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Digital Humanities im deutschsprachigen Raum
Aktualisiert: vor 2 Stunden 27 Minuten

Neuerscheinung: RIDE 13 zu digitalen Editionen

Di, 12/15/2020 - 15:54

Wir freuen uns, die dreizehnte Ausgabe des Rezensionsjournals RIDE, das seit 2014 vom Institut für Dokumentologie und Editorik (IDE) herausgegeben wird, anzukündigen. Die aktuelle, von Ulrike Henny-Krahmer, Frederike Neuber und Patrick Sahle herausgegebene Ausgabe der Sparte “Scholarly Editions” enthält fünf Rezensionen (vier auf Englisch, eine auf Deutsch):

Alle Rezensionen sind abrufbar unter https://ride.i-d-e.de/issues/issue-13.

Do you wanna be TEI’s Communications Officer?

Di, 12/15/2020 - 11:26

via Kathryn Tomasek

Call for Communications Officer  

 Are you looking for a way to become more involved in the Text Encoding Initiative Consortium’s (TEI-C) community? Do you have basic communications IT skills that you could share?

 We’re looking for a Communications Officer to run the TEI-C’s online presence. This is a one-year post in the first instance, from January 2021 to December 2021, and open to renewal.

 As Communications Officer, you  will:

  1. Administer the TEI’s WordPress website
  2. Assist with Web-archiving, for example conference websites
  3. Manage the TEI-C’s email lists
  4. Report (quarterly or as needed) in the TEI-C Board and Infrastructure meetings.

 Our website is currently being redesigned and restructured, as we update the content and introduce multilingualism. The Communication Officer will collaborate in this effort, and maintain ongoing oversight of the site, helping to keep the information up to date.

 The average time commitment is 1 – 2 hours per week. The TEI-C will pay a small stipend of 2,500 USD for this work.

We’re looking for someone:

  • Experienced in mailing list administration
  • Experienced in WordPress administration
  • Responsive and happy to work as part of a team

 Like other members of the Board and Technical Council, you will receive financial support to participate in the annual TEI-C conference.  

 The TEI-C is committed to diversity and inclusion, and ensures equal opportunity to all qualified individuals. We invite applications from all including those with diverse needs, backgrounds, and abilities.

If you are interested in this position please send a short CV and motivation statement to the Board of Directors (board [@] tei-c.org) by 15 January 2020.

If you’d like more information about the post, please contact:

Kathryn Tomasek, Chair of the Board: tomasek_kathryn [@] wheatoncollege.edu

Stellenausschreibung ÖNB Wien: SW-EntwicklerIn Digitale Edition Notizbücher Peter Handke

Di, 12/15/2020 - 10:25

Software-EntwicklerIn (m/w/d) (20 h/Woche) 
für das FWF/DFG-Projekt „Peter Handkes Notizbücher. Eine kommentierte und genetisch-kritische digitale Edition“
an der Abteilung für Forschung und Entwicklung der Österreichischen Nationalbibliothek
Ab 15.02.2021, befristet bis 14.02.2024

Das auf drei Jahre angelegte FWF/DFG-Joint-Project ist eine Kooperation der Österreichischen Nationalbibliothek Wien und des Deutschen Literaturarchivs Marbach. Es erarbeitet eine kommentierte und genetisch-kritische digitale Edition der Notizbücher des Schriftstellers Peter Handke aus dem Zeitraum 1976-1979, die sich im Original in den Handke-Beständen der beiden Archive befinden. 

Aufgaben:
  • Technische Entwicklung, technische Betreuung und Dokumentation der digitalen Edition der Notizbücher Peter Handkes in der Infrastruktur für digitale Editionen an der Österreichischen Nationalbibliothek (https://edition.onb.ac.at)
  • Entwicklung von Features der digitalen Edition und deren Umsetzung für die Online-Präsentation
  • Kontinuierliche technische Begleitung des Editionsteams und konzeptionelle Beratung
  • Betreuung der automatischen XML-Datenprozessierung
  • Mitarbeit bei der Pflege und Weiterentwicklung der Software-Architektur der Infrastruktur für digitale Editionen
  • Teilnahme an Software-Entwicklungsmeetings, Sprint Plannings und Stakeholder-Meetings
  • Präsentation der Ergebnisse auf Fachkonferenzen
Anforderungen:
  • Abgeschlossenes Hochschulstudium (Mag., MA, DI) a) der Informatik, angrenzender Fächer, oder b) der Geistes- und Kulturwissenschaften mit nachgewiesener fundierter technologischer Ausbildung oder gleichwertige Berufserfahrung
  • Mehrjährige praktische Erfahrung in der Software- und Webentwicklung
  • Fundierte Erfahrungen mit X-Technologien (XML, XSLT, XPath)
  • Nachgewiesene Kenntnisse und Erfahrungen aktueller Webtechnologien (HTML5, JavaScript, (S)CSS, Bootstrap)
  • Vertrautheit beim Arbeiten in Linux-Serverumgebungen und dem Software-Development mit Docker, Git und GitLab CI/CD, Elasticsearch
  • Hohe Kommunikationskompetenz, ausgeprägte Teamfähigkeit, Verlässlichkeit und Belastbarkeit in zeitkritischen Projektphasen
  • Sehr gute Deutsch- und Englischkenntnisse
Von Vorteil:
  • Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit editionswissenschaftlichen Fragestellungen sowie Kenntnis der Fragestellungen und Herausforderungen in den Digital Humanities
  • Vorerfahrungen mit TEI-XML, IIIF, RDF, SPARQL, Python, SQL und Normdatenbanken 
  • Ausgeprägtes Verständnis für User Experience und User-centered Design
  • Erfahrung mit agilen Softwareentwicklungsprozessen und flüssiger Umgang mit Jira/Confluence
  • Erfahrung mit der Repository Software Fedora (https://duraspace.org/fedora/)
Bewerbung:

Das Gehalt richtet sich nach den Personalkostensätzen des FWF (https://www.fwf.ac.at/de/forschungsfoerderung/personalkostensaetze/) und beträgt auf Basis einer 20h/Woche maximal 1.470,40 Euro brutto / Monat (Gehaltssatz DoktorandIn, 14mal jährlich).

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung. Bitte senden Sie Ihr Motivationsschreiben und Ihren Lebenslauf inkl. Links zu Referenz-Softwareprojekten bzw. relevanten Code-Repositories zusammengefasst in einer PDF-Datei bis zum 07.01.2021 an: Mag. Heide Darling (heide.darling@onb.ac.at).

Die Einreichung der Bewerbung stellt eine datenschutzrechtliche Einwilligung in die Verarbeitung Ihrer Bewerbungsdaten dar. Die von Ihnen zur Verfügung gestellten Daten zu Ihrer Person werden ausschließlich im Rahmen des Auswahlverfahrens verwendet. Ihre Bewerbungsunterlagen werden bis zum Abschluss des Auswahlverfahrens intern gespeichert und danach gelöscht.

Stellenangebot: Web-Entwicklerin/Entwickler (m/w/d) für digitale Repositorien

Do, 12/10/2020 - 14:26

An der Universitätsbibliothek Marburg, Abteilung Digitale Dienste, ist zum 01.02.2021 befristet bis 31.01.2024 die o. g. Vollzeitstelle zu besetzen. Die Eingruppierung erfolgt bei Erfüllung der tariflichen Voraussetzungen nach Entgeltgruppe 13 des Tarifvertrages des Landes Hessen.

Die Tätigkeit erfolgt zur Hälfte im DFG-geförderten Projekt media/rep/ zum Aufbau eines medienwissenschaftlichen Open-Access-Repositoriums, zur anderen Hälfte in einem Projekt der Universitätsbibliothek zum Aufbau einer digitalen Sammlungsinfrastruktur.

Die ausführliche Stellenbeschreibung findet sich unter:
https://www.uni-marburg.de/de/universitaet/administration/verwaltung/dezernat2/personalabteilung/bewerber/stellen/administrativ-technische-stellen/ze-0101-ub-web-281220.pdf

Fragen zur Ausschreibung und zur Tätigkeit beantwortet:
Tobias Müllerleile
Tel.: +49-6421-28-25210
E-Mail: tobias.muellerleile@ub.uni-marburg.de

DHd2021 – DHd2022: neuer Termin

Do, 12/10/2020 - 10:13

Die ursprünglich für März 2021 geplante, aufgrund der COVID-19-Pandemie verschobene 8. Jahrestagung des Verbandes »Digital Humanities im deutschsprachigen Raum e.V.« (DHd) in Potsdam hat einen neuen Termin: Die DHd2022 wird, weiterhin unter dem Thema »Kulturen des digitalen Gedächtnisses«, vom 7. März bis zum 11. März 2022 stattfinden.

Die lokalen Organisator*innen an der Universität Potsdam und der Fachhochschule Potsdam freuen sich darauf, die DH-Community in der brandenburgischen Landeshauptstadt begrüßen zu dürfen. Der Call for Papers wird im Februar 2021 veröffentlicht, dann erfolgen auch weitere Informationen zur Teilnahme und zur Anmeldung.

Website zur Tagung: https://www.dhd2022.de/

Wissenschaftliche Mitarbeit (m/w/d) NFDI4Culture: Digitalisierung und geistes-/kulturwissenschaftliches Community-Management, 1,5 Stellen E13, befristet bis 2025

Mi, 12/09/2020 - 17:12

In der Generaldirektion der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz (Bundesbehörde) sind in dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt „NFDI4Culture“ zum nächstmöglichen Zeitpunkt insgesamt 1,5 Vollzeitstellen in der

Wissenschaftlichen Mitarbeit (m/w/d) mit Schwerpunkten Digitalisierung
und geistes-/kulturwissenschaftliches Community-Management
Entgeltgruppe 13 TVöD
Kennziffer: SBB-GD-8-2020

befristet bis zum 30. September 2025 zu besetzen. Die Besetzung und Aufteilung der Stellenanteile erfolgt im Rahmen des Verfahrens. Die tariflich geregelte wöchentliche Arbeitszeit beträgt derzeit 39 Stunden.

