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Digital Humanities im deutschsprachigen Raum
Aktualisiert: vor 1 Stunde 13 Minuten

Stellenausschreibung: Wissenschaftlichen Leiter (m/w/d) des Regionalreferats und der Digitalisierung (A 13/14 LBesO) der Badischen Landesbibliothek

Di, 04/02/2019 - 11:04

Die Badische Landesbibliothek sucht zum 1. Oktober 2019 einen

Wissenschaftlichen Leiter (m/w/d) des Regionalreferats und der Digitalisierung (A 13/14 LBesO) Ihre Aufgaben
  • Leitung und konzeptionelle Weiterentwicklung des Bereiches Landeskunde und Landesbibliographie, Projekte und Marketing für landeskundliche Datenbestände, Networking und Publikationstätigkeit
  • Leitung und forschungsnahe Weiterentwicklung des Bereiches Digitalisierung, Planung und Umsetzung von Digital Humanities-Projekten, Erarbeitung von Drittmittelanträgen
  • Fachreferat Geschichte und ggf. weitere Fächer
  • Vertretung der BLB in regionalen und überregionalen Gremien
Ihr Profil
  • abgeschlossenes Hochschulstudium und Befähigung für die Laufbahn des höheren Bibliotheksdienstes
  • Fachkompetenz in allen Bereichen der historischen Wissenschaften und der Hilfswissenschaften
  • Erfahrung in der Umsetzung von Digital Humanities-Projekten und mit der Erschließung in HTML und XML/TEI, fundierte Kenntnisse aktueller Digitalisierungsmanagementsysteme und Workflows

In der Badischen Landesbibliothek sind die Bereiche Landeskunde und Digitalisierung eng verknüpft. Wir erwarten insbesondere aus ihrem Zusammenwirken wesentliche Impulse für die Weiterentwicklung unseres Dienstleistungsspektrums. Als Regionalreferent initiieren Sie entsprechende Projekte und setzen sie mit Ihren Teams eigenständig um. Sie befinden sich ständig in engem Austausch mit allen Aufgabenbereichen der Bibliothek und beziehen insbesondere auch den Sammlungsbereich in Ihre Konzeption mit ein.

Wir suchen eine dynamische, kommunikative, leistungsstarke, verantwortungs- und entscheidungsfreudige Persönlichkeit mit kritischem Urteilsvermögen, sicherem Auftreten, hohem Maß an Eigeninitiative und Durchsetzungsfähigkeit. Erfahrung mit digitalen Forschungsumgebungen wird vorausgesetzt. Sie ar-beiten gern im Team und in einem Netzwerk vielfältiger Kontakte, sind flexibel und belastbar und legen großen Wert auf Präzision und Zuverlässigkeit. Idealerweise verfügen Sie bereits über Führungserfahrung.

Es erwartet Sie ein attraktiver Arbeitsplatz in zentraler Innenstadtlage von Karlsruhe. Wir bieten Ihnen eine abwechslungsreiche, verantwortungsvolle Tätigkeit in einem innovativen Arbeitsumfeld mit umfassenden Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung.

Bei Nichterfüllung der beamtenrechtlichen Voraussetzungen ist die Beschäftigung nach TV-L möglich. Schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt. Ihre schriftliche Bewerbung richten Sie bitte bis zum 3. Mai 2019 an die Direktorin der Badischen Landesbibliothek, Erbprinzenstraße 15, 76133 Karlsruhe, direktion@blb-karlsruhe.de. Gerne können Sie hier auch vorab Auskunft einholen.

