeitnah auch der Allgemeinheit zugänglich zu machen.

Die Evaluation des DTABf hinsichtlich seiner Eignung als Austauschformat für digitale Editionen im Rahmen von AP 1 wird von den folgenden Fragen geleitet:

  • Welche Phänomene, die in digitalen Editionen vorkommen, werden nicht durch das DTABf-Tag-Set abgedeckt?
  • Welche Phänomene sind im DTABf anders kodiert als in den vorliegenden digitalen Editionen? Ist ein Mapping unproblematisch oder gibt es grundlegende (semantische) Unterschiede in der Auszeichnung?
  • Welche Informationen werden im DTABf benötigt, sind aber in den digitalen Editionen nicht kodiert worden?

Anhand des bisherigen Erkenntnisstandes lassen sich die erfassten Phänomene als (1) verlustfrei übertragbar, (2) partiell übertragbar und (3) fehlend klassifizieren. Je nach erforderlichem Aufwand und Ergebnis der Konvertierung, kann diese entweder zu einem DTABf-validen Text führen, in dem alle vorhandenen Informationen verlustfrei in das DTABf konvertiert werden können, oder zu einem DTABf-konformen Text, der im Kern einen DTABf-validen Text darstellt, aber auch über das DTABf hinausgehende Annotationen aufweisen kann. Diese „zusätzlich“ enthaltenen und kodierten Informationen könnten für eine Verarbeitung im Kontext des DTA ignoriert werden. Durch eine DTABf-konforme Auszeichnung wird einerseits der Spielraum der Editorinnen und Editoren in der Kodierung nicht zu stark eingeschränkt, andererseits bereits bei der Anlage einer Edition eine mögliche spätere Aufbereitung für eine (Nach)Nutzung im DTA erleichtert. Somit wäre der prospektive Mehrwert einer Eingliederung in ein größeres Korpus – und damit auch eine bessere Sichtbarkeit der eigenen Edition – gegeben.

Bei der Entscheidung, ob eine bestimmte Edition für die Überführung geeignet ist, sind Aufwand der Überführung und daraus zu erwartender Mehrwert gegeneinander abzuwägen. Mithilfe der im Kontext des CLARIAH-DE-Projekts entwickelten Editionsmatrix, ausführlicher Evaluationsberichte zu den einzelnen Fallbeispielen inklusive Mapping-Empfehlungen sowie entsprechender Handreichungen bzw. Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die gerade entstehen, erhoffen sich die am Arbeitspaket Beteiligten, Anwenderinnen und Anwendern das nötige Rüstzeug an die Hand zu geben, ihre Editionen standardisiert und somit möglichst nachnutzbar aufzubereiten (oder direkt anzulegen). 

In ausführlicherer Form hätten die aktuellen Arbeiten des AP eigentlich in diesem Monat im Rahmen der DH2020 in Ottawa (jetzt als DH2020v) erstmals einer breiteren Öffentlichkeit präsentiert und zur Diskussion gestellt werden sollen. Der Beitrag mit dem Titel „Crossroads, shortcuts, detours, bypasses or dead ends? Attempts to standardization and interoperability within the context of the CLARIAH-DE project“ wird in absehbarer Zeit im Book of Abstracts zur Veranstaltung nachzulesen sein. Eine weitere Präsentation zum Thema „Criteria for Recording and Categorizing Scholarly Digital Editions“ beim zwischenzeitlich in den November verschobenen DARIAH Annual Event 2020 ist geplant.

RIDE 12 veröffentlicht: Rezensionen digitaler Briefeditionen

Fr, 07/10/2020 - 13:15

Wir freuen uns, die zwölfte Ausgabe des Rezensionsjournals RIDE, das seit 2014 vom Institut für Dokumentologie und Editorik (IDE) herausgegeben wird, ankündigen zu können. Die aktuelle, von Stefan Dumont herausgegebene Ausgabe ist nach RIDE 10 die zweite, deren Schwerpunkt digitale Briefeditionen sind.

Band 12 enthält folgende fünf Rezensionen (drei auf Englisch, zwei auf Deutsch):

Alle Rezensionen sind abrufbar unter http://ride.i-d-e.de/issues/issue-12.

Call for User Stories – Text+

Fr, 07/10/2020 - 11:04

Im Rahmen der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) bereitet Text+ eine überarbeitete Einreichung für die zweite Antragsrunde vor.

Die Angebote von Text+ werden zusammen mit der wissenschaftlichen Community konzipiert und gestaltet. Dazu hat es schon früh Workshops gemeinsam mit den geisteswissenschaftlichen NFDI-Initiativen gegeben. Aktuell arbeitet Text+ mit 19 Fachverbänden aus dem Bereich der Geisteswissenschaften zusammen. In der Governance von Text+ ist vorgesehen, dass die wissenschaftliche Koordination der drei Datendomänen (Kollektionen, Lexikalische Ressourcen und Editionen) von Text+ ausschließlich in den Händen von Fachwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern liegen soll.

Darüber hinaus lädt Text+ Sie als einzelne Forschende ein, die angebotenen Services und Daten innerhalb von Text+ mitzugestalten. Es geht uns darum, möglichst die gesamte Bandbreite der beteiligten Disziplinen, Datendomänen und Forschungsfragen zu erfassen. Dafür haben wir den Call for User Stories vorbereitet.

Nähere Informationen zu Inhalt und Einreichung Ihrer User Story finden Sie in der entsprechenden Vorlage, die hier als PDF und in der editierbaren Word-Version in deutscher und englischer Sprache heruntergeladen werden kann. Mit einer englischsprachigen Einreichung ersparen Sie uns den Arbeitsschritt der Übersetzung. Sie können die Vorlagen gerne mehrmals ausfüllen und eine oder mehrere User Stories einreichen.

Die Antworten werden bis zum 16. August 2020 erbeten. Nach Eingang werden die Einreichungen ausgewertet und einzeln oder als zusammengefasstes Ergebnis auf der Text+-Website veröffentlicht (anonymisierte Angaben sind möglich)

Für Fragen zu den User Stories steht Ihnen das Team des Text+ Office unter office@text-plus.org gerne zur Verfügung.

Digitale Tagung: Sprache und Wissen hin und zurück – iterative Annotation als linguistische Forschungsmethode

Fr, 07/10/2020 - 09:57

Termin: 30. September bis 02. Oktober 2020

Die Tagung wird im Rahmen der Graduiertenplattform des Forschungsnetzwerks Sprache und Wissen organisiert und findet am Termin der Jahrestagung des Netzwerks statt, die um ein Jahr verschoben wird.

Abstract:

Schon die analoge Kulturtechnik des Annotierens mit ihren antiken Wurzeln (Glossen und Scholien z. B.) stellt eine sprachsensible Praktik dar, durch die das Zusammenwirken von verschriftlichter Sprache und kontextualisierend-ergänzendem Wissen explizit und sichtbar gemacht wird. Annotationen dienen einerseits der Anreicherung von Dokumenten mit mehr oder weniger kontextspezifisch relevantem Wissen. Andererseits zielen Annotationen aber auch auf die Erschließung von Texten, das Erkennen von Zusammenhängen und Mustern, die Analyse und Interpretation – also das Gewinnen von Erkenntnissen aus sprachlichen Daten.

Digitale Annotation stellt als wissenschaftliche Methode keine rein mimetisch ins Digitale überführte Form einer analog geprägten Praktik dar, sondern hat sich unter den spezifischen Bedingungen der Digitalität (weiter)entwickelt und ausdifferenziert. Insbesondere die Aspekte der Automatisierbarkeit und der algorithmischen Weiterverarbeitung bzw. Analyse eröffnen neue Perspektiven – gerade für die Korpuslinguistik und die digitale Diskurslinguistik. Doch auch in anderen Bereichen der Linguistik (bspw. der Pragmatik oder Soziolinguistik) wird Annotation immer mehr angewendet. Derzeit verändert sich das methodische Konzept des Annotierens in diesen Forschungsrichtungen dahingehend, dass Annotation als Erkenntnisprozess, der selbst Forschung ist, stärker im Vordergrund steht. Das durch die Computerlinguistik schon länger eingeführte Verständnis von Annotation hingegen ist vor allem auf die Auszeichnung meist systemlinguistischer Kategorien nach einem zuvor festgelegten Gold-Standard, die Messung des Inter-Annotator-Agreements und die Automatisierung bzw. automatisierte Auswertbarkeit ausgerichtet. Es hat sich tendenziell dahingehend entwickelt, dass unter Annotation oft ‚nur‘ das routinemäßige Tagging als mehr oder weniger standardisierter Erschließungsschritt angesehen wird, und zwar als ein Arbeitsgang vor der eigentlichen Analyse und Interpretation der Daten.

In linguistischen Disziplinen, in denen hermeneutische Interpretation eine zentrale Rolle spielt und etwa auch implizite sprachliche Phänomene analysiert werden, wie zum Beispiel in der Pragmatik (vgl. Archer/Culpeper/Davies 2008 und Weisser 2015, 2018), ist eine andere Konzeption des Annotierens notwendig. Hier besteht der methodische Kern aus dem Zusammenspiel von deduktiver und induktiver Kategorienbildung vor dem Hintergrund linguistischer Theorien sowie der iterativen Ausdifferenzierung von Tagsets und Guidelines in einem teils kollaborativen und diskursiven Verfahren. Die Operationalisierung von Forschungsfragen und linguistischen Phänomenen in Kategorien-Definitionen und -Systemen sowie in den entsprechenden Annotationsrichtlinien ist nicht mehr nur eine Voraussetzung für die Analyse, sondern selbst eine wichtige Ergebnisdimension (vgl. Bender 2020, Bender/Müller 2020).

