DHd Newsfeed

DARIAH-DE Grand Tour: Reproduzierbare Forschung und Erweitertes Publizieren mit Jupyter Notebooks

dhd-blog - Di, 04/10/2018 - 11:21

Digitale Methoden entwickeln sich zunehmend zur alltäglichen Praxis in den Geisteswissenschaften. Von der Erstellung einer Sammlung, über Bildanalysen, Text-Annotierung, bis hin zu Netzwerk-Analysen für die Ideengeschichte, keiner dieser Bereiche wird heutzutage noch ohne Computer angegangen.

Durch diese wachsende Bedeutung treten Themen, die ursprünglich in der Software-Entwicklung angesiedelt waren, in den Fokus der Geisteswissenschaften. So stellt sich zum Beispiel die Frage der Nachhaltigkeit einer Software-Entwicklung für ein geisteswissenschaftliches Forschungsvorhaben oder welchen Best-Practice-Maßstäbe dabei verfolgt werden sollten.

Notebook zu DARIAH-DE Topics

Eine relativ neue Entwicklung im Bereich der Software-Entwicklung ist das sogenannte „literate programming“, wobei ein Programm eher narrativ mit starkem Fokus auf die Lesbarkeit des Codes geschrieben wird. Dieses Paradigma ist besonders für wissenschaftliche Fragestellungen in der Lehre interessant.

Ein Vorreiter in diesem Gebiet sind Jupyter Notebooks, oder kurz Notebooks, in denen neben Q uellcode auch Markdown- oder Latex-Texte erlaubt sind. Die grundlegende Idee einer Notebook-Veröffentlichung ist die enge Verzahnung von Code, der meistens in Python, Julia, oder R geschrieben wurde, mit zugehörigen Erklärungen und Motivierungen. In einer interaktiven Ansicht können die LeserInnen des Textes dann zum einen den Code ausführen, zum anderen diesen aber auch anpassen um beispielsweise statistische Behauptungen durch eine andere Parameterwahl zu überprüfen oder eine Berechnung mit anderen Start-Werten noch einmal auszuführen. Ebenso kann eine Wissenschaftlerin die Erstellung eines Referenzdatensatzes mit allen Schritten der Daten-Akquise und Selektion sowie Bereinigung dokumentieren. Kombiniert mit öffentlich verfügbaren Forschungsdaten können Jupyter Notebooks einen wichtigen Beitrag zu reproduzierbarer Forschung leisten.

Durch eine einfache Gliederungsstruktur mit Kapiteln oder Absätzen kann um einen Programm-Code eine vollwertige Veröffentlichung samt Bibliographie geschrieben werden. Bereits 2014 wurde dies durch einen Nature Artikel beispielhaft gezeigt. Inzwischen wird die Umgebung zum Beispiel auch von Verlagen wie O‘Reilly unterstützt. Eine kuratierte Sammlung von Notebooks zu wissenschaftlichen Fragestellungen findet man zum Beispiel auf Github.

Für eine größere Akzeptanz dieser Veröffentlichungsart sind zwei wichtige Aufgaben von Forschungsinfrastrukturen zu lösen. Zum einen muss um die Unterstützung von Jupyter Notebook-Publikationen geworben werden, bspw. müssen eigene Darstellungsplattformen in den Einrichtungen für Wissenschaftler bereitgestellt werden. Zum anderen sollten Forschungseinrichtungen für Mitglieder eine Editierumgebung für Notebooks anbieten, die das Teilen von Programm-Beispielen oder Datensätzen erlaubt. Eindrucksvolle Beispiele hierfür findet man zum Beispiel am Cern oder bei der GWDG.

Notebook von Fundortverteilung, basierend auf Leaflet

Ein Ansatz um den Einstieg in erweitertes Publizieren mit Jupyter Notebooks für Forschungseinrichtungen zu erleichtern, ist die Bereitstellung von „Publikations-Bausätzen“ für die Darstellung von Notebooks, zum Beispiel basierend auf Container-Technologie, durch Infrastruktur-Initiativen wie DARIAH-DE. Auf ähnliche Weise könnte ein „Editier-Bausatz“ für WissenschaftlerInnen angeboten werden, der einen möglichst barrierefreien Einstieg in das „literate programming“ ermöglicht.

Ein Prototyp einer solchen Umgebung wird bei einem Workshop zu Jupyter Notebooks während der DARIAH-DE Grand Tour 2018 präsentiert und genutzt werden. Die Idee ist eine einfache Bereitstellung einer Editier-Umgebung für alle DARIAH-DE-NutzerInnen, bei der automatisch eine Sammlung von Beispiel-Notebooks zur Verfügung stehen wird, die als Grundlage für eigene Forschungsarbeiten dienen kann. Dabei werden typische Themen der DH abgedeckt sein, wie etwa das Laden von Webressourcen, mit anschließender Datenbank-Erstellung, Textklassifizierung, und Expertensuche mittels regulärer Ausdrücke, Netzwerk-Erstellung und Analyse für Netzwerke historischer Persönlichkeiten oder das Visualisieren von Fundort-Datenbanken auf Landkarten.

Erster internationaler Modellathon „3D-Rekonstruktion“ – Ergebnisse

dhd-blog - Mo, 04/09/2018 - 18:37

Die Arbeitsgruppe „Digitale Rekonstruktion“ (AGDR) des Verbands Digital Humanities im deutschsprachigen Raum (DHd) hat im Rahmen des Kongresses „Kritik der Digitalen Vernunft“ im März 2018 in Köln den ersten internationalen Modellathon veranstaltet. In dieser Spielart des Hackathons haben sich Studierende eine Woche lang mit der digitale Rekonstruktionsaufgabe „Vermitteln Sie den Teilnehmern der DHd-Jahrestagung eine Vorstellung von der Hofburg in Wien im Bauzustand um 1850“ befasst.

Der Modellathon wurde von verschiedenen Workshops begleitet, bei denen sowohl den studentischen Arbeitsteams als auch interessierten Besuchern eine Einführung in den Gegenstand sowie Grundlagen wissenschaftlicher 3D-Rekonstruktion geboten wurde. Am eigentlich Wettbewerb nahmen 13 Studierende aus Deutschland und der Schweiz teil. Inhaltlich betreut wurde dies durch Dr. Richard Kurdiovsky von der österreichischen Akademie der Wissenschaften, Quellen wurden freundlicherweise durch die Architektursammlung der Albertina, Wien zur Verfügung gestellt. Der Modellathon wurde von Dr. Sander Münster (TU Dresden), Jonas Christen von der Zürcher Hochschule der Künste sowie Dr. Mieke Pfarr-Harfst von der TU Darmstadt organisiert.

Die Ergebnisse des Modellathons wurden durch die Teams am letzten Tag der Jahrestagung der DHd vorgestellt und durch eine Expertenjury hinsichtlich von Kriterien wie beispielsweise Recherche, Quellentreue, technische Umsetzung, und Vermittlung bewertet. Als Sachpreis wurde eine Maxon Cinema 4D Studio Lizenz im Wert von 3.500 EUR (gestiftet durch die Maxon Computer GmbH) vergeben. Die Jury setzte sich aus Mitgliedern des DHd-Vorstands, der AGDR sowie der österreichischen Akademie der Wissenschaften als inhaltlichem Schirmherren zusammen.

Der DHd-Verband hat freundlicherweise 10 Stipendien á 250 EUR für studentische Teilnehmer vergeben, um die Teilnahmekosten zu decken.

Erster Preis: Beste Umsetzung
Marleen De Kramer, Magdalena März, Anna Schuller

  © Marleen De Kramer, Magdalena März, Anna Schuller

Special Mention: Herausragende Gestaltung
Simon Oster und Dennis Noki

  © Simon Oster, Dennis Noki

Weitere Bilder unter:

https://tu-dresden.de/gsw/der-bereich/news/erster-internationaler-modellathon-3d-rekonstruktion

Web – Programmierung, UX/UI – Design und Usability (Berlin, E 13 TV-L, 50%)

dhd-blog - Mo, 04/09/2018 - 15:04

Die BBAW sucht für ihr Projekt „Kulturerbe als Linked Open Data – Pilotprojekt für den Census“ zum frühestmöglichen Zeitpunkt eine/einen Wissenschaftliche/n Mitarbeiter/in in Teilzeit (50 %) mit Erfahrungen mit Web-Programmierung, UX/UI-Design und Usability (befristet bis zum 31.12.2020).
Der Census of Antique Works of Art and Architecture Known in the Renaissance enthält ca. 250.000 Datensätze mit Abbildungen und Informationen zu antiken Monumenten, nachantiken Dokumenten, Orten und Personen. Im Rahmen des Projekts sollen ein geeignetes graphbasiertes Datenbanksystem gefunden und anhand eines Testdatensatzes einzelne prototypische, zeitgemäße, benutzungsfreundliche und nachhaltige Web-Module für die Visualisierung und Exploration von Forschungsdaten entwickelt werden.
Ihr Profil:

  • Einschlägiges abgeschlossenes Hochschulstudium
  • Erfahrung mit UX/UI-Design und Usability
  • Erfahrung mit Frontend-Entwicklung (z.B. mit PHP, Python und/oder JavaScript) und dem Einsatz von Frameworks
  • Wünschenswert sind Kenntnisse von Bibliotheken für Graph-/RDF-Datenabfrage
  • Fähigkeit zum selbständigen, strukturierten und ergebnisorientierten Arbeiten
  • Erfahrung in der Projektdokumentation
  • Teamfähigkeit und ausgezeichnete Kommunikations- und Organisationsfähigkeit

Bewerbungsende ist am 20.4.2018. Der gesamte Ausschreibungstext kann hier nachgelesen werden: http://www.bbaw.de/stellenangebote/ausschreibungen-2018/AV-07-2018_Ausschreibungstext_Census_LOD_%2020180323.pdf