Stellenausschreibung: Forschungsdatenadministration (m/w/div), entweder auf zwei Stellen zu je 50 % oder auf einer Stelle in Vollzeit (TV-L EG 10)

Mo, 04/01/2019 - 12:36

Das Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG) in Mainz ist ein außeruniversitäres Forschungsinstitut in der Leibniz-Gemeinschaft. Es betreibt Forschungen zu den religiösen, politischen, sozialen und kulturellen Grundlagen Europas in der Neuzeit und unterhält ein internationales Stipendienprogramm (http://www.ieg-mainz.de). Als Mitglied des Mainzer Zentrums für Digitalität in den Geistes- und Kulturwissenschaften (mainzed) setzt sich das IEG für Open-Access-Publikationen ein und beteiligt sich am Aufbau digitaler Forschungsinfrastrukturen.

Zum nächstmöglichen Zeitpunkt bieten wir eine Beschäftigung in der

Forschungsdatenadministration (m/w/div)

entweder auf zwei Stellen zu je 50 % oder auf einer Stelle in Vollzeit (TV-L EG 10) an.

Stellenprofil

Die Stelleninhaberin / der Stelleninhaber ist der Leitung des Bereichs Digitale historische Forschung unterstellt. Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt in der Unterstützung des Auf- und Aus-baus einer integrierten Forschungsinfrastruktur für das IEG in Zusammenarbeit mit den Mitgliedseinrichtungen des mainzed und weiteren Partnern. Als Forschungsdaten werden hierbei sowohl Publikationen als auch die damit assoziierten Primärdaten sowie deren Digitalisate verstanden. Die Stelleninhaberin / der Stelleninhaber arbeitet an der technischen Weiterentwicklung der Infrastruktur mit. Zudem unterstützt sie / er die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am IEG im Umgang mit ihren Forschungsdaten (Erhebung, Erschließung, Sicherung und Nachnutzung).

Einstellungsvoraussetzungen

  • einschlägige Arbeitserfahrung im Bereich IT-Infrastruktur oder ein für das Tätigkeitsfeld qualifizierender Abschluss (z.B. in Medientechnologie, Bibliothekswissenschaft, Informationswissenschaft, Dokumentationswissenschaft, Datenmanagement)
  • fundierte Kenntnisse verschiedener Metadaten-Standards
  • gute Kenntnisse von Semantic Web und Linked Open Data
  • sehr gute Deutsch- und Englischkenntnisse.

Wünschenswert sind ferner Kenntnisse virtueller Forschungsumgebungen und Publikationsplattformen. Teamfähigkeit wird ebenso wie eine selbstständige Arbeitsweise vorausgesetzt.

Bewerbungen

Das Institut fördert die berufliche Gleichstellung von Frauen und Männern und setzt sich für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein. Frauen werden besonders zur Bewerbung aufgefordert. Schwerbehinderte werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt.

Die Vollzeitstelle ist grundsätzlich teilbar; bitte geben Sie in Ihrer Bewerbung an, ob Sie für eine 50%- oder eine 100%-Stelle zur Verfügung stehen würden. Schwerbehinderte werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt. Fragen richten Sie bitte an den Forschungskoordinator des IEG, Dr. Joachim Berger (berger@ieg-mainz.de).

Ihre Bewerbung senden Sie bitte (mit CV, Zeugnissen und ggf. Arbeitsproben) unter Angabe der Kenn.-Nr. FDA-2019 bis zum 26.04.2019 per E-Mail an die Personalabteilung des Leibniz-Instituts für Europäische Geschichte (bewerbung@ieg-mainz.de); bitte fassen Sie alle Unterlagen in einem PDF zusammen.

Beginn der Pilotphase des Tools DARIAH docs

Mo, 04/01/2019 - 08:19

Seit Kurzem steht mit DARIAH docs ein neuer Dienst zum Testen zur Verfügung:

DARIAH docs

Das noch in der Pilotphase befindliche Online-Tool wurde von der Firma DAASI gemeinsam mit DARIAH-EU geschaffen und erlaubt die kollaborative Bearbeitung von Dokumenten und Projekten. Es basiert auf der Cloud-Anwendung Collabora Online.

Die Pilotphase wird voraussichtlich insgesamt ein Jahr dauern. Während dieser Zeit können DARIAH-User und Forschende, deren Institution an die Interföderation eduGAIN angebunden ist, den Dienst testen.