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) zählt zu den größten Kultureinrichtungen weltweit. Zu ihr gehören die Staatlichen Museen zu Berlin, die Staatsbibliothek zu Berlin, das Geheime Staatsarchiv, das Ibero-Amerikanische Institut und das Staatliche Institut für Musikforschung. Die SPK ist als eine der Trägereinrichtungen am NFDI4Culture-Konsortium (https://nfdi4culture.de/) beteiligt, das die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) für materielle und immaterielle Kulturgüter aufbaut und Datenbestände von Wissenschaft und Forschung systematisch und nachhaltig sichert und nachnutzbar macht. Das Projekt wird für die SPK durch die Staatsbibliothek zu Berlin koordiniert. Zu den Daten zählen 2D-Digitalisate von Gemälden, Fotografien und Zeichnungen ebenso wie digitale 3D-Modelle kulturhistorisch bedeutender Gebäude und Denkmäler oder audiovisuelle Daten von Musik-, Film- und Bühnenaufführungen. Die SPK wird in dem Konsortium insbesondere Fachdisziplinen bei der Nutzung von Digitalisaten jeder Art unterstützen und die bundesweite Abstimmung zwischen Digitalisierungszentren organisieren. (Weitere Informationen sind im NFDI4Culture-Antrag unter https://doi.org/10.3897/rio.6.e57036 veröffentlicht.)

Aufgabengebiet:

  • Sie gestalten und moderieren in der NFDI4Culture den Themenbereich Digitalisierung und die damit verbundenen fachwissenschaftlichen Angebote und bundesweiten Arbeitsgruppen. Insbesondere unterstützen Sie die Selbstverständigung der Fachdisziplinen zur Nutzung und Weiterentwicklung digitaler Methoden und der Anforderungen an die Digitalisierung
  • Sie bringen sich direkt in die zentralen Arbeits- und Austauschstrukturen der NFDI4Culture ein und wirken dort in einer teamorientierten dezentralen Organisation mit
  • Sie koordinieren und wirken mit bei der Organisation von Veranstaltungen, der Erstellung von Informationsmaterialien und der Entwicklung einer Kontaktstelle für Digitalisierungswünsche und -anforderungen
  • Sie bauen die bundesweite Vernetzung von Digitalisierungszentren auf, um Standards und Qualitätsstufen unterschiedlicher Digitalisierungsmethoden weiterzuentwickeln (z.B. 3D)
  • Sie unterstützen die Entwicklung und den Betrieb der Konsortialstruktur und des Projektmanagements
  • Sie stellen ein Bindeglied für die NFDI4Culture auch in die SPK hinein dar

Anforderungen:

  • abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium (Magister, Diplom, M.A. o.ä) in Geistes-/Kulturwissenschaften mit nachgewiesenen Kenntnissen und Erfahrungen im Bereich Digitalisierung, Informationstechnik oder Informationswissenschaften
    oder
  • abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium (Magister, Diplom, M.A. o.ä) in Informationstechnik oder Informationswissenschaften mit nachgewiesenen Kenntnissen und Erfahrungen im Bereich Geistes-/Kulturwissenschaften
    oder
  • auf das Aufgabengebiet bezogene nachgewiesene gleichwertige Fähigkeiten und Erfahrungen
  • gute Kenntnisse der Digitalisierung von analogen Kulturgütern (idealerweise unterschiedliche Verfahren in den Bereichen 2D, 3D, Audio/Video etc. sowie unterschiedliche Werkzeuge wie z.B. Workflow-Werkzeuge)
  • gutes Verständnis von digitalen Arbeitsweisen/-methoden in den Geistes-/Kulturwissenschaften, bevorzugt auf Basis eigener Praxiserfahrungen und in den fachlichen Schwerpunkten von NFDI4Culture (insbesondere Kunstgeschichte, Musik- oder Medienwissenschaft)
  • breit gefächerte Kenntnisse in den Themenfeldern des Forschungsdatenmanagements, der Informationsinfrastruktur oder des Metadatenmanagements
  • umfangreiche Erfahrung in der Projektarbeit und idealerweise in der Moderation und Koordination von überinstitutionellen Arbeitsgruppen
  • eine selbstständige, strukturierte und verantwortungsbewusste Arbeitsweise
  • Kommunikationskompetenz

Darüber hinaus freuen wir uns über folgende Kenntnisse, welche jedoch keine Voraussetzung
sind:

  • breites Verständnis der fachlichen Schwerpunkte von NFDI4Culture, insbesondere Kunstgeschichte, Musik- oder Medienwissenschaft

Wir bieten u.a.:

  • grundsätzlich flexible Arbeitszeit von 06.00 bis 21.00 Uhr – ohne Kernzeit
  • 30 Tage Erholungsurlaub je Kalenderjahr bei Vollzeit
  • grundsätzlich die Möglichkeit der Teilzeitbeschäftigung
  • zusätzliche Versicherung in der Altersvorsorge bei der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL)
  • Möglichkeit der Telearbeit
  • vielfältige Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten
  • Zuschuss zu Angeboten der Gesundheitsförderung
  • Option auf Erwerb eines VBB-Firmentickets

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz begrüßt Bewerbungen von Menschen aller Nationalitäten. Als interdisziplinäre Kultur- und Forschungseinrichtung bietet die SPK familienfreundliche Arbeitsbedingungen und gewährleistet die Gleichstellung von Frauen und Männern. Schwerbehinderte Menschen werden bei gleicher Eignung besonders berücksichtigt.

Bitte richten Sie Ihr Anschreiben an den Ständigen Vertreter der Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin, Reinhard Altenhöner. Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen können Sie per E-Mail (möglichst in einem einzelnen PDF-Dokument) unter Angabe der Kennziffer SBB-GD-8-2020 bis zum 5. Januar 2021 an die folgende Adresse senden:
Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Personalabteilung, Sachgebiet I 2 d, Von-der-Heydt-Str. 16-18,
10785 Berlin – E-Mail: bewerbungsmanagement@hv.spk-berlin.de

Schriftliche Bewerbungen können grundsätzlich nur zurückgesandt werden, wenn ein frankierter Rückumschlag beiliegt.
Ihre Daten werden im Rahmen des Bewerbungsverfahrens gespeichert und verarbeitet. Genaue Informationen erhalten Sie hier: https://www.preussischer-kulturbesitz.de/karriere/datenschutz.html

Ansprechpartner für Fragen zum Aufgabengebiet:
Herr Altenhöner (reinhard.altenhoener@sbb.spk-berlin.de; Tel.: 030 – 266 43 1400) und
Herr Ludwig (E-Mail: j.ludwig@hv.spk-berlin.de)

Ansprechpartnerin für Fragen zum Bewerbungsverfahren: Frau Prietz (Tel.: 030 – 266 41 1740).

Sie finden die Stellenausschreibung auch unter https://www.preussischer-kulturbesitz.de/karriere/freie-stellen/stellenanzeige/article/2020/12/8/job-wissenschaftliche-mitarbeit-mwd-mit-schwerpunkten-digitalisierung-und-geistes-kulturwissen.html.

 

Digitale Quellenkritik: Quellenkritik 1.1 oder besser 2.0?

Di, 12/08/2020 - 17:48

Zusammenfassung der Session 3.1 “Digitale Quellenkritik” des Barcamps “Vermittlung von Data Literacy in den Geisteswissenschaften“ auf der DHd2020 in Paderborn, ausgerichtet von der AG Datenzentren des DHd.

Übersichtsblogpost zum Barcamp: Ulrike Wuttke, Marina Lemaire: “Offen, vielfältig und kreativ. Ein Bericht zum Barcamp Data Literacy #dhddatcamp20 bei der DHd 2020“, 08.06.2020, DHd Blog.

Autor:innen:

  • Aline Deicke, Digitale Akademie, Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz
  • Jonathan D. Geiger, Digitale Akademie, Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz
  • Marina Lemaire, Servicezentrum eSciences, Universität Trier
  • Stefan Schmunk, Hochschule Darmstadt

 

“Quellenkritik” – was ist das überhaupt?

Unter “Quellenkritik” versteht man in den historischen Wissenschaften eine etablierte Forschungsmethode, die Quellen (z. B. Schriftstücke, Notenblätter, Urkunden, Münzen, Grabsteine, Siegel, Musik, Interviews, Bilder etc.) für die Wissenschaft interpretierbar und analysierbar macht. Es findet dabei eine Beschreibung, Kontextualisierung und Interpretation der Quellen statt, wobei die Prüfung der Authentizität bzw. Plausibilität, die Bewertung des wissenschaftlichen Gehaltes und die Kontextualisierung der Quelle nach Materialität und nach Inhalt im Fokus stehen. Gemeinhin wird zwischen einer äußeren Quellenkritik, welche sich auf die Form und Gestaltung der Quelle bezieht, und einer inneren Quellenkritik, welche sich auf die inhaltliche (semantische) Ebene der Quelle konzentriert, unterschieden.

Auch in Bezug auf diese traditionsreiche Methode fordert die Digitalisierung die Wissenschaften auf, sich neu zu positionieren. Historiker:innen untersuchen heutzutage nicht nur die historische Quelle an sich, sondern auch deren digitale Repräsentationen, z. B. Faksimiles, Bilddigitalisate oder auch Transkriptionen. Zudem tritt ein weiterer Quellentypus hinzu, zu dem es kein analoges “Gegenstück” gibt, da diese Objekte genuin digitaler Natur (“digital born”) sind. Schließlich bedingen neue Untersuchungsmethoden, z. B. quantitative wie qualitative Analysen großer Quellenkorpora, eine Ausweitung der Fragen, die bisher an das Material gestellt wurden. “Digitale Quellenkritik” ist also erstmal ein Label, unter dem verschiedene Ansätze von tentativen Anpassungen der traditionellen Quellenkritik, Erweiterungen, Theoretisierungen, Problematisierungen und Positionierungen subsummiert werden.

An diesen notwendigen Diskurs setzte die Session auf dem Barcamp an und nutzte die begriffliche Offenheit der Thematik sowie die breitgestreute Expertise der Teilgebenden, um sich analytisch-systematisch der Thematik und den offenen Problemstellungen anzunehmen.

Digitale Quellenkritik und Data Literacy

Die Einbettung der digitalen Quellenkritik in ein Barcamp unter dem Titel “Data Literacy” wird spätestens dann plausibel, wenn berücksichtigt wird, dass ein verändertes Verhältnis von Historiker:innen zu digitalen Objekten und Methoden auch die Anforderungen an Kompetenzen und Fähigkeiten verändern. Bei der Konzeption von Data Literacy und eine Verankerung derselben in Curricula der Studiengänge und Anforderungsprofile von Wissenschaftler:innen muss eine – wie auch immer gestaltete – digitale Quellenkritik auch aus propädeutischer Perspektive mitgedacht werden.