Ankündigung PARTHENOS Workshop @ESU 2018 und Freie Plätze PARTHENOS Webinar zur Entwicklung von Forschungsfragen

dhd-blog - Mo, 04/09/2018 - 14:24

Lost in Isolation?
Dann bewerben Sie sich bis zum 01.05.2018 für den PARTHENOS-Workshop How Research Infrastructures empower eHumanities and eHeritage Research(ers) und lernen Sie, wie Sie mit Hilfe von Forschungsinfrastrukturen Wissen, Daten, Methoden und Tools geisteswissenschaftlicher Forschungsgemeinschaften für Ihre Forschungsprojekte nutzbar machen können.
Binnen 5 Tagen vermittelt Ihnen der Workshop wichtige theoretische Grundlagen zum Forschen mit (digitalen) Forschungsinfrastrukturen im Digital Humanities und Cultural Heritage Bereich. Darüber hinaus bietet er Ihnen die Gelegenheit, zur praktischen Anwendung und Übertragung dieser Grundlagen auf Ihre Forschungsprojekte. Sie lernen, wie Sie während jeder Etappe des Forschungsprozesses (Research Lifecycle) von Forschungsinfrastrukturen profitieren können: bei der Entwicklung von Forschungsfragen, der Planung Ihres Forschungsprojektes, der Datenanalyse und dem Publizieren Ihrer Ergebnisse.
Der einwöchige Workshop findet im Rahmen der Europäischen Sommeruniversität in Digitalen Geisteswissenschaften: Kulturen und Technologien 2018 (ESU 2018), zwischen dem 17.07.-27.07.2018 statt (erste Woche).
Besuchen Sie die Internetpräsenz der Sommeruniversität und erfahren Sie mehr über die Inhalte des Workshops, weitere Workshopangebote, Bewerbungsmodalitäten und Förderungsmöglichkeiten.
AdressatInnen: Studierende am Ende des Hauptstudiums oder von Masterstudiengängen, Graduierte, DoktorandInnen, PostdoktorandInnen, Lehrende, BibliothekarInnen und technische AssistentInnen, die sich für digitale Geisteswissenschaften und/oder Cultural Heritage Forschung interessieren. Wir wären Ihnen dankbar, wenn Sie diese Ankündigung an potentielle Teilnehmerinnen (Ihre StudentInnen, KollegInnen) weiterleiten würden.
Datum: 17.07.-27.07.2018 (erste Woche)
Bewerbung: Bis 01.05.2018 über die Webseite der ESU 2018
Organisation: Der Workshop wurde gemeinsam von der FH Potsdam und der Universität Leipzig für PARTHENOS (Pooling Activities, Resources and Tools for Heritage E-research Networking, Optimization and Synergies) konzipiert.

Gleichzeitig möchten wir Sie gerne auf das nächste PARTHENOS eHumanities and eHeritage Webinar aufmerksam machen, das ganz im Zeichen der Entwicklung von Forschungsfragen im Digital Humanities und Cultural Heritage Bereich im Zusammenspiel mit Forschungsinfrastrukturen steht:
Webinartitel: “Boost your eHumanities and eHeritage research with Research Infrastructures”, Trainer: Darja Fišer (University of Ljubljana) & Ulrike Wuttke (University of Applied Sciences Potsdam, Germany)
Datum und Zeit: Dienstag, 24.04.2018, 13:00-14:00 Uhr CEST

Aus dem Inhalt: This webinar is dedicated to the phase of the research life cycle “Develop Research Questions”. It will dive into details of the topic of developing research questions with RIs, especially on finding, working with and contributing data to RI collections, using Virtual Research Environments, and tools. Read more…

Die Teilnahme ist kostenlos, es ist einzig eine Registrierung via Eventbrite erforderlich.

Für Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen, für die Organisation,

Ulrike Wuttke und Rebecca Sierig

Digitalisierungsexperten (m/w) (Entgeltgruppe 13 TV-L, Vollzeit)

dhd-blog - Mo, 04/09/2018 - 12:50

Die Zentralkustodie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt befristet bis 29.02.2020 für die Abteilung H – Haushalt und Liegenschaften Digitalisierungsexperten (m/w) (Entgeltgruppe 13 TV-L, Vollzeit) für den Aufbau und die Weiterentwicklung einer digitalen Infrastruktur zur Erfassung und Vernetzung universitärer Sammlungen in Zusammenarbeit mit dem Germanischen Nationalmuseum Nürnberg.

Das Aufgabengebiet umfasst u.a.:

Sie sind primär mit den IT-nahen Aufgaben des Projekts „Objekte im Netz“ betraut. Diese umfassen die Weiterentwicklung und Wartung der Erfassungs- und Präsentationssoftware auf Basis von WissKI (http://wiss-ki.eu/). Der innovative Einsatz von Techniken des Semantic Web und des Web Engineering sind hier von zentraler Bedeutung.

Weitere Aufgaben betreffen die Mitarbeit bei der Konzeption und Durchführung von Workshops sowie Lehrveranstaltungen im Rahmen des Projekts.

„Objekte im Netz“ bietet die Chance, Meilensteine und Standards bei der Digitalisierung universitärer Sammlungen zu setzen, sowohl innerhalb als auch außerhalb der FAU. Gleichzeitig vereint die Stelle ein freundliches und aufgeschlossenes Arbeitsumfeld mit Einblicken in die vielfältigen und spannenden Sammlungen und dem Einsatz innovativer Technologien.

Notwendige Qualifikation:

Gesucht werden Personen mit einem erfolgreich abgeschlossenen wissenschaftlichen Hochschulstudium vorzugsweise der Informatik oder Digital Humanities und besonderer Expertise im Bereich der digitalen Innovation mit vertieften Informatikkenntnissen. Kenntnisse in Content Management Systemen (insb. Drupal) und in der Web-Programmierung (Apache, PHP, JavaScript) sind von Vorteil.

Die Mobilität im Raum Erlangen-Nürnberg wird vorausgesetzt.

Telefonische Auskünfte sind unter Tel.-Nr. 09131/85-20745 (Herr Andraschke) erhältlich.

Die Universität Erlangen-Nürnberg ist seit 2016 Mitglied des Best Practice Clubs „Familie in der Hochschule“. Sie fördert die berufliche Gleichstellung von Frauen und bittet deshalb Frauen nachdrücklich um ihre Bewerbung.

Die Stelle ist für schwerbehinderte Menschen geeignet. Schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber werden bei ansonsten im Wesentlichen gleicher Eignung bevorzugt eingestellt.

Bewerbungen mit vollständigen Unterlagen (tab. Lebenslauf, Kopien der Schul-, Berufsausbildungs- und Arbeitszeugnisse) werden bis 20.04.2018 an das Referat P 5 der Zentralen Universitätsverwaltung, Schlossplatz 4, 91054 Erlangen erbeten.

Fristverlängerung: Stellenausschreibung IT-Leiter / IT-Leiterin, Philipps-Universität Marburg, Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg, bis E 14

dhd-blog - Fr, 04/06/2018 - 09:00

Die Bewerbungsfrist für folgende Ausschreibung ist bis zum 20.04.2018 verlängert worden:

 

Am Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg (Philipps-Universität Marburg) suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine / einen

IT-Leiter / IT-Leiterin (bis E 14 TV-L, Vollzeit, unbefristet)

Zu den Aufgaben gehören die verantwortliche Leitung der IT-Abteilung, die Planung, Aufbau und Betreuung von technisch innovativen Software-Applikationen, die Mitarbeit in Fachgremien sowie die Vertretung des Deutschen Dokumentationszentrums im Aufgabengebiet der kulturwissenschaftlichen Forschungsdateninfrastrukturen nach innen und außen.

Es handelt sich um eine unbefristete Vollzeitanstellung. Es erwartet Sie eine vielseitige und spannende Aufgabe in einem engagierten Team in kooperativer Arbeitsatmosphäre.

Den vollständigen Ausschreibungstext finden Sie unter: https://www.uni-marburg.de/administration/verwaltung/dez2/personalabteilung/bewerber/stellen/oeffentlich/nichtwiss/ze-0028-bild-itleiter-060418.pdf

Entwicklerin/Entwickler Web-Applikation (Angular 5)

dhd-blog - Mi, 04/04/2018 - 10:05
via Vera Chiquet, Universität Basel Vollzeit, auf Wunsch 80% Anfangsdatum: so bald wie möglich.
Dauer: Ein Jahr. Eine Verlängerung ist nicht ausgeschlossen.

Das Digital Humanities Lab ist eine technologisch ausgerichtete Institution an der Philosophisch-Historischen Fakultät der Universität Basel mit mehr als 20 Jahren Praxiserfahrung in der interdisziplinären Forschung. Ihre Aufgaben
Knora, unsere webbasierte virtuelle Forschungsumgebung, ermöglicht es Geisteswissenschaftlerinnen und Geisteswissenschaftlern, mit verschiedenen Arten von Primär- und Sekundärquellen kollaborativ zu arbeiten und gleichzeitig ihre Forschungsdaten zu bewahren und zugänglich zu machen, damit sie zitiert und wiederverwendet werden können. Wir entwickeln eine neue grafische Benutzerschnittstelle Salsah
für Knora, basierend auf Angular 5. Sie wird es den Forschenden ermöglichen, Datenmodelle für ihre Forschungsdaten festzulegen sowie Eingabeformulare, Abfragen und Präsentationsformate zu erzeugen und einfache Visualisierungen hervorzubringen. Ihr Profil

  • Sie haben eine solide Ausbildung in der Programmierung und sind mit Angular 5 (TypeScript, SCSS, etc.) und RESTful APIs (JSON, JSON-LD) vertraut.
  • Sie arbeiten gerne mit Menschen aus verschiedenen akademischen Disziplinen zusammen, erlernen gerne neue Technologien und erproben neue Formen ihrer Verwendung.
  • Kenntnisse der Semantic Web-Technologien (RDF, SPARQL) sind wünschenswert, aber nicht erforderlich.
Wir bieten Ihnen
Sie werden in einem kleinen, kreativen Team arbeiten, das aus Menschen mit technischer und geisteswissenschaftlicher Ausbildung besteht. Wir fördern das Experimentieren mit neuen Ideen, bieten ein freundliches Arbeitsumfeld und haben Sinn für Humor. Bewerbung / Kontakt
Bewerbungsfrist: offen bis zur Auswahl einer Kandidatin oder eines Kandidaten.

