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Digital Humanities im deutschsprachigen Raum
Aktualisiert: vor 2 Stunden 56 Minuten

Stelle im Bereich „Computerlinguistische Textanalyse“ zu besetzen (E13 TV-L)

Do, 06/15/2017 - 17:30

Am Institut für Informatik/Göttingen Centre for Digital Humanities (GCDH) an der Georg-August-Universität Göttingen und der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek (SUB) Göttingen ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Stelle einer/eines

wissenschaftlichen Mitarbeiterin/wissenschaftlichen Mitarbeiters

im Bereich „Computerlinguistische Textanalyse“ mit 75% der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit (zzt. 29,85 Stunden/Woche) befristet für die Dauer von 36 Monaten zu besetzen. Eine Aufstockung auf 100% (39,80 Stunden/Woche) ist möglich und setzt die Bereitschaft zum Aufbau eines Text- and Data-Mining Corpus der SUB voraus. Die Entgeltzahlung erfolgt nach Entgeltgruppe 13 TV-L.

Die Stelle ist im Projekt „Data Narratives“ angesiedelt, das sich mit der automatischen Analyse wissenschaftlicher Publikationen im historischen Kontext befasst und gemeinsam vom Lehrstuhl für Digital Humanities (Prof. Dr. Caroline Sporleder) und der SUB (Prof. Dr. Wolfram Horstmann) betreut wird. Eine Promotion im Projektkontext ist ausdrücklich erwünscht.

Ihre Aufgaben
– Mitarbeit im Forschungsprojekt „Data Narratives“
– Entwicklung, Implementierung und Evaluation von computerlinguistischen Algorithmen zur Analyse natürlichsprachlicher Texte
– Präsentation der Forschungsergebnisse in Publikationen und bei Konferenzen

Ihr Profil
– sehr gut abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium in einem für den Arbeitsbereich relevanten Fach, z. B. Computerlinguistik, Linguistik oder Informatik
– fundierte Kenntnisse computerlinguistischer Algorithmen
– sehr gute Kenntnisse mindestens einer Programmiersprache (z. B. Java oder Python) und Erfahrung mit der Implementierung von Algorithmen
– sehr gute Englischkenntnisse
– Selbständigkeit, schnelle Auffassungsgabe und hohe Kommunikationsfähigkeit
– Bereitschaft zur interdisziplinären Zusammenarbeit

Wünschenswert:
– Erfahrung mit statistischen Modellen und maschinellen Lernverfahren
– Interesse an wissenschaftstheoretischen und wissenschaftshistorischen Fragestellungen

Die Stelle ist teilzeitgeeignet.

Die Universität Göttingen strebt in den Bereichen, in denen Frauen unterrepräsentiert sind, eine Erhöhung des Frauenanteils an und fordert daher qualifizierte Frauen nachdrücklich zur Bewerbung auf. Sie versteht sich als familienfreundliche Hochschule und fördert die Vereinbarkeit von Wissenschaft/Beruf und Familie. Die Universität hat sich zum Ziel gesetzt, mehr schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Bewerbungen Schwerbehinderter erhalten bei gleicher Qualifikation den Vorzug.

Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen reichen Sie bitte bis zum 04.07.2017 über das Onlinebewerbungsportal: https://lotus2.gwdg.de/uni/uzdv/perso/knr_100221.nsf ein.

Für Rückfragen steht Ihnen Frau Prof. Dr. Caroline Sporleder (E-Mail csporled@cs.uni-goettingen.de) zur Verfügung.

Stellenausschreibung: Wissenschaftliche Mitarbeiterin/Mitarbeiter (EG 13 TV-L), FH Potsdam, DFG gefördertes Forschungsprojekt „RDMO“ (Research Data Management Organizer)

Do, 06/15/2017 - 14:57

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

an der FH Potsdam ist zum 01.10.2017 die Stelle einer/eines wissenschaftlichen Mitarbeiterin/Mitarbeiters (EG 13 TV-L) in Vollzeit (z.Zt. 40 Wochenstunden) befristet bis Ende 31.03.2020 zu besetzen. Die Stelle ist innerhalb des DFG geförderten Forschungsprojekts „RDMO“ (Research Data Management Organizer) angesiedelt und ist grundsätzlich teilzeitgeeignet.