Der Platz des Digitalen in der traditionellen Quellenkritik

Die zentrale Ausgangsfrage der Session war, ob es für digitale Quellen eine neue Art der Quellenkritik braucht, ob sich die traditionelle Quellenkritik leicht auf diese neuartigen Quellentypen – bestimmt durch eine neue Medialität und Materialität des digitalen Objektes – anwenden lässt oder ob es sogar mehrere unterschiedliche Quellenkritiken im Werkzeugkasten der Historiker:innen geben muss. Um diesen Überlegungen auf den Grund gehen zu können, orientierten sich die Teilgebenden an Ablaufplänen der traditionellen Quellenkritik und begannen, diese im Hinblick auf digitale Quellen zu erweitern.

Als Quellenkritik wird sowohl die historische Methode als auch das Ergebnis dieser Methode bezeichnet. Die klassische Quellenkritik als Methode umfasst mehrere Phasen¹:

  1. Formulierung der Forschungsfrage
  2. Erschließung der Quelle (Beschreibung bzw. Aufbereitung)
  3. Äußere Quellenkritik (Bewertung der äußerlichen Gestaltung der Quelle, insbesondere hinsichtlich ihrer Herkunft und Echtheit)
  4. Innere Quellenkritik (Bewertung des Außenwertes der Quelle, insbesondere hinsichtlich des Erkenntnishorizonts der Autor:in(nen) bzw. der Urheber:in(en))
  5. Interpretation und Kontextualisierung
  6. Darstellung der Ergebnisse

Vor allem die zweite Phase – die Erschließung der Quelle – wurde in der Session hinsichtlich einer Erweiterung um digitale Quellen diskutiert. Es wurden neben den traditionellen (analogen) Quellentypen insbesondere zwischen (retro)digitalisierten und genuin digitalen Quellen unterschieden. Die Fragen nach der Verfasstheit und Strukturierung von digitalen Quellen ist aufgrund des divergenten ontologischen Status anders gelagert: Bei digitalen Quellen muss nach dem Datenformat und der -struktur gefragt werden, nach der Vollständigkeit der Datenquelle und der Integrität der Daten. In Bezug auf die Provenienz ergibt sich eigentlich eine Verdoppelung der Quellenautopsie. Zusätzlich zur Überprüfung der Herkunft der Originalquelle wird eine Überprüfung der Herkunft der digitalen Repräsentation der Quelle notwendig. Das umfasst Fragen wie “Wer hat die Quelle wann, wie, wozu und womit (retro)digitalisiert?”, “Existieren mehrere Versionen und wenn ja, weshalb?”, “Kann es Manipulationen an den Daten gegeben haben oder ‘entspricht’ das digitale Objekt dem analogen? Sind Plausibilitäts- und Validitätschecks möglich, um dies zu überprüfen? ” und “Welche Daten- und Metadatenformate und -standards wurden verwendet (und welche nicht)?”. Diese Fragensammlung stellt eine erste Näherung in der Session dar und zeigt zugleich das Entwicklungspotenzial auf.

Fazit: die traditionelle Quellenkritik ist auch für digitale Objekte gut geeignet

Insgesamt lässt sich als Ergebnis der Session festhalten, dass die traditionelle historische Quellenkritik sehr gut für die Integration digitaler Quellen in die historische Forschung geeignet ist. Das Prinzip des “Veto-Rechts” der Quellen nach Reinhard Koselleck, d. h., dass nichts behauptet werden darf, was die Quellen nicht belegen, gilt natürlich auch für digitale Objekte. Eine komplette Durchleuchtung der klassischen Quellenkritik auf das Digitale hin war im Rahmen der Session nicht möglich, dennoch konnten interessante Impulse zusammengestellt und Hinweise geliefert werden, welche Aufgaben in diesem Themenkomplex noch bearbeitet werden müssen.

Eine digitale Quellenkritik muss, neben den methodologischen Anpassungen, nicht nur systematische Veränderungen in der wissenschaftlichen Handhabung von digitalen Forschungsobjekten nach sich ziehen, d. h. die Gewährleistung der Datenintegrität und -sicherheit, der Langzeitarchivierung, der Versionierung, der Dokumentation von Metadaten und vielerlei mehr. Sie muss sich vielmehr auch im Studium und der Aus- und Weiterbildung der Wissenschaftler:innen niederschlagen. Das umfasst beispielsweise die Fähigkeit Programmcode zu lesen, Datenstandards zu kennen und deren Strukturen zu verstehen oder Datenmanipulationen und die Anwendung von Algorithmen nachzuvollziehen. Dies gilt umso mehr, wenn sich auch elaborierte technische Methoden und Werkzeuge, wie zum Beispiel Technologien der Künstlichen Intelligenz und des Machine Learnings in der historischen Forschung etablieren.

Es ist noch viel zu tun …

Wie eingangs geschildert ist “Digital Quellenkritik” derzeit noch ein sehr offener Begriff und kann und muss weiterentwickelt werden. In diesem Diskurs sollte dabei nicht nur die große Pluralität der wissenschaftlich(-historischen) Primärobjekte und die Pluralität digitaler Datenformate Berücksichtigung finden, sondern im besten Falle auch die Perspektiven der unterschiedlichen geistes- und sogar nicht-geisteswissenschaftlichen Disziplinen auf digitale Objekte. Zwar ist der Begriff der digitalen Quellenkritik im Wissenschaftskontext fast ausschließlich in der historischen Forschung situiert, dennoch gibt es heutzutage wahrscheinlich kaum eine wissenschaftliche Disziplin, die nicht kritisch mit digitalen Objekten umgehen muss – seien es physikalische Messdaten oder terrestrisches Laserscanning, Daten aus medizinischen MRTs, Unterrichtsvideographie oder Social-Media-Datenkorpora für die soziologische Analyse um nur ein paar Beispiele zu nennen. Dies ist insbesondere dann notwendig, wenn auf bereits vorhandene digitale Datenbestände für neue Forschungsfragen zurückgegriffen wird. Insgesamt zeigt sich also, dass die Weiterentwicklung der geistes-, kultur- und sozialwissenschaftlichen Quellenkritik für digitale Daten weit über die Fachgrenze hinaus relevant ist und die dort entwickelten Verfahren nicht nur Eingang in die Curricula der geschichtswissenschaftlichen Studiengänge finden sollten, sondern auch in alle anderen.

Die Autor:innen und die Teilgebenden bewerteten die Barcamp-Session als einen guten Startpunkt und sind bestrebt die Thematik insbesondere im Kontext historischer Forschung, den Digital Humanities und der Data Literacy-Debatte weiterzuverfolgen. Angedacht sind weitere Veranstaltungen, sowie Publikationen und insbesondere ein intensiver Austausch mit allen Interessierten. Ideen, Beiträge und/oder Beteiligung ist ausdrücklich erwünscht!

Kontakt:

 

¹ Sabine Büttner, Tutorium Arbeiten mit Quellen: Quellenkritik und -interpretation, in: historicum-estudies.net, URL: https://www.historicum-estudies.net/etutorials/tutorium-quellenarbeit/quellenkritik/.

Job @BBAW: Mitarbeiter/in digitale Editionen

Do, 12/03/2020 - 14:46

An der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) sucht das Referat TELOTA – IT/DH zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine/n wissenschaftliche/n Mitarbeiter/in (m/w/d) im Bereich Digital Humanities und Forschungssoftwareentwicklung für Digitale Editionen im Umfang von 100 % der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit (Stellenumfang gegebenenfalls teilbar), befristet auf 24 Monate.

Bewerbungsfrist: 3. Januar 2021

Mehr Informationen: https://www.bbaw.de/files-bbaw/stellenangebote/ausschreibungen-2020/_ITDH_02_2020_ITDH_E13_PR.pdf

Aufgaben:

  • Entwurf, Entwicklung und Anpassung von zentralen, digitalen Forschungswerkzeugen und -umgebungen der BBAW
  • Entwurf und Entwicklung von Daten- und Programmierschnittstellen (APIs) zur Vernetzung und Langzeitarchivierung von Forschungsdaten
  • Entwurf und Entwicklung von Datenmodellen für geisteswissenschaftliche Forschungsfragen
  • Dokumentation der Entwicklungsarbeiten
  • Antragstellung und Berichterstattung von Projektanträgen im Rahmen von regionalen, nationalen und internationalen Forschungsförderungen
  • Präsentation der Arbeits- und Forschungsergebnisse auf einschlägigen Konferenzen und Workshops.

Voraussetzungen:

  • einschlägiges abgeschlossenes universitäres Hochschulstudium
  • nachgewiesene Erfahrungen auf dem Gebiet der Digital Humanities
  • nachgewiesene Erfahrungen auf dem Gebiet der Datenmodellierung mit XML und zugehöriger Standards (z.B. TEI Guidelines P5)
  • nachgewiesene Erfahrung in der Entwicklung von Forschungssoftware und Programmierschnittstellen (APIs) mit X-Technologien (XML, XPath, XQuery und XSLT) oder mit einer anderen Programmiersprache (z.B. PHP oder JavaScript)
  • Bereitschaft zur Einarbeitung in die Basistechnologien digitaler Editionen (X-Technologien, XML, TEI)
  • Teamfähigkeit und ausgezeichnete Kommunikations- und Organisationsfähigkeit
  • Wünschenswert sind Erfahrungen mit der Frontend-Entwicklung (HTML, CSS, JavaScript).

Die Vergütung erfolgt nach der Entgeltgruppe E13 TV-L Berlin. Der Dienstort ist Berlin.

Virtuelles DH-Kolloquium an der BBAW, 4.12.2020, Alexander Geyken & Julia Naji: „Dynamische Formate im DWDS“

Mi, 11/25/2020 - 16:42

Am Freitag, dem 4. Dezember 2020, von 17 Uhr bis ca. 19 Uhr, findet erneut das virtuelle DH-Kolloquium der BBAW statt, bei dem PD Dr. Alexander Geyken und Julia Naji (beide Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften) die neuen dynamischen Formate des Digitalen Wörterbuchs der Deutschen Sprache (DWDS) vorstellen werden.

Der Vortrag, dessen Ankündigung untenstehend zu finden ist, wird vorab aufgezeichnet und rechtzeitig vor Beginn des Kolloquiums bereitgestellt. Der Link zum Vortrag wird parallel auf Twitter (@DHBBAW) sowie im Channel „berlin_dhberlin“ auf der Plattform discord (⇒ Einladungslink: https://discord.gg/sw4D5NN) gepostet.

Zur Kolloquiumszeit startet auf der Plattform discord die Diskussion, zu der wir hiermit alle Interessierten sehr herzlich einladen möchten. Zuhörerinnen und Zuhörer können ihre Fragen außerdem per Mail an dh-kolloquium@bbaw.de senden. Diese werden von den Organisator/innen des Kolloquiums ausgewählt und dann (ggf. verkürzt) über discord an die Referent/innen weitergegeben.

