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Digital Humanities im deutschsprachigen Raum
Aktualisiert: vor 1 Stunde 34 Minuten

Stellenausschreibung: wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in (m/w/d) im Bereich Digitale Editionsphilologie und Projektkoordination (100%, E13) an der BBAW

Mo, 03/11/2019 - 14:06

Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW) sucht für ein einzurichtendes, internationales Digitalisierungs- und Editionsprojekt zum frühestmöglichen Zeitpunkt eine/n wissenschaftliche/n Mitarbeiter/in (m/w/d) im Bereich Digitale Editionsphilologie und Projektkoordination in Vollzeit (100%), befristet auf 36 Monate.

Das Projekt

Das 2019 neu zu gründende Zentrum für digitale Kulturerbeforschung CENTRO HUMBOLDT ist ein internationales Kooperationsprojekt an den zwei Standorten Berlin (BBAW) und Havanna (Casa Museo Alejandro de Humboldt). Es richtet sich als interdisziplinäres und interkulturelles Projekt an ein Team internationaler Wissenschaftler*innen, die mithilfe der Technologien und Methoden der digitalen Geisteswissenschaften schriftliches Kulturerbe bewahren, erschließen und erforschen wollen. Zu den Aufgaben gehört, die editionsphilologischen Grundlagen für das gemeinsam zu erarbeitende Korpus im Rahmen eines digitalen Workflows (Digitalisierung – Metadatenerfassung – Texterfassung in TEI-XML – Publikation) zu schaffen und durch eigene Forschungs- und Editionsarbeit (Transkription, Indexierung, Kommentierung) zu stützen. Das schließt regelmäßige Arbeitsaufenthalte und Teamsitzungen am Projektstandort in Havanna mit ein. Der inhaltliche Schwerpunkt des Projekts liegt auf kultur- und wissenschaftshistorisch bedeutenden Quellen des 18. und 19. Jahrhunderts im Umfeld von Alexander von Humboldts amerikanischer Forschungsreise.

Aufgaben

  • Eigenverantwortliche wissenschaftliche Tätigkeit in Edition und Forschung
  • Anleitung von Editionsarbeiten im Rahmen des Projekts
  • Unterstützung der Projektleitung bei der Projektkoordination (u.a. Zusammenarbeit mit den institutionellen Partnern des CENTRO HUMBOLDT) sowie Monitoring (u.a. Arbeits- und Zeitplan, Berichtswesen, Finanzen)
  • Organisation von Veranstaltungen, Workshops und Tagungen
  • Präsentation von Forschungs- und Editionsergebnissen auf einschlägigen Konferenzen und Workshops

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Hochschulstudium der Geistes- und Kulturwissenschaften (z. B. der Neuphilologien, Literaturwissenschaften, Geschichte, Wissenschafts- oder Kunstgeschichte, Digital Humanities), möglichst mit Promotion
  • Nachgewiesene Erfahrungen auf dem Gebiet der Digital Humanities und/oder Erfahrung bei der Implementierung der TEI-XML-Richtlinien für den Einsatz in digitalen Editionen
  • Hohe Sprachkompetenz im Bereich des Deutschen (mind. B2), Französischen (mind. B2) und Spanischen (mind. C1)
  • Teamfähigkeit und ausgezeichnete Kommunikations- und Organisationsfähigkeit
  • Fähigkeit zum selbständigen, strukturierten und ergebnisorientierten Arbeiten

Wünschenswert sind

  • Vertrautheit mit der Koordination, Organisation und Durchführung wissenschaftlicher Projekte sowie der Zusammenarbeit mit anderen wissenschaftlichen Institutionen
  • Studien- und Forschungsschwerpunkte im Bereich lateinamerikanischer und/oder karibi-scher Wissenschafts- und Kulturgeschichte
  • Kenntnisse im Bereich der Alexander von Humboldt-Forschung
  • Kenntnisse über den Diskussions- und Forschungsstand im Bereich der (Digital) Cultural Heritage Studies

Die Vergütung erfolgt nach Entgeltgruppe E13 TV-L Berlin. Der Dienstort ist Berlin.

Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften ist bestrebt, den Anteil von Frauen in Bereichen, in denen sie unterrepräsentiert sind, nach Maßgaben des Landesgleichstellungsgesetzes und des Frauenförderplanes zu erhöhen, daher sind Bewerbungen von Frauen ausdrücklich erwünscht.

Bewerbungen von Menschen mit Migrationshintergrund sind ausdrücklich erwünscht. Bewerbungen von Schwerbehinderten werden bei gleicher Eignung vorrangig berücksichtigt.

Den Bewerbungsunterlangen sollte ein Motivationsschreiben (max. 1 A4-Seite) in Übersetzung vorliegen (Englisch oder Spanisch).

Ihre aussagekräftigen schriftlichen Bewerbungsunterlagen richten Sie bitte möglichst elektronisch in einer pdf-Datei (max. 5 MB) bis zum 31.03.2019 unter der Kennziffer AV/04/2019 an:

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Referat Personal und Recht
Frau Ines Hanke
Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
personalstelle@bbaw.de

Aus Kostengründen können Bewerbungsunterlagen nur zurückgeschickt werden, wenn ein frankierter Rückumschlag beigefügt wird.

Zur Stellenausschreibung (PDF) auf den Seiten der BBAW: http://www.bbaw.de/stellenangebote/ausschreibungen-2019/AV-04-2019_WiMi_Centro_Humboldt.pdf.

 

Stellenausschreibung: eine/n wissenschaftliche/n Mitarbeiter/in (m/w/d), TV-L E13, 50%

Mo, 03/11/2019 - 08:41

Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Sitz in Berlin. Ihr wissenschaftliches Profil ist vor allem geprägt durch langfristig orientierte Grundlagenforschung der Geistes- und Kulturwissenschaften. Die Akademie beschäftigt etwa 350 Mitarbeiter/innen, ihr Jahresbudget beträgt rund 25 Mio. Euro.
Die Akademie sucht für das Akademienvorhaben Bernd Alois Zimmermann-Gesamtausgabe (BAZ-GA) zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine/n wissenschaftliche/n Mitarbeiter/in (m/w/d) mit der Hälfte der tariflich vereinbarten Arbeitszeit, zunächst befristet auf zwei Jahre.

Aufgaben:

  • Forschungs-, Editions- und Redaktionstätigkeit im Rahmen der Bernd Alois Zimmermann-Gesamtausgabe,
  • Durchführung der editorischen Tätigkeit in Edirom in Zusammenarbeit mit der Arbeitsstelle Frankfurt/Main,
  • Unterstützung bei der Organisation von Veranstaltungen der Edition.

Voraussetzungen:

  • mit einem M. A. oder Staatsexamen abgeschlossenes Universitätsstudium in Musikwissenschaft, Lehramt Musik oder Musiktheorie sowie ggf. verwandte Studien,
  • Erfahrungen im Bereich musikalischer Editionsarbeit,
  • Bereitschaft zum Umgang mit digitalen Editionstools (Edirom, Oxygen, TEI, MEI) und Vertrautheit mit dem Notensatzprogramm Sibelius,
  • einschlägige Kenntnisse in der Musik des 20. Jahrhunderts, vorzugsweise mit dem Werk Bernd Alois Zimmermanns.

Die Vergütung erfolgt nach Entgeltgruppe E 13 TV-L Berlin. Der Dienstort ist Berlin.

Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften ist bestrebt, den Anteil von Frauen in Bereichen, in denen sie unterrepräsentiert sind, nach Maßgabe des Landesgleichstellungsgesetzes und des Frauenförderplanes zu erhöhen, daher sind Bewerbungen von Frauen ausdrücklich erwünscht.

Bewerbungen von Personen mit Migrationshintergrund sind ausdrücklich erwünscht. Bewerbungen von Schwerbehinderten werden bei gleicher Eignung vorrangig berücksichtigt.
Ihre aussagekräftigen schriftlichen Bewerbungsunterlagen richten Sie bitte möglichst elektronisch in einer pdf-Datei (max. 5 MB) bis zum 30.03.2019 unter der Kennziffer AV/05/2019 an:

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Referat Personal und Recht
Frau Ines Hanke
Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
personalstelle@bbaw.de

Aus Kostengründen können Bewerbungsunterlagen nur zurückgeschickt werden, wenn ein Freiumschlag beigefügt wird.

2 DH-Stellenangebote an der FU Berlin im Rahmen des Exzellenzclusters „Temporal Communities“

Do, 03/07/2019 - 19:40

Der Exzellenzcluster 2020 „Temporal Communities“ der Freien Universität Berlin sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt 2 Wissenschaftliche Mitarbeiter/innen für die Research Area 5 „Building Digital Communities„. Im Cluster wird untersucht, wie Literatur über Räume und Zeiten hinweg ausgreift und dabei – manchmal über Jahrtausende – komplexe Netzwerke ausbildet und in ständigem Austausch mit anderen Künsten, Medien, Institutionen und gesellschaftlichen Phänomenen steht. Die RA 5 erforscht die Übersetzbarkeit des Community-Begriffs des Clusters in Datenmodelle und -visualisierungen und entwickelt das Living Handbook of Temporal Communities als ein qualitätsgesichtertes open access Referenzwerk für den EXC 2020 mit Hilfe des Open Encyclopedia Systems.

Die ausgeschriebenen Stellen befinden sich an der Schnittstelle zwischen den (digitalen) Literaturwissenschaften und den (angewandten) Digital Humanities. Nachgewiesene Erfahrungen mit Formen und Prozessen des digitalen Publizierens in den Geisteswissenschaften sowie Expertise in Netzwerkanalyse sind für beide Stellen von Vorteil. Als wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in des EXC 2020 haben Sie die Möglichkeit, in einem interdisziplinären Team die digitale Modellierung von Literaturgeschichte(n) in globaler Perspektive kritisch zu reflektieren und aktiv mitzugestalten.

Die detaillierten Stellenausschreibungen finden Sie im Stellenanzeiger der Freien Universität Berlin unter den Kennungen

EXC 2020 RT Postdoc RA5-2_2019 (E13 TV-L FU, 50%, befristet auf vier Jahre)
Research-track Postdoc mit Expertise in Netzwerkanalyse im Rahmen der digitalen Literaturwissenschaft und Erfahrung mit e-Publishing

EXC 2020 IT-Researcher RA5_2019 (E13 TV-L FU, 100%, befristet auf zwei Jahre)
Programmierer*in mit Kenntnissen in Semantic-Webtechnologien und Erfahrung mit der Entwicklung von Datenschnittstellen und -visualisierungen

Bewerbungen mit aussagekräftigen Unterlagen in deutscher oder englischer Sprache sind bis zum 21. März 2019 unter Angabe der Kennung im Format PDF (als ein Dokument) elektronisch per E-Mail zu richten an Frau Katja Heinrich: k.heinrich@fu-berlin.de.

Stellenausschreibung an der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel: Wissenschaftliche(n) Mitarbeiterin / Mitarbeiter (0,5 Entgeltgruppe 13 TV-L)

Do, 03/07/2019 - 18:09

Die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel ist eine zentrale Institution zur Erforschung der Kulturgeschichte des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Sie besitzt bedeutende Sammlungen an Handschriften und alten Drucken sowie einen umfassenden Bestand moderner Forschungsliteratur. In zahlreichen Digitalisierungs-, Erschließungs-und Forschungsprojekten werden die Bestände zugänglich gemacht und wissenschaftlich genutzt.

Im Rahmen des DFG-geförderten Projektes „Kritische Gesamtausgabe der Schriften und Briefe Andreas Bodensteins von Karlstadt, Teil III“ ist zum nächstmöglichen Zeitpunkteine auf 24 Monatebefristete Teilzeitstelle für eine / einen:

Wissenschaftliche(n) Mitarbeiterin / Mitarbeiter (0,5 Entgeltgruppe 13 TV-L)

zu besetzen. Die Arbeitszeit beträgt 19,9 Wochenstunden. Dienstorte sind Wolfenbüttel und Göttingen.

In dem Kooperationsprojekt mit dem Lehrstuhl für Kirchengeschichte der Universität Göttingen sollen die Schriften und Briefe Karlstadts in einer Hybridedition herausgegeben werden. Die digitalen Komponenten werden an der HAB gespeichert und im Rahmen der Wolfenbütteler Digitalen Bibliothek präsentiert.