Schon 2007 wurde im vielzitierten Sammelband von Hermanns/Holly „Linguistische Hermeneutik“ dazu angeregt (hier Haß 2007), über eine „Korpus-Hermeneutik“ nachzudenken. Wir wollen diesen Gedanken aufgreifen und dafür plädieren, dass sie den aktuellen Forschungsstand zu Verfahren des Annotierens einbezieht, sich interdisziplinär und auch im Bezug zu den Digital Humanities verortet, aber linguistisch präzise positioniert. Ziel dabei sollte sein, das linguistische Wissen, welches wir an die Daten herantragen, transparent, plausibel und praktikabel aufzubereiten, also zu explizieren und zu operationalisieren, und in einen iterativ-dynamischen Forschungsprozess zu integrieren. So werden Forschungsansätze möglich, die über klassische korpuslinguistische Analysen der Frequenz bestimmter sprachlicher Kategorien u.ä. hinausgehen. So können etwa soziolinguistische und pragmatische Parameter inkludiert, auf verschiedene Ebenen angewendet und in Relation gesetzt werden.

Eine weitere Perspektive ist die iterative Verzahnung qualitativ-hermeneutischer Annotationsverfahren mit quantifizierend-algorithmischen Ansätzen. Dabei stellt sich die Frage, welche Kriterien die hermeneutisch-interpretative, qualitative Annotation erfüllen muss, damit sie mit automatisierten Verfahren, etwa des maschinellen Lernens, interagieren kann (vgl. Ide 2017).

Diese Perspektiven stellen den thematischen Kern und den Fokus des Austauschs dar, der durch die digitale Tagung ermöglicht werden soll. Da die Veranstaltung relativ kurzfristig konzipiert wurde und an den Tagen der ursprünglich geplanten Jahrestagung des Forschungsnetzwerkes »Sprache und Wissen« stattfindet, möchten wir anders vorgehen als üblich. Wir geben den thematischen Schwerpunkt vor, sind aber vorerst für alle Beitragsformate offen. Als mögliche Mitgestaltungsformen kommen in Frage:

  • Diskussion eines bereits verfassten Beitrags,
  • Diskussion eines Problemzusammenhangs aus einem Qualifikationsprojekt an einem Beispiel,
  • Diskussion einer Fragestellung/Problemstellung mit Bezug zum Annotieren,
  • ausführliche Präsentation einer Studie,
  • exemplarischer Vergleich verschiedener Verfahren,
  • Kurzpräsentation zu theoretischen oder methodischen Aspekten,
  • u. Ä.

 

Die Tagung adressiert also ausdrücklich auch Early-Career- und Student-Researcher, die z.B. Qualifikationsarbeiten oder Annotationskonzepte bzw. Problemstellungen im Rahmen der Mitarbeit in Forschungsprojekten vorstellen möchten. (Nachwuchs-)Wissenschaftler*innen aus anderen Disziplinen sind ebenso herzlich willkommen. Unsere Bitte wäre lediglich, dass ein klarer Sprachbezug bzw. Bezug zu linguistischen Vorgehensweisen gewährleistet ist, um einen differenzierten Austausch zu ermöglichen.

Wir möchten alle Annotationsinteressierten ermutigen, sich per Mail bei uns zu melden oder bis zum 15. August 2020 einen konkreten Vorschlag einzureichen.

Mail-Adressen:

michael.bender@tu-darmstadt.de

katharina.jacob@gs.uni-heidelberg.de

In einem ersten Schritt werden wir alle Beitragsformate aufnehmen, auf Qualität und Machbarkeit prüfen, ein Programm erstellen und dann Rückmeldung geben, in welcher Form der Beitragsvorschlag angenommen und umgesetzt werden kann. Bis Ende August werden wir dann ein konkretes Programm erstellen.

Die Tagung findet via heiCONF vom 30. September (gegen Mittag) bis zum 02. Oktober (gegen Mittag) statt. Bei kürzerem Programm beschränken wir die Zeit auf den Donnerstag und Freitag.

Wir freuen uns auf reges Interesse und verbleiben mit den besten Grüßen,

Dr. Michael Bender (TU Darmstadt) und Dr. Katharina Jacob (Universität Heidelberg)

 

Literatur

Archer, Dawn; Culpeper, Jonathan; Davies, Matthew (2008): Pragmatic Annotation. In: Lüdeling, Anke; Kytö, Merja (Hg.): Corpus Linguistics. An International Handbook. Berlin: de Gruyter, S. 613-641.

Bender, Michael (2020): Annotation als Methode der digitalen Diskurslinguistik. In: Diskurse digital. Theorien – Methoden – Fallstudien. Band 2, Heft 1/2020: 1-35. DOI: https://doi.org/10.25521/diskurse-digital.2020.140

Bender, Michael; Müller, Marcus (2020): Heuristische Textpraktiken in den Wissenschaften. Eine kollaborative Annotationsstudie zum akademischen Diskurs. In: Zeitschrift für Germanistische Linguistik 48 (1)/2020: 1-46.

Haß, Ulrike (2007): Korpus-Hermeneutik. Zur hermeneutischen Methodik in der lexikalischen Semantik. In: Hermanns, Fritz; Holly, Werner (Hg.): Linguistische Hermeneutik. Theorie und Praxis des Verstehens und Interpretierens. Tübingen: Niemeyer, S. 241-261.

Hermanns, Fritz; Holly, Werner (Hg.) (2007): Linguistische Hermeneutik. Theorie und Praxis des Verstehens und Interpretierens. Tübingen: Niemeyer.

Ide, Nancy (2017): Introduction: The Handbook of Linguistic Annotation. In: Ide, Nancy; Pustejovsky, James (Hg.): Handbook of Linguistic Annotation. Vol. I, Dordrecht: Springer, S. 1-18.

Weisser, Martin (2015): Speech Act Annotation. In: Ajmer, Katrin; Rühlemann, Christoph (Hg.): Corpus Pragmatics. A Handbook. Cambridge: Cambridge University Press, S. 84-116.

Weisser, Martin (2018): How to Do Corpus Pragmatics on Pragmatically Annotated Data. Amsterdam, Philadelphia: John Benjamins.

SHK-Stelle mit Schwerpunkt Textmining und Analyse literarischer Textkorpora im Projekt „Digital Literacy in den Geisteswissenschaften“ an der FU Berlin

Di, 07/07/2020 - 01:37

Der Exzellenzcluster 2020 „Temporal Communities – Doing Literature in a Global Perspective“ der Freien Universität Berlin sucht die Unterstützung von studentischen Mitarbeiter*innen bei der Handhabung und Analyse literarischer Textkorpora. Auf die Stelleninhaber*innen warten u.a. spannende Programmieraufgaben wie Textmining mit R und/oder Python (z.B. Frequenz-, Netzwerk-, Sentiment- und Clusteranalysen), sowie auch Unterstützung bei der Datenaggregation und der Vorverarbeitung textbasierter Daten.

Mehr Informationen finden Sie im Stellenanzeiger der Freien Universität Berlin. Bewerbungsschluss ist der 19.07.2020.

Studentische Bewerber*innen müssen nicht unbedingt an der Freien Universität Berlin immatrikuliert sein, sondern können auch an einer anderen Berliner Hochschule oder in Potsdam studieren. Verbreiten Sie die Ausschreibung gern weiter!

2 neue DH-Projekte im DHd-Projekteschaufenster

So, 07/05/2020 - 22:30

Im DHd-Projekteschaufenster gibt es zwei neue DH-Projekte:

Informationen zu allen weiteren DH-Projekten im DHd-Projekteschaufenster gibt es hier:
http://dig-hum.de/forschung/projekte

Wenn Sie Ihr DH-Forschungsprojekt zum DHd-Projekteschaufenster hinzufügen möchten, dann senden Sie uns bitte eine kurze Projektbeschreibung zu. Weitere Informationen dazu finden Sie hier: http://dig-hum.de/ihr-dh-projekt

Herzlichen Dank.

___________________________________


Digital Humanities im deutschsprachigen Raum (DHd)
Simone Kronenwett MA LIS

Communications Fellow
Email: info@dig-hum.de
Twitter: @DHDInfo
www.dig-hum.de

Call for Participants: Online Summerschool und Workshop Digitale Editionen

Fr, 07/03/2020 - 09:44

Gemeinsam mit der CAU Kiel und dem Institut für Dokumentologie und Editorik (IDE) bietet die Forschungsstelle für die Geschichte der Hanse und des Ostseeraums (FGHO) eine Summerschool und einen Workshop zum Digitalen Edieren an. Die Summerschool wird wochentags vom 17.-27. August 2020 stattfinden, der Workshop in der zweiten Veranstaltungswoche (24.-27. August) jeweils nachmittags. Aufgrund der COVID-19-bedingten Umstände werden beide Veranstaltungen ausschließlich online abgehalten.

Die Summerschool ist offen für alle, die sich für die Grundlagen digitalen Edierens interessieren. Die Teilnahme ist kostenlos. Der Workshop bietet Platz zur Vorstellung und Diskussion digitaler Editionsvorhaben, gerne auch im frühen Stadium bzw. in der Konzeptionsphase. Summerschool und Workshop sind verbunden, es ist aber auch eine Teilnahme an nur einer der beiden Veranstaltungen möglich.

Bewerbungen (kurzes Motivationsschreiben bzw. Projektskizze) erreichen uns bis zum 31. Juli 2020 unter folgender Adresse: info@fgho.eu. Weitere Informationen zum Ablauf sind zu finden unter:

Coding the Sources – Digitales Edieren in den Geisteswissenschaften. Online Summerschool und Workshop

Bei Fragen schreiben Sie gerne an: info@fgho.eu

Softwarearchitekt/in (m/w/d) für das Digital Humanities Center an der UB Bochum (EG 13, Vollzeit)

Fr, 07/03/2020 - 09:36

Die Universitätsbibliothek Bochum sucht für das Digital Humanities Center zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen Softwarearchitekten (m/w/d) unbefristet in Vollzeit (39,83Std./Wo. = 100%).