Dynamische Formate im DWDS
PD Dr. Alexander Geyken & Julia Naji (ZDL/DWDS, Berlin)
4.12.2020, 17–19 Uhr (virtuell)

Eine Wahl steht bevor, ein Naturereignis überrascht die Menschheit, ein Preis wird verliehen, ein Geburts-, Fest- oder Todestag jährt sich, Geschichte ereignet sich vor unseren Augen gleichermaßen wie in unserer Sprache und hier vor allem in unserem Wortschatz. Wir erleben, wie sich Bedeutungen verändern, sprachliche Moden ereignen, Begriffe eine Renaissance erleben. Um dies zu dokumentieren und für unsere Nutzer greifbar zu machen, haben wir im März 2020 ein neues Format entwickelt und in die DWDS-Website integriert: die DWDS-Themenglossare. Sie bieten einen sprachlichen Überblick über die wichtigsten Begriffe, die uns im Zusammenhang mit spezifischen Themen in den Medien und im Alltag begegnen. Die Stichwörter sind in der alphabetisch sortierten Liste definiert; wer mehr erfahren möchte, gelangt von dort aus mit einem Klick zu den ausführlichen Wörterbuchinformationen des DWDS.

Unser erstes und größtes Glossar widmet sich den interessanten sprachlichen Bewegungen, die die COVID-19-Pandemie 2020 angestoßen hat, ein zweites der US-Wahl, die während der letzten Wochen die Medien beherrschte, und ein drittes – eher nostalgisch als diskursträchtig – dem deutschen Wortschatz der Advents- und Weihnachtszeit. Weitere Themenglossare sind bereits in Planung.

Pandemie und Lockdown haben auch ein zweites neues dynamisches Element im DWDS inspiriert: unsere DWDS-Wort-Spiele, die seit Spätsommer 2020 im Monatsrhythmus auf unserer Webseite erscheinen. Nutzer/innen können sich hier spielerisch vom Alltag in der Isolation ablenken und zugleich über interessante Etymologien, über Wortkarrieren etc. informieren. Mithilfe eines Auswertungstools können wir als Redaktion zum einen den Erfolg jedes einzelnen Spiels messen, zum anderen interessante, möglicherweise wissenschaftlich auswertbare Daten zu Begriffs- und Wortschatzkenntnissen erheben.

Alexander Geyken, Leiter der Arbeitsstelle des DWDS und des Berliner Teils des Zentrums für Digitale Lexikographie (ZDL), und Julia Naji, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Dissemination am ZDL, berichten von Idee und Prozess und beantworten Fragen zu den neuen dynamischen Formaten im DWDS.

Stellenangebot: Programmsachbearbeiter/in (m/w/d) bei der Kulturstiftung des Bundes

So, 11/22/2020 - 18:34

Die Kulturstiftung des Bundes mit Sitz in Halle an der Saale sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine/n Sachbearbeiter/in für ihr Programm „dive in“  (m/w/d, Vollzeit, Entgeltgruppe 6 TVöD Bund)

Die detaillierte Stellenbeschreibung finden Sie hier:
https://www.museumsbund.de/stellenangebote/sachbearbeiterin-mwd-5/

Die Bewerbungsfrist endet am 13.12.2020.

Für Rückfragen steht Ihnen Andreas Heimann jederzeit gerne zur Verfügung.

Andreas Heimann
Personalreferent
Kulturstiftung des Bundes
Franckeplatz 2
06110 Halle an der Saale
Tel: +49 (0)345 / 29 97 –  113
Fax: +49(0)345 / 29 97 –  222
andreas.heimann@kulturstiftung-bund.de
www.kulturstiftung-des-bundes.de
Informationen zum Datenschutz:
www.kulturstiftung-des-bundes.de/datenschutz

Warum die Universität der Plattformen das Ende der Universität bedeutet

Mi, 11/18/2020 - 17:22

Der nachfolgende Text ist die deutsche Übersetzung einer Bekanntmachung von Domenico Fiormonte, ursprünglich veröffentlicht am 10. November 2020: <https://infolet.it/2020/11/10/perche-luniversita-delle-piattaforme-e-la-fine-delluniversita/>. Es handelt sich um einen Appell italienischer Hochschullehrer. Die Übersetzung erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Domenico Fiormonte. Eine englische Übersetzung wurde bereits von Desmond Schmidt beschafft und am 15. November 2020 von Geoffrey Rockwell publiziert: <https://theoreti.ca/?p=7684>.

Warum die Universität der Plattformen das Ende der Universität bedeutet

von Domenico Fiormonte

Eine Gruppe von Dozenten verschiedener italienischer Universitäten hat einen offenen Brief verfasst, der sich mit den Folgen des Einsatzes proprietärer digitaler Plattformen im Fernunterricht auseinandersetzt. Die Gruppe hofft, schnellstmöglich eine Diskussion über die Zukunft der Bildung anzustoßen, und setzt sich außerdem dafür ein, dass die in diesen Wochen diskutierten Investitionen auch in der Schaffung einer öffentlichen digitalen Infrastruktur für Schulen und Universitäten Verwendung finden.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Studierende,

wie Sie sicherlich wissen, haben italienische Schulen und Universitäten seit Beginn der COVID-Pandemie aus zunächst verständlichen Gründen für die Organisation des Fernunterrichts (einschließlich der Prüfungen) auf proprietäre Plattformen und Tools zurückgegriffen, welche zumeist der Gruppe an Unternehmen angehören, die als „GAFAM“ bezeichnet werden (Google, Apple, Facebook, Amazon und Microsoft). Es gibt nur wenige Ausnahmen, wie z.B. das Politecnico di Torino, das nicht-proprietäre, eigene Lösungen entwickelt hat. Allerdings ist von dem Europäischen Gerichtshof am 16. Juli 2020 ein bedeutsames Urteil gefällt worden, aus dem im Wesentlichen hervorgeht, dass US-amerikanische Unternehmen für die Privatsphäre der Nutzer gemäß der europäischen Datenschutzverordnung, bekannt als DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung), keine Garantie übernehmen. Daher müssen derzeit alle Datentransfers aus der EU in die USA als nicht konform mit der europäischen Richtlinie und damit als rechtswidrig angesehen werden.

Es gibt auf EU-Ebene eine anhaltende Debatte zu diesem Thema und der Europäische Datenschutzbeauftragte hat „die Institutionen, Ämter, Agenturen und Einrichtungen der EU“ ausdrücklich dazu aufgefordert, „die Übermittlung personenbezogener Daten in die Vereinigten Staaten für neue Verarbeitungsvorgänge oder im Falle neuer Verträge mit Dienstleistern zu vermeiden“. Die irische Aufsichtsbehörde hat die Übertragung der Daten von Facebook-Nutzern in die Vereinigten Staaten sogar explizit untersagt. Darüber hinaus unterstreichen einige Studien, dass die Mehrzahl der bei der „Bildungsnotlage“ genutzten Plattformen kommerzieller Anbieter (vor allem des Google Workspace) ernsthafte rechtliche Probleme aufwirft und sich eine „systematische Verletzung der Transparenzprinzipien“ feststellen lässt.

In dieser schwierigen Situation versuchen verschiedene Organisationen, darunter (wie weiter unten ausgeführt) einige Hochschullehrer, die italienischen Schulen und Universitäten für die Einhaltung des Urteils zu sensibilisieren; nicht nur im Interesse der Lehrenden und Studierenden, die das Recht haben, zu studieren, zu lehren und zu diskutieren, ohne überwacht, erfasst und katalogisiert zu werden, sondern auch im Interesse der Institutionen selbst. Die Risiken, die mit der Auslagerung des Unterrichts an multinationale Konzerne verbunden sind, die mit unseren Daten tun können, was sie wollen, sind in der Tat nicht nur wirtschaftlicher und kultureller, sondern auch rechtlicher Natur: Jeder könnte gegenwärtig bei der Datenschutzbehörde eine Beschwerde einreichen, die sich gegen die eigene Institution, d.h. den eigenen Arbeitgeber, richtet.

Die Thematik geht jedoch über das Recht auf Privatsphäre für uns und unsere Studierenden hinaus. In der sich erneut zuspitzenden COVID-Pandemie wissen wir, dass enorme wirtschaftliche Interessen auf dem Spiel stehen und dass digitale Plattformen, die in den letzten Monaten ihren Umsatz vervielfacht haben (siehe die im Oktober von Mediobanca veröffentlichte Studie), die Kraft und Macht haben, die Zukunft der Bildung weltweit zu gestalten. Ein Beispiel hierfür ist das nationale „Smart Class“-Projekt, das in Schulen eingesetzt und mit EU-Mitteln vom Bildungsministerium finanziert wird. Es handelt sich um ein vorgefertigtes Paket für einen „integrierten Unterricht“, bei dem der Inhalt (aller Fächer) von Pearson, die Software von Google und die Hardware in Form eines Acer-Chrome Books gestellt wird. (Übrigens ist Pearson der zweitgrößte Verlag der Welt, mit einem Umsatz von über 4,5 Milliarden Euro im Jahr 2018.) Und den teilnehmenden Schulen ist es nicht gestattet, andere Produkte zu kaufen…

Obwohl es uns wie Science-Fiction erscheinen mag, ist zu guter Letzt neben der Verstetigung proprietärer Teledidaktik als „Angebot“ bereits von künstlichen Intelligenzen die Rede, die Lehrende in ihrer Arbeit „unterstützen“ werden.

Aus all diesen Gründen hat eine Gruppe von Dozenten verschiedener italienischer Universitäten beschlossen, zu reagieren.

Ihre und unsere Initiative zielt derzeit nicht darauf ab, eine unmittelbare Beschwerde an die Datenschutzbehörde zu richten, sondern diese zu vermeiden, indem Lehrenden und Schülern die Möglichkeit gegeben wird, Diskussionsräume zu schaffen und Entscheidungen zu korrigieren, die ihre Lehrfreiheit und ihr Recht auf Studium beeinträchtigen. Nur dann, wenn die institutionelle Reaktion unzureichend oder nicht vorhanden sein sollte, werden wir als letztes Mittel eine Beschwerde bei der Datenschutzbehörde einreichen. In diesem Fall wird der erste Schritt darin bestehen, das durch das EU-Gerichtsurteil eröffnete „Schlupfloch“ auszunutzen, um die italienische Datenschutzbehörde zum Eingreifen zu drängen (tatsächlich hat der frühere Vorsitzende der Behörde, Antonello Soro, dies bereits getan, aber kein Gehör gefunden). Der Zweck dieser Aktionen besteht sicherlich nicht darin, die Plattformen, die den Fernunterricht anbieten, und diejenigen, die sie nutzen, zu „blockieren“, sondern die Regierung dazu zu bewegen, endlich in die Schaffung einer öffentlichen Infrastruktur auf der Grundlage freier Software für wissenschaftliche Kommunikation und Lehre zu investieren. Es gibt verschiedene Modelle, an denen man sich orientieren kann, z.B. in Frankreich, aber auch in Spanien und anderen Ländern, und die UNESCO selbst hat 2019 eine Empfehlung für die Nutzung offener Ressourcen und Lehrmaterialien im Bildungsbereich verabschiedet.