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte der Stellenausschreibung unter:

https://www.fh-potsdam.de/fileadmin/user_dateien/1_informieren/D_Profil/a_Stellenanzeigen/20170715.aka.MA.RDMO.21_2017.pdf

(bzw. https://www.fh-potsdam.de/informieren/profil/stellenangebote/,

Kennziffer 21/2017)

Vorstellung der PreisträgerInnen des DARIAH DH-Award 2017: Armin Häberle

Mi, 06/14/2017 - 17:03

Der DARIAH-DE DH-Award 2017 fördert NachwuchswissenschaftlerInnen, die in ihren Forschungsvorhaben innovative digitale Ansätze und Methoden einsetzen und so einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Digital Humanities leisten. Im DHd-Blog stellen wir PreisträgerInnen und Projekte in den nächsten Wochen vor.

Armin Häberle studierte Malerei und Grafik an der Kunstakademie Karlsruhe und der Universität Lissabon. Er war Meisterschüler von Horst Antes und in Berlin selbständig. Er erhielt das Graduiertenstipendium Baden-Württembergs und den Friedrichshafener Kunstförderpreis. Das Studium der Kunstgeschichte an Freien Universität Berlin hat er mit einer Masterarbeit zu Poussin mit Auszeichnung abgeschlossen. Derzeit ist er Doktorand an der Bibliotheca Hertziana.

Welche Ergebnisse erwarten Sie und für welche Forschungsthemen sind diese anschlussfähig?

Hauptziel ist die Entwicklung eines oder mehrerer Bildgebungsverfahren, mit denen die materielle Stratifikation einer künstlerischen Handzeichnung, die, nicht immer, aber häufig der chronologischen Werkgenese entspricht, in separierten Einzelbildern dargestellt werden kann. Da sich diese Schichten gemeinhin überlagern, wird durch eine Bildgebung die empirische Untersuchung der Werkgenese und des kreativen Prozesses für die Kunsthistorik überhaupt erst möglich. Bislang gelingt dies nur eingeschränkt, meist mittels Infrarot-Reflektographien. Die verbliebenen diagnostischen Lücken möchten wir schließen. Für die Substrat-Kombination Rötel-Tinte/Tusche ist uns dies gelungen.

Das Verfahren nutzt die spezifischen Wellenlängensignaturen der Zeichenmaterialien und filtert diese über eine Kaskade von Musterkennungsverfahren. Das Verfahren bietet die Chance, verschiedene Fragestellungen in einer Serie von Aufnahmen abzuarbeiten, und Objekte zu untersuchen, die sich in kleinen Sammlungen ohne Anbindung an wissenschaftliche Labore befinden. Dies könnte die bisherige Forschung, in der technische Untersuchungen fast ausschließlich an „Meisterzeichnungen“ vorgenommen werden, verbreitern und demokratisieren.

Ein zweites Ziel ist die Rekonstruktion ausradierter oder beschädigter Partien. Für die Frühe Neuzeit wurden Phänomene des Ausradierens in Zeichnungen als künstlerischem Verfahren noch nie thematisiert. Dies schließt sehr eng an die sogenannte Palimpsest-Forschung an, wo in den vergangenen fünfzehn Jahren große Fortschritte erzielt wurden (z.B. beim „Archimedes-Palimpsest“). Letztlich blieben diese Forschungen aber auf Schriftstücke konzentriert. Wir arbeiten an einer Nutzbarmachung für das Feld der Bildkünste.

Grundsätzlich sind die zur Bildauswertung entwickelten Algorithmen nicht auf historische Anwendungen beschränkt. Automatisierte Mustererkennungen sind äußerst universell. Die zu entwickelnden Rechenoperationen könnten folglich auch einen Beitrag zu gänzlich anderen Anwendungen, z.B. in der medizinischen Diagnostik oder der Grundlagenforschung der Informatik und Historik leisten.

Mit welchen Materialien und Daten arbeiten Sie?