Aufgaben:

  • Hauptaufgabe ist die Betreuung der technisch-editorischen Seite der Projektarbeit mit der Praxisanwendung der entsprechenden Technologien sowie die Dokumentation
  • Mitarbeit bei der Betreuung und Weiterentwicklung von Darstellungsskripten zur Repräsentation der Editionseinheiten(XSLT)
  • Mitarbeit bei der Pflege eines XML/TEI-Schemas
  • Datenkontrolle
  • Nachbearbeitung des Personenregisters

Vorausgesetzt werden:

  • Abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium
  • Kompetenzen und Erfahrung im Bereich der Digital Humanities, insbesondere der digitalen Editionswissenschaft
  • Kenntnisse in X-Technologien (XML, XSLT) und in Web-Entwicklung (HTML, CSS, JavaScript) sowie in Datenmodellierung und Auszeichnungssprachen (XML/TEI)

Die Herzog August Bibliothek strebt an, Unterrepräsentanzen i. S. des NGG in allen Bereichen und Positionen abzubauen. Die Gleichstellung von Frauen und Männern wird gefördert. Schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber werden bei gleicher Eignung und Befähigung bevorzugt behandelt. Ein Nachweis ist beizufügen.

Bewerbungen mit aussagefähigen Unterlagen, gerne auch in digitaler Form (PDF-Dokument), sind bis zum 28.03.2019 unter Angabe des Kennwortes: „Karlstadt“ zu richten an die:

Herzog August Bibliothek

– Verwaltung –

Lessingplatz 1

38304 Wolfenbüttel

E-Mail: Verwaltung@hab.de

BBAW sucht eine/n wissenschaftliche/n Mitarbeiter/in (100%, TV-L E 13)

Mo, 03/04/2019 - 09:42

Im Vorhaben „Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache“ (DWDS) der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Stelle eines Mitarbeiters/einer Mitarbeiterin im Bereich der gegenwartssprachlichen Lexikographie des Deutschen zu besetzen.

Weitere Informationen und den Text der Ausschreibung finden Sie unter http://www.bbaw.de/stellenangebote, Kennziffer AV/02/2019.

Bewerbungsfrist ist der 16. März 2019.

DARIAH-DE Methodenworkshop “Natural Language Processing”

Mi, 02/27/2019 - 10:47

Am 18. Und 19.02. wurde in den Räumlichkeiten der Hochschule Mainz der DARIAH-DE-Methodenworkshop “Natural Language Processing” durchgeführt. Ziel der Veranstaltung war es, den angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmern, 23 studierenden des Mainzer Digital-Humanities-Masterstudienganges, methodisches Wissen über aktuelle NLP-Verfahren und deren Einsatz in den digitalen Geisteswissenschaften zu vermitteln und sie an damit verbundene Entwicklungen aus dem DARIAH-Projekt heran zu führen.
Darüber hinaus gab es eine informelle Gesprächsrunde, die es den Teilnehmenden ermöglicht hat, auch mit externen Dozentinnen und Dozenten über fachliche Fragen, aber auch über Fragen der Karriereplanung und der allgemeinen Situation des wissenschaftlichen Nachwuchses in diesem Arbeitsfeld, ins Gespräch zu kommen; und einen Abendvortrag von Evelyn Gius von der Universität Hamburg, der eher die grundsätzlichen methodologischen Aspekte digitaler Verfahren in den Geisteswissenschaften erläuterte.

Biographien: Linguistische und literarische Besonderheiten (Anna Aschauer, IEG Mainz)
Im Vortrag wurde den Studierenden einen Ausblick darüber gegeben, welche stilistische und thematische Neuerungen in der Gattung der Biographik sich ergeben haben. Anschließend wurden unterschiedliche Beispiele aus den digitalen biographischen Sammlungen vorgeführt und deren Einzelheiten in Bezug auf Stil, Form, linguistische Besonderheiten gemeinsam mit Studierenden diskutiert. Der Vortrag hat die Zuhörer auf die Inhalte und stilistischen Aufbau der Biographien aufmerksam gemacht.

Semantische Zusammenhänge analysieren in DKPro Core (Leon Martin, Universität Bamberg)
Im Programmpunkt „Semantische Zusammenhänge analysieren in DKPro Core“ wurde den Studierenden ein Einblick in das NLP-Tool DKPro Core gegeben. DKPro Core ist eine Sammlung von Software-Komponenten, die für verschiedene Aspekte des NLP genutzt werden kann. Aus den Komponenten können Pipelines aufgebaut werden, die Texte hinsichtlich verschiedener Kriterien analysieren. Der Workshop gliederte sich in zwei Teile: im ersten Teil des Workshops wurde ein Anwendungsfall dargelegt und eine theoretische Einführung in DKPro Core gegeben. Der Anwendungsfall bestand darin, Texte hinsichtlich der Akteure sowie der geographischen und zeitlichen Inhalte zu analysieren. Im zweiten Teil wurde darauf aufbauend eine prototypische Implementierung auf Basis von DKPro Core vorgeführt, die den besagten Anwendungsfall löst. In der anschließenden Diskussion wurden Fragen zur Implementierung und ihrer Performanz erörtert.

Inhaltsanalyse mit dem DARIAH-TopicsExplorer (Steffen Pielström, Universität Würzburg)
In einem 2-stündigen Block wurde LDA (Latent Dirichlet Allocation) Topic Modeling als Methode zur inhaltlichen Erschließung von Textkorpora vorgestellt. Die theoretische Einführung erläuterte ausführlich die Motivation der Methode und den dahinter stehenden Algorithmus, um so ein tieferes Verständnis für die Moglichkeiten, aber auch die Grenzen der Methode zu erzeugen, und die Auswirkungen bestimmter methodischer Entscheidungen im Forschungsprozess zu erklären. Anschließend konnten die Teilnehmenden mit dem DARIAH-TopicsExplorer selbst Modelle auf kleinen Beispielkorpora erzeugen und so die Erstellung von Topic Models auch von der praktischen Seite her erlernen.

Abendvortrag: Quantifizierbarkeit der literaturwissenschaftlicher Textanalyse (Evelyn Gius, Universität Hamburg)
Der Abendvortrag widmete sich grundsätzlichen Fragen über die Verwendung quantifizierender Methoden in der Literaturwissenschaft und dem Verhältnis von quantitativen Methoden und Hermeneutik in diesem Forschungsfeld aus epistemologischer Sicht. So wurde den Teilnehmenden dieser sonst eher Praxis- und Technik-orientierten Veranstaltung angeregt, die vermittelten Methoden in einem wissenschaftstheoretischen Gesamtkontext zu sehen.

Natural Language Processing mit dem DARIAH-DKProWrapper (Steffen Pielström, Universität Würzburg)
Der DARIAH-DKProWrapper ist ein einfaches Kommandozeilenprogramm, in dem eine DKPro-Core-Pipeline gleichsam “eingefroren” ist und ohne Kenntnisse des DKPro-Core-Frameworks für NLP-Annotationen genutzt werden kann. Die Zusammenstellung der Pipeline orientiert sich hierbei typischen Bedürfnissen geisteswissenschaftlicher Textanalyse: Für jedes Wort in einem Text wird eine Reihe von zusätzlichen Informationen in einem Tabellenformat ausgegeben, wie Lemma, Wortart, Funktion im Satz, oder die Information, ob es sich um einen Eigennamen handelt.
In dieser Hands-on-Session wurde die Funktionsweise der Software ebenso vermittelt wie mögliche Techniken zur Analyse und/oder Weiterverarbeitung der Ergebnisse mit der Programmiersprache R, bis hin zur Nutzung der Annotationsergebnisse für das zuvor eingeführte Topic Modeling.

Bei diesem Workshop konnten die Teilnehmenden einen Einblick in neue Bereiche der Digital Humanities gewinnen und gleichzeitig die grundlegenden, damit verbundenen methodisch-technischen Kompetenzen erwerben. Hierbei wurde einmal mehr deutlich, welche Rolle die im Workshop allgegenwärtigen Tools und Services von DARIAH-DE in der Forschungspraxis spielen können, oder schon spielen.
Unser Dank gilt der Hochschule Mainz für die modernen und gut ausgestatten Räumlichkeiten die wir vor Ort nutzen durften und die große Hilfsbereitschaft bei technischen Fragen, sowie dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, das über das Projekt DARIAH-DE die Anreise der Vortragenden finanziert hat.

Stellenausschreibung: Postdoc-Stelle im Editionsprojekt „Ferdinand Gregorovius“ am DHI Rom (Arbeitsstelle Berlin)

Di, 02/26/2019 - 10:56

Für das von der Gerda Henkel Stiftung geförderte born digital Editionsprojekt „Ferdinand Gregorovius: Poesie und Wissenschaft. Gesammelte italienische Briefe“ sucht das DHI Rom zum nächstmöglichen Termin für einen befristeten Zeitraum von zwei Jahren

eine/n wissenschaftliche/n Mitarbeiter/in
als Postdoc-Stipendiat/in.

Die Aufgabe besteht in allen projektspezifischen Arbeiten, vor allem in den Bereichen:
– Transkription der italienischen Korrespondenz und editorische Einrichtung der Briefe,
– Recherchen in italienischen Archiven,
– Kommentierung und Redaktionsarbeiten.

Voraussetzungen sind:
– abgeschlossene Promotion in Italianistik, Germanistik, Geschichte oder einer verwandten Geistes- und Kulturwissenschaft
– vertiefte (Brief-)Editionserfahrung und/oder Erfahrungen mit digitalen Formaten (TEI XML), Editionsverfahren und Editionswerkzeugen (z. B. Ediarum, oXygen oder andere XML-Editoren), Interesse an Webtechnologien,
– vertiefte paläographische Kenntnisse,
– Italienischkenntnisse auf muttersprachlichem Niveau, mindestens sehr gute Deutschkenntnisse,
– Kenntnisse der deutsch-italienischen Geschichte der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Wir bieten:
– eine herausfordernde und verantwortungsvolle Tätigkeit mit Platz für eigene Ideen in einem interdisziplinären und internationalen Team,
– flexible Arbeitszeitgestaltung,
– einen monatlichen Vollzeit-Stipendiengrundbetrag von 2.000 € pro Monat.

Wir erwarten eine ziel- und lösungsorientierte Arbeitsweise, Eigeninitiative und Kommunikations- sowie Teamfähigkeit. Der bevorzugte Dienstort ist Berlin.
Die Max Weber Stiftung tritt für die berufliche Gleichstellung von Frauen und Männern ein und lädt ausdrücklich qualifizierte Frauen zu einer Bewerbung ein. Dies gilt entsprechend für schwerbehinderte Bewerber/-innen bei gleicher Eignung.

Bewerbungen mit aussagefähigen Unterlagen (Motivationsschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse, Referenzen) werden bis zum 22.03.2019 entgegengenommen – ausschließlich per E-Mail in einer PDF-Datei erbeten an Anika Mielost mielost@dhi-roma.it.
Informationen zum Projekt unter http://dhi-roma.it/projekte-aktuell+M528f6d4c1d3.html?&L=0 und bei Dr. Angela Steinsiek, steinsiek@dhi-roma.it, 030/4940204.

Annotieren, Analysieren, Visualisieren der Werkstattbericht

Mo, 02/25/2019 - 09:39

Das Cluster „Annotieren, Analysieren, Visualisieren“ der dritten Förderphase in DARIAH-DE, unter Leitung des Instituts für Sprach- und Literaturwissenschaften der Technischen Universität Darmstadt, trägt mit der Fokussierung auf Linked Open Data Technologie der Transparenz und Verstetigung der wissenschaftlichen Annotationsprozesse Rechnung. In insgesamt drei Anwendungsfällen, in Kooperation mit dem Karlsruher Institut für Technologie, der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, des Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, geht es vor allem um die Weiterentwicklung von digitalen Methoden zur Generierung, Analyse und Visualisierung semantischer Annotationen mit dem Ziel, Interoperabilität und Nachnutzbarkeit zu gewährleisten.

Im gemeinsamen Beitrag (s. Ankündigung) im Rahmen der DARIAH-DE Grand Tour am 20.9.2018 in Darmstadt präsentierte das Cluster in Form eines Werkstattberichts mit anschließender Diskussion die entwickelten tragfähigen Lösungsansätze basierend auf bestehenden repräsentativen Forschungsbeständen und unter Verwendung etablierter Standards, wie beispielsweise Text Encoding Initiative, CIDOC Conceptual Reference Model und Web Annotation Data Model.

Die Vorträge sind als Videodokumentationen online abrufbar:

  1. Thomas Kollatz und Max Grüntgens: Repositorien mergen, analysieren und visualisieren
  2. Danah Tonne: Aristoteles annotieren
  3. Niels-Oliver Walkowski: Benutzeraktionsanalyse und die Dokumentation von Forschungsprozessen in den DH

 

Call for Papers für die Ausgabe „Praktiken des Digitalen“ der Zeitschrift Montage AV

Do, 02/21/2019 - 23:10

Die Zeitschrift Montage AV – Zeitschrift für Theorie und Geschichte audiovisueller Kommunikation ruft zur Einreichung von Beiträgen für die Ausgabe „Praktiken des Digitalen“ auf.