Ihre Bewerbungsunterlagen (Motivationsschreiben, Lebenslauf, relevante Zertifikate) senden Sie bitte zusammengefügt in einer einzigen PDF-Datei an Vera Chiquet, vera.chiquet@unibas.ch Gerne beantwortet sie auch Ihre Fragen zu dieser Stellenausschreibung.

Die Universität Basel steht für Exzellenz und setzt sich für Diversität, Chancengleichheit und Familienfreundlichkeit ein. Bewerbungen von Frauen und von Menschen mit Migrationshintergrund sind ausdrücklich erwünscht.

www.unibas.ch

24. Berliner DH-Rundgang: Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit der ehemaligen DDR

dhd-blog - Di, 04/03/2018 - 10:55

Termin: Mittwoch, 11. April 2018, 14:30-16 Uhr

Ort: Archiv der Zentralstelle des BStU, Treffpunkt: Magdalenenstraße 9, 10365 Berlin (U5 Magdalenenstraße)

Wir werden den Arbeitsbereich „Digialisierung archivischer Unterlagen“ im Archiv der Zentralstelle des BStU besuchen und zusätzlich zu der regulären Archivführung u.a. Einblick in die Überlieferung der maschinenlesbaren Daten des MfS erhalten sowie die Digitalisierungswerkstätten für AV-Medien besuchen können.

Bitte beachten Sie, dass eine Anmeldung unbedingt erforderlich ist. Detaillierte Informationen sowie das Anmeldeformular finden Sie auf der if|DH|b-Webseite.

DH-Kolloquium an der BBAW, 6.4.2018: »IIIF: Offene und entwicklerfreundliche APIs für digitales Kulturerbe«

dhd-blog - Di, 04/03/2018 - 10:39

Wir möchten herzlich zum nächsten Termin des DH-Kolloquiums an der
BBAW am 06.04.2018, 17:00 Uhr – 19:00 Uhr (Konferenzraum 1) einladen:

Johannes Baiter von der Bayerischen Staatsbibliothek spricht zum Thema
»IIIF: Offene und entwicklerfreundliche APIs für digitales Kulturerbe«
und hat uns folgendes Abstract zur Verfügung gestellt:

Immer mehr Bibliotheken, Archive und Museen weltweit stellen ihre
Daten – ganz im Sinne von Open Data – über frei verfügbare
Schnittstellen basierend auf den offenen IIIF (International Image
Interoperability Framework) Spezifikationen bereit. Mit ihnen können
Forscher und Nutzer Daten verschiedenster Quellen für ihre Arbeit
nutzen und zusammenstellen, sowie Entwickler ihre Anwendungen
unabhängig von den Eigenheiten der verschiedenen Datenlieferanten
entwickeln. Der Vortrag will eine Einführung in die gängigsten IIIF
APIs geben, zeigen welche konkreten Vorteile für verschiedenste
Nutzergruppen aus ihnen entwachsen und wie sie sich von bereits
verbreiteten Standards wie METS abgrenzen. Auch praktischere Aspekte
sollen behandelt werden: Wie aufwendig ist es, die eigenen Daten über
IIIF bereitzustellen? Welche Viewer gibt es, um die Daten
benutzerfreundlich zu präsentieren? Wer stellt bereits seine Daten
über IIIF zur Verfügung?

Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, möchten wir Sie um Anmeldung per
E-Mail unter DH-Kolloquium@bbaw.de bitten.

Schließlich möchten wir Sie noch auf den im Anschluss an das
Kolloquium stattfindenden Digital-Humanities-Stammtisch auf dem
Restaurantschiff »Deckshaus« hinweisen, bei dem die Diskussion in
formloser Atmosphäre fortgesetzt werden kann.

CfP: DARIAH-DE Grand Tour Postersession

dhd-blog - Mi, 03/28/2018 - 11:15

Vom 19. bis zum 21. September 2018 lädt DARIAH-DE alle an digitalen Geisteswissenschaften Interessierten zu einer Grand Tour nach Darmstadt ein. Mit dieser Veranstaltung werden acht Jahre intensive und produktive Zusammenarbeit im Projekt und mit den Kooperationspartnern gewürdigt, die DARIAH-DE-Infrastruktur und ihr Angebotsportfolio präsentiert und der Entwicklungsstand im Bereich der digitalen Geistes- und Kulturwissenschaften gemeinsam mit zahlreichen Expertinnen und Experten reflektiert. Auch die DARIAH-DE-DH-Awards 2018 (Bewerbungsschluss: 31.05.2018) werden im Rahmen der Grand Tour feierlich verliehen.

Wir laden alle Interessierten herzlich ein, sich an der Grand Tour mit einem Posterbeitrag zu beteiligen. Das mögliche Themenspektrum für Posterbeiträge ist breit gefasst: Digital Humanities im weitesten Sinne, wobei ein Bezug zur DARIAH-DE Forschungsinfrastruktur natürlich sehr willkommen ist.

Für eine Postereinreichung melden Sie sich bitte über unser Registrierungsseite zur DARIAH-DE Grand Tour an (Link: https://www.conftool.net/dariah-de-grand-tour-2018/). Zur Anmeldung für die Veranstaltung müssen Sie – sofern nicht bereits vorhanden – einen Conftool-Account anlegen. Folgende Eckdaten sind für Ihre Einreichung über Conftool zu beachten:

-Einreichungsdeadline: Donnerstag, 31.05.2018

-Bekanntgabe der Annahme am Freitag, 15.06.2018.

-AutorInnen, institutionelle Zugehörigkeit, E-Mail-Adresse.

-Ein Posterabstract von nicht mehr als 500 Wörtern.

-Posterbeiträge sind in deutscher oder englischer Sprache möglich, wobei die Tagung in deutscher Sprache abgehalten wird.

-Posterformat maximal DIN-A0-Hochformat, d.h. querformatige Poster sollten eine Breite von 84 cm nicht überschreiten (da nur begrenzt Posterstellwände zur Verfügung stehen).

Fragen zur Postereinreichung können gerne an dariah-de-grand-tour-2018@lists.uni-goettingen.de gerichtet werden.

Die Ausschreibung für den DH-Award, der ebenfalls im Rahmen der DARIAH-DE Grand Tour verliehen wird, ist in diesem Blogbeitrag zu finden (Link).

Informationen zur DARIAH-DE Grand Tour und dem Anmeldungsprozedere sind in diesem Blogbeitrag zu finden (Link).

Verlängerung: Stellenausschreibung Forschungsdatenmanager_in mit Programmierkenntnissen (100%, E 13)

dhd-blog - Di, 03/27/2018 - 17:51

Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften sucht noch bis zum 3. April 2018 eine_n Forschungsdatenmanager_in mit Programmierkenntnissen zur Verstärung ihrer TELOTA-Initiative.

Die Aufgaben umfassen u.a.:

  • die Strategische und konzeptionelle Weiterentwicklung und Implementierung von Verfahren zum Forschungsdatenmanagement und der Langzeitarchivierung digitaler Projekte
  • die Entwicklung einer standardisierten Projektdokumentation
  • den Aufbau und Weiterentwicklung nachhaltiger Forschungsinfrastrukturen

Gesucht werden u.a.:

  • Mehrjährige Erfahrung in den Digital Humanities oder der Informationstechnologie
  • Erfahrungen im Forschungsdatenmanagement geisteswissenschaftlicher Forschungsdaten
  • Programmierkenntnisse (z.B. JAVA, Python) und Erfahrungen in der Datenmodellierung

Alle Details und Kontaktinformation finden sich in der ausführlichen Stellenausschreibung.

Mitarbeiterin/Mitarbeiter für die technische Konzeption und Entwicklung im Projekt „Fontanes Notizbücher“

dhd-blog - Di, 03/27/2018 - 16:24

Die genetisch-kritische und kommentierte Hybrid-Edition von Theodor Fontanes Notizbüchern ist ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Projekt mit dem Ziel eine kommentierte Gesamtedition von Fontanes 67 Notizbüchern zu erstellen. Sie entsteht an der Theodor Fontane-Arbeitsstelle der Universität Göttingen und an der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB Göttingen)

Zur Verstärkung unserer Teams suchen wir an der SUB Göttingen eine/einen

Mitarbeiterin/Mitarbeiter für die technische Konzeption und Entwicklung
(Teilzeit 29,85 WStd., befristet, E 13 TV-L)

Die Stelle ist ab dem 01.06.2018 bis zum Projektende 31.05.2019 zu besetzen.

Ihre Aufgaben:
• Erstellung / Satz von Druckdaten aus XML/TEI-Quelldaten
• konzeptionelle Begleitung der Portal-Entwicklung und die technische Umsetzung
• projektspezifische Anpassung der virtuellen Forschungsumgebung „TextGrid“ (www.textgrid.de)
• Support bei der Arbeit im „TextGridLab“ und dem Daten-Ingest in das Repository

Erforderlich:
• abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium im Bereich Informatik oder in den Geisteswissenschaften mit nachgewiesener technologischer Ausbildung und Erfahrung
• Kenntnisse in Webtechnologien (HTML5, CSS, JavaScript)
• Kenntnisse in XML-Technologien (v.a. XSLT, XQuery und XPath)
• sicherer Umgang mit dem Satzprogramm TeX und dem Version Control System git
• Linux-Kenntnisse (bevorzugt in der Server-Administration)

Wünschenswert:
• Erfahrungen im Bereich Digital Humanities, insbesondere in der Abbildung digitaler Forschungsprozesse sowie Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit editionswissenschaftlichen Fragestellungen und
• Kenntnisse in der Programmiersprache Java und Semantic Web (RDF / RDFS, SPARQL)

Fragen zu dem Projekt beantworten Ihnen Frau Dr. Mirjam Blümm (bluemm@sub.uni-goettingen.de).