Die Bewerbungsfrist endet am 31.08.2020.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.stellenwerk-bochum.de/jobboerse/techn-angestellter-softwarearchitektin-mwd-digital-humanities-center-eg-13-vollzeit-bo-2020-05-06-310306

Für Fragen stehen Ihnen Herr Dr. Oliver Dohndorf (oliver.dohndorf@rub.de) und Frau Barbara Bauer (ub-personal@rub.de) zur Verfügung.

Stellenausschreibung FDM Berlin

Do, 07/02/2020 - 13:27

Gestern hat die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften folgende Stellenausschreibung publiziert, auf die ich hier gerne hinweise.

Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in (m/w/d)

Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Sitz in Berlin. Ihr wissenschaftliches Profil ist vor allem geprägt durch langfristig orientierte Grundlagenforschung der Geistes- und Kulturwissenschaften. Die Akademie beschäftigt etwa 350 Mitarbeiter/innen, ihr Jahresbudget beträgt rund 25 Mio. Euro.

Die Akademie sucht für die Initiative Forschungsdatenmanagement zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine/n

wissenschaftliche/n Mitarbeiter/in (m/w/d)
im Umfang von 100 % der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit (Stellenumfang gegebenenfalls teilbar), befristet auf maximal 24 Monate.

Das Projekt: Ziel der Initiative ist es, Konzepte, Workflows und Maßnahmen für ein nachhaltiges Management der in der BBAW existierenden und zukünftig generierten, heterogenen Forschungsdaten zu entwickeln, insbesondere vor dem Hintergrund der im Rahmen der NFDI-Initiative zu erwartenden Anforderungen an eine deutlich stärkere Standardisierung geisteswissenschaftlicher Forschungsdaten. Darüber hinaus sollen die erarbeiteten Konzepte, Workflows und Maßnahmen praktisch im Rahmen der wissenschaftlichen Kuration aller Forschungsdaten der BBAW umgesetzt werden.

Ihre Aufgaben:

  • Überarbeitung von Datenmanagementplänen und Durchführung einer Bestandserhebung über die an der BBAW existierenden Forschungsdaten
  • Mitarbeit bei der Konzeption und Implementierung des Forschungsdatenmanagement an der BBAW
  • Pflege, Homogenisierung und Anpassungen des bestehenden Datenbestands und praktische Migration von Daten und Metadaten in die standardisierten Formate
  • Mitarbeit an der Konzeption, Entwurf und Implementierung eines automatisierten Datenqualitätsmanagementsystems (z.B. Tests und Transformationsskripte)
  • Aufbau und Dokumentation eines wissenschaftlichen Prozesses für die Sicherung (Backups) und Langzeitarchivierung von Forschungsdaten der BBAW
  • Mitarbeit bei der Durchführung regelmäßiger Schulungen zum Forschungsdatenmanagement für die Mitarbeiter/innen der BBAW
  • Präsentation der Forschungsergebnisse auf einschlägigen Workshops und Konferenzen.

Voraussetzungen:

  • abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium der Informationswissenschaften, Informatik, Geisteswissenschaften oder in einem vergleichbaren Fach
  • nachgewiesene Erfahrungen im Forschungsdatenmanagement geisteswissenschaftlicher Forschungsdaten und mit der praktischen Migration von Forschungsdaten
  • vertiefte Kenntnisse der einschlägigen Daten- und Metadatenformate
  • nachgewiesene Erfahrung in der Programmierung, Datenmigration bzw. -transformation und/oder Softwareentwicklung (vorzugsweise XQuery, XSLT oder PHP)
  • sehr gute Kenntnisse mindestens einer weiteren Programmiersprache
  • Erfahrungen in den Digital Humanities, der Informationstechnologie oder der Informationswissenschaft
  • Fähigkeit zum selbstständigen, strukturierten und ergebnisorientierten Arbeiten
  • Teamfähigkeit und ausgezeichnete Kommunikations- und Organisationsfähigkeiten
  • Belastbarkeit, Selbständigkeit und Flexibilität.

Die Vergütung erfolgt nach der Entgeltgruppe E13 TV-L Berlin. Der Dienstort ist Berlin.

Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften ist bestrebt, den Anteil von Frauen in Bereichen, in denen sie unterrepräsentiert sind, nach Maßgabe des Landesgleichstellungsgesetzes und des Frauenförderplanes zu erhöhen; daher sind Bewerbungen von Frauen ausdrücklich erwünscht.

Bewerbungen von Personen mit Migrationshintergrund sind ausdrücklich erwünscht. Bewerbungen von Schwerbehinderten werden bei gleicher Eignung vorrangig berücksichtigt.

Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen richten Sie bitte möglichst als PDF in einer Datei (max. 5 MB) unter der Kennziffer IAG/06/2020 bis zum 17.07.2020 an:

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Referat Personal und Recht
Frau Ines Hanke
Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
personalstelle@bbaw.de

Aus Kostengründen können Bewerbungsunterlagen nur zurückgeschickt werden, wenn ein Freiumschlag beigefügt wird.

Während und nach Corona: Digitale Lehre in der Germanistik

Do, 07/02/2020 - 08:48

Call für Beiträge zu einer digitalen Konferenz am 25./26.08.2020

Wie hat die Germanistik die vollständige und rasche Umstellung auf digitale Lehre in der Pandemie bewältigt und welche Schlüsse wollen wir für unser Fach kurz-, mittel- und langfristig daraus ziehen?

Noch vor dem Coronasemester haben wir für das Portal Digitale Lehre Germanistik ein Arbeitspapier verfasst, in dem wir Vorschläge für eine konstruktive Selbstreflexion innerhalb der Germanistik formuliert haben. Wir wollten von Anfang an differenziert und kritisch im Blick behalten, was die Umstellung auf die digitale Lehre während der COVID-19-Pandemie für unsere Fach- und Lehrkultur bedeutet.

Es ist unser Anliegen, die Erfahrungen wissenschaftlich und selbstreflexiv breit zu diskutieren. Die Konferenz soll den Raum bieten, um die germanistischen Erfahrungen mit den digitalen Lehrformen im Sommersemester 2020 differenziert zu präsentieren und zu reflektieren.

Wir zielen darauf,

  1. einen fachspezifischen Reflexionsraum für Germanist*innen zu schaffen, der institutionell-strukturelle Perspektiven sammelt und sie mit fachdidaktischen und fachteilspezifischen Fragen verbindet;
  2. einen Reflexionsraum für die Germanistik zu ermöglichen, der die Position des Faches insgesamt sowie fachteilspezifische Fragestellungen in den Blick nimmt und darüber hinaus offen ist für die Erkenntnisse, Erfahrungen und Standards anderer Disziplinen;
  3. Elemente der digitalen Lehre in der Germanistik zu bestimmen, die als bereichernd erfahren wurden;
  4. Elemente der Präsenzlehre in der Germanistik zu bestimmen, die dringend vermisst wurden bzw. die durch die digitale Lehre nur defizitär ersetzt wurden;
  5. über eine produktive Verbindung von Präsenz- und Onlineunterricht (Blended Learning) in der Germanistik der Zukunft nachzudenken;
  6. für den germanistischen Digitalunterricht bzw. das Blended Learning der Zukunft und ihre Ausstattung notwendige infrastrukturelle und fachdidaktisch-qualitative Standards zu formulieren;
  7. einen Austausch über Aspekte der digitalen wie auch der Präsenzlehre zu führen, die als problematisch für die germanistische Fachkultur betrachtet werden;
  8. Best-Practice-Beispiele für die digitale germanistische Lehre zu definieren;
  9. die Präsentationen und Diskussionen im Sinne eines Book Sprints mit späterer Annotierbarkeit festzuhalten;
  10. die Ergebnisse der Fachcommunity, den Universitäten, der Politik und den Medien vorzustellen.

Dazu wollen wir an zwei Tagen, dem 25. und dem 26.8.2020, auf einer digitalen Konferenz ins Gespräch kommen. Das Konferenzformat sieht vor, dass sich parallele zweistündige Sektionen mit unterschiedlichen Aspekten der digitalen Lehre in der Germanistik beschäftigen. In den Panels sollen drei oder vier geladene Diskutant*innen/Expert*innen etwa zehn Minuten lang ihre Sicht präsentieren und anschließend im Panel miteinander ins Gespräch kommen. In der zweiten Hälfte jeder Sektion wird die Diskussion für alle Teilnehmer*innen geöffnet.

Für die Plätze als Diskutant*innen/Expert*innen freuen wir uns auf Vorschläge aus der Germanistik: Senden Sie uns bitte maximal 500 Wörter mit Ihrer Einschätzung zum jeweiligen Sektionsthema sowie mit Ihrer wissenschaftlichen und/oder didaktischen Expertise/Erfahrung zu diesem Aspekt und wenigen Sätzen zu Ihrer Biografie. Best-Practice-Beispiele oder eine differenzierte Kritik oder Wertschätzung einzelner Praxen sind sehr willkommen. Es wird im Portal Digitale Lehre Germanistik für alle Diskutant*innen die Möglichkeit geben, im Vorfeld Links, Studien, Präsentationen, Videos etc. verfügbar zu machen. Zur Dokumentation der Konferenz werden wir alle Sektionen audiovisuell aufzeichnen und auf unterschiedlichen Portalen nachhaltig verfügbar machen. Zudem ist ein Booksprint geplant, der die wichtigsten Ergebnisse auch schriftlich festhält und frei verfügbar macht.