Wie bereits erwähnt, ist dem Gang zur nationalen Datenschutzbehörde ein erster Schritt vorgeschaltet. Jeder sollte sich schriftlich an den/die Datenverantwortliche/n der eigenen Institution wenden und um einige Informationen bitten (hier das Faksimile eines Formulars für italienische Lehrende, das wir vorbereitet haben). Wenn Sie innerhalb von dreißig Tagen keine Antwort erhalten oder wenn die Antwort als unbefriedigend angesehen wird, können Sie mit Ihrer Beschwerde an die nationale Datenschutzbehörde fortfahren. An diesem Punkt wird sich das Vorgehen ändern, denn die Beschwerde der Aufsichtsbehörde kann nicht nur von Einzelpersonen, sondern auch von Gruppen oder Verbänden eingereicht werden. Es ist wichtig zu betonen, dass selbst in diesem vermeidbaren Szenario die Frage an den/die Datenverantwortliche/n in keiner Weise als „Protest“ gegen die eigene Universität ausgelegt werden kann, da sie vielmehr einen Versuch darstellt, die Universität zu einer besseren Arbeits- und Studienumgebung für alle zu machen, und zwar einer solchen, die den europäischen Standards entspricht.

Forschungsdaten und Forschungsdatenmanagement im Bereich materieller und immaterieller Kulturgüter. Das Konsortium NFDI4Culture im Überblick.

Do, 11/12/2020 - 13:57
Am Mittwoch, 09. Dezember 2020 um 12:30 Uhr erfahren wir mehr zu Forschungsdaten und Forschungsdatenmanagement im Bereich materieller und immaterieller Kulturgüter. Das Konsortium NFDI4Culture im Überblick. Torsten Schrade, Leiter der Digitalen Akademie an der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, Professor für Digital Humanities an der Hochschule Mainz wird referieren.   Nehmen Sie gerne hier teil:   https://bbb.uni-hildesheim.de/b/ann-fj6-a2z  

Referent: Prof. Torsten Schrade, Fachgebiet Digital Humanities, Mittlere und Neuere Geschichte, Research Software Engineering, Digital Humanities an der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz: http://www.digitale-akademie.de/

Thema: Forschungsdaten und Forschungsdatenmanagement im Bereich materieller und immaterieller Kulturgüter. Das Konsortium NFDI4Culture im Überblick

Info:  Die Nachhaltigkeit von Forschungsdaten, das Teilen von Forschungsdaten oder Publikationen von Datenbeständen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Journals verlangen oft die Verfügbarmachung von Publikationen der zugrundeliegenden Daten eines Artikels. Universitäten, darunter auch die Universität Hildesheim, verabschieden Research Data Policies, und Forscherinnen und Forscher diskutieren sowohl die Chancen als auch die Risiken von „Open Data“, die Herausforderungen des Datenschutzes und der Forschungsethik.

Tag der Forschung 2020, ‚Forschungsethik‘. Forschungsethik und Digital Humanities?

Do, 11/12/2020 - 13:48

Mit der gewachsenen gesellschaftlichen Bedeutung von Forschung werden Fragen zur Forschungsethik und zur guten wissenschaftlichen Praxis relevanter.

In diesem Sinne wird an der Stiftung Universität Hildesheim am 25.11.2020 eine zweistündige Veranstaltung ab 14.15 Uhr stattfinden. Sie bildet den Auftakt für die Veranstaltungsreihe "Tag der Forschung", die in den folgenden Semestern weitergeführt wird.

Der erste "Tag der Forschung" hat Forschungsethik und gute wissenschaftliche Praxis zum Thema und wird unter den Bedingungen von Corona online veranstaltet. Nach einem Vortrag werden in einer Podiumsdiskussion Fragen zur Forschungsethik als Bestandteil guter wissenschaftlicher Praxis diskutiert. Im Sommersemester 2021 wird sich ein weiterer Tag der Forschung mit dem Thema "Forschungsethik und gute wissenschaftliche Praxis" in ausführlicher Form beschäftigen.

Dabei werden u.a. forschungsethische Belange in den Digital Humanities berücksichtigt.

Weitere Informationen finden Sie auf der Veranstaltungswebseite: https://www.uni-hildesheim.de/forschung/veranstaltungen/tag-der-forschung/

Call for Participation: vDHd2021 „Experimente“

Mo, 11/09/2020 - 09:29

Die 8. Jahrestagung des Verbands “Digital Humanities im deutschsprachigen Raum e.V.” in Potsdam wird auf das Jahr 2022 verschoben. Um 2021 dennoch Raum zum Austausch, Zeit für Reflexion, Vertiefung und Diskussion von Forschungsthemen zu bieten, wollen wir mit einem Alternativformat experimentieren, der vDHd2021! Das übergeordnete Thema dieser virtuellen DHd lautet “Experimente”.

Die vDHd2021 wird von der Community für die Community und mit Unterstützung der DHd e.V. organisiert. Das Ziel ist, die Vielfalt der deutschsprachigen Digital Humanities durch die Nutzung experimenteller Formate ohne Furcht vor Fehlschlägen zu präsentieren und der Community zugleich die Möglichkeit geben, sich auch im nächsten Jahr zu begegnen, sich auszutauschen und zu experimentieren! An den Formaten soll man auf jeden Fall online partizipieren können, gegebenenfalls können sie aber mit Events, bei denen sich eine kleinere Gruppe auch “vor Ort” befindet, verknüpft werden.

Thema: Experimente!

Experimente sind in den Digital Humanities allein schon sprachlich allgegenwärtig. Forschungszentren bezeichnen sich selbst als Labore, es werden experimentelle Methoden entwickelt, man nähert sich Datensätzen experimentell etc. Inwieweit steckt hinter der Verwendung dieses Vokabulars, das zunächst in den Naturwissenschaften etabliert wurde, mehr als bloße Metaphorik? Erlauben Experimente Reproduzierbarkeit und Objektivität des Erkenntnisgewinns auch für die Geisteswissenschaften? Was genau sind Experimente in den Digital Humanities? Welche ethischen, technischen und prinzipiellen Grenzen haben Experimente in den Digital Humanities? Das sind nur einige Fragen zum Thema Experimente, die wir im nächsten Jahr gemeinsam diskutieren möchten. Zugleich laden wir mit der virtuellen DHd ein, experimentell an virtuelle Konferenzen heranzutreten und insbesondere neue Formate und Tools auszuprobieren, die anderen Partizipations- und Präsentationslogiken folgen.

Die Eventformate

Hinsichtlich der Formate gibt es keine strikten Vorgaben. Es können digitale Vorträge, Paneldiskussionen, Projektvorstellungen und Posterslams organisiert, Filme gezeigt, Webinare angeboten, soziale Events wie digitale Kaffeepausen und Stammtische eingerichtet und Podcasts, Grafiken oder Texte präsentiert werden. Digitale Preisausschreiben, Interviewsessions, Schnitzeljagden, Speed-Dating, Blogparaden, etc.: anything goes – solange das Event virtuell besuchbar, offen, integrativ und mit möglichst offener Lizenz versehen und nachhaltig abgelegt ist. 
Anstatt eines einzelnen Events, in dem alle Formate gebündelt werden, möchten wir die Veranstaltungen wie folgt über das Jahr verteilen:

  • Erste Eventtage in der KW 12: 22.–26.03.2021
  • Zwischenevents (möglich zwischen KW 12 und 37): hier vor allem Projektvorstellungen
  • Zweite Eventtage in der KW 37: 13.-17.09.2021

Die beiden Eventwochen sollen analog zu einer Konferenzwoche in einem begrenzten Zeitrahmen von 2–3 Tagen Aktivitäten und Aufmerksamkeit bündeln. Um eine breite Partizipation zu ermöglichen, können jedoch auch darüber hinaus an anderen Terminen Zwischenevents insbesondere für Projektvorstellungen angeboten werden, die ebenfalls zur vDHd2021 dazuzählen und in das Gesamtprogramm aufgenommen werden.
Klassische Vorstellungen von Projekten oder Arbeiten werden bevorzugt in den Zwischenevents und auf dem Blog untergebracht, um während den beiden Eventwochen Raum für freiere Formate zu bieten.

Uns schwebt vor, dass die Community sich selbst organisiert und Veranstaltungsvorschläge gemeinsam eingereicht werden. Für die beiden Eventwochen sollte die Veranstaltungsdauer einzelner Events eher kurz sein (45 Minuten). Nichtsdestotrotz kann es, dem Charakter der Veranstaltung entsprechend, auch hier Ausnahmen geben – wir bitten dann um eine entsprechende Information.

Publikation

Für die wissenschaftliche Publikationsform wird es einen separaten Call for Papers geben, in dem ein Peer-Review-Prozess etabliert wird. Alle Beitragenden der vDHd2021 werden herzlich zur Beteiligung eingeladen.
Darüber hinaus kann das vDHd2021-Blog https://vdhd2021.hypotheses.org/ als Präsentationsplattform für alternative Formate, Projektvorstellungen und Berichte von den Events (Experimentbericht!) genutzt werden. Hierfür bitten wir um einen Hinweis bei der Einreichung.

Infrastruktur

Es wird keine übergreifende Videokonferenzinfrastruktur genutzt, diese muss von der Organisation eines Participants selbst gestellt werden. Bitte klären Sie Kapazitätsgrenzen, Support und Lizenzfragen vorab mit dem zuständigen Rechenzentrum. Optimal ist die Vorbereitung einer Ausweich-Lösung, falls es zu Problemen kommt. Auch die mit einer Aufzeichnung verbundenen Fragen (Technik, Rechte, Datenschutz) sollten von Ihnen geklärt werden.

Sie haben eine tolle Idee, aber es fehlt die technische Infrastruktur? Dann sollten Sie zunächst selbst nach möglichen Partner:innen suchen. Wir planen für den Anfang des Jahres eine “Speeddating”-Runde als erstes Vorevent, in der sich mögliche Gleichgesinnte ebenfalls finden können.