Die Universität Göttingen strebt in den Bereichen, in denen Frauen unterrepräsentiert sind, eine Erhöhung des Frauenanteils an und fordert daher qualifizierte Frauen nachdrücklich zur Bewerbung auf. Sie versteht sich zudem als familienfreundliche Hochschule und fördert die Vereinbarkeit von Wissenschaft / Beruf und Familie. Die Universität hat sich zum Ziel gesetzt, mehr schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Bewerbungen Schwerbehinderter erhalten bei gleicher Qualifikation den Vorzug.

Bitte reichen Sie Ihre Bewerbung mit allen wichtigen Unterlagen in einem Dokument zusammengefasst bis zum 13.04.2018 ausschließlich über das Bewerbungsportal https://lotus2.gwdg.de/uni/uzdv/perso/knr_100333.nsf ein.

Das Auswahlverfahren ist für die 17. Kalenderwoche 2018 in Göttingen geplant.

Im begründeten Ausnahmefall können Sie Ihre Unterlagen an die Direktion der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, Platz der Göttinger Sieben 1, 37073 Göttingen senden.

CfP: Forschungsinfrastrukturen in den digitalen Geisteswissenschaften

dhd-blog - Mo, 03/26/2018 - 18:53

Forschungsinfrastrukturen in den digitalen Geisteswissenschaften.
Wie verändern digitale Infrastrukturen die Praxis der Geisteswissenschaften?

  1. Allgemeine Informationen

Im Rahmen der DFG-geförderten Symposienreihe Digitalität in den Geisteswissenschaften findet vom 26. bis 28. September 2018 unter der Leitung von Prof. Dr. Martin Huber, Prof. Dr. Sybille Krämer und Prof. Dr. Claus Pias ein Symposium zum Thema „Infrastrukturen in den digitalen Geisteswissenschaften. Wie verändern digitale Infrastrukturen die Praxis der Geisteswissenschaften?“ an der Universität Bayreuth statt.  Nach dem ersten Symposium im Mai 2016, das dem Status Quo der Digitalität in den einzelnen Fächern der Geisteswissenschaften gewidmet war (Ergebnisse unter digigeist.hypothese.org), und einem Workshop zu neuen Forschungsgegenständen und Methoden digitaler Geisteswissenschaften (Ergebnisse in Kürze unter http://www.zfdg.de) widmet sich die dritte Tagung den Infrastrukturen in den digitalen Geisteswissenschaften. Die Perspektive des Symposions umfasst dabei sowohl digitale Infrastrukturen in den Geisteswissenschaften wie auch alle Infrastrukturen für die digitalen Geisteswissenschaften.

Infrastrukturen sind die Basis jeder Form wissenschaftlicher Forschung. Was bedeutet nun der Einsatz von digitalen Infrastrukturen für die Ermöglichung und Fortentwicklung der digitalen Geisteswissenschaften?

Zusammen mit erweiterten Fragestellungen, Forschungsgegenständen und Forschungsverfahren digitaler Geisteswissenschaften verändern sich die Anforderungen der Disziplinen an wissenschaftsgeleitete Forschungsinfrastrukturen. Zugleich ist nicht zu übersehen, dass digitale Infrastrukturen ihrerseits die Disziplinen, deren Selbstverständnis und deren Praktiken in Forschung und Lehre verändern. Aus dieser doppelten Perspektive geht das Symposium zentralen Fragen nach:

  • Was alles gehört zur „Infrastruktur“ in den digitalen Geisteswissenschaften? Wie ist das Verhältnis von großen (nationalen) Forschungsdateneinrichtungen (CLARIN, DARIAH) zu kleinen und diversen Repositorien und Kommunikationsplattformen? Welche Rolle spielen die zahlreichen Wissenschaftlichen Sammlungen?
  • Wie verändern sich Infrastrukturen im historischen Verlauf und wie gestalten sich Konkurrenzen zwischen bestehenden und neuen Infrastrukturen?
  • Was sind Forschungsdaten? Ab wann sind Daten Forschungsdaten und wie können/müssen die Geisteswissenschaften sie dokumentieren? Welche Rolle spielen neue Findwerkzeuge und wie sind einheitliche Standards zu gewährleisten? Wie ist die langfristige Zugänglichkeit/Nachnutzbarkeit über den Projekthorizont hinaus zu gewährleisten? Wer hilft den Geisteswissenschaften dabei?
  • Wie verändern sich die Forschungsfragen und Forschungsgegenstände in den Disziplinen durch digitale Darstellungs-, Sammlungs-, Archivierungsformen? Was bedeutet die Fokussierung auf Metadaten und die Verständigung über Metadaten für die einzelnen Disziplinen? Brauchen wir eine Kritik der Datensätze und Rezensionen zu digitalen Ressourcen?
  • Welchen Einfluss haben digitale Infrastrukturen auf die Episteme der Disziplinen? Wie ist das Verhältnis digitaler Forschungsinfrastrukturen zu den Infrastrukturen in den Disziplinen? Werden Forschungsprojekte stärker von den technischen Möglichkeiten und existierenden Infrastrukturen her entwickelt? Wie beeinflussen disziplinäre Fragestellungen die Entwicklung von Infrastrukturen zum Forschungsdatenmanagement?
  • Welche Rolle spielen Forschungsinfrastrukturen derzeit für die Forschung und Lehre in den geisteswissenschaftlichen Fächern? Wo entstehen welche Konflikte zwischen verschiedenen infrastrukturellen Ebenen (Skalierbarkeit) und Interessensgruppen (User, Amateure, Informatik, Policy-Maker usw.)?
  • Inwiefern können Infrastrukturen nicht nur technisch als technische Gegebenheiten beschrieben werden, sondern auch im Hinblick auf die Interaktions- und Subjektivierungsformen, die sie prägen? Wie verändern sich die Arbeitsformen in den geisteswissenschaftlichen Disziplinen? Ist eine Zunahme an kollaborativen Arbeitsformen zu beobachten?
  • Von welchen Disziplinen könnten die Geisteswissenschaften für diese Entwicklungsprozesse lernen?

Das Symposium richtet sich an Forscherinnen und Forscher aus allen geisteswissenschaftlichen Disziplinen und der Science Studies. Insbesondere eingeladen sind Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler.

 

  1. Bewerbung

Bitte bewerben Sie sich mit einer Skizze Ihres Themenvorschlags in der Länge von max. 400 Wörtern (sowie einem CV) bis zum 15.5.2018 per Mail an digitalitaet.dfg@uni-bayreuth.de.

Ihr Themenvorschlag sollte mindestens einen der oben genannten Fragenkomplexe am Beispiel einer Disziplin aufnehmen und auf grundlegende Veränderungen der disziplinären Praxen in Forschung und Lehre in den Geisteswissenschaften bezogen werden.

 

  1. Kontakt

Für weitere Informationen steht Dr. Julia Menzel gerne zur Verfügung:

Digitalität in den Geisteswissenschaften
Geschäftsstelle
Universität Bayreuth
Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturwissenschaft
Dr. Julia Menzel
GW I, Zi. 0.14
95447 Bayreuth

Tel.: 0921/55-3629
digitalitaet.dfg@uni-bayreuth.de

Bitte beachten Sie auch unsere Website digitalitaet-geisteswissenschaften.de sowie
den Online-Tagungsband zum ersten Symposium digigeist.hypotheses.org und das im Erscheinen begriffene Sonderheft 3 der Zeitschrift für Digitale Geisteswissenschaft (http://www.zfdg.de), in dem Beiträge der zweiten Veranstaltung publiziert werden.

 

 

 

 

CFP: Reconstructing Historical Network Digitally. New Approaches, Opportunities and Epistemological Implications of Social Network Analysis

dhd-blog - Fr, 03/23/2018 - 20:08

Die Konferenzreihe zu Digital Humanities und Digital History des Deutschen Historischen Instituts in Washington zielt neben der inhaltlichen Diskussion und thematischen Forschungsarbeit auch auf einen transatlantischen Austausch der Forschenden in diesem Feld. Daher sei hier insbesondere die deutschsprachige Community aufgefordert, in eine gemeinsame Diskussion mit den Kolleginnen und Kollegen aus dem nordamerikanischen Raum und den internationalen Gästen einzusteigen. Es besteht die Möglichkeit für Reisestipendien, weitere Informationen im Call for Papers:

Third Annual GHI Conference on Digital Humanities and Digital History
International Conference and Workshop at the German Historical Institute Washington
In collaboration with Stanford University

Conveners: Matthew Hiebert (GHI), Simone Lässig (GHI), Katherine McDonough (Stanford)

This event seeks to assess through international dialogue the state-of-the-art in social network analysis (SNA) for creating genuinely historical knowledge, both in respect to tools and their applications, but also with regard to methodological and epistemological implications. Established since the 1970s in the social sciences, network analysis conceptualizes individuals as embedded within webs of social structures through which influence and other resources are transferred disparately. The method is increasingly being adopted and transformed by scholars studying global and transregional history to reveal illuminating patterns and to make new arguments.

This event is intended as an opportunity to discuss advantages, challenges and limits of adapting and applying SNA tools to historical research. The conference aims at reflecting upon the impact of the method on conceptions of history, historical methodology, and Quellenkritik and vice versa—to think through, first, how approaches to social network analysis might change the discipline of history and the knowledge it produces. Second, the conference will discuss pitfalls, methodological challenges, and limits than can be identified when applying principles of social network analysis and existing software programs to historical research, which has to take into account not only space and place, but also time.