Wir suchen Diskutant*innen/Expert*innen für diese Panels:

  1. Studien- und Seminarprogramme: Was bedeutete die Umstellung auf digitale Lehre für die Identität von Studienprogrammen? Musste das Seminarprogramm modifiziert werden? Wie war das Verhältnis von Präsenz- und Digitallehre?
  2. Digitale Lehrformen und Interaktivität: Welches Verhältnis von asynchroner und synchroner Lehre hat sich als gut erwiesen? Wie konnte Interaktivität initialisiert werden und welche Probleme entstanden dabei? Welche digitalen Tools haben sich als nützlich erwiesen und könnten auch ein zukünftiges Blended Learning befruchten? Welche digitalen Lehrformen eignen sich nicht in der Germanistik?
  3. Notwendigkeit der Präsenzlehre: Welche Lehrformate und Vermittlungsformen haben unter der Umstellung auf die digitale Lehre besonders gelitten. In welchen Bereichen ist die Qualität der Lehre in besonderem Maße an Präsenz gebunden?
  4. Institutionelle Ausstattung/Lehrdeputate/Verträge: In welchem Maße war die digitale Lehre aufwändiger als die Präsenzlehre? Wie wurde institutionell damit umgegangen? Welche zusätzlichen Arbeitsformen sind bei der Onlinelehre unabdingbar und welche institutionellen Regelungen sollten getroffen werden? Welche Unterschiede ergaben sich für befristete/unbefristete Arbeitssituationen?
  5. Technische Ausstattung und soziale/ökonomische/mobile/gesundheitliche Implikationen: Welche technischen Probleme entstanden? Welche technische Mindestausstattung ist unabdingbar? Welchen Einfluss hatte die Digitallehre auf soziale Bildungsunterschiede der Studierenden/ihre ökonomische Situation/das Mobilitätsverhalten der Studierenden/die psychische und physische Gesundheit der Studierenden und Lehrenden?
  6. Fachportale, Bibliotheken und Infrastruktur: Welche Fachportale wurden in der Digitallehre genutzt? Welche Portale haben sich als nützlich erwiesen? Welche Leerstellen gibt es? Wie könnte die digitale Infrastruktur der Germanistik verbessert werden? Wie gingen Bibliotheken mit dieser Situation um? Welche Ressourcen stehen dauerhaft zur Verfügung?
  7. Perspektive der Studierenden: Haben sich Studierendengruppen zur digitalen Lehre in der Germanistik positioniert? Gibt es Studien dazu? Was lässt sich festhalten?
  8. Zum Vergleich: Debatten zur digitalen Lehre bzw. zum Blended Learning in nicht-germanistischen Disziplinen: Welche Debatten zum Digitalsemester und zum Blended Learning laufen in anderen Disziplinen? Inwiefern unterscheidet sich das von den germanistischen Debatten? Was lässt sich daraus lernen für die Spezifik der Germanistik?

Wir behalten uns vor, auf Basis der eingereichten Diskussionsbeiträge den Zuschnitt der Sektionen zu modifizieren. An der Diskussion Interessierte sind sehr willkommen.

Sie können Ihre Beitragsskizze bis zum 20.7.2020 hier hochladen. Für die Teilnahme am Booksprint, also die zielgerichtete Transkription und Nachbearbeitung der Gespräche, können Sie sich ebenfalls dort bewerben.

Organisation:

Prof. Dr. Kai Bremer (Osnabrück), Prof. Dr. Thomas Ernst (Antwerpen/Amsterdam), Dr. Jan Horstmann (Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenbüttel), Prof. Dr. Andrea Geier (Trier), Prof. Dr. Thorsten Ries (Gent/Regensburg/N.N.), PD Dr. Claudius Sittig (Rostock)

Fachberaterin für Fachportale, Bibliotheken und Infrastruktur:

Ariane Rau, M.A. (Frankfurt am Main)

Ärmel hochgekrempelt! – Kompetenzen in den Digital Humanities und im Forschungsdatenmanagement

Di, 06/30/2020 - 19:25

Leitfragen der Session: Was sind DH-FDM-Skills? Welche Kompetenzen werden benötigt? Gibt es Best Practices? Was gehört in ein Data Literacy Curriculum? Was muss ein/e traditionelle/r Geisteswissenschaftler/in wissen, um mit einem Digital Humanist zusammenzuarbeiten?

Nachbericht zur Session 2.1 des Barcamp „Vermittlung von Data Literacy in den Geisteswissenschaften“ auf der DHd 2020 in Paderborn.
Übersichtsblogpost zum Barcamp: Ulrike Wuttke, Marina Lemaire: „Offen, vielfältig und kreativ. Ein Bericht zum Barcamp Data Literacy #dhddatcamp20 bei der DHd 2020“, 08.06.2020, DHd Blog.

Autor:
Jonathan Geiger, Digitale Akademie, Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz *

Digitale Forschungskompetenzen

Zentrales Thema des Barcamps der DHd-AG Datenzentren auf der DHd-Konferenz 2020 in Paderborn war der Komplex „Data Literacy“. Mit dieser Thematik eng verbunden ist die Frage nach den Kompetenzen, über die ein/eine Digitaler Geisteswissenschaftler*in insbesondere in Bezug auf Forschungsdatenmanagement verfügen sollte. Genau dieser Frage widmete sich die Session „DH-FDM-Skills“, deren Diskussionshorizont sich von den Kompetenzen an sich bis hin zur institutionellen und curricularen Verankerung derselben erstreckte und implizit stets um die Frage nach einem eigenständigen Data Literacy-Curriculum zirkulierte.

Die Frage danach, welche Kompetenzen Digitale Geisteswissenschaftler*innen brauchen, ist zunächst die Frage danach, mit welchen Gegenständen im weitesten Sinne und mit welchen Methoden in diesem Arbeitsbereich operiert wird. Forschungsdaten können insbesondere in den DH sehr unterschiedliche Formen annehmen, doch es scheint in erster Linie die Komplexität der Daten zu sein, die die Achse der Kompetenzen aufbaut bzw. sich hierfür anbietet. Bereits in Bezug auf die grundsätzliche Verfasstheit von Daten, d. h. letztlich auch auf Datenmodelle, -strukturen und -formate sowie deren aktive und passive Produktion bedarf es bereits einiger Grundkompetenzen und eines digitalen Grundverständnisses. Weiterhin können Felder der datenbezogenen Methoden und der Vermittlungsmethoden unterschieden werden. Komplexere Formen verknüpfter Daten bedürfen beispielsweise eines statistischen Wissens, zudem spielt die Einbettung und die Bedeutung von Daten im Forschungsprozess insgesamt eine wichtige Rolle und erfordert Wissen und Fähigkeiten unter anderem in Bezug auf Open Access und Open Data. Schnell lässt sich auch ein Bereich der „Metakompetenzen“ identifizieren und abgrenzen, der zum Beispiel Aspekte digitaler Ethik umfasst.

Digitale Kompetenzen in Curricula

Es gibt eine ganze Reihe von verschiedenen Daten-Kompetenz-Konzeptionen, die alle vor etwas unterschiedlichen historischen Hintergrundfolien gewachsen sind und daher auch die Schwerpunkte etwas anders setzen bzw. gesetzt haben: „Statistical Literacy“, „Information Literacy“ oder eben auch „Data Literacy“. Eine Analyse und Gegenüberstellung dürfte interessante Aspekte gewinnbringend zu Tage fördern, grundsätzlich scheint aber prima facie eine Unterteilung in grundlegende und (darauf aufbauende) spezielle Datenkompetenzen sinnvoll zu sein. Wechselt man mit diesem Befund die Perspektive hin zu Lehrinstitutionen, stellt sich die Frage, welche Kompetenzen von welchen Bildungseinrichtungen (z. B. Schulen, wo Data Literacy häufig unter dem Begriff „Medienkompetenz“ anzutreffen ist und Hochschulen) abgedeckt werden – de facto und idealerweise – und inwiefern die Curricula aufeinander aufbauen (können): Mit steigender Komplexität der Daten müssen auch die Kompetenzen wachsen, so dass relevant ist, was die Hochschulen als Basics voraussetzen können und was nicht. Zudem muss überlegt werden, welche (digitalen) Kompetenzen bereits so speziell sind, dass sie selbst in der Hochschullehre deplatziert und damit erst in der Forschung situiert werden sollten.

Dies sind ganz praktische Fragen, die auch Implikationen für die Curriculumsgestaltung und -entwicklung von DH-Studiengängen haben. Eine exhaustive Analyse von Datenkompetenzen und Data Literacy in den Curricula bzw. Modulhandbüchern deutscher DH-Studiengänge steht bis dato aber noch aus (siehe hierzu auch Sahle 2013). Zudem ergeben sich auch in diesem Zusammenhang die generellen Schwierigkeiten bei der Curriculumskonzeption, unter anderem welchen Vollständigkeitsanspruch das Curriculum haben soll und welche Kompetenzen subtrahiert werden, wenn neue addiert werden. Als weitere Option wäre außerdem eine Art allgemeines oder besser generisches Data Literacy-Curriculum für alle DH-Studiengänge denkbar, wobei sich hierbei natürlich wieder die Fragen nach der Deutungsmacht stellen. Naheliegenderweise sollte ein solcher “Kanon” an Data Literacy-Kompetenzen ein Konsens in der Fachcommunity sein. Im Anschluss an die DH-Studiengänge schließen sich überdies auch Überlegungen hinsichtlich der Anpassungen „traditioneller“ geisteswissenschaftlicher Studiengänge an, sodass auch künftige Geisteswissenschaftler*innen ohne eine „Digitalkomponente“ in derselben Sprache mit Digitalen Geisteswissenschaftler*innen kommunizieren und kooperieren können.