Ziel der Bildgebung ist die Untersuchung von musealisierten Kunstwerken auf Papier, Pergament und Holz. Da diese von hohem historischen wie monetärem Wert sind, und das gealterte Material besonders strahlungssensibel und fragil ist, erproben wir unsere Aufnahmetechniken bisher ausschließlich anhand von Imitationen. Die einzelnen Produktionsstufen dieser Dummies werden Schritt für Schritt dokumentiert. Diese Datensätze dienen als Prüfinstrument für die Akkuratesse der hyperspektralen Bildauswertung. In dem wechselseitigen Abgleich von RGB-Bildern der Produktionsschritte und den hyperspektralen Bildauswertungen können die Verfahren bewertet und verfeinert werden. Dieser Workflow findet für alle Substratkombinationen Anwendung, wobei wir uns auf jene konzentrieren, die bisher keiner Diagnostik zugänglich, oder besonders schwierig nachzuweisen sind (z.B. Graphit). Gleichzeitig erarbeiten wir Strategien zur Reduktion der Strahlenbelastung. In der folgenden Phase soll das ausentwickelte Verfahren schließlich an musealen Objekten geprüft werden.

Aufnahme aus der Untersuchungsreihe 1, (C) A. Davari/A. Haeberle/C. Riess, 2016

Gibt es Methoden, Theorien und Tools, welche für diese Aufgabe besonders interessant sind?

Das Verfahren dient vorrangig der historischen Zeichnungs- und Manuskriptforschung. In diesem Bereich spielen kennerschaftliche Urteile – gerade aufgrund der meist ausgesprochen schlechten Dokumentenlage – bis heute eine außergewöhnliche Rolle. Erst in jüngster Zeit gab es stärkere Bemühungen, den methodischen Zugang zu überdenken und nach valideren Kriterien bei der Urteilsfindung zu suchen (z.B: durch Burmester/Renger oder Pagliano). Nachdem technische Untersuchungen lange Zeit in den Aufgabenbereich von Restauratoren ausgelagert wurden, gewinnen diese erst jüngst für Kunsthistoriker selbst wieder an Bedeutung. Dies liegt unter anderem daran, dass sich die Fragestellungen von Restauratoren und Kunsthistorikern an das Objekt und seinen Kontext regelmäßig unterscheiden. Auch die Analyse von Werkprozessen würde ich hier mitzurechnen. Insofern sehe ich die Suche nach neuen technischen Untersuchungen auch als Teil einer Suche nach einer methodischen Erneuerung des Faches. Die Methode eignet sich auch zur Untersuchung von Archivalien und Schriftstücken, modifiziert auch für Druckgraphiken. Daneben kann sie ein Werkzeug zur Echtheitsprüfung sein. Grundsätzlich ließe sich daraus auch ein Prüfinstrument für andere Dokumente, z.B. Ausweise, Geldscheine usf. entwickeln.

Wie haben Sie begonnen, sich mit digitalen Geisteswissenschaften zu beschäftigen?

Dieses Projekt erwuchs aus der Lektüre eines kurzen medizinischen Artikels zum „richtigen Zeitpunkt“. Im Rahmen meiner Forschung an Handzeichnungen war ich mit dem Problem konfrontiert, Arbeitsprozesse in materiell und technisch äußerst komplex erarbeiteten Entwurfszeichnungen für vielfigurige und großformatige Schlachtendarstellungen zu identifizieren. In ihrer materiellen Überlagerung präsentierten sich diese jedoch als visuelles Chaos, das sich einer geisteswissenschaftlichen Analyse durch das technisch nicht-assistierte Auge verschloss. In dem Aufsatz wurde von einer hyperspektral-analytischen Anwendung berichtet, mit der es niedergelassenen Hautärzten möglich werden sollte, durch Aufnahmen von Hautarealen mit einer Kamera und entsprechender Mustererkennungssoftware, Hautkrebs im Frühstadium zu identifizieren. Grundlage der Technik war die Erkenntnis, dass sich Krebszellen hinsichtlich ihrer Farbe von gesunden Zellen spezifisch unterscheiden.

Während der Lektüre hatte ich sofort den Gedanken, dass mein Problem – die Extraktion bestimmter Farbsignaturen vor einem überwiegend homogenen Bildgrund – mit demselben Verfahren zu lösen sein könnte, vorausgesetzt das Ergebnis ließe sich als Bildgebung darstellen. Ich habe den damaligen Projektleiter Christian Riess in Erlangen angerufen und wir konnten schnell zu einer ersten Zusammenarbeit finden, die bis heute intensiviert wurde, und die durch das Hinzustoßen von Amir Abbas Davari nun die ersten Früchte trägt.