Call for Papers: Praktiken des Digitalen
(Gastherausgeber: Johannes Pause, Niels-Oliver Walkowski)

Deadline: 31.07.2019

In den letzten Jahren hat sich im Zuge der globalen Verbreitung digitaler Technologien ein einschneidender Wandel von Filmproduktion, -distribution und -rezeption ereignet, der in der Filmwissenschaft breit diskutiert wird. Die Veränderung betrifft jedoch nicht allein den filmwissenschaftlichen Gegenstand, sondern zunehmend auch ihre Arbeitsformen: Der Digitalisierung der Filmkultur steht eine vielgestaltige Digitalisierung der Forschung gegenüber, die einerseits Fragen nach grundsätzlich neuen Methoden aufwirft und andererseits klassische Ansätze der Filmanalyse und -geschichtsschreibung durch computergestützte Verfahren flankiert – und im Kontext der Digital Humanities verändert.

Das Themenheft widmet sich der Aufgabe, die Verschiebungen, die das filmwissenschaftliche Arbeiten infolge dieser Entwicklungen erfahren hat, zu kartografieren sowie ihre Potenziale und Folgen einzuordnen. Der Fokus liegt auf Projekten und Arbeiten, die computergestützte Verfahren in unterschiedlicher Art und Weise einbetten, und mithin auf den verschiedenen Bedeutungen, die dem Digitalen innerhalb des Fachs zugewiesen werden. Gefragt wird nach konkreten digitalen Methoden ebenso wie nach Medienpraktiken, die im Rahmen filmwissenschaftlicher Forschung anschlussfähig sind.

Filmwissenschaftliche Praxis ließe sich dabei heuristisch in drei Phasen einteilen: jene der Organisation des Materials, jene seiner Analyse sowie jene der Dissemination der Forschungsergebnisse. Auf der ersten Ebene sieht sich die Filmwissenschaft etwa mit neuen Korpora und Archiven konfrontiert, die im Zuge der Digitalisierung zugänglich geworden oder überhaupt erst entstanden sind (siehe hierzu u.a. Montage AV 26,1 („Streams und Torrents“). Im Sinne von ‚Big Data’ können dabei einerseits weltweit Informationen zu Filmproduktion oder -rezeption gesammelt oder Film- und Kinoarchive in ihrer Gesamtheit algorithmisch erfasst werden. Andererseits sehen sich die Filmwissenschaften mit neuen Gattungen des Filmischen konfrontiert, die – wie etwa in Social Media veröffentlichte Filmclips – nicht unabhängig von digitalen Umgebungen gedacht werden können.

Auch auf der Ebene computergestützter Analyseverfahren lässt sich die steigende Bedeutung des Digitalen erkennen. So existiert inzwischen eine Reihe von Programmen, die die Annotation oder detaillierte Untersuchung von Filmen vereinfachen sollen oder um neue Dimensionen zu bereichern versprechen. Auf dieser Basis sind zuletzt mehrere Studien entstanden, die eine computergestützte Analyse unterschiedlicher Aspekte filmischer Werke, etwa Montage, Farbe, Szenenaufbau, Figurenkonstellationen, Stil, Motivik, Ton sowie die Alignierung zwischen Bild und Ton oder Kamera und Objektbewegung zum Gegenstand haben.

Schließlich verändern digitale Technologien die Formen der Publikation und Distribution filmwissenschaftlicher Forschungsergebnisse. Die Idee, Forschungsergebnisse in einem Modus zur repräsentieren, der sich demjenigen des Forschungsgegenstandes annähert, stehen Anstrengungen gegenüber, solche Ressourcen als Publikation zu begreifen, die zwar schon länger Bestandteil von Forschungsprozessen sind, jedoch bislang nicht als publikationsfähig galten. Hierzu gehören etwa Filmprotokolldaten oder Vermessungen von Schnittlängen.

Folgende Fragen können als Inspirationen für mögliche Beiträge dienen:

Welche neuen audiovisuellen Objekte werden im Zuge der Digitalisierung für die Filmwissenschaften interessant?

Wie verhalten sich neue digitale Methoden zum bestehenden methodischen Repertoire der Filmwissenschaft? Inwiefern bringen diese Methoden ihren Gegenstand neu hervor?

Welche sinnvollen Formen digitaler Infrastruktur ließen sich für die Filmwissenschaften konzeptualisieren?

Welche Medienpraktiken sind für die filmwissenschaftliche Forschung attraktiv?

Welche filmwissenschaftlichen Methodologisierungen des Digitalen haben in den vergangenen Jahren stattgefunden? Welche Desiderata erscheinen als besonders dringend?

Wie können neue Repräsentationsstrategien neue filmwissenschaftliche Einsichten befördern? In welchen Formaten lassen sich diese publizieren?

In welchen Formen können audiovisuelle Objekte oder Produktionsmittel selbst zu Mitteln filmwissenschaftlicher Analyse werden?

Welche Formen interdisziplinärer Zusammenarbeit entstehen im Zuge einer stärkeren Einbettung digitaler Technologien in den Forschungsprozess? Nach welchen Kriterien lässt sich eine solche Zusammenarbeit produktiv gestalten?

 

Kontakt

Gastherausgeber: johannes.pause@uni.lu / niels-oliver.walkowski@uni.lu

Redaktion: montage-redaktion@lists.uni-mainz.de

 

Ein weiteres Kapitel abgeschlossen! Das Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft der TU Darmstadt auf den Hochschul- und Berufsinformationstagen (hobit) 2019 in Darmstadt

Do, 02/21/2019 - 15:26

Bericht von Marc Adler, TU Darmstadt

Vor sechs Jahren wurde von Andrea Rapp auf dem DHdBlog ein Bericht über die hobit 2013 veröffentlicht. Damals hatten sich Studierende aus verschiedenen Studiengängen des Instituts für Sprach- und Literaturwissenschaft im Rahmen eines Seminars „Was sind Digital Humanities?“ mit eben dieser Frage beschäftigt. Um die Frage aber nicht nur für sich, sondern auch für andere Interessierte zu beantworten, wurden in nicht wenigen Arbeitsstunden Materialien produziert, die der Öffentlichkeit, aber vor allem Studieninteressierten einen Einblick in die Digital Humanities geben sollten. Das geschah mit Blick auf den zu dieser Zeit schon lange akkreditierten Masterstudiengang Linguistic and Literary Computing, ebenso aber auch in Erwartung des Aufbaus eines dazu passenden Bachelorprogramms. Die Studierenden wurden schließlich auch in die Betreuung der Institutspräsenz auf der hobit eingebunden und konnten das im Seminar erworbene Wissen und die erstellten Materialien nutzen, um Schüler*innen die Digital Humanities zu erklären und sie dafür zu begeistern. Nach mehreren Tagen Messe und vielen geführten Beratungsgesprächen wurde die hobit von Seiten der Studierenden und von Seiten der Lehrenden als Erfolg empfunden – der Aufwand hatte sich gelohnt!

Wie sieht es heute mit dem Institutsauftritt auf den Hochschul- und Berufsinformationstagen aus?

In sechs Jahren hat sich viel getan. Das angestrebte Bachelorprogramm wurde unter dem Titel „Digital Philology“ etabliert – nicht nur als reiner Bachelorstudiengang, sondern auch mit der Möglichkeit der Fächerkombination im Joint Bachelor. Das Studienangebot wird von den Studierenden gut angenommen, was sich auch in der Betreuungssituation am Institut widerspiegelt: Im Jahr 2016 wurden zwei weitere Professuren eingerichtet, die sich mit den beiden Schwerpunkten Germanistik – Digitale Linguistik und Germanistik – Digitale Literaturwissenschaft befassen; eine weitere Professur „Digital Philology – Neuere deutsche Literaturwissenschaft“ wird ab dem 15.3.2019 hinzukommen.

So wie sich das Institut weiterentwickelt hat, so hat sich aber auch der Messestand auf der hobit, die auch heute noch mit über 20.000 Besucher*innen (Stand 2018) ein Messe-Hot-Spot ist, verändert. Die Organisation für den Stand im Jahr 2019 wurde von Marc Adler, Luise Borek und Simone Gottmann-Eberleh übernommen, die ein neues Konzept zur Präsentation der digitalen und nicht-digitalen Studiengänge des Instituts ausarbeiteten und umsetzten.

Das alte Standkonzept, das mit einem recht wuchtigen Auftritt, Bildschirm, Videos und einer Vielzahl an Materialien und Give-Aways arbeitete, wurde komplett umgekrempelt: Die breiten Tische verschwanden, die Menge an Merchandise wurde auf Flyer für die Studiengänge und gestempelte Post-It-Blöcke reduziert. Zwei Stehtische, Barhocker und weithin sichtbare Roll-Ups zu den Studienangeboten ersetzten die vorherige Tischmauer. Somit wurde der fast abgeschlossene Standbereich freier und flexibler gestaltet, Offenheit und ein kondensiertes Informationsangebot luden zum Beratungsgespräch und Fragenstellen ein.

Zusammen mit der diesjährigen sehr vorteilhaften Platzierung des Stands – direkt neben der Zentralen Studienberatung der TU Darmstadt und gegenüber Merck und der h_da – ging das Konzept voll auf. Mit dem Dienstag als stärkstem Tag waren alle drei Tage voll mit Gesprächen über (digitale) Sprach- und Literaturwissenschaft, die Studiengänge und Berufschancen. Die Standbetreuer*innen hatten nur wenig Zeit zum Durchatmen, denn es wurden fast 350 Beratungsgespräche geführt, in denen unzählige Fragen beantwortet und Informationen rund ums Studium weitergegeben wurden.

Die positive Veränderung ist aber nicht nur im Vergleich der Jahre 2013 und 2019 spürbar: Auch die Gegenüberstellung mit den Zahlen aus dem Jahr 2018 zeigt deutlich, dass das Interesse an unserem Institut und den angebotenen Studiengängen kontinuierlich wächst und immer mehr Schüler*innen an unseren Stand kommen und Orientierung suchen.

Mit dieser Tendenz in Kopf und schon einigen Anregungen für die weitere Optimierung des Messestandes gerüstet, blicken wir zum einen zuversichtlich auf die Bewerber*innenzahlen der kommenden Semester. Zum anderen haben wir aber auch schon den Termin für die nächsten Hochschul- und Berufsinformationstage im Kalender eingetragen und hoffen, dass wir im Jahr 2020 noch mehr Schüler*innen eine gute und hilfreiche Beratung bieten können.

Vortrag, Halle, 28.2.2019: „DER STURM. Digitale Quellenedition zur Geschichte der internationalen Avantgarde‟

Mi, 02/20/2019 - 17:05

Von der Idee zur Konzeption und Umsetzung: In ihrem Abendvortrag im Rahmen der Winter School Digitale Editionen präsentiert Marjam Trautmann das digitale Editionsprojekt „DER STURM“. Was passiert mit den „kämpfenden Kühen“ des Künstlers Franz Marc und wie kommentiert man August Mackes Reise nach Tunis? Der Vortrag gibt einen Einblick in das edierte Material hinsichtlich seiner TEI-XML-Kodierung sowie in die Gesamtsystematik und die nachhaltig angelegte Softwarearchitektur der Edition. Auch konkrete Herausforderungen der Editionspraxis werden dargestellt.

Im Jahr 1910 von dem Publizisten und Komponisten Herwarth Walden in Berlin gegründet, avancierte die Zeitschrift „DER STURM“ in den Folgejahren zu einem programmatischen wie ästhetischen Sprachrohr der internationalen Avantgarde. Das Projekt beabsichtigt, die zahlreichen verstreuten digitalen Quellen des STURM-Unternehmens, zu dem neben der Zeitschrift auch die STURM-​Galerie, die STURM-​Bühne und der STURM-​Verlag zählen, in einer historisch-​kritisch angelegten Digitalen Edition erstmals zu vereinen. Langfristig sollen die digitalen Quellenbestände als offene Forschungsdaten für die fachwissenschaftlichen Communities zur Verfügung gestellt werden. Das Projekt ist an der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz angesiedelt und wird von der Digitalen Akademie durchgeführt.

Marjam Trautmann (M.A.) promoviert im Gebiet der historischen Netzwerkforschung und ist Projektleiterin des STURM sowie Mitarbeiterin der Hans Kelsen Werke, die beide an der „Digitalen Akademie“ der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz angesiedelt sind.

Der öffentliche Abendvortrag findet im Rahmen der „Winter School Digitale Editionen“ des Leopoldina-Zentrums für Wissenschaftsforschung statt, die in Zusammenarbeit mit der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste sowie dem Institut für Dokumentologie und Editorik durchgeführt wird.

tl;dr

„DER STURM. Digitale Quellenedition zur Geschichte der internationalen Avantgarde‟
Marjam Trautmann, Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz

Datum: Donnerstag, 28. Februar 2019, 18–19.30 Uhr

Ort: EAS 36, Lesesaal des Leopoldina-Zentrums für Wissenschaftsforschung, Emil-Abderhalden-Str. 36, 06108 Halle

Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Veranstaltung auf der Website der Leopoldina.