Fazit: Ein andauernder Diskurs

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Fragen nach Kompetenzen an sich, Kompetenzen im digitalen Bereich und der Einbettung von Kompetenzen in Curricula und Weiterbildungsmaßnahmen durchaus komplex sind. Neben den üblichen begrifflichen Unschärfen stellen insbesondere das Changieren zwischen Allgemeinheit und Spezifik der Literacy-Konzepte und die Abgrenzung der Niveaus hinsichtlich hierarchischer Bildungseinrichtungen die zentralen Herausforderungen dar. Zudem müssen sämtliche Überlegungen vor dem Hintergrund ressourcen- und zuständigkeitsbasierter Möglichkeiten und Unmöglichkeiten gedacht werden. Weiterhin ist speziell in den DH der schnelle Wandel der Digitaltechnologie zu berücksichtigen, der durchaus tiefgreifende Implikationen für die Curriculumsgestaltung hat bzw. haben sollte, weshalb der Diskurs um Data Literacy und Datenkompetenzen – nicht nur, aber vor allem – in den DH sinnvollerweise nur ein andauernder sein darf.

* Vielen Dank gebührt Aline Deicke von der ADWL Mainz für die zahlreichen produktiven inhaltlichen und formalen Korrekturvorschläge für diesen Blogpost.

SSH Open Marketplace: Public Consultation for the DARIAH Community

Di, 06/30/2020 - 12:22

We are almost ready for the alpha release of the SSH Open Marketplace, developed within the SSHOC project. Would you like to get an early glimpse of what this entails? Would you like to know more on the workflow, development, content decisions and next steps of the  SSH Open Marketplace? 

Then register for our webinar – Friday 3d of July, at 10h CEST – and join us in a discussion that aims to give the DARIAH community a first glimpse of the alpha release of the SSH Open Marketplace!

In 90 minutes, you’ll learn what role DARIAH and its partners are playing in the creation of the SSH Open Marketplace, how this service is designed to serve Social Sciences and Humanities researchers needs, and especially the Arts and Humanities communities, and how you can contribute to this collaborative project. And most important: This webinar will also be an opportunity to collect your questions and feedback and make sure we are going in the right direction. 


Meet the speakers

We will introduce you with shorts presentations on the SSH Open Marketplace and prepare you for the following name-your-challenge session in a collegial atmosphere during which we hope to discuss your ideas, advice, wishes and – of course – criticism!


Registration

If you haven’t done yet, please register for the webinar here: 

REGISTER HERE


This event is intended for the DARIAH community. Similar events will be organised for CLARIN, E-RIHS, CESSDA, LIBER and other data communities.

Ringvorlesung: Old Scripts in Digital Age – Hermeneutics vs. Artificial Intelligence

Mo, 06/29/2020 - 10:15
  Old Scripts in New Digital Age 2020 Hermeneutics versus Artificial Intelligence 29.06.2020, 06.07.2020, 13.07.2020

online under https://www.conf.dfn.de/stream/nr57r4vtep4ao (provided by DFN)

preparatory materials for some of the talks can be found here

Organisers:

Cristina VertanAlicia Gonzalez MartinezWalther v. Hahn

Programme in PDF

 The digitalization campaign during the last years made available a big number of manuscripts, printed books, inscriptions, to a broad public. Most of them remain inaccessible for non-specialists for several reasons: the script cannot be deciphered, the language disappeared or its historical variants differ too much from the modern one, the semantics of the words changed or the conceptual space is completely different from ours. Computational methods and especially artificial intelligence offer powerful mechanisms to bring these rich cultural heritage assets into new light, made them transparent and more accessible for non-specialists and allow also more interdisciplinary collaboration. On the other hand, processing these documents implies often the rethinking and adaptation of established paradigms in the computer science and the embedding of principles of the ground method in humanities „hermeneutics”.

In this public lecture series, we invite internationally renowned scholars working in the cutting- edge domain of digital culture heritage to present current approaches of using computational methods on old scripts, show benefits, discuss the change of paradigm in humanistic interpretation and address also limitation of machines. The talk will address a broad spectrum of scripts and languages among them Arabic, classical Ethiopic, Coptic, Latin, classical Greek, old German.

The series of lectures is supported by the Project HerCoRe financed by the Volkswagen Foundation and the ERC Project COHBUNI

Zur Sprachenfrage bei der DHd-Jahrestagung

Do, 06/25/2020 - 16:04

Die Sprachenfrage stellt sich innerhalb des Verbands “Digital Humanities im deutschsprachigen Raum” (DHd-Verband) immer wieder. Das ist nicht überraschend, ist diese definitorische Frage doch schon im Namen des Verbands eingeschrieben, zumal in der komplexen Verschränkung mit einer geographischen Komponente. Dabei ist der deutschsprachige Raum keine Frage von Nationalstaaten, sondern eine sprachlich determinierte geographische Umschreibung, die nicht nur Deutschland, Österreich und Teile der Schweiz, sondern u.a. auch Luxemburg und Teile von Belgien umfasst. Zugleich erinnert der Name des Verbands auch an die Rolle des Deutschen als Werkzeug, Kommunikationsmittel und Untersuchungsgegenstand in unserer Community. 

Einige werden sich daran erinnern, dass das Thema im Rahmen der Mitgliederversammlung während der Jahrestagung des DHd-Verbands in Bern im Jahr 2017 diskutiert wurde. Damals ist die bisher gültige Formel vereinbart worden, nach der die schriftlichen Abstracts bevorzugt auf Deutsch, aber auch in anderen Sprachen zur Begutachtung eingereicht werden können; und dass die Sprache der Vorträge bevorzugt Deutsch ist, aber Vortragende, deren Erstsprache nicht Deutsch ist, auch in einer anderen Sprache vortragen können. Damals haben wir ausdrücklich nicht festgelegt, welche diese anderen Sprachen sein können; aus nachvollziehbaren pragmatischen Gründen hat sich dies aber in der Praxis der letzten Jahre auf Englisch als Alternative zum Deutschen beschränkt. 

Diskussionen der jüngeren Zeit, die an verschiedenen Stellen stattgefunden haben, haben dazu geführt, dass der Vorstand des DHd-Verbands sich im Juni 2020 erneut intensiv mit der Sprachenfrage insbesondere (aber nicht nur) bei der Jahreskonferenz auseinandergesetzt hat. Zahlreiche Argumente wurden gegeneinander abgewogen und sind letztlich in die kürzlich modifizierte Formulierung des Abschnitts zur Sprachenfrage im Call for Papers für die DHd2021 eingeflossen. Dieser Abschnitt lautet nun: 

“Die primäre Sprache der Veranstaltung ist Deutsch. Vorschläge sollen in deutscher Sprache eingereicht werden, sie können aber auch auf Englisch eingereicht werden. Die Beiträge sollen auf Deutsch vorgetragen werden, sie können aber in begründeten Fällen auch auf Englisch vorgetragen werden.“

Mit dem vorliegenden Text möchten wir diese Passage etwas kontextualisieren und erläutern und eine Diskussion in der Community anregen, die auch in eine erneute Thematisierung bei der nächsten Mitgliederversammlung münden kann. 

Einiges spricht aus unserer Sicht dafür, der deutschen Sprache auch weiterhin eine besondere Rolle bei der Jahreskonferenz zuzusprechen. Die deutsche Sprache ist ein Alleinstellungsmerkmal unseres Verbandes und unserer Konferenz, ein wichtiges Identifikationsmoment unserer Community und eine lebendige Wissenschaftssprache, die wir auch weiterhin als solche fördern möchten. Auch werden durch das Deutsche als (primäre) Konferenzsprache die Einstiegshürden in den wissenschaftlichen Diskurs während der Tagung für Nachwuchswissenschaftler*innen nicht noch durch eine zusätzliche sprachliche Herausforderung gesteigert. Und an alternativen Konferenzen, bei denen auf Englisch vorgetragen und diskutiert werden kann, herrscht kein Mangel.

Zugleich gibt es auch Argumente dafür, die Konferenz nicht ausschließlich auf das Deutsche zu begrenzen. So ist es uns als DHd-Vorstand wichtig, alle Mitglieder der DH-Community im deutschsprachigen Raum – einschließlich derjenigen, die im deutschsprachigen Raum leben und arbeiten und in erster Linie andere Sprachen als das Deutsche praktizieren – in unserer Community und bei unseren Jahreskonferenzen willkommen zu heißen. Auch die Möglichkeit, internationale Sichtbarkeit für die Beiträge aus unserer Community herzustellen, ist uns ein Anliegen. Und natürlich spielt die englische Sprache in den digitalen Geisteswissenschaften eine gewichtige Rolle und wir gehen davon aus, dass die meisten Mitglieder unserer Community neben dem Deutschen auch das Englische und ggfs. weitere Wissenschaftssprachen praktizieren. Es erscheint uns aber aus den oben genannten Gründen angemessen, dass der Call for Papers weiterhin nur auf Deutsch publiziert wird.

Den bis hierher genannten Zielen ist schon die Regelung von 2017 gefolgt. Die nun leicht veränderte Formulierung im Call for Papers soll diese Ziele noch einmal deutlicher machen. Zugleich schränken wir die Sprachauswahl aus pragmatischen, nicht so sehr aus sprachpolitischen Gründen, auf das Englische ein: sowohl die angemessene Begutachtung der schriftlichen Fassung als auch die Verständlichkeit des mündlichen Vortrags für eine möglichst große Zahl von Teilnehmer*innen wird auf diese Weise gefördert. Zudem hat die Praxis der letzten Jahre gezeigt, dass ohnehin nur Englisch als eventuelle, alternative Sprache gewählt wurde. 

Wir möchten in diesem Zusammenhang auch ausdrücklich deutlich machen, dass die Sprache der Einreichung kein Kriterium für die Begutachtung darstellt und alle Beiträge gleichermaßen nach den bewährten inhaltlichen und formalen Kriterien begutachtet werden. Unabhängig von der verwendeten Sprache ist selbstverständlich weiterhin ein Begutachtungskriterium, ob ein Beitrag verständlich formuliert ist. 