Welche Angebote der digitalen Geisteswissenschaften fänden Sie für Ihre Forschungsprojekte in Zukunft besonders hilfreich?

Transdisziplinäre Kooperationen tragen in meinen Augen dann rasche Früchte, wenn es allen beteiligten Disziplinen gelingt, für ihr jeweiliges Arbeitsfeld im konkreten Fall eigenständige, relevante Forschungsfragen zu formulieren. Die Suche nach einer blanden technischen Anwendung für ein Problem eines Kunsthistorikers ist für einen Informatiker so wenig herausfordernd, wie die Bitte an einen Klempner, einen Wasserhahn zu montieren. In dem Moment, in dem es aber darum geht ein grundlegendes Problem im eigenen Fachbereich zu lösen – im besagten Beispiel, die Erfindung eines neuen Ventilmechanismus zur Kontrolle eines Flüssigkeitsstroms – sprich um eine Forschungsleistung, kommen Innovationen in aller Regel mit Siebenmeilenstiefeln voran.

Für die Kunstgeschichtsschreibung im Besonderen würde ich mir wünschen, dass sich die Kunsthistoriker wieder stärker selbst mit der für die Lösung ihrer eigenen Forschungsfragen notwendigen oder eben noch zu erfindenden, objektorientierten Techniken auseinandersetzen. In den letzten Jahrzehnten wurde diese Aufgabe fast vollständig an andere Disziplinen abgegeben, die in aller Regel auch näher am (materiellen) Objekt operieren. Es ist aber ein Trugschluss, zu glauben, dass die Fragestellungen, die diese an das Werk richten, mit denen der Historiker identisch seien. Sie unterscheiden sich regelmäßig deutlich. Diese Verlagerung hat zu einer einseitigen Verschiebung von Expertise und Urteilsfähigkeit der technischen Untersuchungen geführt, die auch im interdisziplinären Diskurs nicht einfach zu überbrücken ist, und andererseits zu einer Wendung der Kunsthistorik zur „reinen Geisteswissenschaft“. Gepaart ist dies mit einer Wiederbelebung der klassischen Kennerschaft, während gleichzeitig Forschungsfragen, für die Restauratoren oder andere Disziplinen kein probates Untersuchungsinstrument bereitstellen, häufig unbearbeitet blieben. Das eigene Nachdenken über die noch zu erarbeitenden Problemlösungen und das gezielte Suchen nach wissenschaftlichen Partnern, für das Disziplinen wie die Archäologie oder die verwandte Bauforschung Vorbild sein könnten, könnte nach meiner Auffassung dazu beitragen, dass die Kunstgeschichte neben der überaus fruchtbaren Bereitstellung und Verarbeitung von Materialien in Datenbanken und den damit verbundenen Chancen hinaus, zu einer ganzen Reihe von weiteren Innovationen beiträgt, die das Fach wissenschaftlich weiter fundieren und voranbringen.

Weitere Informationen

Armin Häberle (Homepage | Bibliotheca Hertziana)

Dr. Christian Riess (Institut für Informatik, FAU Erlangen-Nürnberg)

Amir Abbas Davari (Institut für Informatik, FAU Erlangen-Nürnberg)

DARIAH-DE unterstützt mit digitalen Ressourcen und Methoden arbeitende Geistes- und KulturwissenschaftlerInnen in Forschung und Lehre. Dafür baut das Projekt eine digitale Forschungsinfrastruktur für Werkzeuge und Forschungsdaten auf und entwickelt Materialien für Lehre und Weiterbildung im Bereich der Digital Humanities (DH). DARIAH-DE ist der deutsche Beitrag von DARIAH-EU und arbeitet in diesem Kontext mit einer Vielzahl von europäischen Partnern und Projektverbündeten zusammen.

Projektmitarbeiter/-in Forschungsdatenmanagement an der Universität Potsdam

Mo, 06/12/2017 - 09:01

via Niklas Hartmann, Universitätsbibliothek Potsdam

An der Universität Potsdam ist im Zentrum für Informationstechnologie und Medienmanagement (=Rechenzentrum) folgende Stelle ausgeschrieben:

Projektmitarbeiter/-in Forschungsdatenmanagement.