Bild: Digitale Akademie Mainz

DH-Kolloquium an der BBAW, 1.3.2019: Christopher Pollin – „Wie formal sind die Geisteswissenschaften? Ontologien in den DH“

Mo, 02/18/2019 - 11:15

Im Rahmen des DH-Kolloquiums an der BBAW möchten wir Sie herzlich zum nächsten Termin am Freitag, den 1. März 2019, 17 Uhr s.t. bis 19 Uhr (BBAW, Konferenzraum 1), einladen:

Christopher Pollin (Zentrum für Informationsmodellierung, Universität Graz)
Wie formal sind die Geisteswissenschaften? Ontologien in den DH

Die digitalen Geisteswissenschaften beschäftigen sich mit der Erforschung von Methoden, die für die Erstellung von formalen Modellen in den Geisteswissenschaften nötig sind, sowie mit deren Anwendung auf konkrete geisteswissenschaftliche Forschungsfragen. Das Web of Data (Semantic Web) verspricht mittels formalen Modellen die Welt zu beschreiben und Forschungsdaten auf einer semantischen Ebene so zu strukturieren, dass Interoperabilität, Nachvollziehbarkeit und Nachnutzung gewährleistet sind.

Am Beispiel einer Ontologie zur virtuellen Rekonstruktion des Nachlasses von Stefan Zweig sowie eines konzeptionelles Datenmodell zur Beschreibung von Transaktionen in historischen Rechnungsunterlagen wird der Vortrag Herausforderungen und Möglichkeiten des Web of Data veranschaulichen. Die Diskussion erstreckt sich von der Forschungsfrage der jeweiligen Fachdomäne, über das Ontology Engineering bis hin zur Anwendung der Ontologie im Projektkontext und der Modellierung der Daten als Linked Open Data Ressource.

Im DH-Kolloquium an der BBAW werden aktuelle Themen der Digital Humanities praxisnah und anwendungsorientiert zur Diskussion gebracht, um Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beim Einsatz digitaler Methoden in der geisteswissenschaftlichen Forschung zu unterstützen. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der BBAW.

Die Veranstaltung findet im Konferenzraum 1 (1. Stock) der Berlin Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Jägerstr. 22/23, 10117 Berlin statt. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, möchten wir Sie um Anmeldung per E-Mail unter DH-Kolloquium@bbaw.de bitten.

Veranstaltung: DARIAH-DE Methodenworkshop „Natural Language Processing“, Mainz, 18.-19.02.2019

Fr, 02/15/2019 - 13:14

Am 18. und 19.2.19 findet an der Hoschule Mainz ein Workshop zum Thema ‚Natural Language Processing‘ statt.

Veranstaltungsort: Hoschule Mainz, Lucy-Hillebrand- Straße 2; Raum b1.05/07

Programm

Montag 18.02.2018

  • 12:15 – 12:45 Biographien: Linguistische und literarische Besonderheiten (Anna Aschauer)
  • 12:45 – 14:00 Semantische Informationen analysieren in DKPro Core (Leon Martin)
  • 14:00 – 14:30 Kaffeepause
  • 14:30 – 16:30 Inhaltsanalyse mit dem DARIAH-TopicsExplorer (Steffen Pielström)
  • 16:30 – 18:00 Offene Gesprächsrunde: Forschen und arbeiten in den Digital Humanities
  • 18:00 – 19:00 Abendvortrag: Quantifizierbarkeit der literaturwissenschaftlicher Textanalyse (Evelyn Gius)
  • 20:00 Abendessen

Dienstag 19.02.2018

  • 09:00 – 11:00 Natural Language Processing mit dem DARIAH-DKProWrapper (Steffen Pielström)
  • 11:00 – 11:30 Kaffeepause
  • 11:30 – 13:30 Text-Reuse mit TRACER (Marco Büchler)

 

Call for Papers: Doctoral Symposium on Research on Online Databases in History (RODBH 2019)April 4th-5th 2019, Leipzig

Fr, 02/15/2019 - 10:32

The doctoral symposium deals with research on online databases in the academic field of history. It gathers Ph.D. students from the Humanities, Computer Science and Digital Humanities who are using Semantic Web technologies and are concerned with Ontology building in their projects. The Doctoral Symposium will provide students with:

  • a scientific environment within an interdisciplinary and international forum to present their research;
  • a discussion platform concerning research and methodologies; and further issues;
  • an overview of the breadth and depth of Data for History;
  • feedback and suggestions from peers and experienced faculty;
  • the opportunity to obtain insight into directions for research on online databases in History taken by otherdoctoral candidates; and
  • an opportunity to network with peers and future colleagues.

The Doctoral Symposium is hosted by Leipzig University of Applied Science, Faculty of Informatics and Media (HTWK) as part of the Research project Early Modern Professorial Career Patterns – Methodological research on online databases of academic history, in cooperation with the European Consortium on Data for History. A general meeting of the DfH Consortium is part of the workshop and includes the application of the OntoMe – Ontology Management Environment, a platform to design vocabularies using ontologies contributed by the participating Ph.D. students.

Submission, Eligibility and Review Criteria

The paper or abstract submission to the doctoral symposium is open only to Doctoral or Ph.D. Students. Accepted papers or abstracts at the Doctoral Symposium must be presented by the student, for which accommodation and participation are funded by the German Science Foundation (DFG). Travel expenses are reimbursed pro rata.

Submissions will be judged mainly on relevance, originality, technical quality and clarity. Papers and abstracts must be written in English following the LNI (Lecture Notes in Informatics) templates in Word or LaTeX provided by Gesellschaft fur Informatik e.V. Papers allowed within the length between 4 and 8 pages, abstracts have to be at least one page. It is planned to publish the peer-reviewed papers.

The contributions may include a vocabulary of the applied research vocabulary under Creative Commons Attribution 4.0 International Public License („Public License“), if available in RDF format. All papers should be submitted using EasyChair.

Important Dates

  • Paper Submission Deadline: February 15, 2019, Extended: March 1st, 2019
  • Notification of acceptance: March 6th, 2019
  • Doctoral Symposium: April 4th to April 5th, 2019

PC-Chair

  • Thomas Riechert (Leipzig University of Applied Sciences, Germany, thomas.riechert@htwk-leipzig.de)
  • Francesco Beretta (CNRS, Le Laboratoire de Recherche Historique Rhône-Alpes, France)
  • George Bruseker (Foundation for Research and Technology – Hellas, Institute of Computer Science, CCI,Greece)

Organizing Committee

  • Edgard Marx (Leipzig University of Applied Sciences, Germany, edgard.marx@htwk-leipzig.de)
  • Jennifer Blanke (Herzog-August Library, Wolfenbüttel, Germany, blanke@hab.de)
  • Vincent Alamercery (École normale supérieure de Lyon, France, vincent.alamercery@ens-lyon.fr)

Program Committee

Carmen Brando (EHESS, CRH), Olivier Bruneau (Université de Lorraine, LHSP-AP), Nicolas Guilhot(Université Jean-Moulin Lyon 3, IFROSS), Torsten Hiltmann (Westfälische Wilhelms-Universität Münster),Loïc Jeanson (Université de Nantes, CFV – LS2N), Bärbel Kröger (Akademie der Wissenschaften zuGöttingen, Gemania Sacra), Andreas Kuczera (Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz,Digital Akademie), Sylvain Laubé (Université de Bretagne Occidentale, CFV), Matteo Lorenzini(Österreichische Akademie der Wissenschaften, ACDH), Christopher Pollin (Karl-Franzens-Universität Graz,ZIM-ACDH), Daniele Santarelli (Università degli Studi della Campania „Luigi Vanvitelli“ and AssociazioneCLORI), Matthias Schlögl (Österreichische Akademie der Wissenschaften, ACDH), Regina Varnienė-Janssen(Vilniaus universitetas, Research Centre for the Organization of Libraries and Information), Georg Vogeler(Karl-Franzens-Universität Graz, ZIM-ACDH), Andreas Wagner (Max-Planck-Institut für europäischeRechtsgeschichte), Veruska Zamborlini (Universiteit van Amsterdam, ILLC)

Contact

  • Prof. Dr. Thomas Riechert, Information Systems and Data ManagementResearch Group: „Agile Knowledge Engineering and Semantic Web“
  • Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK) – Leipzig University of Applied SciencesFaculty of Computer Science, Mathematics and Natural SciencesGustav-Freytag-Str. 42A, Zi. 507, 04277 Leipzig, Germany
  • E-mail: thomas.riechert@htwk-leipzig.de phone +49 (341) 3076 6413 fax +49 (341) 3076 85 6413

Call for Abstracts: CLARIN Annual Conference 2019

Mi, 02/13/2019 - 16:56

Die CLARIN Annual Conference ist das größte jährliche Event für all diejenigen, die an Aufbau und Betrieb von CLARIN in Europa arbeiten.

Ebenso ist das Event interessant für alle Repräsentanten der Nutzungsgemeinde aus Geistes- und Sozialwissenschaften.

Die diesjährige CLARIN Annual Conference findet vom 30. September – 2. Oktober 2019 in Leipzig statt.

Der Call for Abstracts läuft bis zum 15. April 2019.

Mehr Informationen werden laufend auf den Seiten von CLARIN ERIC aktualisiert.

Stellenausschreibungen: Zwei Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in (m/w/d, 100%, E 13 TV-L) an der Universität Tübingen, Seminar für Sprachwissenschaft (Entwicklung und Datenmanagement)

Mi, 02/13/2019 - 16:32

Am Seminar für Sprachwissenschaft der Universität Tübingen bildet der Aufbau von nationalen und europäischen Forschungsdateninfrastrukturen für die Digital Humanities einen wichtigen Schwerpunkt in der Forschung (siehe www.clarin-d.net). Zur Unterstützung laufender Forschungsprojekte im Bereich der Datenmodellierung und des Forschungsdatenmanagements suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt zwei

wiss. Mitarbeiter (m/w/d) 100% E 13 TV-L vorerst befristet bis zum 31.03.2021

am Seminar für Sprachwissenschaft, Allgemeine Sprachwissenschaft und Computerlinguistik.

Die Stellenausschreibungen finden Sie auf den Seiten der Universität Tübingen:

https://bit.ly/2GAibtd

https://bit.ly/2USD7zr

Stellenausschreibung: Projektkoordination FID BBI, Wolfenbüttel

Mo, 02/11/2019 - 17:26

Die Herzog August Bibliothek sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt befristet für zunächst 22 Monate eine Projektkoordinatorin / einen Projektkoordinator (0, 75 Entgeltgruppe 13 TV-L) im Fachinformationsdienst Buch-, Bibliotheks- und Informationswissenschaft (FID). Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 30 Stunden. Für das FID-Projekt wird eine längere Förderungsphase angestrebt.

Die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel ist eine zentrale Institution zur Erforschung der Kulturgeschichte des Mittelalters und der frühen Neuzeit. In Kooperation mit der UB Leipzig wird der Fachinformationsdienst Buch-, Bibliotheks- und Informationswissenschaft entwickelt und als attraktives und nachhaltiges Serviceangebot für die Spitzenforschung dieser Fächer aufgebaut.

Ihre Aufgaben:

  • Koordinierung und Organisation des Projektes
  • Unterstützung beim Aufbau eines Fachportals
  • inhaltliche Entwicklung des Fachinformationsdienstes
  • Kooperation mit dem wissenschaftlichen Beirat sowie den Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen der beteiligten Disziplinen
  • Öffentlichkeitsarbeit

Sie bringen mit:

  • ein abgeschlossenes Hochschulstudium (Master oder gleichwertiger Abschluss), bevorzugt mit einem Schwerpunkt in den Buch-, Bibliotheks- oder Informationswissenschaften oder eine vergleichbare Qualifikation,
  • Erfahrungen in der Erwerbung konventioneller und elektronischer Medien,
  • Erfahrungen im Projekt- und Drittmittelmanagement,
  • sehr gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift,
  • Teamfähigkeit, sehr gute Kommunikationsfähigkeit sowie organisatorisches Geschick,
  • Belastbarkeit, Selbstständigkeit und Flexibilität
  • sowie die Bereitschaft zu Dienstreisen.

Von Vorteil sind:

  • Vertrautheit mit der Arbeitsweise von Forschungseinrichtungen und Kulturerbeinstitutionen (Bibliotheken, Archive, Museen)
  • sowie Kenntnisse gängiger Metadatenformate.