Wir hoffen, dass wir mit dem vorliegenden Text die Überlegungen hinter der aktuellen Regelung zum Verhältnis von Deutsch und Englisch als Konferenzsprachen transparent und die Besonderheiten unseres Verbandes nochmals deutlich machen konnten und freuen uns auf Ihre Kommentare sowie auf die Diskussionen, die wir bis zum Wiedersehen bei der DHd2021 in Potsdam führen werden. Bei der dortigen Mitgliederversammlung möchten wir die Regelung mit Ihnen besprechen und für zunächst drei weitere Jahre festlegen, bis dann eine erneute Überprüfung erfolgen soll.

Der Vorstand des DHd-Verbands im Juni 2020

Stellenausschreibung – Wissenschaftliche/r Mitarbeiter*in als Datenmanagement-Koordinator*in (m/w/d)

Do, 06/25/2020 - 13:49

Bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) – Bundesbehörde – ist im Projekt „SPK Lab“ zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Stelle wissenschaftliche/r Mitarbeiter*in als Datenmanagement-Koordinator*in (m/w/d), bis Entgeltgruppe 13 TVöD, für die Dauer von 24 Monaten zu besetzen.

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) zählt zu den größten Kultureinrichtungen weltweit. Zu ihr gehören die Staatlichen Museen zu Berlin, die Staatsbibliothek, das Geheime Staatsarchiv, das Ibero-Amerikanische Institut und das Staatliche Institut für Musikforschung.

Um innovative und zeitgemäße digitale Nutzungsmöglichkeiten zu bieten, beabsichtigt die SPK, eine Datenplattform aufzubauen, über die Daten aus unterschiedlichen Systemen der SPK über einheitliche Schnittstellen angeboten, inhaltlich vernetzt und nachgenutzt werden können. Besonderes Potenzial sieht die SPK in den Verknüpfungen zwischen den verschiedenen Sammlungen der Institutionen/Einrichtungen, durch die es beispielsweise möglich wird, verschiedene Objekte von Alexander von Humboldts Amerikareise (Ethnologisches Museum) mit den entsprechenden handschriftlichen Passagen in seinen Reisetagebüchern (Staatsbibliothek zu Berlin) zu verknüpfen.

Das Projekt „SPK-Lab“ leistet Vorarbeiten zu dieser Datenplattform, erstellt einen Überblick über die vorhandenen Datenbestände und fördert öffentlichkeitswirksam die Datennachnutzung. Geeignete und relevante Daten werden über ein Online-Portal angeboten. Veranstaltungen, Wettbewerbe und weitere Öffentlichkeitsarbeit machen sowohl nach außen als auch in der Stiftung den Wert und das Potenzial der Daten sichtbarer. Dabei werden ein Kontakt und idealerweise eine Partnerschaft mit digital avancierten Nutzerinnen und Nutzern etabliert und neue Nutzungsmöglichkeiten demonstriert. Die gewonnenen Erfahrungen fließen zurück in die Verbesserung der Datenbestände und die Entwicklung der Datenplattform.

Aufgabengebiet:
  • Datenbestände in der SPK identifizieren, analysieren und dokumentieren
  • Klären der Rechte und Unterstützen der Lizenzierung der Datenbestände
  • intern über das Projekt informieren und interne Kooperationen etablieren
  • externe Zielgruppen gezielt ansprechen, Partnerschaften etablieren und Anforderungen analysieren
  • Veranstaltungen zur öffentlichkeitswirksamen Datennachnutzung organisieren (inkl. Hackathons und Wettbewerbe)
  • Entwicklungsbedarf in der SPK identifizieren und Maßnahmen anstoßen
Anforderungen:
  • Hochschulabschluss (Master oder Magister) im Bereich der Informatik mit nachgewiesenem Verständnis von Kultur- oder Geisteswissenschaften bzw. im Bereich der Kultur- oder Geisteswissenschaften mit nachgewiesenen informationstechnischen Kompetenzen
  • oder ein vergleichbarer Abschluss mit den vorgenannten Kompetenzen
  • oder auf das Aufgabengebiet bezogene nachgewiesene gleichwertige Fähigkeiten und Erfahrungen
  • sehr gute Kenntnisse im Bereich Datenmanagement bzw. Forschungsdatenmanagement, wie z.B. Metadaten, Schnittstellen, rechtliche Aspekte etc.
  • nachgewiesene Erfahrung im Bereich Open Data, idealerweise mit kulturellen oder wissenschaftlichen Daten
  • Kenntnisse und Erfahrungen aus den Bereichen e-Research, e-Science oder Digital Humanities sind von Vorteil
  • nachgewiesene Erfahrungen in der Koordination von Projekten und Organisation von Veranstaltungen
  • diplomatisches Geschick und ausgeprägte Fähigkeit im Management von heterogenen Stakeholdern
  • ergebnisorientierte, strukturierte und eigenverantwortliche Arbeitsweise
Die SPK bietet u.a.:
  • grundsätzlich flexible Arbeitszeit von 06.00 bis 21.00 Uhr – ohne Kernzeit
  • 30 Tage Erholungsurlaub
  • zusätzliche Versicherung in der Altersvorsorge bei der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL)
  • vielfältige Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten
  • Zuschuss zu Angeboten der Gesundheitsförderung

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz begrüßt Bewerbungen von Menschen aller Nationalitäten. Als interdisziplinäre Kultur- und Forschungseinrichtung bietet die SPK familienfreundliche Arbeitsbedingungen und gewährleistet die Gleichstellung von Frauen und Männern nach dem Bundesgleichstellungsgesetz. Schwerbehinderte Menschen werden bei gleicher Eignung besonders berücksichtigt.

Eine Besetzung mit Teilzeitbeschäftigten ist grundsätzlich möglich.

Die SPK begrüßt Bewerbungen von Menschen aller Nationalitäten. Als interdisziplinäre Kultur- und Forschungseinrichtung gewährleistet die Stiftung die Gleichstellung von Frauen und Männern. Schwerbehinderte Menschen werden bei gleicher Eignung besonders berücksichtigt.

Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen können Sie per E-Mail (möglichst in einem einzelnen PDFDokument) unter Angabe der Kennziffer HV-13-2020 bis zum 15. Juli 2020 an die folgende Adresse senden:

Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Personalabteilung, Sachgebiet I 2 a, Von-der-Heydt-Str. 16-18, 10785 Berlin – E-Mail: bewerbungsmanagement@hv.spk-berlin.de

Papier-Bewerbungen können grundsätzlich nur zurückgesandt werden, wenn ein frankierter Rückumschlag beiliegt.

Ihre Daten werden im Rahmen des Bewerbungsverfahrens gespeichert und verarbeitet. Genaue Informationen erhalten Sie hier: www.preussischer-kulturbesitz.de/karriere/datenschutz.html.

Ansprechpartner für Fragen zum Aufgabengebiet:
Herr Altenhöner (Tel.: 030 – 266 43 1400) und Herr Ludwig (0171 – 33 56 273)

Ansprechpartner für Fragen zum Bewerbungsverfahren:
Herr Mittag (Tel.: 030 – 266 41 1710)

Stellenauschreibung – Projektmanager*in Kultur-Hackathon Coding da Vinci Niedersachsen 2020 (m/w/d) Hannove

Do, 06/25/2020 - 12:22
 

Als Deutsche Zentrale Fachbibliothek für Technik und Naturwissenschaften sichern wir mit unseren zukunftsweisenden Dienstleistungen die infrastrukturellen Voraussetzungen einer qualitativ hochwertigen Informations- und Literaturversorgung für Forschung in Wissenschaft und Industrie. Unsere Dienstleistungen als Universitätsbibliothek sichern die lokale Versorgung für die Leibniz Universität Hannover.

Die Technische Informationsbibliothek (TIB), Programmbereich C, Forschung und Entwicklung sucht – vorbehaltlich der endgültigen Bewilligung durch den Drittmittelgeber – für das Open Science Lab (OSL) zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine*n

Projektmanager*in Kultur-Hackathon Coding da Vinci Niedersachsen 2020 (m/w/d)

Die Stelle ist auf 8 Monate befristet. Die reguläre Wochenarbeitszeit beträgt 29,85 Stunden (Teilzeit, 75%). Die Eingruppierung erfolgt in die Entgeltgruppe 13 TV-L.

Ihre Aufgaben

  • Koordination von Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit im Kontext des Kultur-Hackathons Coding da Vinci Niedersachsen 2020
  • Information und Beratung von kulturellen Einrichtungen in Niedersachsen als potentiellen Datengeber*innen, sowie von Kreativen und Coder*innen
  • Vernetzung und Koordination der vielfältigen am Hackathon beteiligten Akteure (insbesondere Kultureinrichtungen wie Museen und Bibliotheken, soziokulturelle Zentren, Hacker*innen, sowie lokale und IT-Medien)

Ihr Profil

  • abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium (Master oder gleichwertig) in Kulturwissenschaft, Kulturmanagement, Kulturvermittlung, Bibliotheks- und Informationswissenschaft, Digital Humanities, Informatik oder einem verwandten Fachgebiet
  • Erfahrungen mit digitalen Projekten im Kulturbereich, z.B. Digitalisierung von Sammlungen, Aufbereitung von Daten für Webangebote oder digitale Projekte von kulturellen Einrichtungen

Wünschenswert

  • Erfahrungen mit Hackathons, Kreativprojekten im Bereich Coding und Digitalisierung
  • Erfahrungen in der Öffentlichkeits- und Beratungsarbeit der Kulturbranche
  • Kontakte bzw. eigene Netzwerke in regionalen Hacker*innen-, Kreativ- und/oder Programmierer*innen-Communities

Wir bieten

In der Forschungs- und Entwicklungsabteilung der TIB haben Sie die Möglichkeit, Ihre wissenschaftliche Qualifizierung in einem dynamischen und exzellenten Forschungsumfeld voranzutreiben. Wir bieten ein wissenschaftlich und intellektuell inspirierendes Umfeld mit unternehmerischer Denkweise, eingebettet in eine führende technische Universität und eines der größten technischen Informationszentren der Leibniz-Gemeinschaft.