Gerne laden wir Sie dazu ein, das Tool auszuprobieren und die Information auch an andere Forschende weiterzugeben, die davon profitieren könnten.

Einreichungen zur DHd 2019 – II

Sa, 03/30/2019 - 11:53
Einleitung

Dieses Jahr gab es 2 unabhängige Analysen der ConfTool Daten bzgl. der DHd Einreichungen. Beide überschneiden sich aber nur marginal, da Katharina Kiefer in ihrem Beitrag vor allem die angenommenen Beiträge betrachtet, während hier die Einreichungen ungeachtet ihres Annahmestatus ausgewertet wurden.

Einreichungstypen

Wie auch bei vorigen Instanzen waren die Beitragstypen Vortrag (84 Einreichungen) und Poster (74) die beliebtesten, während auch einige Workshops (23) und Panels (8) eingereicht wurden.

Beiträge nach Typ. Graphik erzeugt mit R (alle Weiteren Graphiken ebenso, wenn nicht explizit anders genannt) – Paket ggplot2. Autorenzahlen

Was das kollaborative Arbeiten anging, so zeichneten sich die beiden Hauptbeitragstypen durch eine erwartbare und auch im letzten Jahr attestierbare Vielzahl an Einzelautoreinreichungen aus (24 Poster [=ca. 32% der Poster], 22 Vorträge [= ca. 26% der Vorträge]), die jeweils etwas mehr als andere Autorenkonstellationen (Duo, Trio, Oligarchat) ausmachten. Bei den Workshops aber sieht man, dass hier Kollaboration Trumpf (nicht Trump!) ist, und die Anzahl der Autoren fast schon normalverteilt mit einem Maximum bei 3 aussieht. Hier gibt es nur einen Einzelautor.

AutorInnenzahlen pro eingereichtem Workshop.

Panels werden besonders behandelt, da Panelautoren mehrere Partizipanten bestimmten: neben Autoren des Panels (alle Paneleinreichenden waren Einzelautoren) gab es die Möglichkeit Chairs und Präsentatoren zu benennen. Während in 50% der Fälle 1 Chair seine Meute bändigt und anleitet, wurden 2 Mal 2 und 2 Mal 3 Chairs “aufgestellt“. Diese wiederum sollten 3 bis 8 Präsentierende moderieren, wobei diese Zahlensuppe folgende Elemente hatte: 3, 3, 4, 5, 5, 6, 7, 8 Präsentierende. Somit sind auch Panels trotz der Einzelautoren als Einreichenden ein an sich kollaboratives Format.

Nyhan & Duke-Williams untersuchten 2014 DH Journals bezüglich der Anzahl Autoren und kamen zu dem Schluss, dass Einzelautorenpaper dort dominieren. Erfreulicherweise ist eine so starke Dominanz wie bei den Artikeln der Journals für die Einreichungen der Konferenz nicht auszumachen, allerdings besteht auch hier eine Tendenz hin zum Einzelautorentum, welches immerhin mit 48 (+8 Panels) Einreichungen über der Zahl der Duos (44) liegt, Trios sind mit 39 Einreichungen fast gleichauf. Duos und Trios zusammen sind in jedem Einzelfall (Präsentationen, Poster, Workshops) und dem Gesamtfall aber zusammen stärker als die Einzelautoren. Interessant erscheint, dass 4-10 Autoren-Paper einen fast ebenso erheblichen Teil der Einreichungen ausmachen wie Einzelautoren. Erlaubt man eine solche grobe Gruppierung, erhält man ein einfaches, nicht suggestives Balkendiagramm, das auch zeigt, je mehr Autoren, desto weniger Einreichungen. Kollaboration ist offensichtlich anstrengend.

Einreichungen und Kollaborationstypen. Zahlen markieren Anzahl Autoren im Balkensegment – ggplot2.