The development of web-based environments for social network analysis—facilitating collaborative research, enhancing data integration, and combining other digital methods—is transforming ways in which social network analysis is being undertaken. These and more traditional SNA tools are allowing historians to clarify social factors affecting historical agents and to develop arguments in new ways. Notably, historians are increasingly turning to SNA for analytically contending with the entanglements, human ties, and geographical distances of transnational communities and actors. The integration of SNA with advanced data visualization, semantic web and Resource Description Framework (RDF), mapping, and collaborative techniques promises further research advances within history.

This event focuses on processes and implications of historical social network analyses towards exploring how approaches, platforms, and standards can be used to model networks reflecting quality data, accurate results, and new insights. To open up opportunities for critical inner- but also inter-disciplinary theoretical-methodological reflection and comparison, the event seeks to present and discuss a large range of approaches and historical topics. We especially welcome, therefore, proposals that are comparative in scope, projects integrating several digital techniques, and approaches contending with multiple geographical regions.

While the overriding concern of the event is the use of social network analysis in historiography, from the Early Modern period to the present, the range of approaches is open and may involve digital humanities, cultural history, political history, history of knowledge, (post)colonial history, urban history, the methodological history or other critical frameworks. Although research centered on nation-states is relevant, we are particularly interested in the question of how to use historical SNA for transnational, transregional and global history sufficiently.

Please submit proposals by April 12, 2018 for either (or both):

a. 20-minutes presentations at the conference
or / and
b. Workshops of one to two hours. Please include a suggested schedule and intended participant learning outcomes.

Questions and topics that might be addressed (but are by no means limited to) are:

  1. Historical perspectives on social network analysis as a scientific method
  2. Reflecting on the transformation of historical inquiry through the adoption of social network analysis and associated approaches
  3. Tracing the dynamics of class, race, ethnicity, gender or other factors within communities or societies
  4. New opportunities for migration and mobility studies
  5. Network-Analysis for the history of knowledge circulation and its agents
  6. Opportunities and challenges of existing and experimental digital methods in historical network analysis that address temporal, spatial, and other issues
  7. Managing, transforming, and sharing historical evidence for SNA
  8. Resources needed for using or adapting SNA in historical research

Funding is available to support travel expenses. Please submit proposals of no more than 500 words, with a short (1-2 page) CV, by April 12 2018 to Susanne Fabricius (fabricius@ghi-dc.org). For further information regarding format and concept of the event please contact Dr. Matthew Hiebert (hiebert@ghi-dc.org).

Stellenausschreibung: 3 Postdoc-Stellen im Bereich der digitalen historischen Forschung am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte

dhd-blog - Do, 03/22/2018 - 18:08

Am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG) in Mainz sind zum 1. Januar 2019 drei Postdoc-Stellen als wissenschaftliche/r Mitarbeiter/innen (digitale historische Forschung) (Vergütung TV-L EG 13) für die Dauer von fünf Jahren befristet zu besetzen.

Das IEG ist ein außeruniversitäres Forschungsinstitut in der Leibniz-Gemeinschaft. Es betreibt Forschungen zu den religiösen, politischen, sozialen und kulturellen Grundlagen Europas in der Neuzeit und unterhält ein internationales Stipendienprogramm (http://www.ieg-mainz.de). Als Mitglied des Mainzer Zentrums für Digitalität in den Geistes- und Kulturwissenschaften (mainzed) setzt sich das IEG für Open-Access-Publikationen ein und beteiligt sich am Aufbau digitaler Forschungsinfrastrukturen

Stellenprofil
1. Die Stelleninhaber/innen führen jeweils ein eigenes Forschungsprojekt durch, das eine Fragestellung des Forschungsprogramms des IEG zum »Umgang mit Differenz im Europa der Neuzeit« (https://tinyurl.com/yakktn2f) mit Methoden der Digital Humanities modellhaft bearbeitet.
2. Mit ihrem Forschungsprojekt bringen sich die Stelleninhaber/innen jeweils in einen der drei Forschungsbereiche des IEG ein und unterstützen die Forschenden (der Religionsgeschichte und der Geschichtswissenschaft) bei der Anwendung digitaler Werkzeuge und Verfahren.
3. Im Digital Humanities Lab des IEG und im mainzed arbeiten die Stelleninhaber/innen an der kooperativen Weiterentwicklung innovativer Verfahren zur formalen Modellierung geisteswissenschaftlicher Fragen mit und beteiligen sich aktiv am Mainzer Masterstudiengang »Digitale Methodik in den Geistes- und Kulturwissenschaften«.
4. Die Stelleninhaber/innen wirken am Auf- und Ausbau digitaler Forschungsinfrastrukturen in regionalen, nationalen und europäischen Verbünden mit.

Einstellungsvoraussetzungen
I. abgeschlossenes Hochschulstudium
– der Digital Humanities oder
– der Informatik mit nachgewiesener geisteswissenschaftlicher (v.a. religionshistorischer oder geschichtswissenschaftlicher) Kompetenz oder
– der Religionsgeschichte/Theologie oder der Geschichtswissenschaft, jeweils mit nachgewiesener Informatikkompetenz

II. (bis zum Stellenantritt) abgeschlossene Promotion
III. durch Publikationen und Projekterfahrung nachgewiesene DH-Spezialkenntnisse in
– Natural Language Processing (mit Semantic Web-Technologien) oder
– Semantic Web-Technologien (mit Netzwerkanalysen) oder
– Historischen Geoinformationssystemen (GIS)

IV. internationale Forschungsorientierung
V. nachgewiesene Kooperations- und Teamfähigkeit
​VI. gute Deutsch- und Englischkenntnisse, ggf. weitere projektbezogene Sprachkenntnisse

Das Institut fördert die berufliche Gleichstellung von Frauen und Männern und setzt sich für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein. Deshalb werden Frauen besonders zur Bewerbung aufgefordert.

Die Stelle ist grundsätzlich teilbar. Schwerbehinderte werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt. Fragen richten Sie bitte an den Forschungskoordinator des IEG, Dr. Joachim Berger (berger@ieg-mainz.de).

Bewerbungen
Ihre Bewerbung (mit CV, Zeugnissen, einer 1-seitigen Projektskizze, Verzeichnis der Publikationen und ggf. Programmierleistungen) senden Sie bitte unter Angabe der Kenn.-Nr. WM-DHF2018 bis zum 11.05.2018 per E-Mail an die Personalabteilung des Leibniz-Instituts für Europäische Geschichte bewerbung@ieg-mainz.de); bitte fassen Sie alle Unterlagen in einem PDF zusammen.

 

Registrierung geöffnet für PARTHENOS eHumanities and eHeritage Webinare April 2018

dhd-blog - Mi, 03/21/2018 - 23:21

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

gerne mache ich Sie auf zwei weitere kostenlose PARTHENOS Webinare im April 2018 aufmerksam, für die die Registrierung jetzt freigeschaltet ist. Die Webinarsprache ist Englisch. Bitte entnehmen Sie die Details und die Registrierungslinks der untenstehenden Ankündigung.

Mit freundlichen Grüßen,

Ulrike Wuttke

Dr Ulrike Wuttke

Tel.: 0331-5801545
E-Mail: wuttke@fh-potsdam.de
Twitter: UWuttke

FH Potsdam / University of Applied Sciences Potsdam : PARTHENOS
Kiepenheuerallee 5
14469 Potsdam
http://www.fh-potsdam.de/

PARTHENOS organises a series of free webinars as part of the training activities of the project. Each webinar of the PARTHENOS eHumanities and eHeritage Webinar Series has an individual focus and can be followed independently.

1) Thursday 5 April 2018, 11.00 am CET. Make It Happen – Carrying Out Research and Analysing Data. Trainers: George Bruseker (FORTH, Greece), Carlo Meghini (CNR, Italy)

2) Tuesday 24 April 2018, 1.00 pm CET. Boost Your eHumanities and eHeritage Research with Research Infrastructures. Trainers: Darja Fišer (University of Ljubljana), Ulrike Wuttke (University of Applied Sciences Potsdam, Germany)

You can register for the webinars on the dedicated pages of the PARTHENOS Webinar Site on the PARTHENOS Training Suite, where you will also find more details about the content.

The PARTHENOS eHumanities and eHeritaige Webinar Series:

The PARTHENOS eHumanities and eHeritage Webinar Series provides an opportunity to explore the new possibilities arising from the digital and infrastructural developments in the Humanities and Cultural Heritage research. The series will act as a lens through which a more nuanced understanding of the role of Digital Humanities and Cultural Heritage research infrastructures for research can be gained. Each webinar has an individual topic and can be followed independently.

The webinars are aimed mainly at Digital Humanities and Cultural Heritage practitioners who wish to learn how to maximise their benefits and cooperation with Research Infrastructures.

For more details and registration, visit the PARTHENOS eHumanities and eHeritage Webinar Site.

Main contact: Dr. Ulrike Wuttke (wuttke@fh-potsdam.de)

For questions about the registration use: parthenos-webinars@fh-potsdam.de.

 

Soeben erschienen: Sonderband 2 der „Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften“

dhd-blog - Mi, 03/21/2018 - 16:43

Sonderband 2 der ZdfG widmet sich mit zehn Beiträgen, u. a. von Bodo Plachta und Joao Dionisio, dem Thema „Digitale Metamorphose: Digital Humanities und Editionswissenschaft“. Er wird herausgegeben von Roland S. Kamzelak und Timo Steyer und ist ab jetzt open access hier einzusehen.