Die Forschungsabteilung der TIB ist relativ jung und bietet viele Möglichkeiten. Derzeit gibt es fünf Forschungsgruppen in der Abteilung: Data Science & Digital LibrariesScientific Data ManagementKnowledge InfrastructuresLearning and Skills Analytics sowie Visual Analytics. Allen Forschungsgruppen gemeinsam ist die Vision, die Darstellung und Bereitstellung von Daten und Informationen zu überdenken und in Zukunft in einem Open Research Knowledge Graph (ORKG) zu organisieren. Mit dem Forschungszentrum L3S der Leibniz Universität Hannover, eines der weltweit führenden Forschungsinstitute im Bereich Web & Data Science, besteht dabei im Rahmen des Leibniz Joint Lab Data Science & Open Knowledge eine enge Kooperation. Nicht zuletzt legen wir großen Wert auf ein offenes und kreatives Arbeitsklima, in dem es Spaß macht zu arbeiten.

Darüber hinaus bieten wir

  • Finanzierung von Dienstreisen, der notwendigen technischen Ausstattung sowie von Konferenz- und Forschungsaufenthalten
  • Arbeit im Kontext eines nationalen, europäischen oder internationalen Forschungs- und Innovationsprojekts
  • einen modernen Arbeitsplatz in zentraler Lage mit einem kollegialen, attraktiven und vielseitigen Arbeitsumfeld
  • eine umfassende und intensive Einarbeitung
  • flexible Arbeitszeiten sowie Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie wie z. B. mobiles Arbeiten
  • einen Arbeitgeber mit breit gefächertem Fort- und Weiterbildungsangebot, einer betrieblichen Gesundheitsförderung und Altersvorsorge für den öffentlichen Dienst (VBL)
  • Beschäftigtenrabatt in den Mensen des Studentenwerks Hannover sowie Möglichkeit zur Nutzung der vielseitigen Angebote des Hochschulsports Hannover

Interessentinnen und Interessenten können sich bei Herrn Lambert Heller, Leitung des Bereichs Open Science Lab, telefonisch unter 0511 762-5348 oder per E-Mail unter lambert.hellertibeu näher über das Arbeitsgebiet informieren.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung.

Jetzt hier bewerben

Bewerbungen in Papierform sind ebenfalls gleichrangig möglich. Für diesen Fall senden Sie Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen bitte unter Angabe der Ausschreibungsnummer 26/2020 bis zum 08.07.2020 an die

Technische Informationsbibliothek (TIB)
Personalservice
Herrn Daniel Eilers
Welfengarten 1 B
30167 Hannover

oder als PDF-Datei an bewerbungtibeu. Bei einer Bewerbung in digitalisierter Form bitten wir um Übersendung einer einzigen PDF-Datei mit einer Größe von maximal 10 MB.

Wer wir sind

Die TIB ist eine Stiftung öffentlichen Rechts des Landes Niedersachsen. Mit rund 550 Beschäftigten und einem Etat von circa 50 Millionen Euro ist sie eine der größten Informationsinfrastruktureinrichtungen in Deutschland.

Wir bieten Ihnen die Chance, in einem höchst dynamischen Umfeld zu arbeiten. Ein rasanter Anstieg wissenschaftlicher digitaler Information, die zunehmende Vielfalt von produzierten Medientypen und -formaten sowie die wachsenden Anforderungen und Bedarfe unserer Kundinnen und Kunden erfordern innovative Informationsdienste. Die TIB begegnet den neuen Anforderungen beispielsweise mit eigenen Forschungs- und Entwicklungsprojekten in internationalem Kontext, mit neuartigen Publikationsdiensten und der Förderung von wissenschaftlichen Kommunikationsprozessen. Damit tragen wir zur Weiterentwicklung einer modernen Gesellschaft bei, die auf Information und Wissen, Innovationen und Kreativität basiert.

Die TIB sorgt für optimale Arbeitsbedingungen und baut Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie kontinuierlich aus.

Bewerbungen von Menschen mit Schwerbehinderung werden bei gleicher Qualifikation bevorzugt berücksichtigt.

Bitte geben Sie im Betreff Ihrer Bewerbung an, über welche Stellenbörse Sie auf unser Angebot aufmerksam geworden sind.

Wir weisen darauf hin, dass Bewerbungsunterlagen grundsätzlich nicht zurückgesandt werden.

Diese Stellenausschreibung als PDF ansehen.

CfP: „Les humanités numériques : de nouveaux récits en histoire de l’art ?“ Band 87 der Zeitschrift „revue Histoire de l’art“

Mi, 06/24/2020 - 13:41

Für 2021 bereitet die französischsprachige Zeitschrift „revue Histoire de l’art“ einen Band zu Digital Humanities in der Kunstgeschichte und Archäologie vor. Aufgerufen sind insbesondere Forscherinnen und Forscher in den frühen Abschnitten der beruflichen Aktivität (early PostDocs, Jun.-Profs., Promovierende) einen Beitrag zur Diskussion der  Potenziale digitaler Forschungsansätze und digitaler Vermittlungsformen in der Kunstgeschichte und der Archäologie einzureichen. Das Feld ist bewusst sehr weit angelegt und soll einen Einstieg bieten. Die Beiträge können in französischer oder englischer Sprache eingereicht werden. Deadline ist der 15. September 2020.

Das Redaktionsteam des Bandes freut sich, wenn mit Beiträgen von Forscherinnen und Forschern aus der deutschsprachigen Digital Humanities Community der Austausch mit der französischsprachigen Forschung weiter befördert werden kann.

Den Call finden Sie bitte hier auf dem Blog der ApAhAu: http://blog.apahau.org/appel-a-publication-numero-87-revue-histoire-de-lart-les-humanites-numeriques-de-nouveaux-recits-en-histoire-de-lart/.

Bei Fragen können Sie sich direkt an das Redaktionsteam (revueredachistoiredelart@gmail.com) wenden oder auch direkt an Anne Klammt (aklammt@dfk-paris.org). 

Eröffnung des digitalen Archivs zur BOLSA: Alte Liebe rostet nicht …

Mo, 06/22/2020 - 09:53

BOLSA: Die Bonner Längsschnittstudie des Alterns

Feierliche Eröffnung des Daten- und Tonarchivs „Bonner Längsschnittstudie des Alterns“ am Historischen Datenzentrum Sachsen-Anhalt

Die BOLSA ist online … da jedoch Corona den festlichen Start des BOLSA-Portals verhinderte, wagen wir uns jetzt an eine digitale Feier: Sie sind herzlich eingeladen, am 7. Juli 2020 ab 11:00 Uhr mit uns zusammen die Eröffnung des digitalen Rechercheangebots zur BOLSA zu begehen.

In einem Webinar werden wir akustische Hörproben – zusammengestellt von der Künstlerin Sonya Schönberger – zur BOLSA präsentieren. Christina von Hodenberg wird spannende wissenschaftliche Erkenntnisse offenbaren und Katrin Moeller, Thomas Schmidt sowie Marina Lemaire helfen live bei der Suche im Portal! Alle zusammen beantworten wir Ihre Fragen.

Bei der BOLSA handelt es sich um ein einzigartiges, lebensgeschichtliches Archiv mit Toninterviews und zahlreichen Akten zu älteren Menschen, die zwischen 1890 und 1905 geboren wurden. Gefördert von der VW-Stiftung wurde die BOLSA in den letzten Jahren digitalisiert und erschlossen. Jetzt sind die intensiven Erzählungen der Menschen (fast) direkt erfahrbar:

https://bolsa.uni-halle.de/.

Nehmen Sie teil am Webinar:

Wann: 7. Juli 2020, 11:00 AM Amsterdam, Berlin, Rom, Stockholm, Wien
Thema: Eröffnung der BOLSA

Registrieren Sie sich bitte für das Event:
https://us02web.zoom.us/webinar/register/WN_Wv_6ZAYBQdGBrnUTaurv6A

Nach der Registrierung erhalten Sie eine Bestätigungs-E-Mail mit Informationen über die Teilnahme am Webinar.

Projektteam:

  • Prof. Dr. Christina von Hodenberg, Professorin für Europäische Geschichte an der Queen Mary University of London [Homepage   ]
  • Dr. Katrin Moeller, Leiterin des Historischen Datenzentrums Sachsen-Anhalt [Homepage] und Lena Leinich
  • Dr. Roberto Cozatl und Dirk Pollmächer, Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt, [Opendata Universitätsbibliothek Halle-Wittenberg]
  • Marina Lemaire, M.A., Referentin für Projektmanagement digitale Forschungsinfrastrukturen in den Geistes- und Sozialwissenschaften am Servicezentrum eSciences der Universität Trier [Homepage   ]
  • Dr. Christoph Rott, Diplom-Psychologe am Institut für Gerontologie, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg [Homepage   ]
  • Dr. Thomas Schmidt, Archiv für Gesprochenes Deutsch, Leiter des Programmbereichs „Mündliche Korpora“ [Homepage   ]
  • Sonya Schönberger [Homepage] und Norbert Lang [Homepage], Hörspielmacher*innen und Künstler*innen

            

Stellenangebot: Forschungsbereichsleiter/in am Trier Center for Digital Humanities

Fr, 06/19/2020 - 14:44

Am Trier Center for Digital Humanities (Fachbereich II) der Universität Trier ist zum 15.09.2020 oder zum nächstmöglichen Zeitpunkt folgende Stelle zu besetzen:

Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in (m/w/d) als Forschungsbereichsleiter/in „Digitale Edition und digitale Lexikographie“ (Entgeltgruppe TV-L EG 14, 100%, unbefristet)

Das Trier Center for Digital Humanities (TCDH) hat sich seit seiner Gründung im Jahr 1998 zu einem national und international etablierten Zentrum für Digital Humanities entwickelt. Sein Ziel ist es, durch die (Weiter-)Entwicklung und Anwendung innovativer informatischer Methoden und Verfahren geistes- und kulturwissenschaftliche Fragestellungen zu bearbeiten, neue Forschungsansätze in diesen Fachdisziplinen zu entwickeln und gleichzeitig zur Ausbildung neuer Forschungsfelder und Methodologien in den informatiknahen Fächern beizutragen. Das TCDH gliedert sich in mehrere Forschungsbereiche: Digitale Edition und Lexikographie, Digitale Literatur- und Kulturwissenschaften sowie Softwaresysteme und Forschungsinfrastruktur.