Die abwechslungsreiche Mitarbeit erfolgt in einem engagierten Team, eingebettet in eine außeruniversitäre Forschungs- und Studienstätte für die europäische Kulturgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, in deren zahlreichen Digitalisierungs-, Erschließungs- und Forschungsprojekten interdisziplinäre Teams mitwirken und Bestände der wissenschaftlichen Nutzung zugänglich machen. Es besteht die Möglichkeit, in einem flexiblen Arbeitszeitmodell zu arbeiten.

Interessentinnen und Interessenten können sich bei Frau Sandra Simon telefonisch unter (05331) 808-333 oder per E-Mail unter simon@hab.de über das Arbeitsgebiet informieren.

Schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber werden bei gleicher Eignung und Befähigung bevorzugt behandelt. Ein Nachweis ist beizufügen. Die Herzog August Bibliothek strebt an, Unterrepräsentanzen i. S. des NGG in allen Bereichen und Positionen abzubauen. Die Gleichstellung von Frauen und Männern wird gefördert.

Bewerbungen mit aussagefähigen Unterlagen sind bis zum 01.03.2019 unter Angabe des Kennwortes: „FID“ zu richten an die Herzog August Bibliothek, Verwaltung, Lessingplatz 1, 38304 Wolfenbüttel; E-Mail: verwaltung@hab.de.

 

(Bewerbungsunterlagen werden grundsätzlich nicht zurückgesandt, sondern datenschutzgerecht vernichtet. Sollte eine Rücksendung gewünscht sein, bitten wir um Beilage eines adressierten und ausreichend frankierten Rückumschlags).

Die Nachhaltigkeitsproblematik digitaler Editionen – Workshopbericht

Sa, 02/09/2019 - 18:00

Dass digitale Editionen über die Möglichkeiten ihrer gedruckten Vorgänger und Gegenstücke in vielerlei Hinsicht hinausgehen können, ist breit akzeptiert und in manchem Antragstext schon zur festen Floskel geronnen. Die Editionspraxis im digitalen Medium bietet Raum für ein Textverständnis jenseits eindeutig kanonisierter Fassungen. Stattdessen sieht es “fragile, kollektive, kooperative, intertextuell verwobene, hypertextuell gestufte und segmentierte, temporal veränderliche textliche Äußerungsformen” vor, was ein Buch schwerlich leisten könnte.[1]

Seit den Anfängen der digitalen Editorik besteht aber auch ein Bewusstsein dafür, dass digitale Editionen bezüglich Nachhaltigkeit nicht per se besser abschneiden als bedrucktes Papier.[2] Vielmehr stellen sich hier ganz besondere zusätzliche Herausforderungen, die durchaus auch zur Auffassung führen, dass “nur das gedruckte Buch jene Langfristigkeit, Stabilität, Authentizität und Zitierbarkeit gewährleisten könne, die zu den zentralen Erfordernissen einer zu kanonisierenden Textfassung gehören”, wie es Patrick Sahle im Kontext der argumentativen Fundierung von Hybrideditionen beobachtet.[3]

Die (digitale) Methodenentwicklung ging von Anfang an mit Fragen der Nachhaltigkeit einher. Gut aufzeigen lässt sich dies am Beispiel der Text Encoding Initiative (TEI), die schon in ihrer Urfassung (P1) das Ziel verfolgte, ein Standardformat zum Datenaustausch in der geisteswissenschaftlichen Forschung festzulegen, das als reines Textformat ganz bewusst ohne Spezialsoftware bearbeit- und lesbar sein und sich an bestehenden und entstehenden Standards orientieren sollte.[4] Auch an den deutschen Akademien der Wissenschaften wird die Nachhaltigkeitsproblematik schon länger thematisiert, ein Beispiel dafür ist der Workshop zu Datenrepositorien, den die Arbeitsgruppe Elektronisches Publizieren im Oktober 2010 an der Düsseldofer Akademie durchführte.[5]

Für den Workshop “Nachhaltigkeit digitaler Editionen” am 17. September 2018 fiel die Gastgeberrolle wiederum der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste in Düsseldorf zu. Organisiert wurde der Workshop vom Data Center for the Humanities der Universität zu Köln (DCH), dem Cologne Center for eHumanities (CCeH) und dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Rahmen des LIS-Programms geförderten Projekts „SustainLife – Erhalt lebender, digitaler Systeme für die Geisteswissenschaften“ des DCH). Als Kooperationspartner war darüber hinaus die Landesinitiative NFDI der Digitalen Hochschule NRW beteiligt.

Wie es bereits die Ausschreibung ankündigte, liegt für digitale Ressourcen die Problematik der Sicherstellung einer langfristigen Verfügbarkeit nicht in erster Linie in der Sicherung der Primärdaten, sondern vor allem auch im anhaltenden Betrieb der Präsentationsoberflächen und der Bewahrung ihrer Funktionalitäten. Die anhaltende Aktualität dieses Schwerpunkts ist nicht nur durch die laufenden Diskussionen zum Thema des (geisteswissenschaftlichen) Forschungsdatenmanagements im NDFI-Prozess belegt. Auch die Tatsache, dass der Workshop schon kurz nach seiner Ankündigung ausgebucht und der Tagungsraum mit 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmern dementsprechend bis auf den letzten Platz gefüllt war, belegt das hohe Interesse an der Thematik.

Nach kurzen einleitenden Bemerkungen von Ania López (Universität Duisburg-Essen, Projektleitung Landesinitiative NFDI) und Brigitte Mathiak (DCH Universität zu Köln, Projekleitung SustainLife) zur thematischen Ausrichtung und institutionellen Einbettung des Workshops legte Patrick Sahle (Cologne Center for eHumanities, “Koordinierungsstelle DH” der AWK NRW) anhand praktischer Beispiele das Schicksal einiger ausgewählter digitaler Editionen aus dem Catalogue of Digital Editions[6] und seinem eigenen Catalog of Digital Scholarly Editions[7] dar. Viele ältere digitale Editionen kämpfen bereits mit ihrem Fortbestehen oder sind nicht länger zugreifbar, darunter durchaus auch bekannte und bedeutende Editionsprojekte. Als Beispiele genannt wurden etwa das Thomas Raddall Electronic Archive Project (2001-2004), das in seinem ursprünglichen Funktionsumfang nicht mehr verfügbar ist und stattdessen als reine Materialsammlung in eine Bibliotheksplattform überführt wurde,[8] oder die im Jahr 2000 als CD-ROM veröffentlichte Stjin Streuvels-Edition, die durch die Bibliothek niederländischer Literatur zwar langfristig vorgehalten wird, allerdings einzig mit Lese- und Browsingmöglichkeiten unter Einbuße aller textkritischen Funktionalitäten.[9] Das härteste Schicksal der genannten Projekte ereilte das Alcalá Account Book Project, zu dem nur mehr ein zweiteiliger Artikel[10] sowie Metadaten[11] auffindbar sind. Institutionelle Umstrukturierungen und personelle Wechsel haben dazu geführt, dass die eigentliche digitale Ressource, die vormals unter http://archives.forasfeasa.ie/ erreichbar war, nicht mehr bzw. nur noch über das Internetarchiv (ohne Datenbankfunktionalität) zugänglich ist.[12] Vor dem Hintergrund dieser Beispiele äußerte Sahle mit dem Desiderat eines abstrakten Modells für Strukturen und Inhalte digitaler Editionen einen Gedanken, der sowohl in mehreren der folgenden Vorträge als auch in den Diskussionen ähnlich geteilt wurde. Neben diesem Ruf nach Abstraktion wurde die als Schlüsselproblematik eruierte Persistierung lebender Anwendungen im weiteren Verlauf auf drei weiteren Angriffslinien angegangen: Automatisierung, digitale Handwerkskunst und Versionierung. Der folgende Bericht ist entlang dieser Strategien gegliedert.

Vier diskutierte Nachhaltigkeitsstrategien 1. Abstraktion spezifischer Funktionalitäten digitaler Editionen

Thomas Stäcker (Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt) sezierte in seinem Vortrag die digitale Edition, gedacht als digitale Anwendung und nicht als intellektuelles oder sprachliches Werk, sorgfältig in ihre konstituierenden Bestandteile. Als übergeordnete Kategorien wählte er dazu Text, Struktur, Regeln, Layout, Skripte und Metadaten, jeweils ergänzt durch Nachhaltigkeitskriterien. Neben offener Lizenzierung, bestimmten Daten- (XML/TEI, CSS) und Schnittstellenformaten (REST), betonte er vor allem die Wichtigkeit der Selbstbeschreibung der digitalen Edition. Einerseits müsse auf Dateiebene deklariert werden, was genau zu einer digitalen Edition gehöre, andererseits seien aber auch die möglichen Verarbeitungen abstrakt und maschinenles- und interpretierbar zu beschreiben, so dass eine digitale Edition jederzeit auch ohne konkrete technische Realisierung in sich komplett vorläge. Eine nachhaltige digitale Edition besteht damit nach Stäcker in der Summe aller Komponenten und ihrer Verarbeitungsmöglichkeiten, vollständig beschrieben in maschinenlesbarer und standardisierter Form. Nicht zuletzt durch die Abstraktionsebene des processing model liegt XML/TEI als Beschreibungsformat nach Stäcker näher an diesem Nachhaltigkeitspostulat als etwa die in jüngerer Zeit viel gepriesenen graphbasierten Beschreibungsstrukturen.[13] Es scheint in diesem Bereich, der von Fotis Jannidis schon im Herbst 2007 auf der TEI-Konferenz in Maryland anlässlich der Veröffentlichung der Guidelines in ihrer aktuellen Auflage (P5) thematisiert worden war,[14] also nach wie vor Potenzial für mehr Nachhaltigkeit zu liegen.

Die von Samuel Müller (Forum für Edition und Erschließung Basel) vertretene, in der Schweiz im Entstehen begriffene Nationale Infrastruktur für Editionen NIE-INE stützt sich im Kern nicht auf X-Technologien, sondern auf ein Semantic-Web-Paradigma. Auch dieser Ansatz verfolgt aber das Ziel, “eine allgemeine maschinenlesbare Theorie von Edition”[15] als Grundlage zu erarbeiten und stellt damit die Abstraktion der Funktionalitäten und Darstellungsarten einer Edition ins Zentrum. Nach Müller beruht die Umsetzung, die derzeit in der Zusammenarbeit mit 13 großen Editionsprojekten erprobt wird, auf generischen, aber hochdifferenzierten editionsspezifischen Basis-Ontologien, nach denen die Daten der Editionsprojekte semantisch verknüpft werden (RDF-Triplestore; die Ontologien sind nach Cidoc CRM und FRBR modelliert). Auch die Datenpräsentation basiere auf relativ generischen Präsentationsmodulen, die spezifisch erweitert werden können, um die Freiheit der Editorinnen und Editoren zu gewährleisten. Im Vortrag leider lediglich erwähnt, aber nicht näher demonstriert wurde der erste Editionsprototyp mit sichtbarem Webfrontend, die Historisch-kritische Online-Edition von Kuno Raebers Lyrik (http://raeber.nie-ine.ch), die zugleich als erster Testfall für den Import bestehender Encodings (https://kunoraeber.ch/lyrik) in die NIE-INE-Umgebung dient. Die konkrete Ausgestaltung einer Editions-Ontologie und ihre Tauglichkeit zur (Mit-)Beschreibung von Struktur und Funktionalität blieb dementsprechend eher vage.

Ähnlich wie Müller, nach dem “die gewählte Darstellung integrierender Bestandteil jeder Edition ist”,[16] messen Wolfgang Lukas (Bergische Universität Wuppertal) und der Vortragende Thomas Burch (Trier Center for Digital Humanities) der Präsentationsschicht einer Edition kognitiven und epistemischen Wert zu. Aus dem Befund, dass Layout und Visualisierung “nicht bloße austauschbare ‚Oberfäche‘ sind und keine bloßen ‚accidentals‘, sondern […] Instrumente der Wissensproduktion und -vermittlung”, leiten sie die Forderung ab, “dass neben den reinen modellierten Daten auch deren projektspezifsche Präsentation nachhaltig bewahrt werden muss”.[17] Für die Schnitzler-Edition soll das nach Burchs Ausführungen dadurch gewährleistet sein, dass die digitale Edition nach Projektende durch einen institutionellen Partner (Cambridge University Library) betrieben werden soll, was mit diesem in einem Memorandum of Agreement einschließlich der technischen Spezifikationen geregelt ist. Das TCDH, das die im Projekt entwickelte Infrastruktur anderweitig nachnutzt, scheint insofern bezüglich Nachhaltigkeit gut aufgestellt zu sein, als es zum Einen eine relativ weitgehende technische Konvergenz aufweist (bei ca. 30 Forschungsvorhaben) und zum Anderen im Rahmen des eScience-Centers der Uni Trier von vier verstetigten Stellen mit einem entsprechenden Kompetenz- und Aufgabenprofil profitieren kann.