RfII-Diskussionsimpuls 2018: Forschungsdaten(infrastrukturen) sind der Mittelpunkt von Forschung!

dhd-blog - Di, 03/20/2018 - 17:46

Am 15. Februar 2018 fand der erste von drei Workshops „Wissenschaftsgeleitete Forschungsinfrastrukturen für die Geisteswissenschaften“ statt, der einen Prozess der Konsortienbildung im Rahmen der Ausgestaltung Nationaler Forschungsdateninfrastrukturen in den Geisteswissenschaften bündeln und formieren möchte. Eingeladen waren zahlreiche, vornehmlich sprachwissenschaftlich orientierte, Verbände der Geisteswissenschaften und weiterer fachwissenschaftlicher Domänen. Sozusagen im Nachgang legte kurz darauf der Rat für Informationsinfrastrukturen (RfII) mit seiner Schrift „Zusammenarbeit als Chance“ einen neuen Diskussionsimpuls zur Ausgestaltung einer nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) für die Wissenschaft in Deutschland vor. In meiner eigenen fachwissenschaftlichen Community wirkt diese Schrift daher fast wie eine Ergebniszusammenfassung des Workshops, auch wenn dies vielleicht Zufall ist. Den Aufruf zur Diskussion von Patrick Sahle (Beitrag „Auf dem Weg zu einem Netzwerk mit Kanten aber ohne Knoten?“) aufgreifend, möchte ich ebenfalls aus der Perspektive einer Wissenschaftlerin einige Eindrücke zusammenfassen.

Bedürfnisse des Forschungsdatenmanagements und der Digitalisierung in der Geisteswissenschaft  

Die Anforderungen der Fachcommunities an wissenschaftsgeleitete Forschungsinfrastrukturen für die Geisteswissenschaften sind weit, dies zeigte der Berliner Workshop. Sie sind so weit, weil die Geisteswissenschaften nach wie vor einen hohen Nachholbedarf im Rahmen digitaler Dienste und Services besitzen. Besonders problematisch bleibt für die Geisteswissenschaft, dass sie zahlreiche digitale Dienste weder aus direkten eigenen fachwissenschaftlichen Kompetenzen noch als Serviceleistungen ohne zusätzliche Ressourcen (Drittmittel) erlangen kann. Geisteswissenschaftler müssen heute daher fast immer Mehrfachkompetenzen aufbauen, um solche digitalen Erfordernisse zu erfüllen. Dies macht Forschungsdateninfrastrukturen für „alle“ so attraktiv. Wissenschaftsgeleitete Forschungsinfrastrukturen wurden von den Fachgesellschaften (vgl. Folien der Beiträger) daher beschrieben in der:

a) Digitalen Bereitstellung von Ressourcen, die Forschungscommunities im Sinne flexibilisierter Nationallizenzen einen barrierefreien Zugang eröffnen (und nicht von der Zugehörigkeit zu einzelnen Institutionen abhängig sind)

b) Digitalisierung der Forschung im Sinne des Aufbaus digitaler Strukturen für die Erfassung, Aufbereitung, Analyse und Repräsentation wissenschaftlicher Daten und Forschungsergebnisse in einem Spektrum von Heterogenität (flexible, unkomplizierte Anpassung an Forschungsziele) und Homogenität (Verhinderung von Insellösungen)

c) Interoperationalität von Forschung durch die Herausbildung bzw. Kanonisierung fachwissenschaftlicher und technischer Standards (Tools, Verfahren, Methoden, Thesauri), die zugleich Konkurrenz und Diversität ermöglichen und über maschinenlesbare, offene Schnittstellen einen einfachen Austausch gewährleisten

d) Qualitätssicherung von Daten durch intensive Datenkuration und fachspezifisches Forschungsdatenmanagment, breite Dokumentation von Prozessen der Datenaufnahme zur Absicherung der Nachnutzung und vor allem fachspezifischen Erschließung und Verstehbarkeit

e) Förderung der wissenschaftlichen Reputation von digitalen Arbeitstechniken durch digitales Rezensionswesen, vertrauenswürdige Prinzipien der Datenautorenschaft bei Weiterverwendung von Daten, wissenschaftlich gesicherte Anerkennung digitaler Leistungen, Aufbau eines fachspezifischen Gutachterwesens

f) Mit solchen Prozessen integrierte Lehre und Ausbildung im Rahmen von Digital Humanties und Data Scientists, Weiterbildungsmöglichkeiten des heutigen wissenschaftlichen Personals (Multiplikatorenrolle)

g) Digitale Ergebnissicherung unter Einhaltung von Metadaten, Formaten und rechtlichen Standards zur nachnutzbaren Bereitstellung in langzeitgesicherten, vertrauenswürdigen Repositorien.

Längst nicht alle dieser Bedürfnisse werden heute unter dem Stichwort „Forschungsdateninfrastrukturen“ verhandelt. Man darf also festhalten, dass es ebenfalls viele fachwissenschaftliche Bedürfnisse gibt, die vor allem die neuen Kulturen des Forschungsdatenmanagements betreffen.

Das Verhältnis von Bedürfnissen und Ressourcen

Trotz der Breite dieser Bedürfnisse lässt sich das Fazit ziehen, dass grundsätzlich eine hohe Übereinstimmung mit den Zielen des RfII-Papers „Zusammenarbeit als Chance“ festhalten lässt. Ein breites kooperatives Netzwerk an Ressourcen und Services zu schaffen, findet überall intensive Zustimmung in den Geisteswissenschaften wie auch die Idee hierfür eine einheitliche Gouvernance-Struktur mit einem gemeinsamen Konsortium zu schaffen, dass dann auch innerfachwissenschaftlichen Koordinierungsbedürfnissen Rechnung trägt.

Übereinstimmung lässt sich vor allem darin finden, dass international vernetzte Dienste und Datensammlungen künftig gemeinsam zur allgemeinen Verfügung stehen. Man kann momentan nur hoffen, dass darin nicht nur eine Vergemeinschaftung von Daten und Forschungsergebnissen, sondern tatsächlich auch eine Vergemeinschaftung von Ressourcen und Services für spezifische Forschungsvorhaben gesehen werden. Bis heute ist etwa der Zugang zu den Büchern und Zeitschriften strikt an die Institution gebunden. Im letzten Jahrzehnt wurde die Konkurrenz um Ressourcen eher verschärft als eingeebnet (Förderung von Eliteuniversitäten, zunehmende Trennung von Forschung und Lehre, Wettbewerbsvorteile großer Institutionen). Daten unterliegen natürlich urheberrechtlichen Schranken, gerade in den Geisteswissenschaften. Das neue Urheberrechts-Wissensgesellschaftsgesetz ändert daran nur partiell etwas. Wie die Weiternutzung von Daten auch wissenschaftliche Reputation oder gar Vergütung erfahren, ist – besonders für die Geisteswissenschaften – bisher nur angerissen, nicht aber ausdiskutiert oder geklärt (hier verweise ich gerne auf meinen Vorschlag zur Datenautorenschaft mit Folien bei der DHd 2018).

Übereinstimmung besteht auch darin, dass der Erfolg von Nationalen Forschungsdateninfrastrukturen in der wissenschaftsgetriebenen Ausgestaltung dieser Dienste und in einer breiten Akzeptanz durch die Fachcommunities liegt. Es bleibt für mich aus dieser Perspektive allerdings ziemlich unverständlich, warum das Diskussionspapier des RfII zwischen einer wissenschaftlichen Community auf der einen und Infrastruktur-Partnern auf der anderen Seite trennt? Vielmehr kann man in der Forschungspraxis bereits seit längerem einen Formierungsprozess in der Wissenschaft selbst beobachten, der zur Gründung von fachlichen Datenzentren im unmittelbaren Umfeld von Institutionen führt. In dieser Weise wirksam sind etwa die in der AG Datenzentren des Verbands Digital Humanities organisierten Zentren, die bereits zahlreiche Dienste und Services – momentan stark limitiert durch einen etwaigen Projektstatus oder institutionelle Beschränkungen – aufbauen und Kompetenzen einbringen. Genau dort, wo der Bedarf zu typischen Diensten im Bereich Datenmanagement, -analyse und -erschließung sowie generischen Dienste für die Verarbeitung von Daten vorhanden ist, wirken diese Akteure. Genau sie entstehen forschungsgetrieben! Dies ist auch kaum verwunderlich, denn Forschende verbringen bis zu 80 % ihrer Arbeitszeit mit Datenerhebung, -modellierung und -analyse. Forschungsdaten sind Forschung!

Während in den Naturwissenschaften, vor allem aber in der Medizin, schon seit langer Zeit solche Datenzentren ausgebildet, gefördert und nicht zuletzt verstetigt wurden, hat dieser Prozess in den Geisteswissenschaften gerade erst begonnen. Dies ist auch eine besondere Chance! Denn während man in den Naturwissenschaften heute die Verbindung der Zentren herstellen und sozusagen eine einheitliche Dachorganisation für interoperationale Dienste mühsam herstellen muss, kann sie in den Geisteswissenschaften vielleicht gerade noch rechtzeitig von Anfang an geschaffen werden. Hier ist vielmehr das umgekehrte Problem vorhanden: Während die zentrale Struktur vermutlich relativ einfach geschaffen werden kann (wenn auch möglichst nicht auf die grüne Wiese), fehlen die verteilten, gesicherten Zentren im Netzwerk. Die vom RfII vorgeschlagene Förderstruktur holt die Geisteswissenschaften nicht da ab, wo sie momentan stehen!