Die zentrale Aufgabe der Inhaberin oder des Inhabers der ausgeschriebenen Stelle ist die Leitung des Forschungsbereichs „Digitale Edition und digitale Lexikographie“. Im Rahmen eines interdisziplinär aufgestellten Teams arbeitet die Stelleninhaberin oder der Stelleninhaber eng mit den beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Literatur-, Informatik- und Rechtswissenschaften zusammen. Dabei umfassen die mit der Position verbundenen Aufgaben eigenständige sowie kollaborative Forschung im genannten Forschungsbereich, einschließlich Vortrags- und Publikationstätigkeiten, die Akquise neuer und die Koordination laufender Forschungsprojekte einschließlich der Berichterstattung, sowie die Personalauswahl und Personalentwicklung im Forschungsbereich Digitale Edition und Lexikographie. Die Stelle umfasst darüber hinaus die Beteiligung an der Leitung des Trier Center for Digital Humanities durch Mitgliedschaft im Direktorium. Die Stelle ist mit einer Lehrverpflichtung verbunden, die im BSc./MSc. Digital Humanities erbracht werden soll.

Anforderungen an die Bewerberinnen und Bewerber:

  • vorausgesetzt wird ein sehr gut abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium im Sinne von §56 Abs. 2 Nr. 1 des Hochschulgesetzes Rheinland-Pfalz im Fach Digital Humanities und/oder einer modernen Philologie;
  • vorausgesetzt wird ferner eine mindestens zweieinhalb-jährige, hauptberufliche Tätigkeit seit dem oben genannten Hochschulabschluss;
  • vorausgesetzt wird außerdem eine einschlägige Promotion;
  • erwartet werden ausgezeichnete Kenntnisse und/oder Erfahrungen im Bereich von Digitaler Edition und/oder Digitaler Lexikographie;
  • erwartet werden darüber hinaus Erfahrungen mit der Einwerbung und Durchführung von Drittmittelprojekten;
  • erwünscht sind Erfahrungen mit der Arbeit in einem interdisziplinären Team und entsprechende Kommunikationsfähigkeit;
  • ebenso erwünscht sind sehr gute Sprachkenntnisse in Deutsch und Englisch;
  • hohes Engagement und Flexibilität werden ebenfalls erwartet;
  • Erfahrungen in der Lehre, insbesondere in den Digital Humanities, sind von Vorteil.

Wir bieten:

  • die Mitarbeit in einem interdisziplinären, aufgeschlossenen Team
  • Gestaltungsspielraum innerhalb eines innovativen Aufgabengebietes
  • Möglichkeiten zur wissenschaftlichen Weiterentwicklung in Forschung und Lehre an einem Standort mit langer Tradition in den Digital Humanities

Schwerbehinderte werden bei entsprechender Eignung bevorzugt eingestellt. Die Universität Trier ist bestrebt, die Zahl Ihrer Wissenschaftlerinnen zu erhöhen und fordert diese nachdrücklich zu einer Bewerbung auf.

Bitte richten Sie Ihre Bewerbung unter dem Kennzeichen „FBA” bis zum 27.07.2020 als ein einzelnes PDF-Dokument an Prof. Dr. Christof Schöch (schoech@uni-trier.de).

Weitere Informationen können auch bei der Direktion des TCDH, Prof. Dr. Claudine Moulin (moulin@uni-trier.de) und/oder bei Prof. Dr. Christof Schöch (schoech@uni-trier.de) eingeholt werden.

Homepage: https://kompetenzzentrum.uni-trier.de/de

Einladung zum virtuellen Digital-Humanities-Kolloquium der BBAW, 3. Juli 2020

Do, 06/18/2020 - 17:27

Am 3. Juli 2020 findet das erste rein virtuelle DH-Kolloquium der BBAW statt, zu dem Marie Flüh (Universität Hamburg) und Mareike Schumacher (ebenfalls Universität Hamburg) ihr Projekt m*w (https://msternchenw.de/) sowie einige der dabei eingesetzten digitalen Methoden für die literaturwissenschaftliche Forschung vorstellen werden. 

Der Vortrag, dessen Abstract unten im Anschluss zu finden ist, wird vorab aufgezeichnet und zu Beginn des Kolloquiums, d.h. am 3. Juli 2020, um 17 Uhr bereitgestellt. Der Link zum Vortrag wird zugleich auf Twitter (@DHBBAW) sowie im Channel „berlin_dhberlin“ auf der Plattform discord (⇒ Einladungslink: https://discord.gg/sw4D5NN) gepostet. Anschließend startet auf beiden Plattformen die Diskussion, zu der wir hiermit alle Interessierten sehr herzlich einladen möchten.

Die Diskussion kann auf beiden Kanälen verfolgt werden, auf Twitter ist das Mitlesen auch ohne Account möglich, während sowohl für Twitter als auch für discord eine Anmeldung erforderlich ist, um aktiv Fragen stellen zu können. [Sollten Einzelne mitdiskutieren wollen, die weder einen Twitter- noch einen discord-Account haben, und sich auf keiner der beiden Plattformen registrieren möchten, können auch Fragen per Mail an dh-kolloquium@bbaw.de geschickt werden. Diese werden von den OrganisatorInnen ausgewählt und dann (ggf. verkürzt) auf Twitter veröffentlicht und von den Referentinnen beantwortet.]

Abstract
Von Nebenbefunden und Methodenadaptionen in den Digital Humanities am Beispiel von m*w

Marie Flüh (Universität Hamburg)
Mareike Schumacher (Universität Hamburg)

Im Projekt m*w untersuchen wir seit Sommer 2019 Genderstereotype und -bewertungen (in Form von Emotionen) in literarischen Texten. Anstelle einer Präsentation der literatur- und kulturwissenschaftlich relevanten Erkenntnisse aus dem Projekt (die Sie hier nachlesen können), setzten wir im Rahmen des Kolloquiums einen methodischen Schwerpunkt und zeigen Perspektiven auf eine literaturwissenschaftliche Auseinandersetzung mit Named Entity Recognition und Emotion Analysis.

Im ersten Teil des Vortrags möchten wir interessante Nebenbefunde vorstellen, die aus unseren Bemühungen entstanden sind, ein Named Entity Recognition Tool so zu trainieren, dass es eine möglichst leistungsstarke automatische Annotation von weiblichen, männlichen und neutralen Figurenreferenzen erreicht. Wir möchten zeigen, wie wir dabei “zufällig” zu einer Art Barometer für Texte mit besonders stereotypen Figurenreferenzierungen kamen und auf welche Art und Weise Texte ausfindig gemacht werden können, die ihrer Zeit im Hinblick auf die Darstellung von Gender voraus sind. Dabei wird die Methode der automatischen Figurenerkennung mit einigem Vergnügen gegen den Strich gebürstet. Toolbewertungsverfahren werden zum eigentlichen Hilfsmittel der Analyse und ein Scalable-Reading-Prozess setzt ein.

Im zweiten Teil des Vortrags erläutern wir unterschiedliche Perspektiven auf die digitale Analyse sentimenttragender Textmerkmale in novellistischen Texten. Gerade literarische Texte gelten als hochgradig emotionales Unterfangen, wobei die Kommunikation der Figuren eines der wichtigsten Bestandteile der literarischen Emotionalisierungstechniken darstellt (Anz 2007: 219). Auf welche Art und Weise lassen sich positive und negative Emotionen in Abhängigkeit zum Geschlecht einer Figur also wieder aus literarischen Texten herausfiltern? Wie könnte ein computergestütztes Verfahren aussehen, das sowohl der Spezifik literarischer Texte gerecht wird als auch (halb)automatische Arbeitsschritte beinhaltet, die einer emotionsbezogenen Korpusanalyse mit literaturwissenschaftlichem Erkenntnisinteresse den Weg bereitet?

m*w liegt ein Mixed-Methods-Ansatz zugrunde, der methodische Anleihen bei den Sozialwissenschaften/Informationswissenschaften (Sentiment Analysis), den Literatur- und Kulturwissenschaften und Verfahren, die gegenwärtig zur digitalen Analyse von literarischen Texten in den sog. Computational Literary Studies – also: in der digitalen Literaturwissenschaft – eingesetzt werden, macht.

Und: m*w ist ein Projekt der Freude, des Ausprobierens und der literaturwissenschaftlichen Neugierde. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme, Ihr Feedback und Ihre Sichtweise auf unsere Herangehensweise, die von neuen Sichtweisen nur profitieren kann. Das digitale textanalytische Verfahren sowie methodisch relevante Hintergründe für die Emotionsanalyse in Novellen und die (Fort-)Entwicklung der NER-Domänenadaption stellen wir Ihnen in unserem Vortrag am 3. Juli 2020 (17:00 bis 19:00 Uhr) aufgrund der aktuellen Situation digital und virtuell vor.

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