Einreichung der Vorschläge

Bitte senden Sie uns Ihren Vorschlag als Schreiben, Video oder Pitch und füllen das Formular aus, das die folgenden Angaben abfragt:

  • Titel, Eventformat und inhaltliche Beschreibung der vorgeschlagenen Aktivität
  • Erläuterungen zum vorgeschlagenen Format und insbesondere, inwieweit es die Community mobilisiert und partizipieren lässt
  • Angaben zur Dauer des Events und zum gewünschten Termin
  • Die präferierte Kommunikations- oder Streaming-Plattform sowie verfügbaren Support oder eventuelle Fallback-Lösungen bei Problemen
  • Nennung der beteiligten Personen und ggf. zugehörigen Einrichtung. Auch Nachwuchswissenschaftler:innen (inklusive Studierender) werden nachdrücklich zur Beteiligung aufgefordert.
  • Angabe, ob der Vorschlag weiteren Personen Raum zur Mitarbeit eröffnet

Einreichungen sollten die Länge von 500- 1000 Wörtern bzw. 5 Minuten nicht überschreiten.

Bitte informieren Sie uns, ob Sie Ihre Veranstaltung in den Eventwochen oder als Zwischenevent organisieren möchten. Das Organisationsteam wird einen thematisch sinnvollen Gesamtablauf vorschlagen, so dass es ggf. zu anderen Terminvorschlägen kommen kann.

Die primäre Sprache der Veranstaltung ist Deutsch. Vorschläge sollen in deutscher, können aber auch in englischer Sprache eingereicht werden. Die Aktivitäten selbst sollen auf Deutsch durchgeführt werden, sie können aber in begründeten Fällen auch auf Englisch oder mehrsprachig durchgeführt werden.

Auswahl der Vorschläge

Neben dem DH-Bezug, den wir als selbstverständlich voraussetzen, gehören zu den Auswahlkriterien:

Experimenteller Charakter: Formate, die sich deutlich vom klassischen Vortrag unterscheiden, experimentellen Charakter haben und vielleicht sogar nur online möglich sind, werden priorisiert.
Partizipation: Anders als bei einer klassischen Veranstaltung bietet ein virtuelles Event ganz andere Möglichkeiten zur Einbeziehung der Teilnehmer:innen. Formate, die auf aktive Partizipation setzen, werden daher bevorzugt.
Keine Angst vor Fehlern: Auch aus Experimenten, die scheitern, lernen wir für die Zukunft. Aus diesem Grund wird explizit dazu aufgefordert, ohne Furcht vor Fehlschlägen und innovativ zu improvisieren – und einen Plan B im Ärmel zu haben.

Wir setzen keinen klassischen wissenschaftlichen Reviewprozess um. Aus organisatorischen Gründen behalten wir uns vor, ähnlich gelagerte Formate zusammenzulegen bzw. eine Vernetzung herzustellen. Abgelehnt werden Einreichungen, die thematisch bzw. organisatorisch nicht zum Call passen oder gegen die Satzung des DHd e.V. verstoßen.

Bitte senden Sie uns Ihr Proposal über das vorbereitete Webformular. Alternative Einreichungsformate können über URL mit eingebunden werden.

Fristende des Call for Participation: 7. Januar 2021. Die Teilnehmenden werden bis Ende Januar über die Auswahl informiert.
Lust, bei der Organisation mitzumachen? Dann bitte eine Mail an vdhd2021@dig-hum.de.

Kontakt

Das Organisationsteam

Mail: vdhd2021@dig-hum.de
Blog: http://vdhd2021.hypotheses.org 
Twitter: @vDHd2021
Discord: https://discord.gg/u5hzceQ

Der CRETA-Verein

Fr, 11/06/2020 - 09:06

Am 23.10.2020 ist das eHumanities-Zentrum CRETA mit der Gründung eines Vereines in eine neue Phase übergegangen. Mit der Vereinsgründung wird einerseits der Tatsache Rechnung getragen, dass über Stuttgart hinaus inzwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an ähnlichen Zielen arbeiten und CRETA in vielfältiger Weise verbunden sind, etwa durch gemeinsame Projekte. Andererseits sind einige CRETA-Angehörige jetzt oder demnächst nicht mehr an der Universität Stuttgart tätig. CRETA verwandelt sich also in ein dezentrales Zentrum, das künftig als (noch einzutragender) Verein agiert. Der Verein wird dann viele der Aktivitäten — Coaching, Werkstätten, Hackatorials — weiterführen.

Die neue Adresse (und Webseite) des Vereins ist www.cretaverein.de.

Warum ein Verein?

Da die Förderung durch das BMBF Ende des Jahres ausläuft, stellte sich naheliegenderweise die Frage, wie und ob CRETA weitergeführt wird. Im Zuge der Einrichtung von CRETA an der Universität Stuttgart wurden ja auch ein Masterstudium und eine Professur für Digital Humanities eingerichtet, die institutionell natürlich eine Verdauerung darstellen. Allerdings ist die Institutionalisierung in dieser Form nur die eine Seite. Die andere ist, dass sich in fünf Jahren CRETA ein Netzwerk an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern (auch und gerade aus dem wissenschaftlichen Nachwuchs) aus den verschiedenen Disziplinen gebildet hat, das aufeinander eingespielt und in interdisziplinären Aktivitäten geübt ist. Dieses Netzwerk wollen wir erhalten, auch wenn nicht mehr alle Beteiligten im gleichen Projekt arbeiten.

Ein weiterer Punkt ist, dass CRETA in den vergangenen Jahren vielfältige Beziehungen zu Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an anderen Einrichtungen aufgebaut hat, durch gemeinsame Projekte, Workshops, Veröffentlichungen oder wilde Ideen. Diese Verbindungen zu stärken und ein wenig zu institutionalisieren ist eine weitere Motivation dafür, nach Ende der BMBF-Förderung etwas zu tun.

Warum also ein Verein? Weil ein Verein von allen Möglichkeiten eine Institution zu erzeugen, die flexibelste und niedrigschwelligste ist — zudem existiert mit dem Institut für Dokumentologie und Editorik ein Beispiel, an dem wir uns auch ein bisschen orientieren. Wie wir in unserem mission statement festgehalten haben, sehen wir nach wie vor viele Baustellen, an denen es sich — gemeinsam — zu arbeiten lohnt. Der Verein bietet dafür eine nicht an eine spezifische Universität gebundene organisatorische und institutionelle Hülle.

Was macht der Verein konkret?

Es gibt einige Aktivitäten, die wir als eHumanities-Zentrum angefangen haben, die auch als Verein weitergeführt werden sollen. Allen voran sind das regelmäßige Werkstätten, bei denen recht frei über die verschiedenen konkreten Projekte diskutiert werden kann. Diese stehen natürlich allen Vereinsmitgliedern offen (und natürlich werden wir in dem Rahmen auch unsere Mitgliederversammlungen abhalten). Voraussichtlich wird die nächste Werkstatt im Herbst 2021 stattfinden.

Eine andere Aktivität, die 2021 auch wiederaufgenommen werden soll, ist das coaching, also die individuelle Beratung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern durch das CRETA-Team. Eine Erweiterung des Portfolios durch Workshops und Tutorials ist ebenfalls angedacht.

Hauptsächlich ist der Verein aber eine Art Dach für konkrete Projekte, denen sich die Vereinsmitglieder widmen. Einige dieser Projekte sind hier verlinkt.

Wer kann Mitglied werden?

Um dem CRETA-Verein beizutreten, muss man keine Verbindungen nach Stuttgart haben. Voraussetzung ist ein Interesse an Aspekten der reflektierten Textanalyse, wie sie z.B. im mission statement festgehalten sind, und die Bereitschaft, sich etwa im Rahmen von Werkstätten ein wenig einzubringen.

Details dazu können dieser Seite entnommen werden.

„Abgeleitete Textformate“ als neuer Ansatz für die Arbeit mit urheberrechtlich geschützten Texten

Fr, 11/06/2020 - 08:47

Bericht von der DFG-Experten-Workshopreihe zu „Strategien für die Nutzbarmachung urheberrechtlich geschützter Textbestände für die Forschung durch Dritte“ an der Universität Trier.

In einem zweitägigen von der DFG geförderten Workshop gingen Expertinnen und Experten am 28. November 2019 sowie am 17. Januar 2020 an der Universität Trier der Frage nach, wie nach geltendem Urheberrecht bisher geschützte Textbestände für Forschungszwecke genutzt und publiziert werden können. Der interdisziplinäre Workshop wurde konzipiert und organisiert von Prof. Dr. Benjamin Raue (Institut für Recht und Digitalisierung Trier) und Prof. Dr. Christof Schöch (Trier Center for Digital Humanities). Die an beiden Tagen versammelte Expertise der Teilnehmer*innen umspannte neben den Rechtswissenschaften und Digital Humanities die Informatikwissenschaften, die Computerlinguistik sowie die Gedächtnisinstitutionen.

Damit waren Vertreterinnen und Vertreter verschiedener potentieller Zielgruppen repräsentiert, die eine mit dem Workshop verbundene Publikation erreichen möchte: Es wird eine (mehrteilige) Handreichung entstehen, die Strategien im Umgang mit dem Urheberrecht sowohl für Anwender:innen von Text und Data Mining in den Digital Humanities, der Computerlinguistik und in den Informatikwissenschaften als auch für Texte zur Verfügung stellende Gedächtnis‑/Infrastruktureinrichtungen darlegt. Zugleich soll sie einen rechtswissenschaftlichen Forschungsbeitrag zur Frage der Bewertung verschiedener Umgangsformen mit dem Urheberschutzrecht liefern. Mit der vielfältigen Zusammensetzung der Expert:innengruppe waren die Interessen und Perspektiven fast aller betroffenen Akteure vertreten und die Voraussetzung für intensive Diskussionen gegeben. Dieser produktive Austausch sollte allerdings in einem nächsten Schritt noch um die bisher nicht repräsentierte Position der Verlage erweitert werden.

Als zentral erwies sich bereits am ersten Workshop-Tag die Frage, wie mögliche – aus urheberrechtlich geschützten Texten abgeleitete – Textformate zu bewerten sind. Die grundlegende Idee besteht darin, bisherige Hemmnisse für die Forschung dadurch zu überwinden, dass der urheberrechtlich geschützte Ausgangstext in ein Format transformiert wird, das vom Urheberrechtsschutz nicht mehr betroffen ist. Denn wenngleich durch das neue Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz (UrhWissG) von März 2018 und durch die „Directive on Copyright“ auf EU-Ebene von 2019 im Hinblick auf die Nutzung von Textsammlungen für das Text-und-Data-Mining bereits einige Verbesserungen zu verzeichnen sind, so besteht die folgenreiche Problematik weiterhin darin, dass die Weitergabe und Publikation solcher Textsammlungen starken Beschränkungen unterliegen.