Eine zentrale Rolle übernahm die Abstrahierung von Editionsfunktionalitäten auch im Vortrag von Johannes Stigler (Zentrum für Informationsmodellierung Graz), auf den Punkt gebracht in der letzten seiner fünf Thesen:

Modellierung ist ein notwendiges Strukturmerkmal nachhaltiger Repräsentationsform Digitaler Editionen. Zur Sicherstellung von Nachhaltigkeit bedarf es standardisierter daten- (und nicht technologie-)zentrierter Lösungsansätze in den Digitalen Geisteswissenschaften. Auch Repräsentationsschichten Digitaler Editionen sollten letztendlich modelliert und nicht programmiert werden.[18]

Von dieser Prämisse ausgehend skizzierte Stigler die Erarbeitung eines Referenzmodells für digitale Editionen und einer Best-Practice-Lösung für eine eng in LZA-Repositorien eingebundene Publikationsplattform für digitale Editionen im Rahmen des Kompetenznetzwerks “Digitale Edition” (KONDE), dem österreichischen Gegenstück zur schweizerischen NIE-INE-Infrastruktur. Die technische Grundlage in Graz bildet das Fedora Commons-basierte GAMS (Geisteswissenschaftliches Asset Management System), das am ZIM entwickelt wurde und sich seit Jahren in der Praxis bewährt.

2. Automatisierte Kuratierung, Infrastruktur als Code

Eine wesentliche Komponente im KONDE-/GAMS-Ansatz für die langfristige Kuratierung, verstanden als “algorithmusgesteuerte Bestandserhaltung in einem sich in einem ständigen Wandel befindlichen IT-Ökosystem”[19], ist die Automatisierung von Routine-Operationen und Wartungsaufgaben. Als aktuellen Testfall schilderte Stigler die Erfahrungen bei der Aktualisierung des Fedora-Frameworks auf die Version 5, für die alle Services in eine Docker-basierte Systemarchitektur überführt wurden.

Ein vergleichbarer Ansatz stand im Zentrum des Beitrags von Torsten Schrade (ADW Mainz), der unter dem Schlagwort “technische Kuratierbarkeit” Nachhaltigkeitsstrategien auf Ebene der Softwareentwicklung thematisierte. Sein Ansatz, der sich an aktuellen Entwicklungen im Bereich des Software-Engineering orientiert, zielt auf die vollständige und automatisierte Reproduzierbarkeit einer Softwareanwendung inklusive ihrer Umgebung, also dem System, in dem die Anwendung läuft, und all ihrer Abhängigkeiten. Damit geht einerseits eine Selbstdokumentation wichtiger Parameter einher, die ansonsten oft exklusives Wissen einzelner Systemadministratoren sind, andererseits wird die Laufzeitumgebung von der Hardware abstrahiert, so dass diesbezügliche Abhängigkeiten stark reduziert und Anwendungen leicht in ganz unterschiedlichen Kontexten reproduziert werden können. Die Anwendung selber wird algorithmisch in einen möglichst statischen Zustand überführt (Static Site Generator), was neben der leichteren Langzeitpräservation auch Performanzvorteile mit sich bringt. Wie Schrade am Beispiel der Sturm-Edition demonstrierte, lassen sich Forschungsdaten, Programmschicht und vorgenerierte Präsentationsschicht leicht in ein Komplettpaket packen, das sich mit wenigen Befehlen lokal oder auf einem Server in Betrieb nehmen lässt. Dabei lässt sich die Integrität der Anwendung mit Akzeptanztests, die z.B. bestimmte Strukturen auf Vollständigkeit und Sinnhaftigkeit kontrollieren, laufend auf den Prüfstand stellen. Hierzu wird (virtuell) die Perspektive des Nutzers eingenommen, was es nahelegt, die Editoren direkt in diesen Testprozess mit einzubeziehen.

Der Ansatz, so viel Spezialwissen wie möglich in Konfigurationsdateien und generischem Programmcode zu formalisieren und zu hinterlegen und die Architektur zugleich möglichst plattformunabhängig zu gestalten, kam beim Workshop-Publikum sehr gut an. Diskussionspunkte waren unter anderem der potenzielle Anstieg der Komplexität oder der beträchtliche Aufwand insbesondere im Bereich des Testing. Es ist auch anzumerken, dass diese Nachhaltigkeitsstrategie vor allem die softwareseitige Kuratierung adressiert, nicht aber die inhaltliche Pflege der Forschungsdaten. Sie ist also keineswegs als Panazee für alle Nachhaltigkeitsprobleme digitaler Editionen zu betrachten.

3. Reflektierte Entwicklungspraxis / Research Software Engineering

Der Vortrag von Alexander Czmiel (BBAW Berlin) hatte eine ähnliche, allerdings weiter gefasste Schlagrichtung, indem er dafür plädierte, die hochgradig reflektierte Editionspraxis mit einer ebenso reflektierten Entwicklungspraxis zu ergänzen. Dabei sieht er wechselseitig großes Potenzial im Austausch mit der lebendigen RSE-Community (Research Software Engineering), die sich im laufenden Jahr auch im deutschsprachigen Raum institutionell konsolidiert hat.[20] Hintergrund seiner Ausführungen ist die Entwicklung an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, die über die Jahre sehr viele digitale Editionen entwickelt und übernommen hat, was bisher grundsätzlich gut funktioniert hat, vor allem dank eines stabilen, gut eingespielten Teams. Personelle Wechsel zeigen nun aber deutlich auf, dass die Einarbeitung in “fremde” Projekte einen Krakftakt erfordert, den man nicht immer und immer wieder stemmen kann. Während für die Datenstandards längst gute und bewährte Lösungen zum Einsatz kommen, fehlen diese im Bereich der Funktionsschicht noch weitgehend. Das von Czmiel zur Förderung guter Entwicklungspraxis im DH-Bereich und spezifischer im Bereich digitaler Editionen vorgeschlagene 10-Punkte-Programm, das Reduktion der Komplexität, Modularisierung, Homogenisierung und Clustering sowie umfassendes Testen und sorgfältiges Dokumentieren verbindet,[21] zeigt auf, dass die von den anderen Referentinnen und Referenten vertretenen Strategien auch in Berlin wahrgenommen, eingesetzt und weiterentwickelt werden. Der reflektierte Prozess führt dabei idealerweise nicht nur zu einer (weiteren) Professionalisierung der Entwicklungstätigkeit, sondern auch zu mehr Anerkennung, von der einerseits die Mitarbeitenden profitieren können (Kompetenznachweis), andererseits aber auch die Institutionen (etwa indem Anerkennung zu einer Verstetigung von Entwicklerstellen führen kann).

4. Versionierung und im Besonderen Versionierung bestimmter Publikationszustände

Auf reiche praktische Erfahrung zurückblicken kann auch Torsten Schaßan (HAB Wolfenbüttel), der in seinem Vortrag Einblick in die laufende Planung zur Erneuerung der seit 1998 bestehenden Wolfenbütteler Digitalen Bibliothek gab. Gegenwärtig ist eine Arbeitsgruppe dabei, Strategien zu evaluieren und definieren, die die Editionsplattform auf eine solide Basis für die Zukunft hieven sollen. Ein wesentliches Ziel ist es, die bestehende, ad hoc gewachsene PHP-Eigenentwicklung, die stark auf XSLT-1.0-Transformationen basiert, durch eine besser wartbare und flexiblere Lösung zu ersetzen. Die Erneuerung soll aber viel umfassender erfolgen und auch Änderungen in den Bereichen Datenmodell – angedacht ist eine editionsfreundliche Erweiterung des linguistisch ausgerichteten DTA-Basisformats –, Funktionalitäten und Schnittstellen mit sich bringen. Vorgesehen ist eine integrierte Publikationsumgebung, in der auch unveröffentlichte Dokumente schon in der Zielumgebung bearbeitet werden und die die Dokumente entsprechend ihrem jeweiligen Status behandelt. In diesem Zusammenhang arbeitete Schaßan die eindeutige Benennung von Publikationsakten (in relativ kurzen Publikationszyklen) mit entsprechender Versionierung und Katalogisierung als zentrale Nachhaltigkeitsstrategie heraus. So lässt sich eine digitale Ressource in klar abgrenzbare Einheiten unterteilen, deren langfristige Verfügbarkeit sich auch unabhängig voneinander sicherstellen lässt. Je nach Architektur und intendierter Umsetzungstiefe sollte ein solcher Versionierungsansatz natürlich neben den Encodings auch weitere Komponenten abbilden bzw. auf deren jeweilige Version verweisen. Eine Stärke dieses Konzept besteht darin, dass es sehr variabel eingesetzt werden kann und sich so mit allen anderen der am Workshop besprochenen Strategien vereinbaren lässt, z.B. der statischen Generierung, aber auch der funktionalen Reduktion.

Von der institutionellen Pflege lebender Systeme…

Einen konkreten Ansatz, der diese Aspekte zu verbinden sucht, stellten Brigitte Mathiak und Claes Neuefeind (DCH Köln) mit dem DFG-Projekt SustainLife – Erhalt lebender, digitaler Systeme vor, das seit März 2018 am Kölner Data Center for the Humanities (DCH) in Kooperation mit dem Institut für Architektur von Anwendungssystemen (IAAS) der Universität Stuttgart läuft und das ein Konzept für die nachhaltige Sicherung von lebenden Systemen entwickeln und erproben will (der Begriff der “lebenden Systeme” umfasst dabei mehr als digitale Editionen). Das Projekt setzt auf den OASIS-Standard TOSCA (Topology and Orchestration Specification for Cloud Applications) sowie dessen Open-Source-Implementierung OpenTOSCA. Mithilfe dieses Standards können digitale Editionen vollständig, d.h. als Softwaresysteme mitsamt ihrer jeweiligen Laufzeitumgebung in standardisierter Weise modelliert und archiviert werden. Die fortlaufende Versionierung und das Einfrieren bestimmter Entwicklungs- und Publikationszustände ist ein wesentlicher Aspekt dieses Ansatzes, der darüber hinaus durchaus auch die Automatisierung begünstigt.

Zwar liegen im aktuellen frühen Projektstadium noch keine ins Zielsystem migrierte Anwendungen vor, es konnten aber schon einige interessante Befunde aus einer Bedarfsumfrage vorgestellt werden. Dabei zeigte sich einerseits eine breite Streuung der eingesetzten Werkzeuge und Formate, andererseits ließen sich aber auch einige häufig genutzte Systemkomponenten und typische Technologie-Stacks herausarbeiten.[22] Inwiefern sich solche relativ einheitliche Architekturen in der dennoch benötigten spezifischen Konfigurierbarkeit mit dem OpenTOSCA-Ansatz kapseln lassen und ob der gleiche Ansatz auch für heterogenere Architekturen tragfähig ist, wird der weitere Verlauf des Projekts zeigen.

…zur Frage, wie sich Nachhaltigkeit finanzieren lässt

Mit Technologiekonvergenz (im Bereich X-Technologien) und der transformativen Erzeugung funktionsreduzierter Derivate nannte Christoph Kudella (SUB Göttingen) zwei pragmatische Lösungsansätze, für die es in der Praxis eine Reihe guter Beispiele gibt und die auch in anderen Workshop-Vorträgen diskutiert wurden. Grundästzlich lösen lasse sich die Nachhaltigkeitsproblematik dadurch aber nicht, weil trotz technischer Optimierung Kosten anfielen, es aber bisher für den Langzeitbetrieb digitaler Editionen bzw. Editionsplattformen noch keinerlei verlässliche Finanzierungsmodelle gebe. Insbesondere sei die in der Praxis vielfach genutzte projektförmige Finanzierung durch Forschungsinstitutionen paradox, weil diese ja in aller Regel einen sehr begrenzten Zeitrahmen bilde. Die prinzipiell strukturell geförderten Informationsinfrastrukturen verfügen (noch?) nicht über die notwendigen Mittel für den Langzeitbetrieb komplexer digitaler Ressourcen, schon gar nicht angesichts der Skalierungsproblematik bei zunehmender Anzahl und Komplexität. Ob sich mit dem mittlerweile bei allen Akteuren eindeutig vorhandenen Bewusstsein für die Problemlage des Langfristbetriebs digitaler Editionen auch verbindliche Zusagen ergeben und wer die Finanzierung welcher Infrastrukturen und/oder Zentren in Zukunft leisten wird, bleibt offen und ist einer der zentralen Diskussionspunkte im angelaufenen NFDI-Prozess,[23] aber auch dezentral an den einzelnen Forschungsinstitutionen und Fördereinrichtungen.