Gerade die für den Erfolg des Gesamtvorhabens vom Diskussionspapier des RfII als ganz wesentlich anerkannten Dienstleister der eigenen Fachcommunities sollen aber im Prozess der NFDI nicht gefördert werden (Es geht […] nicht um die Ertüchtigung vorhandener Zentren, S. 2). Gefördert werden soll stattdessen eine von den jeweiligen Konsortien (Fachwissenschaften) klar getrennte Governance mit aktiver Leitung (top down). Der vom RfII entwickelte Ansatz des polyzentrischen Netzwerkes könnte auch ganz anders verbildlicht werden: Abseits der eigentlichen Geisteswissenschaften wird quasi ein Dach gebaut. Fundament, Wände und Zimmer gibt es allerdings nicht bzw. nur projektförmig oder eben über zusätzliche „Gebühren- und Vergütungsmodelle“. Ob ein solches Gebäude, bei dem bis auf das Dach immer wieder alles neu gezimmert werden muss, wirklich lange halten kann? Derweil stehen die Geisteswissenschaften im Regen und bangen, was aus diesem Überstand wird? Natürlich möchte niemand ein solches Szenario entwickeln oder sich vorstellen müssen. Die bisherigen Vorschläge des RfII klangen für mich immer sehr überzeugend und einleuchtend. Warum wird dies mit der neuen Präzisierung plötzlich so gründlich auf den Kopf gestellt? Hier würde ich die genaueren Argumente des RfII gerne kennen lernen und mich würden die Überlegungen dahinter interessieren. Noch lieber würde ich als Geisteswissenschaflerin über solche Empfehlungen offen diskutieren.

Welch hoher Bedarf an direkten Formen der Zusammenarbeit von Forschungsdatenkuration und Wissenschaft besteht, hat der Berliner Workshop ebenso gezeigt, wie die ganz grundsätzlich zu regelnden Fragen um gemeinsame Standards und Services. Dabei wurde mehr als sichtbar, für die WissenschaftlerInnen bedeutet Forschungsdatenmanagement nach FAIR-Prinzipien die Erzeugung eines neuen Produkts – neben dem bisherigen Buch bzw. Zeitschriftenartikel als Forschungsergebnis. Mit dem gleichen Aufwand wie für das Buch müssen fortan Daten mit allen fachlichen Standards versehen, annotiert, hochwertig aufbereitet und qualitätsgesichert (Doubel Keying) veröffentlicht werden. Das macht Sinn und ist als Vision effektiver Datennutzung unter den Spielregeln guter wissenschaftlicher Praxis zu begrüßen. Aber es macht den Forschungsprozess auch sehr teuer, weil dieser Prozess zusätzliche Arbeitszeit und durchaus nicht unerheblichen Aufwand kostet! Wie sollen diese Kosten nun aufgefangen werden?

Das momentan entwickelte Procedere des RfII lässt den Wissenschaftler bzw. die Wissenschaftlerin mit diesem Aufwand in den Geisteswissenschaften ziemlich allein. Passfähiges fachwissenschaftliches Forschungsdatemanagement vor Ort könnte die Wucht dieses neuen Aufwandes erheblich abfangen! Professionelle Strukturen können Bedürfnisse schnell und Probleme erfolgsorientiert kanalisieren. Es macht aber kaum Sinn, einen solchen Service außerhalb der eigentlichen Forschung anzusiedeln. Diese Leistung kann kein „Infrastrukturunternehmen“ für die Wissenschaft übernehmen, sondern diese Infrastrukturen müssen innerhalb der Wissenschaft gefördert werden! Während Bibliotheken und Archive für die klassischen Aufgabenfelder der Ergebnissicherung, Metadatenhaltung, Lizenzierung und Langzeitarchivierung langfristig gesicherte Infrastrukturen ausgebildet haben, die nun zum Teil umgewidmet und neu definiert bzw. ergänzt werden müssen, fehlen in der geisteswissenschaftlichen Forschung dazu passfähige Infrastrukturen und Personalressourcen für ein Arbeiten Hand in Hand. Oder eben wie das RfII-Papier sagt: für Zusammenarbeit als Chance. Nur direkt mit der Forschung und Lehre verzahnte Akteure können die geforderten fachspezifischen Leistungen für Datenproduktion, Lehre, Standardisierung, Qualitätssicherung/Rezension, Methodik, Software und Analyse erbringen, die eben auch ein Teil der künftigen Infrastrukturen sein sollten.

RfII-Diskussionsimpuls 2018: Auf dem Weg zu einem Netzwerk mit Kanten aber ohne Knoten?

dhd-blog - So, 03/18/2018 - 22:07

Im März 2018 hat der Rat für Informationsinfrastrukturen (RfII) den „zweiten Diskussionsimpuls zur Ausgestaltung einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) für die Wissenschaft in Deutschland“ unter dem Titel „Zusammenarbeit als Chance“ veröffentlicht. Als in verschiedenen Kontexten Betroffener, der hier aber seine eigene und keine institutionelle Meinung vertritt, nehme ich diesen Impuls gerne auf und gehe im Folgenden auf nur vier Aspekte ein: einen beiläufigen, einen befriedigenden, einen für mich überraschenden und einen aus meiner Sicht problematischen.

1.      „Papiere von politikberatenden Gremien“ als literarisches Genre

Erklärungen, Stellungsnahmen, Positionspapiere, Impulstexte und was dergleichen Verlautbarungen noch für Namen haben dienen dazu, einen öffentlichen Diskurs herzustellen. Die politikberatenden Gremien im Wissenschaftsbetrieb versammeln besondere Kompetenzen zu einzelnen Themenfeldern oder bauen sie im Laufe ihrer Arbeit auf, um politische Entscheidungen auf eine gute sachliche und strategische Grundlage zu stellen. Sie verfolgen nominell keine eigene Agenda und treffen keine Entscheidungen. Ihr Wissen geben sie nicht nur an die Politik weiter, sondern stellen es auch in der wissenschaftlichen Gemeinschaft zur Verfügung und zu Diskussion. Soweit die Theorie. In der Wirklichkeit sind alle Akteure in Gremien oder auf Geschäftsstellen der Wissenschaftsorganisation zugleich Angehörige von Fachdisziplinen, von Verbänden, von Forschungseinrichtungen, von anderen Institutionen und Netzwerken. Natürlich haben sie spezifische Interessen und Perspektiven. Die von den Gremien publizierten Papiere bilden bestimmte Agenden ab und sie haben einen politisch-strategischen Impetus. Leider tun sie das, weil sie eigentlich keine Entscheidungen vorwegnehmen dürfen, in der Regel nur sehr implizit. Das führt dazu, dass solche Papiere häufig äußerst vage und unklar formuliert sind, wodurch sie vielfältige Deutungsmöglichkeiten eröffnen. Meine eigene Reaktion auf solche Texte ist häufig, in die Diskussion mit engeren oder entfernteren KollegInnen einzusteigen: „Ich lese das Papier so: […] – wie verstehst Du es“. Und dabei ist es sehr spannend, die gemeinsamen und die divergierenden Lesungen zu vergleichen. Das ist zunächst auch ein akademischer Spaß, aber das Fischen im Trüben verliert seinen Reiz natürlich irgendwann. Spätestens dann, wenn am Ende politischer Entscheidungsprozesse klar wird, dass hinter den Kulissen längst Entscheidungen gefällt worden sind, die in den Papieren so verklausuliert worden waren, dass man nachher immer noch sagen kann „Stand doch alles in den Papieren! Habt Ihr nur falsch gelesen!“. Aber dies ist nur eine beiläufige Bemerkung zu einer interessanten Textgattung, deren Vagheits-Parameter die computationalen Sprach- und Literaturwissenschaften sicher besser isolieren und berechnen können. Ich komme zur Sache.

2.      Forschungsdateninfrastruktur als horizontale, polyzentrische Struktur

Unter den Akteuren, die sich in den vergangenen Jahren mit Forschungsdatenmanagement (FDM) beschäftigt haben, hat sich ein Konsens herausgebildet, dass eine erfolgreiche Infrastruktur nur aus verteilten, aber gut zusammenarbeitenden Einrichtungen bestehen kann. Diesem Konsens, der in den vergangenen Monaten auch in den verschiedenen Positionspapieren von Fach-Verbänden und anderen Organisationen ausgedrückt worden ist, scheint sich auch der RfII erfreulicherweise vollständig angeschlossen zu haben. Im aktuellen Impulspapier finden sich Begriffe wie Netzwerk/vernetzt/Vernetzung/Verknüpfung (7 Mal), Knoten (2), polyzentrisch/verteilt (4), horizontal (2), gemeinsam/Verbund/Anbindung/Einbindung/Integration (6), Integration (2). Den Begriff „horizontal“ würde man wohl gemeinhin als „nicht-hierarchisch“ verstehen. Er ist auf der anderen Seite aber nur ein Sprachbild und so mag die Eine eine Struktur als „horizontal“ beschreiben, die sich im Kopf eines anderen ganz anders darstellt. Horizontal sind am Ende nur die Elemente auf einer bestimmten Ebene einer hierarchischen Struktur. Im NFDI-Prozess zeichnen sich ja mindestens drei Ebenen ab: Die NFDI-Governance, die Konsortiums-Governance und schließlich die eigentlichen Akteure des Forschungsdatenmanagements, nämlich Forscher, deren Verbände, Datenzentren, deren gemeinsame Organisationseinheiten und andere Anbieter von Diensten und Leistungen. „Horizontal“ ist hier also eher die Bezeichnung für „alles andere“ was nicht die Governance-Ebenen sind. Ob der Begriff damit schon eine gute Beschreibung der kommenden Wirklichkeit in den Konsortien sein wird, wird man sehen. Als Idee ist eine „möglichst“ horizontale, verteilte Struktur aber auf jeden Fall ebenso zu begrüßen, wie die Betonung von Fachspezifik, „Fachgemeinschaften“, „fachlich-thematische Domänen“ und der Nachfrageorientierung. Denn es ist auch Konsens, dass die einzelnen Fachbereiche so unterschiedliche Methodiken, Datenarten und Problemlagen haben, dass FDM nur unter Berücksichtigung dieser Unterschiede erfolgreich sein kann. Zugleich brauchen wir auch horizontal verteilte, mehrfache, in Konkurrenz zueinander stehende Angebote, um Wettbewerb und Innovation sicherzustellen.