Vollzeit, befristet auf 2 Jahre, Eingruppierung bis E13 TV-L.

50% Mitarbeit im BMBF-Verbundprojekt FDMentor mit den drei großen Berliner Unis und der Viadrina; 50% andere Aufgaben im Forschungsdatenmanagement, u.a. Aufbau eines Kontaktpunkts für Mitarbeiter/innen in den Fakultäten gemeinsam mit der Bibliothek.

Bewerbungsschluss: 28. Juni 2017.

Weitere Informationen unter: http://www.uni-potsdam.de/verwaltung/dezernat3/stellen/

DHd 2018 – CfP veröffentlicht

Do, 06/01/2017 - 12:46

Die nächste DHd findet 26.2.-2.3.2018 in Köln statt. Sie hat das Leitthema „Kritik der digitalen Vernunft“. Seit kurzem gibt es auch einen Call for Paper: http://dhd2018.uni-koeln.de/?page_id=34. Einreichtungsfrist ist der 18.9.2017. Das Programmkommittee, des lokale Organisationskommittee und der Verband „Digital Humanities im deutschsprachigen Raum“ freuen sich auf spannende Proposals!

Für das Programmkommitte

Georg Vogeler

(Chair)

Vorstellung der PreisträgerInnen des DARIAH DH-Award 2017: Isabella Reger

Do, 06/01/2017 - 10:48

Der DARIAH-DE DH-Award 2017 fördert NachwuchswissenschaftlerInnen, die in ihren Forschungsvorhaben innovative digitale Ansätze und Methoden einsetzen und so einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Digital Humanities leisten. Im DHd-Blog stellen wir PreisträgerInnen und Projekte in den nächsten Wochen vor.

Isabella Reger studierte Anglistik und Digital Humanities an der Universität Würzburg. Aktuell, wie auch bereits während des Masterstudiums, arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin des Lehrstuhls für Computerphilologie im Projekt Kallimachos, dem Würzburger Zentrum für digitale Edition und quantitative Analyse. Die Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte liegen dabei auf der computergestützten Analyse literarischer Korpora im Hinblick auf Figuren und Handlungselemente, sowie auf der Stilometrie.

Welche Ergebnisse erwarten Sie und für welche Forschungsthemen sind diese anschlussfähig?

In  meiner Masterarbeit habe ich mich mit Figurennetzwerken aus Romanen beschäftigt und die Frage untersucht, ob und wie strukturelle Ähnlichkeiten zwischen den Netzwerken verschiedener Romane gefunden werden können. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass insbesondere die Auswertung solcher recht subjektiver Phänomene wie Ähnlichkeit eine Herausforderung darstellt, die sich sicher auch in anderen Projekten stellt.

Bei der Analyse von Figurennetzwerken wären als weitere Forschungsfragen interessant, wie die Kanten zwischen den Figuren im Hinblick auf konkrete Interaktionen oder soziale Beziehungen genauer beschrieben werden können oder wie sich die Figurenkonstellation im Laufe eines Romans verändert.

Mit welchen Materialien und Daten arbeiten Sie?

Ich habe eine Auswahl deutscher Romane aus dem 19. Jahrhundert verwendet, die aus der Digitalen Bibliothek von TextGrid stammen. Das wichtigste Werkzeug ist für mich die Programmiersprache Python, in Verbindung mit Packages wie Pandas oder NetworkX.

Gibt es Methoden, Theorien und Tools, welche für diese Aufgabe besonders interessant sind?

Bei der computergestützten Analyse von literarischen Texten und Figuren sind einige Vorverarbeitungsschritte, wie die Erkennung von Figurenreferenzen und die Koreferenzauflösung, notwendig. Hierfür habe ich eine im Rahmen des Projekts Kallimachos in Würzburg entwickelte Pipeline verwendet, die auf deutsche literarische Texte angepasst ist.

In meiner Thesis habe ich außerdem soziale Netzwerkanalyse und Topic Modeling angewandt. Ich denke, dass auch die Methoden des maschinellen Lernens in den digitalen Geisteswissenschaften eine wichtige Rolle spielen und weiterhin spielen werden.

Wie haben Sie begonnen, sich mit digitalen Geisteswissenschaften zu beschäftigen?