Gesucht sind Lösungen jenseits der Projektfinanzierung

Der Finanzierungsaspekt war auch in der Abschlussdiskussion des Workshops das zentrale Thema. Während das Bewusstsein für die Nachhaltigkeitsproblematik in Bezug auf digitale Editionen seit längerer Zeit ganz eindeutig gegeben ist, ist auch klar, dass sich keine einfachen und direkten Lösungen finden lassen, verursacht vor allem durch den organischen, sich stets wandelnden Charakter des Internets (und seiner technischen Grundlagen und Zugriffssysteme). Wohl lassen sich durch die Wahl sinnvoller Formate und Standards und die Berücksichtigung guter Entwicklungspraxis viele absehbare Probleme entschärfen. Dass der Langzeitbetrieb komplexer Ressourcen dagegen nicht aus den einzelnen Projekten geleistet werden kann, war allgemeiner Konsens.

Im Zusammenhang mit institutionellen Ansätzen zum Langzeitbetrieb digitaler Editionen wurden angesichts der möglichen Schere zwischen vorhandenen Ressourcen und zu lösenden Problemen einige interessante Punkte angeschnitten. Beispielsweise wurde hypothetisiert, nach welchen Kriterien und Metriken bestimmte Editionen gerettet werden und andere – ungewollt, aber unter Umständen bewusst – dem Verfall überlassen werden sollen, oder nach den Autoritäten gefragt, die solche Entscheidungen treffen sollen. Es scheint in dieser Hinsicht auf jeden Fall Vorsicht geboten, Strategien einzig auf technische Machbarkeit oder reine Zugriffszahlen auszurichten und der wissenschaftlichen Bedeutung nicht den Vorrang zu gewähren.

 

Workshopübersicht

17.09.2018, 9.30 – 17.30 Uhr

Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste
Palmenstraße 16, 40217 Düsseldorf

Ania Lopez (Essen) / Brigitte Mathiak (Köln)
Begrüßung
Patrick Sahle (Köln)
Einführung
Julia Schmidt-Funke (Jena / Gotha)
Das Editionsportal Thüringen – Ein generischer Ansatz als Beitrag zur Nachhaltigkeit digitaler Editionen[24]
Brigitte Mathiak / Claes Neuefeind (Köln)
Lebende Systeme in den Geisteswissenschaften – das Projekt SustainLife
Wolfgang Lukas (Wuppertal) / Thomas Burch (Trier)
Modellieren für die Nachwelt (?) – Konzepte und Entwicklungen am Beispiel von ‚Arthur Schnitzler digital (Einleitungstext)
Thomas Stäcker (Darmstadt)
‘XML oder nicht XML, das ist hier die Frage‘ – Perspektivwechsel bei der Langzeitarchivierung von digitalen Editionen
Christoph Kudella (Göttingen)
Digitale Editionen als Service von Informations- und Forschungsinfrastrukturen
Torsten Schaßan (Wolfenbüttel)
Die Wolfenbütteler Digitale Bibliothek (WDB): Erfahrungen aus (fast) 20 Jahren und Strategien für die Zukunft
Alexander Czmiel (Berlin)
Nachhaltigkeit vs. Digitale Edition – Möglichkeiten und Grenzen
Torsten Schrade (Mainz)
Annotate, Generate, Test, Deploy: Aktuelle Software-Engineering Methoden zur Steigerung der Nachhaltigkeit Digitaler Editionen
Samuel Müller (Basel)
Die Nationale Infrastruktur für Editionen (NIE-INE): Aufgaben und Lösungswege zur langfristigen Präsentation digitaler Editionen
Johannes Stigler (Graz)
Fünf Thesen zum Thema Nachhaltigkeit: Die Sicherstellung der Verfügbarkeit von (Text-)Daten als Aufgabe von Langzeitarchivierung. Erfahrungsbericht aus einem nationalen Forschungsdateninfrastrukturprojekt.

Die verlinkten Materialien zum Workshop sind auch unter http://dch.phil-fak.uni-koeln.de/nde-workshop.html verfügbar.

 

Endnoten [1] Sahle, Patrick (2013). Digitale Editionsformen. Zum Umgang mit der Überlieferung unter den Bedingungen des Medienwandels. Teil 1: Das typografische Erbe. Köln. S. 343f. [2] Siehe z.B. Kamzelak, Roland (2009).; Zur Nachhaltigkeit von elektronischen Texten: XML und TEI, in: Was ist Textkritik? Zur Geschichte und Relevanz eines Zentralbegriffs der Editionswissenschaft, hg. Gertraud Mitterauer, Ulrich Müller u.a., Tübingen: Niemeyer 2009, S. 3-18. [3] Sahle, Patrick (2013). Digitale Editionsformen. Zum Umgang mit der Überlieferung unter den Bedingungen des Medienwandels. Teil 2: Befunde, Theorie und Methodik. Köln. S. 65. [4] Text Encoding Initiative P1, Guidelines for the Encoding of Textual Data, Draft Version 1.1, 1. Nov. 1990, P122.SCR: “standard format for data interchange in humanities research”; “to use without special-purpose software”, “conform to existing and emergent standards”; via http://www.tei-c.org/Vault/Vault-GL.html [5] Tagungsbericht unter https://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-3436. [6] Franzini, Greta; Andorfer, Peter; Zaytseva, Ksenia (2016-). Catalogue of Digital Editions: The Web Application. [7] Sahle, Patrick (2008-). A Catalog of Digital Scholarly Editions. [8] Vgl. https://findingaids.library.dal.ca/thomas-head-raddall-fonds [9] Vgl. http://www.streuvels.be/bio_de_teleurgang_op_cdrom.html und https://www.dbnl.org/titels/titel.php?id=stre009tele01. [10] http://computerphilologie.digital-humanities.de/jg08/keating1.html bzw. http://eprints.maynoothuniversity.ie/2650/. [11] Vgl. z. B. http://drapier.dho.ie/project.html#4. [12] Vgl. https://web.archive.org/web/*/http://archives.forasfeasa.ie; letzter Snapshot vom 24. Februar 2015. [13] Zum gleichen Thema siehe auch Stäckers Tagungsbeitrag “‘Eine digitale Edition kann man nicht sehen’ – Gedanken zu Struktur und Persistenz digitaler Editionen” auf der bevorstehenden DHd 2019 in Frankfurt. [14] “[T]here is more to an edition than to encode a text. In designing an edition, we also create ways to approach the text and to interact with it, in short visualization and functionality, i.e.algorithms. […] It would be very useful if we could archive together with our text an abstract description of the user interface and its functionality. The TEI header would be a good place for something like this if there were a useful way to describe this kind of information in such a way that it can be utilized mechanically. There is a lot of room and need for development in this area.” Aus: Jannidis, Fotis (2009). TEI in a Crystal Ball. In: Literary and Linguistic Computing 24, 3. S. 253-265, hier S. 262. – https://academic.oup.com/dsh/article/24/3/253/968499 [15] http://dch.phil-fak.uni-koeln.de/sites/dch/NDE-Workshop/Mueller.pdf, S. 3. [16] Ebd., S. 1. [17] http://dch.phil-fak.uni-koeln.de/sites/dch/NDE-Workshop/Lukas.pdf, S. 3. [18] http://dch.phil-fak.uni-koeln.de/sites/dch/NDE-Workshop/Stigler.pdf, S. 7. [19] Ebd., S. 2. [20] Vgl. dazu den deutschsprachigen Ableger de-RSE, seit November 2018 in Vereinsform, sowie die DHd-AG Research Software Engineering in den Digital Humanities (DH-RSE). [21] Vgl. http://dch.phil-fak.uni-koeln.de/sites/dch/NDE-Workshop/Czmiel.pdf, S. 12. [22] Vgl. dazu auch den Vortrag zur “Landschaftsvermessung” der Technologienutzung im Kontext Digitaler Editionen an der bevorstehenden DHd-Konferenz. [23] Vgl. dazu aus geisteswissenschaftlicher Perspektive das bevorstehende Panel der DHd-AG Datenzentren auf der DHd-Tagung 2019 (Preprint) oder auch ihr im August 2017 verabschiedetes Grundsatzpapier zur Sicherung der langfristigen Verfügbarkeit von Forschungsdaten  [24] Der Vortrag von Julia Schmidt-Funke (Jena / Gotha) zum Editionsportal Thüringen entfiel krankheitshalber.

Professuren für Digital Humanities

Mi, 02/06/2019 - 16:02

Die hier gebotene Tabelle ist die Fortführung der Dokumentation aus meinem Blogpost „Zur Professoralisierung der Digital Humanities„, den ich vom März 2016 bis Ende 2018 gepflegt habe. Jener enthielt neben der der seit 2009 ausgeschriebenen Stellen einige inhaltliche Kommentare sowie ein paar Visualisierungen. Der kommentierende Text, der sich ursprünglich auf die Situation bis März 2016 bezog, musste mit dem Fortschreiten der Zeit veralten und sein Bezug zu Tabelle und Visualisierungen immer fragwürdiger werden. Die Wege der beiden Zugänge, empirische Datensammlung und zeitgebundener Kommentar, werden deshalb getrennt. Hier ist die Datensammlung.