3.      Die Abdeckung der gesamten Forschung durch Konsortien

Schon am Anfang des NFDI-Prozesses stand die Idee, dass sich die verschiedenen Forschungsbereiche in Konsortien organisieren würden. Allein die Granularität dieser Gliederung war völlig unklar. Den Geisteswissenschaften ist es in den letzten Jahren auf eine überaus positive Weise gelungen, sich selbst zu organisieren, die immer wieder geforderte „Sprechfähigkeit“ herzustellen und so das Auftreten als ein großes, viele Einzeldisziplinen übergreifendes Konsortium vorzubereiten. Wenn dieser Zuschnitt als Vorbild genommen würde, dann bräuchte eine nationale Infrastruktur eigentlich nur fünf bis zehn große Konsortien zu umfassen, die ähnlich große Bereiche wie „die Geisteswissenschaften“ (also z.B. „die Sozialwissenschaften“ oder „die Naturwissenschaften“) umfassen würden. Das Impulspapier orakelt nun aber gibt nun aber eine andere Richtung vor: „Insgesamt ist mit einer mittleren zweistelligen Zahl von Konsortien zu rechnen.“

Das finde ich überraschend, weil ich es hier zum ersten Mal lese. Eine „mittlere zweistellige Zahl“? Sind das 40 bis 60? Oder 30 bis 70? Jedenfalls würde es bedeuten, dass nicht Fachbereiche, sondern einzelne Disziplinen oder Themenfelder einzelne Konsortien ausbilden würden. Natürlich sind die Herausforderungen aus Forschungspraxis, Methodik, Datentypen, Repository-Bildung oder Softwareentwicklung z.B. in der Kunstgeschichte, der Archäologie oder der Philologien so unterschiedlich, dass man dazu gezielt spezialisierte Konsortien bilden könnte. Ein intensiver Verständigungs- und Organisationsprozess der letzten Jahre hat aber zu meiner großen Freude gezeigt, dass sich all diese (und viele weitere) Disziplinen doch unter einem gemeinsamen Dach zusammenfinden können. Nicht zuletzt die Digital Humanities haben entscheidend dazu beigetragen, dass wir inzwischen wieder eine einheitlichere Sicht auf „die Geisteswissenschaften“ haben. Ich hoffe, dass dieser Weg der integrativen und umfassenden Formierung auch ungeachtet der jetzt in den Raum gestellten hohen Granularität einer NFDI weitergegangen wird. Im Prinzip sollte es ja auch möglich sein, dass es neben sehr großen Konsortien („die Geisteswissenschaften“), die eben auch für eine sehr große Zahl an Disziplinen und ForscherInnen stehen, kleinere Konsortien für einzelne Fächer (z.B. aus den Naturwissenschaften) geben würde.

4.      Die Finanzierungsfrage

Wenn offensichtlich bestehende Probleme gelöst werden sollen und wenn dazu der Aufbau neuer Lösungen und Strukturen erforderlich ist, dann geht es am Ende um Finanzierung. Forschungsdatenmanagement ist ein komplexer Problemkreis, der als Schichtenmodell von vielfältigen Anforderungen und Lösungen beschrieben werden kann. Es geht um ein breites Set an Diensten und Leistungen, die gebraucht werden, um die Forschungsdatenprobleme der ForscherInnen zu lösen. Am Ende gibt es aber unter den vielen verschiedenen Diensten genau einen Dienst, der wichtiger ist, als alle anderen: Es muss (z.B. in Form von Datenzentren) stabile Institutionen und in diesen letztlich für jede Forscherin und für jeden Forscher eine/n kompetente/n Ansprechpartner/in geben, der/die die verschiedenen Probleme aufnimmt und sie dadurch löst, dass er/sie sich ihrer annimmt und die verschiedenen Einzeldienste dafür nutzt. Denn irgendjemand muss sich am Ende mit ForscherInnen zusammensetzen, Problemlagen verstehen, Datenmanagementpläne entwickeln und über Jahre hinweg prüfen, ob Ressourcen noch verfügbar und zugänglich sind und ggf. weitere Aktionen erforderlich machen.

Im Impulspapier steht nun dazu die Parole von der „Investition in Köpfe“. Es sollten Mittel für „Fachpersonal für Entwicklung und Betrieb der Dienste-Portfolios“ bereitgestellt werden. Aber ist damit wirklich der zentrale Dienst „Betreuung der Forschung“ gemeint? Denn im Gegensatz dazu wird auf einmal überraschend klar festgestellt: „es geht nicht um die Ertüchtigung vorhandener Zentren“(!) und weiter: die „Förderung erfolgt … komplementär zu einer vorhandenen – grundständigen oder anderswie nachhaltigen – Finanzierung der über die Konsortien eingebrachten Dienste und Ressourcen“. Das empfinde ich als irritierend. Es ist klar, dass eine zentrale Förderung nicht eine Rundumfinanzierung bedeuten kann und dass andere Akteure nicht aus der Verantwortung entlassen werden können, eigene Beiträge für die eigenen (institutionellen, fachlichen, geografischen) Zuständigkeitsbereiche zu leiten. Aber reine Komplementarität würde ja bedeuten, dass die Stellen, an denen das eigentliche FDM stattfinden muss, gar nicht Teil des (geförderten) NFDI-Aufbaus wären? Dass der NFDI-Prozess nur den Überbau, aber nicht die Basis beträfe? Oder, um im notorischen Bild des Netzwerkes zu bleiben, dass nur die Kanten, nicht aber die Knoten ausgebildet werden sollen? Aber was wäre das dann für ein Netzwerk? Dass die gewählten Formulierung zu kurz greifen, wird auch deutlich, wenn man die Perspektive umgekehrt: Wenn eine NFDI-Strategie nicht zur „Ertüchtigung vorhandener Zentren“ beiträgt, wozu braucht man an den Stellen, an denen das FDM tatsächlich stattfindet, überhaupt eine NFDI?

Der RfII ist sicher nicht für alles zuständig. Aber er scheint doch zuständig, einen konzeptionellen Beitrag zu einer allgemeinen Strategie für den Aufbau eines funktionierenden FDM in Deutschland zu leisten? Dazu müsste aber auch überlegt werden, wo denn die Finanzierung für das FDM vor Ort herkommen soll. Man kann ja nicht so tun, als würde das schon irgendwie vom Himmel fallen und man müsse sich deshalb nur um die Verbindungen und den koordinierenden Überbau kümmern. Tatsächlich scheint man aber nur dafür eine Förderung vorzusehen: „Die Fördermittel dienen zunächst dem NFDI-Aufbau“ (als Governance-Struktur?). Zwar ginge es auch um den „Aufbau, Betrieb und Weiterentwicklung generischer Dienste“, aber auch damit werden ja die konkreten und vielfach individuellen Probleme der ForscherInnen vor Ort nicht gelöst. Statt auf den Boden der alltäglichen Aufgaben geht der Blick weiter nach außen und in die Wolken der Metaebene. Es sollen „Ressourcen für die internationale Dimension“ und sogar für „Forschung über die NFDI und zu den Wirkungen der NFDI-Konsortienbildungen im Wissenschaftssystem“ bereitgestellt werden. Als Geisteswissenschaftler bin ich sehr für Reflexion und Theoriebildung. Als Mitarbeiter eines Datenzentrums frage ich mich aber jeden Tag, wie wir die FDM-Probleme lösen sollen, mit denen die KollegInnen zu uns kommen. Und wo das Geld herkommen soll, mit dem wir noch jemanden einstellen könnten, der/die die jetzt schon zu große Zahl an Hilfegesuchen bearbeitet …

Mir fehlt im aktuellen Impulspapier dazu die Vision. Stattdessen beschränkt es sich auf vage Vorschläge: „Mit Blick auf den Betrieb sind moderate, nicht prohibitiv wirkende Gebühren- bzw. Vergütungsmodelle denkbar“- Bedeutet das, dass man die Datenzentren selbst nicht fördern, ihnen aber zugleich Geschäftsmodelle vorschlagen will? In der Summe wirkt die im Impulspapier angedeutete Strategie so, als erwarte man, dass die eigentlichen Probleme von anderen gelöst würden. Aber von wem? Von noch unbekannten Geldgebern? Von den noch-nicht-finanzierten Datenzentren? Von den Fach-Verbänden? Von den ForscherInnen selbst, die einfach nur genug frisches Geld mitbringen müssten um zusätzliche Dienste einzukaufen? Und der NFDI-Prozess würde sich dann auf die Governance-Strukturen, um die Ausbildung eines Wasserkopfes von Leitungsstrukturen kümmern?

Der aktuelle Diskussionsimpuls des RfII ist ein wichtiger Schritt hin zu konkreteren Vorstellungen über die Ausgestaltung des NFDI-Prozesses und seiner nächsten Schritte. Ich hoffe, dass meine Lesung einer Fokussierung auf Governance und organisatorischem Überbau im Gegensatz zu den konkreten Problemlösung an der Basis eine einfache Fehlinterpretation ist. Vielleicht kann die Strategie zu diesem letzteren Bereich aber auch in einem der kommenden Papiere deutlicher gemacht werden? Vielleicht in einem Papier „Wer bringt was mit?“ – Im Sinne von: Was bringt der Bund mit? Was bringen die Länder mit? Was bringen die Institutionen der Forschung mit? Was bringen die ForscherInnen und die Drittmittelgeber mit?

Das denke ich, wenn ich das Papier lese. Wie lesen andere es?

Fristverlängerung Stellenausschreibung: Wiss. Mitarbeiter/in im DFG-Projekt „GND für Kulturdaten“ am Dt. Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg

dhd-blog - Do, 03/15/2018 - 20:08

Die Ausschreibungsfrist der Stelle ist bis zum 6.4.2018 verlängert worden. Mehr Informationen finden Sie hier:  http://dhd-blog.org/?p=9292

 

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