Im Rahmen meines Studiums. Ich habe 2010 in Würzburg mit dem Bachelor in Digital Humanities begonnen und von Anfang an Gefallen an dem Fach gefunden.

Welche Angebote der digitalen Geisteswissenschaften fänden Sie für Ihre Forschungsprojekte in Zukunft besonders hilfreich?

Sehr hilfreich finde ich ausführliche Tutorials von Fachleuten zu bestimmten Themen oder von ihnen entwickelten Tools. Das erleichtert einem den praktischen Einstieg sehr, wenn man sich neue Methoden aneignen möchte.

Weitere Informationen

Isabella Reger
Universität Würzburg, Lehrstuhl Computerphilologie
Masterarbeit: Figurennetzwerke als Ähnlichkeitsmaß (CC-BY-SA)
Projekt Kallimachos

DARIAH-DE unterstützt mit digitalen Ressourcen und Methoden arbeitende Geistes- und KulturwissenschaftlerInnen in Forschung und Lehre. Dafür baut das Projekt eine digitale Forschungsinfrastruktur für Werkzeuge und Forschungsdaten auf und entwickelt Materialien für Lehre und Weiterbildung im Bereich der Digital Humanities (DH). DARIAH-DE ist der deutsche Beitrag von DARIAH-EU und arbeitet in diesem Kontext mit einer Vielzahl von europäischen Partnern und Projektverbündeten zusammen.

Masterstudium „Digitale Geisteswissenschaften“ an der Universität Graz

Do, 06/01/2017 - 10:38

Ab dem kommenden Studienjahr 2017/18 wird an der Universität Graz das erste Masterstudium „Digitale Geisteswissenschaften“ in Österreich angeboten!

Das als zweijähriges Masterstudium mit 120 ECTS Credits konzipierte Studienangebot richtet sich an Bachelor-AbsolventInnen geistes und kulturwissenschaftlicher Studienrichtungen. Das Studium wird grundsätzlich in deutscher Sprache angeboten, steht aber selbstverständlich auch Studierenden anderer Hochschulstandorte offen.

Alle Informationen zum Masterstudium „Digitale Geisteswissenschaften“ finden Sie auf unserer Webseite: https://informationsmodellierung.uni-graz.at/de/studieren/masterstudium-digitale-geisteswissenschaften/

Weitere Informationen – wie zum Beispiel ein ausführlicher Leitfaden für Studierende als Ergänzung zum Studienplan – werden dort im Laufe der nächsten Wochen verfügbar gemacht.

Am 13. Juni findet außerdem um 12:30 Uhr am ZIM-ACDH, Elisabethstraße 59/III, 8010 Graz eine Informationsveranstaltung für Studierende statt.

Für weitere Auskünfte stehe ich auch gerne per Mail ( zim@uni-graz.at ) oder Telefon ( +43 316 380 2292 ) zur Verfügung.

 

Laufbahnprofessur „Digital Humanities mit Schwerpunkt im Bereich Museologie“ an der Universität Graz

Do, 06/01/2017 - 10:13

Die Universität Graz besetzt eine §99(5) Laufbahnprofessur: http://jobs.uni-graz.at/de/KS/7/99/3587

„Digital Humanities mit Schwerpunkt im Bereich Museologie“

  • Die Besetzung erfolgt zunächst befristet auf 6 Jahre als Assistenzprofessor/in mit Qualifizierungsvereinbarung.
  • Karriereziel ist die Überleitung in ein Arbeitsverhältnis auf unbestimmte Zeit als Assoziierte/r Professor/in.
  • Beschäftigungsausmaß 40 Stunden/Woche
  • Zu besetzen im Wintersemester 2017/18
  • Ende der Bewerbungsfrist: 05. Juli 2017
  • Kennzahl: KS/7/99 ex 2016/17

Bei Interesse senden Sie bitte Ihre Bewerbungsunterlagen unter Berücksichtigung der allgemeinen Bewerbungsbestimmungen (http://jobs.uni-graz.at/Auswahlverfahren-Laufbahnprofessuren) innerhalb der angegebenen Bewerbungsfrist unter Angabe der Kennzahl per E-Mail an: bewerbung.laufbahnprofessur@uni-graz.at

 

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