Jahr Ort Stufe Denomination Zuordnung Ergebnis 66 2019 Stuttgart W1 Computerlinguistik Fakultät für Informatik, Elektrotechnik und Informationstechnik, Institut für Maschinelle Sprachverarbeitung offen 65 2019 Bern Ass. Prof. (TT) Digital Humanities Philosophisch-historische Fakultät; Walter Benjamin Kolleg offen 64 2018 Giessen W2 Digitale Geschichte Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften; gemeinsame Berufung mit Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung offen 63 2018 Wien A1 Digitale Textwissenschaften Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät und Fakultät für Informatik offen 62 2018 Berlin (FU) W1* Computerphilologie / Data Science der Sprachen der Alten Welt Institut für Altertumswissenschaften offen 61 2018 Rostock W1* Digital Humanities Philosophische Fakultät offen 60 2018 Berlin (HU) W2 (W3) Digital History Institut für Geschichtswissenschaften offen 59 2018 Chemnitz (TU) W1* Digital Humanities Institut für Germanistik und Kommunikation offen 58 2018 Berlin (TU) W1* Digitale Provenienzforschung / Digital Provenance Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik offen 57 2018 Göttingen W2 Digitale Bild- und Objektwissenschaft Institut für Digital Humanities Langner 56 2018 Köln (TH) W2°* Open Access und Management Digitaler Ressourcen Fakultät für Informations- und Kommunikationswissenschaften offen 55 2017 Trier W2 Computerlinguistik Fachbereich Sprach-, Literatur- und Medienwissenschaften offen 54 2017 Darmstadt W2 Digital Philology – Neuere deutsche Literaturwissenschaft Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft offen 53 2017 Jena W1 Digital Humanities mit Schwerpunkt Bild- und Objektdaten Philosophische Fakultät offen 52 2017 Jena W1 Digital Humanities mit Schwerpunkt Maschinelles Lernen und Sprachtechnologie Fakultät für Mathematik und Informatik offen 51 2017 Göttingen W3 Digital Humanities und Deutsche Literatur […] Philosophische Fakultät offen 50 2017 Kiel W2 Archäoinformatik Institut für Informatik offen (Brughmans abgelehnt) 49 2017 Graz Laufbahn-professur* [2] Digital Humanities mit Schwerpunkt Museologie Zentrum für Informationsmodellierung / ACDH Zuanni 48 2017 Erlangen-
Nürnberg W3 Korpus- und Computerlinguistik [1] Department Germanistik und Komparatistik Evert [3] 47 2017 Erlangen-
Nürnberg W1* Digital Humanities mit Schwerpunkt Kunstgeschichte Institut für Kunstgeschichte Bell 46 2017 Potsdam W3 Foundations of Computational Linguistics Humanwissenschaftliche Fakultät offen 45 2016 Leipzig W1 Computational Humanities Institut für Informatik Burghardt 44 2016 Gießen W1 Digitale und visuelle Geschichte mit einem Schwerpunkt Ostmitteleuropa Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften – 43 2016 Wuppertal W3 Digital Humanities (Historisch-Kulturwissenschaftliche Informationsverarbeitung) Historisches Seminar offen 42 2016 Bamberg W3 W3-Professur für Digitale Denkmaltechnologien/Digital Technologies in Heritage Conservation Institut für Archäologische Wissenschaften, Denkmalwissenschaften und Kunstgeschichte Hess 41 2016 Halle W1 eHumanities Institut für Informatik Hall 40 2016 Stuttgart W3 Digitale Phonetik Institut für Maschinelle Sprachverarbeitung Thang Vu 39 2016 Aachen W3 Methodology and Theory of Computer-based Humanities and Social Sciences Center of Interdisciplinary Science and Technology Studies Strohmaier 38 2016 Paderborn W3 Digitale Kulturwissenschaften Fakultät für Kulturwissenschaften Geierhos 37 2016 Bamberg W1* Informationsverarbeitung in der Geoarchäologie Institut für Archäologie, Denkmalkunde und Kunstgeschichte Sonnemann 36 2016 Trier W3 Digital Humanities Fach Computerlinguistik / Digital Humanities Schöch 35 2016 Potsdam (FH) W2*° Digital Humanities Fachbereich […] Informationswissenschaften Stäcker 34 2015 Mainz (FH) W2* Digital Humanities Fachbereich Technik, Geoinformatik Schrade 33 2015 Wien A1 Digital Humanities Historisch-kulturwissenschaftliche Fakultät Andrews 32 2015 Paderborn W2 Musicology/Digital Music Edition/Digital Humanities Institute for Musicology Münzmay 31 2015 Graz A1* Digital Humanities Zentrum für Informationsmodellierung Vogeler 30 2015 Darmstadt W3 German Linguistics – Corpus and Computational Linguistics Institute of Linguistics and Literary Studies Müller 29 2015 Darmstadt W2 Modern German Literature – Digital Literary Studies Institute of Linguistics and Literary Studies Weitin 28 2015 Leipzig W1* Text Mining Institut für Informatik Potthast 27 2015 Köln W2 Digital Humanities / Sprachliche Informationsverarbeitung (Computerlinguistik) Institut für Digital Humanities Witt 26 2015 Köln W2 Digital Humanities / Historisch-Kulturwissenschaftliche Informationsverarbeitung Institut für Digital Humanities Eide 25 2014 Stuttgart W1* Computerlinguistik Institut für Maschinelle Sprachverarbeitung Thang Vu 24 2014 Stuttgart W3 Digital Humanities Institut für Literaturwissenschaft Viehhauser 23 2014 Göttingen W3 Digital Humanities Fakultät für Mathematik und Informatik Sporleder 22 2014 Basel open Digital Humanities Philosophische Fakultät, DHLab Lauer 21 2014 Leipzig W1* Computational Philology Fakultät für Mathematik und Informatik – 20 2013 Heidelberg W3 Computerlinguistik Institut für Computerlinguistik Markert 19 2013 Köln W1* Digital Humanities Cologne Center for eHumanities Mathiak 18 2013 Köln W2 Archäoinformatik Archäologisches Institut Paliou 17 2013 Darmstadt W3 Linguistics with a focus on corpus and computational linguistics Institute of Linguistics and Literary Studies – 16 2013 Darmstadt W2 Literary Studies and Cultural Studies with a focus on Digital Literary Studies / Digital Cultural Studies Institute of Linguistics and Literary Studies – 15 2012 Leipzig W3 Digital Humanities Fakultät für Mathematik und Informatik Crane 14 2012 Bern AssProf* Digital Humanities Philosophisch-Historische Fakultät Andrews 13 2012 Passau W3 Digital Humanities Philosophische Fakultät Rehbein 12 2012 Luxemburg open Digital History Faculty of Language and Literature, Laboratoire d’Histoire Fickers 11 2012 Göttingen W1*[4] Klassische Archäologie und ihre digitale Methodik Archäologisches Institut Langner 10 2011 Frankfurt W1* Angewandte Computerlinguistik Institut für Informatik Chiarcos 9 2011 Trier W2 Digital Humanities Fachbereich Sprach-, Literatur- und Medienwissenschaften Sporleder 8 2010 Darmstadt W1* Language Technologies Fachbereich Informatik Biemann 7 2010 Leipzig W3 Computational Humanities Fakultät für Mathematik und Informatik – 6 2009 Bamberg W1 Informationsverarbeitung in der Geoarchäologie (IVGA) Institut für Archäologie, Denkmalkunde und Kunstgeschichte Lambers 5 2009 Darmstadt W3 Germanistische Computerphilologie bzw. Humanities Computing Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft Rapp 4 2009 Bielefeld W2 Computational Linguistics Faculty of Linguistics and Literary Studies Schlangen 3 2008 Frankfurt W2 Text Technology & Computational Linguistics Mehler 2 2008 Würzburg W3 Computerphilologie Institut für deutsche Philologie Jannidis 1 2008 Berlin (FU) W1 Archäoinformatik Institut für klassische Archäologie Polla

Zum Verständnis. Das Jahr meint die Bewerbungsfrist der Ausschreibung. Die Zuordnung bezieht sich in der Regel auf den Ausschreibungstext. Die Zuordnung ist in den Ausschreibungen manchmal offen und wird dann erst bei Besetzung konkretisiert. Das * an der Stufe bedeutet „befristet“, das ° bedeutet „nebenberufliche Professur“.

Auswahl. Die Auswahl der Ausschreibungen folgt meinem Konzept eines drei-Sphären-Modells. Die DH bestehen danach (1.) aus DH als einer eigenständigen Disziplin und (2.) aus DH als Summe spezialisierter Teilbereiche  – dabei wären die digital transformierten traditionellen Disziplinen alle unter dem Dach einer breiten DH versammelt: Computerlinguistik, Computerphilologie, Archäoinformatik, Digital History usw. usf. Die dritte Sphäre betrifft die Anwendung von DH in den bestehenden Fächern. Sie führt aber in der Regel  nicht zu expliziten Denominationen und taucht deshalb hier auch nicht auf: „Professur für Geschichte | Literaturwissenschaft | Archäologie mit besonderer Berücksichtigung digitaler Verfahren“ würde nicht aufgenommen.

Vollständigkeit. Falls etwas fehlen sollte, bitte ich um Hinweise. Verschiedene Ausschreibungen habe ich bewusst nicht aufgenommen, wenn sie mir z.B. von ihrem Selbstverständnis her weder zu den Digital Humanities im engeren noch im weiteren Sinne zu gehören schienen. Das betrifft z.B. einige Ausschreibungen in den Informations- oder Bibliothekswissenschaften.

Quellen. Wo möglich, sind Links zu den Ausschreibungen hinterlegt. News und Ausschreibungen auf Universitätswebseiten gehören allerdings zu den besonders fragilen digitalen Objekten. Ich würde mir wünschen, dass mehr Kollegen ihre Institutionen darauf hinweisen, dass Archivierung / dauerhafte Vorhaltung und stabile Adressierung in diesem Bereich wünschenswert und nicht schwer einzurichten sind.

Aussagekraft. Die gegebenen Informationen zu den einzelnen Ausschreibungen sind nicht gut vergleichbar. Hinter jeder Ausschreibung steckt eine eigene Geschichte und weitere Rahmenparameter. Will man nicht nach „Ausschreibungen in Digital Humanities“ fragen, sondern nach tatsächlichen „DH-Professuren“, dann müsste man noch weitere Entwicklunsgtendenzen berücksichtigen. Erstens können sich Lehrstühle ohne DH Denomination zu de facto DH-Lehrstühlen entwickeln. Zweitens können Lehrstühle, die noch mit einem Hinweis auf DH ausgeschrieben waren in der Praxis ohne einen solchen Bezug ausgefüllt werden. Und drittens gibt es auch außerplanmäßige DH-Professuren, die bei einer Liste der Ausschreibungen nicht auftauchen.

Zur zeitlichen Entwicklung:

12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018

[Bemerkung: Stand der Grafik 31.12.2018, bei 64 Einträgen]

Fachliche Ausrichtung. Ausschreibungen können die „DH insgesamt“ betreffen oder mehr oder weniger explizit eine spezialisiertere Ausrichtung meinen. Trennlinien sind schwer zu ziehen, wenn die Denomination z.B. „Digital Humanities“ lautet, die Ansiedlung an einem Institut oder der Beschreibungstext der Stelle eine speziellere Fachausrichtung offenbaren.

[Stand der Grafik 31.12.2018, bei 65 Ausschreibungen]

Fußnoten

[1] Diese Ausschreibung ist historiografisch sehr schwer zu fassen. Sie ist – soweit mir bekannt – nur an der FAU selbst und auf http://www.duz-wissenschaftskarriere.de veröffentlicht worden. In beiden Fällen auf dynamischen Seiten, die erfahrungsgemäß nicht lange abrufbar bleiben und die auch vom Internet Archive nicht gut archiviert werden können. Als Fallback füge ich deshalb hier einen screenshot ein.

Ausschreibung W3 Korpuslinguistik FAU 2017

[2] Laufbahnprofessur: „Die Besetzung erfolgt zunächst befristet auf 6 Jahre als Assistenzprofessor/in mit Qualifizierungsvereinbarung. Karriereziel ist die Überleitung in ein Arbeitsverhältnis auf unbestimmte Zeit als Assoziierte/r Professor/in“ [3] Gerne würde man die Geschichte (hier: Empfang der Ernennungsurkunde) systematischer auch visuell dokumentieren:

Von https://twitter.com/schtepf/status/992472472598536192

[4] Die Stelle konnte nicht als W1 besetzt werden und ist 2012 als W2 neu ausgeschrieben worden.

Stellenausschreibung: Wissenschaftler-Stelle (m/w/d) (TV-L E 13 / 50% / Kennziffer 3/2019) am Leibniz-Institut für Deutsche Sprache (Mannheim)

Mo, 02/04/2019 - 13:13

Am Leibniz-Institut für Deutsche Sprache (Mannheim), Abteilung Lexik, ist für das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Projekt „Deutsche Lehnwörter in polnischen Dialekten als Spiegel des Sprachkontakts“ ab 1. April 2019 eine

Wissenschaftler-Stelle (m/w/d)
(TV-L E 13 / 50% / Kennziffer 3/2019)

zu besetzen. Die Stelle ist zunächst auf drei Jahre befristet. Die Möglichkeit zur Promotion ist gegeben.

Das Deutsche hat erhebliche Spuren im Wortschatz seiner Nachbarsprache Polnisch hinterlassen. Während deutsche Entlehnungen im Schrift- und Standardpolnischen auf hohem Niveau dokumentiert worden sind, gibt es bislang keine umfassende Untersuchung zum lexikalischen Einfluss des Deutschen in den polnischen Dialekten. Ziel des interdisziplinären Projekts ist die Erstellung eines innovativen Wörterbuchs zu diesem Thema, das im Lehnwortportal Deutsch (lwp.ids-mannheim.de) des IDS frei zugänglich veröffentlicht wird.

Aufgaben:

Sie sind für die Konzeption und Implementierung der Software-Infrastruktur des Projekts verantwortlich, erstellen datenbankgestützte Software-Tools für die Arbeit der im Projekt tätigen Lexikografinnen und Lexikografen und konzipieren die zweisprachige Online-Präsentation der Wörterbuchartikel. Ihnen obliegt die laufende IT-Unterstützung des an mehreren Standorten tätigen lexikografischen Teams und die Administration, Auswertung und Prüfung der Projektdaten. Auf Sie wartet ein facettenreiches, innovatives Arbeitsfeld im Bereich der Digital Humanities, das Ihnen an einem international renommierten Institut weitreichende Gestaltungs- und fachliche Entwicklungsmöglichkeiten an der Schnittstelle zu geisteswissenschaftlichen Fragestellungen bietet.

Voraussetzungen:

  • abgeschlossenes Studium der Linguistik, Computerlinguistik, Informatik, Digital Humanities oder eines angrenzenden oder verwandten Faches
  • Erfahrung in der Entwicklung von Webapplikationen (Backend und Frontend), idealerweise im Java-Umfeld
  • Kenntnisse in XML- sowie relationaler Datenbanktechnologie
  • Fähigkeit und Bereitschaft, sich selbständig und effizient in neue informatische Bereiche einzuarbeiten
  • sehr ausgeprägte Teamfähigkeit; strukturierter und selbständiger Arbeitsstil
  • wünschenswert sind sprachwissenschaftliche, philologische oder lexikographische Grundkenntnisse
  • wünschenswert sind Kenntnisse einer slavischen Sprache, vorzugsweise Polnisch

Das IDS strebt eine Erhöhung des Anteils von Frauen am wissenschaftlichen Personal an. Bewerbungen qualifizierter Wissenschaftlerinnen werden daher besonders begrüßt. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird am IDS in besonderem Maße gefördert. Schwerbehinderte werden bei gleicher Eignung bevorzugt eingestellt.

Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen richten Sie bitte unter Angabe der Kennziffer und dem Betreff „Polnische Dialekte“ bis zum 4. März 2019 per E-Mail oder Post an

Leibniz-Institut für Deutsche Sprache
Der Direktor
Postfach 10 16 21
D-68016 Mannheim

oder per E-Mail an: pfuetzer (at) ids-mannheim.de

Die Originalausschreibung ist unter dem folgenden Link zu finden:

http://www1.ids-mannheim.de/aktuell/stellen/stelle4.html

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