Wenn es also gelänge, Textformate zu finden, die aus rechtswissenschaftlicher Perspektive vor dem Hintergrund des geltenden Urheberrechts (und ggf. Leistungsschutz- und Datenbankherstellerschutzrechts) als unbedenklich eingestuft würden und zugleich die Bearbeitung sinnvoller Fragestellungen ermöglichten, so ließe sich eine der zentralen Restriktionen der Digital Humanities überwinden. Bisher kaum je im Maßstab von Text- und Data-Mining betrachtete Korpora (vor allem nach 1920) wären auf völlig neue Weise zu erschließen: Textsammlungen könnten transparent nachgenutzt werden, Forschungsergebnisse wären reproduzierbar, unnötiger Ressourcenaufwand in der potentiell doppelten (weil bisher aus urheberrechtlichen Gründen nicht durch Dritte nachnutzbaren Daten) Erstellung von Textsammlungen könnte vermieden werden.

Die intensive Diskussion zwischen den verschiedenen Akteuren – mit u. a. Harry Potter als einem ebenso einschlägigen wie herausfordernden Fall- und Textbeispiel – ließ es durchaus möglich, aber keineswegs einfach erscheinen, den virulenten Zielkonflikt auszubalancieren: Denn zum einen ist es fraglich, welchen Erkenntnisgewinn ein Textformat noch verspricht, wenn zu viele Informationen getilgt wurden; und zum anderen stellen oft gerade ‚kreative‘, ‚schutzbegründende‘ Eigenschaften den Kern des geistes-, zumindest literaturwissenschaftlichen Interesses dar. Als sehr gewinnbringend stellte sich die konkrete Diskussion der Möglichkeiten, aber auch der Grenzen der einzelnen Textformate dar.

Neben den naheliegenden und teilweise bereits umrissenen Zielen – dass die Formate nicht als relevante Reproduktion des geschützten Ausgangstextes erkennbar sein dürfen und dass dennoch relevante Forschungsfragen bearbeitet werden können – bestand eine diskutierte Zieldimension darin, die Anzahl der verschiedenen Formate möglichst niedrig zu halten und zugleich eine möglichst hohe Diversität im Hinblick auf die analytischen Zugänge zu gewährleisten. Außerdem wurden denkbare Bereitstellungsszenarien solcher Textformate thematisiert und damit verbundene Aspekte – nicht zuletzt Fragen der Standardisierung – besprochen. Darüber hinaus kristallisierte sich zunehmend heraus, dass es sinnvoll wäre, die Entscheidung für oder gegen bestimmte Textformate im Rahmen von Begleitforschungsprojekten auf eine empirische Basis zu stellen. So könnten beispielsweise Analyseresultate auf Basis der geschützten Ausgangstexte mit den Ergebnissen verglichen werden, die in der Untersuchung abgeleiteter Formate erzielt wurden. Es ergab sich neben solchen Performanz-Tests bestimmter Formate (in Kombination mit den jeweils möglichen Verfahren) eine Vielfalt spannender Anschlussüberlegungen – beispielsweise die Frage, welche Effekte eine Kombination mehrerer abgeleiteter Textformate für die Anwendungsszenarien einerseits, die Rekonstruierbarkeit der Texte andererseits, mit sich bringt.

Während derartige Fragen ein doch verhältnismäßig spezialisiertes interdisziplinäres Forschungsfeld betreffen, so ist aus Sicht der Digital Humanities vor allem der Nutzen „abgeleiteter Textformate“ im Erschließen völlig neuer, bisher nicht (für das Text-und-Data-Mining) berücksichtigten Korpora betont worden. Es hätte definitiv weitreichende Konsequenzen, wenn sich die angedachten Lösungsansätze zur Überwindung derzeitiger Restriktionen standardisiert in die Praxis umsetzen ließen und auf breite Akzeptanz stießen. Angesichts der Einschränkungen im Hinblick auf den Informationsgehalt werden solche Textformate zwar nicht unbedingt etwas zu methodischen Innovationen beitragen können, doch es erschließen sich sprichwörtlich neue ‚Welten‘ von Korpora, über die bisher keine Aussagen im Maßstab des Text-und-Data-Mining getroffen werden können. Die sich eröffnenden Möglichkeitsräume liegen also für die Digital Humanities vor allem in der Anwendung standardisierter Methoden auf bisher unbekannten (oder teilweise treffender: nicht in ihrer Breite wissenschaftlich rezipierten) Textkorpora insbesondere (der zweiten Hälfte) des 20. Jahrhunderts.

Für verschiedene am zweiten Workshop-Tag diskutierte Textformate finden sich Beispiele aus einer kleinen Textsammlung, die unter https://github.com/dh-trier/tmr nachvollzogen werden können. Ideen und Vorschläge für relevante, im weiteren Verlauf zu berücksichtigende Korpora, an denen die Erstellung der abgeleiteten Formate sowie die analytische Performanz getestet werden können, sind willkommen. Eine klar abgesteckte Konzeption der mehrgliedrigen Handreichung konnte als Ergebnis des zweiten Tages gesichert werden und wird derzeit umgesetzt. Zudem sind mehrere Veröffentlichungen entweder in Vorbereitung oder bereits erschienen, die die Themen der Workshopreihe aus verschiedenen Perspektiven beleuchten.

(Dr. Maria Hinzmann ist Mitarbeiterin im MiMoText-Projekt, das am Trier Center for Digital Humanities angesiedelt ist.)

Publikationen im Kontext der Workshopreihe

  • Schöch, Christof, Frédéric Döhl, Achim Rettinger, Evelyn Gius, Peer Trilcke, Peter Leinen, Fotis Jannidis, Maria Hinzmann, and Jörg Röpke. “Abgeleitete Textformate: Text und Data Mining mit urheberrechtlich geschützten Textbeständen.” Zeitschrift Für digitale Geisteswissenschaften 5, 2020, http://www.zfdg.de/2020_006, DOI: 10.17175/2020_006

BBAW sucht stud. Mitarbeiter*in im Proyecto Humboldt Digital

Mo, 11/02/2020 - 10:46

Studentische Hilfskraft (m/w/d) für das 2019 gegründete internationale Kooperationsprojekt Proyecto Humboldt Digital (ProHD)

Diese Stellenausschreibung finden Sie auch auf den Seiten der BBAW unter https://www.bbaw.de/stellenangebote/stellenausschreibung-studentische-hilfskraft-m-w-d-4.

Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Sitz in Berlin. Ihr wissenschaftliches Profil ist vor allem geprägt durch langfristig orientierte Grundlagenforschung der Geistes- und Kulturwissenschaften. Die Akademie beschäftigt etwa 350 Mitarbeiter/innen, ihr Jahresbudget beträgt rund 30 Mio. Euro. Für den Bereich Digital Humanities sucht die Akademie für das 2019 gegründete internationale Kooperationsprojekt Proyecto Humboldt Digital (ProHD) zum 01. Januar 2021 eine studentische Hilfskraft (m/w/d)  im Umfang von 41 Stunden/Monat, befristet für mindestens 6 Monate.
 
Das 2019 neu gegründete Proyecto Humboldt Digital (ProHD) – Initiative zur Fortbildung in den Digitalen Geisteswissenschaften (La Habana/Berlin) ist ein internationales Kooperationsprojekt an den zwei Standorten Berlin (BBAW) und Havanna (Casa Museo Alejandro de Humboldt). Es richtet sich als interdisziplinäres und interkulturelles Projekt an ein Team internationaler Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, die mithilfe der Technologien und Methoden der digitalen Geisteswissenschaften schriftliches Kulturerbe bewahren, erschließen und erforschen wollen.
 
Aufgaben:

  • Mitarbeit bei der Entwicklung eines Oxygen ediarum-Frameworks für das Projekt
  • Mitarbeit beim Frontend-Development des TEI-Publisher (Layout und Design)
  • Konvertierung bzw. Transformation von XML-kodierten Texten
  • Pflege und Redaktion der Editionsrichtlinien.

Voraussetzungen:

  • Studium im Bereich der Informatik, Informationswissenschaften, Medienwissenschaften, Grafik- oder Kommunikationsdesign o.ä.
  • akribische, selbstständige und teamorientierte Arbeitsweise – Erfahrung im Umgang mit XML und/oder anderen Auszeichnungssprachen wie HTML, LaTeX, CSS usw.
  • gute Kenntnisse der englischen Sprache (mind. B2)
  • erwünscht sind:
  • Kenntnisse der XML-Subsets TEI-XML, DTA-Basisformat (DTABf) oder DITA
  • vertrauter Umgang mit XML-Technologien (XQuery, XSLT, XPath) oder vergleichbaren Abfragesprachen (z.B. Regex)
  • Kenntnisse der spanischen Sprache.

Die Vergütung erfolgt nach TV Stud II unter Einhaltung des Berliner Landesmindestlohns. Der Dienstort ist Berlin.

Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften ist bestrebt, den Anteil von Frauen in Bereichen, in denen sie unterrepräsentiert sind, nach Maßgabe des Landesgleichstellungsgesetzes und des Frauenförderplanes zu erhöhen, daher sind Bewerbungen von Frauen ausdrücklich erwünscht.

Bewerbungen von Personen mit Migrationshintergrund sind ausdrücklich erwünscht. Bewerbungen von Schwerbehinderten werden bei gleicher Eignung vorrangig berücksichtigt.

Ihre aussagekräftigen schriftlichen Bewerbungsunterlagen richten Sie bitte möglichst elektronisch in einer PDFDatei (max. 5 MB) bis zum 15.11.2020 unter der Kennziffer „AV/08/2020“ an:

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Referat Personal und Recht
Frau Ines Hanke
Jägerstr. 22/23, 10117 Berlin

personalstelle@bbaw.de
 
Aus Kostengründen können Bewerbungsunterlagen nur zurückgeschickt werden, wenn ein frankierter Rückumschlag beigefügt wird.

Datasheet Editor und Geo-Browser Release Version 3.6, November 2020

Mo, 11/02/2020 - 10:39

Beispielhafte Visualisierung im DARIAH-DE Geo-Browser

Mitte November werden zwei DARIAH-DE-Angebote – der Geo-Browser sowie der dazugehörige Datasheet Editor – in Version 3.6 veröffentlicht. Die damit einhergehenden Verbesserungen der beiden Werkzeuge sind im Folgenden beschrieben. Für alle Fragen rund um den DARIAH-DE Geo-Browser und den Datasheet Editor steht der CLARIAH-DE Helpdesk gerne zur Verfügung.

As of Mid November, the Datasheet Editor and the Geo-Browser will get major changes and fixes for version 3.6. They mainly relate to authentication, authorization, accessibility, and many smaller fixes aiming to improve the usability of both services.

What is new?

In the upcoming release version you can log in via the DARIAH AAI using your DARIAH account or eduGAIN federation account. Your datasets will then be stored to the DARIAH-DE OwnStorage and you can read, write, delete, and share each of your datasets.

The look of the dataset’s IDs will change: Instead of “721203“ the IDs now look like “EAEA0-7A23-E68F-EBC2-0“. The storage URL host and path of your current datasets stay, will be rendered read-only and can be easily migrated.

Smaller issues were fixed, such as: Refine geolocation completion, improve magnetic link section, fix upload to DARIAH-DE Storage, add tooltips, add GeoNames for map selection again, fix TGN issues, GUI bugs, and general HTML and CSS issues.

If you are interested, we would highly appreciate testing the current BETA version 3.6-BETA, that is available as of now at geobrowser.de.dariah.eu/beta/edit. The documentation of the new release version can be found at geobrowser.de.dariah.eu/beta/doc.

As always we advise you to contact the CLARIAH-DE Helpdesk in case of questions or problems you encounter during the use of the services. Through the CLARIAH-DE Helpdesk you have access to the developers and experts behind the Datasheet Editor and Geo-Browser.

Virtuelles DH-Kolloquium an der BBAW, 13.11.2020, Annelen Brunner: „Redewiedergabe – Korpusressourcen & Automatische Erkenner“

Do, 10/29/2020 - 10:54

Am 13. November 2020, von 17 Uhr bis ca. 19 Uhr, findet erneut das virtuelle DH-Kolloquium der BBAW statt, bei dem Referentin Dr. Annelen Brunner (Leibniz-Institut für Deutsche Sprache Mannheim) die durch das Projekt „Redewiedergabe“ zur Nachnutzung bereitgestellten Korpusressourcen und automatischen Erkenner für Redewiedergabe vorstellen wird.

Der Vortrag, dessen Ankündigung untenstehend zu finden ist, wird vorab aufgezeichnet und rechtzeitig vor Beginn des Kolloquiums bereitgestellt. Der Link zum Vortrag wird parallel auf Twitter (@DHBBAW) sowie im Channel „berlin_dhberlin“ auf der Plattform discord (⇒ Einladungslink: https://discord.gg/sw4D5NN) gepostet.

Zur Kolloquiumszeit startet auf der Plattform discord die Diskussion, zu der wir hiermit alle Interessierten sehr herzlich einladen möchten. Zuhörerinnen und Zuhörer können ihre Fragen außerdem per Mail an dh-kolloquium@bbaw.de senden. Diese werden von den OrganisatorInnen des Kolloquiums ausgewählt und dann (ggf. verkürzt) über discord an die Referentin weitergegeben.

Redewiedergabe – Korpusressourcen & Automatische Erkenner
Dr. Annelen Brunner (IDS Mannheim)
13.11.2020, 17–19 Uhr (virtuell)

Das 2020 abgeschlossene DFG-Projekt „Redewiedergabe“ (www.redewiedergabe.de; github.com/redewiedergabe) beschäftigte sich mit der empirischen Erforschung von Formen der Wiedergabe von Rede und Gedanken im Deutschen. Im Fokus standen die Typen direkte (Er sagte: „Ich habe Hunger.“), indirekte (Er sagte, er habe Hunger.), freie indirekte (Er war ratlos. Wo sollte er jetzt nur etwas zu essen finden?) und erzählte Wiedergabe (Sie sprachen über das Mittagessen.). Dieser Vortrag stellt die Ressourcen vor, die während der Projektlaufzeit entstanden sind und der Forschungsgemeinschaft frei zur Verfügung gestellt werden.

Dies sind zum einen aufwendig manuell nach Redewiedergabeformen annotierte Sprachdaten (Zeitraum: 1840-1920; fiktionale und nicht-fiktionale Texte). Das balancierte Kernkorpus umfasst 490.000 Tokens, zusätzlich stehen ca. 3 Mio. Tokens an annotiertem Material mit z.T. vereinfachtem Annotationssystem zur Verfügung.

Zum anderen wurden im Projekt auf DeepLearning basierende automatischer Erkenner für Redewiedergabe entwickelt, die quantitative Studien an großen Textmengen ermöglichen. Im Vortrag wird auch ein Anwendungsszenario dieser Werkzeuge vorgestellt.

Wir hoffen, Interesse an diesen neuartigen Ressourcen zu wecken, die sowohl für linguistische und literaturwissenschaftliche als auch computerlinguistische Projekte nützlich sein können.

Publikationen:

Annelen Brunner, Stefan Engelberg, Fotis Jannidis, Ngoc Duyen Tanja Tu, Lukas Weimer (2020): Corpus REDEWIEDERGABE, Proceedings of the 12th Language Resources and Evaluation Conference, Marseille, S. 796-805.

Annelen Brunner, Ngoc Duyen Tanja Tu, Lukas Weimer, Fotis Jannidis (2020): To BERT or not to BERT – Comparing Contextual Embeddings in a Deep Learning Architecture for the Automatic Recognition of four Types of Speech, Thought and Writing Representation, Proceedings of the 5th Swiss Text Analytics Conference (SwissText) & 16th Conference on Natural Language Processing (KONVENS), Zurich, Switzerland, June 23-25, 2020.

Wissenschaftliche/r Mitarbeiter*in im Forschungsdatenmanagement (m/w/d) gesucht. Entgeltgruppe 13 TV-L (50%), befristet bis 31.03.2022, Bewerbung bis 31.10.2020.

Di, 10/20/2020 - 12:49

Das Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO) e.V. erforscht in vergleichender Perspektive die historischen und kulturellen Entwicklungsprozesse in der Region zwischen Ostsee, Schwarzem Meer und Adria von der Spätantike bis zur Gegenwart. Die große geographische Reichweite seines Forschungsprogramms bedingt einen besonderen Forschungsansatz, der Komparatistik, Interdisziplinarität und Transnationalität vereinigt, und der zudem die gesamte historische Tiefe vom Übergang der Antike zum Mittelalter bis in die Gegenwart in den Blick nimmt. Das in der Leipziger Innenstadt ansässige GWZO beschäftigt ca. 70 Mitarbeiter*innen aus dem In- und Ausland.

Für das in der Abteilung 4 „Wissenstransfer und Vernetzung“ des Institutes seit April 2019 angesiedelte, in Kooperation mit drei weiteren Forschungsinstituten und der BSB München durchgeführte und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierte Verbundprojekt „Forschungsdatendienst für Ost-, Ostmittel- und Südosteuropaforschung (OstData)“

suchen wir zum 01.12.2020

eine oder einen wissenschaftliche/n Mitarbeiter*in im Forschungsdatenmanagement (m/w/d) in der Entgeltgruppe 13 TV-L (50%), befristet bis zum 31.03.2022.

Kennziffer: 20_07_A4

Ihre Aufgaben:

– Beteiligung am Aufbau einer Infrastruktur zur Speicherung, Veröffentlichung, Langzeitarchivierung und Suche von Forschungsdaten einschließlich vielfältiger Beratungsleistungen zum Forschungsdatenmanagement im Rahmen des Verbundprojektes „OstData“

– Weiterentwicklung eines Qualitätsmanagementsystems für Forschungsdaten in Kooperation mit den Verbundpartnern

– Entwicklung eines Datendokumentationsverfahrens und einer Handlungsrichtlinie zur Fehlerübermittlung

– Überprüfung von Review-Verfahren speziell für geisteswissenschaftliche Forschungsdaten

– Beratungsleistungen zum Forschungsdatenmanagement und Präsentation der Arbeitsergebnisse intern und extern

– Vorbereitung eines Projektfolgeantrags

Ihr Profil:

– sehr guter Hochschulabschluss (M.A.) in einem kultur-, geistes- oder sozialwissenschaftlichen Fach mit Schwerpunkt Osteuropa wie Osteuropäische Geschichte, Slawistik o.Ä.

– Erfahrungen im Bereich des Forschungsdatenmanagements und/oder des Datenbankmanagements von Bibliotheken, Archiven, Repositorien o.Ä. bzw. in der datenbanknahen Programmierung

– Übersetzungsfähigkeit fachwissenschaftlich-inhaltlicher Anforderungen in administrative Prozesse sowie umgekehrt technischer Bedingungen in fachdisziplinär verständliche Inhalte und Aufgaben

– eine serviceorientiere und kooperative Einstellung, Flexibilität und Reisebereitschaft (im Rahmen der gegenwärtig geltenden Hygienevorschriften) werden erwartet

Wir bieten:

– kreatives und motivierendes Arbeitsumfeld, flache Hierarchien

– lebendige Sozialkultur, Offenheit und vertrauensvolles Miteinander

– Möglichkeit zur individuellen wissenschaftlichen Profilierung und Weiterqualifizierung

– Arbeitsplatz im Herzen der Stadt und in unmittelbarer Campusnähe zur Universität Leipzig

Das GWZO verfolgt das Ziel der beruflichen Gleichstellung von Frauen und Männern und fordert deshalb nachdrücklich Frauen zur Bewerbung auf. Die Bewerbung von Frauen wird besonders begrüßt und bei gleichwertiger Qualifikation und Eignung bevorzugt behandelt, da die zu besetzende Stelle zu einer Struktureinheit gehört, in der Frauen unterrepräsentiert sind. Schwerbehinderte werden bei gleicher Qualifikation vorrangig berücksichtigt.

Sollten Sie sich angesprochen fühlen, bitten wir um Zusendung Ihrer aussagekräftigen Bewerbung mit den einschlägigen Unterlagen bis zum 31.10.2020 schriftlich an den Direktor des GWZO, Herrn Prof. Dr. Christian Lübke, Specks Hof, Reichsstraße 4-6, 04109 Leipzig oder per E-Mail an: bewerbung@leibniz-gwzo.de. Eine Bewerbung per E-Mail ist datenschutzrechtlich bedenklich. Der/die Versender/-in trägt dafür die volle Verantwortung.

Weitere Informationen zum GWZO finden Sie auf unserer Website www.leibnizgwzo.de.

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