Die Gammadistribution erreicht als Erklärungsgrundlage im Distributionfitting für die Einreichungen nach Autorenzahl einen geringfügig besseren Wert als die einfachere exponentielle (R – Paket fitdistr). Mit 2 Parametern lässt sich diese wohl besser erklären, z.B. steigender Kollaborationsaufwand und gemeinsame Stilfindung? Der Unterschied zwischen der Verteilung der Autorenzahlen auf die Präsentationstypen bei Postern und Präsentationen war übrigens nach X² nicht signifikant.

Einreichungen nach Autorenzahlen. Autoren

Bei den 519 Autorpositionen (im Weiteren auch Autorschaftsprozesse, wobei mehrere dieser durchaus von derselben Person ausgeführt werden können) stellt sich wiederum die Frage danach, um wie viele verschiedene Individuen es sich eigentlich handelt. Dabei wäre das Maximum 519, das absolute Minimum 189, ignoriert man einen Moment lang die tatsächlichen Verhältnisse Autoren/Einreichung und Präsentationstyp, da jeder nur eine Einreichung als Hauptautor und 2 als Coautor machen sollte/durfte + 1 mal Workshop oder Panel; 3 (+1) * 189 > 519. Auf dieser Skala bewegen wir uns de facto bei 429 verschiedenen Personen, womit Autoren generell eher an einer Einreichung als an mehreren beteiligt waren. Die konkreten Daten bestätigen das: 4 AutorInnen arbeiteten an 4, 14 an 3 Einreichungen mit, 50 an 2 und alle anderen (361) an nur einer.

Und jetzt lässt sich die Gretchen-Frage stellen: Wie sehr hielten sich die Autoren dieses Jahr an die Vorgaben?

Aus dem Call dieses Jahres (leicht verändert formuliert [kein Bezug auf Projekte -stattdessen Personen- und damit leicht konkretisiert] gegenüber dem Kölner Vorgänger):

Jede Person kann nur einen einzigen Vorschlag als Vortrag oder Poster einreichen (Rolle „Vortragende Person im ConfTool) und nur einen Vortrag halten. Die Ko-Autorschaft bei maximal zwei weiteren Vorschlägen (Vortrag oder Poster) ohne Beteiligung an der Präsentation ist möglich. Zusätzlich kann jede Person an maximal einer Panel- oder Workshop-Einreichung beteiligt sein.

Im letztjährigen Blog-Eintrag von Ulrike Henny-Krahmer (Würzburg) und Patrick Sahle (Köln) zeigte sich, dass sich auf der DHd in Köln nicht alle an diese Vorgaben gehalten hatten auch wenn relativ große Interpretationsspielräume aufgezeigt wurden.

Die diesjährige Formulierung ist vielleicht immernoch von notorischen akantschen-Misverstehern dahingehend auslegbar, dass das „Zusätzlich“ sich nur auf einen Wenn-dann Fall bezieht, also nur dann maximal eine Panel- oder Workshopeinreichung möglich ist, wenn man Vorträge und Poster überhaupt eingereicht hat (und ansonsten für die Beteiligung an Workshops und Panels keine Schranke gilt?). Der CfP lässt sich also m.E. noch weiter präzisieren. Es gab 4 Fälle, bei denen die im CfP angegebene Beschränkung nicht beachtet und um eine Submission überschritten wurde, sowie 2 weitere schwarze Schafe, die ungeachtet des Calls mehrfach als Erstautoren (Poster, Vortrag) auftraten.

Überraschend aus meiner Sicht war weiterhin, dass 248 und damit knapp 58% der verschiedenen Individuen nicht Erstautoren waren, d.h. in keinem der Paper als Erstautor auftraten. Diese Coautorengruppe arbeitete pro Kopf nur an ca. 1,08 Einreichungen (ein Exklusiv-Coautor an 3, 19 an 2 Einreichungen). Demgegenüber waren Individuen die auch als Erstautoren auftraten deutlich produktiver und arbeiteten pro Kopf an ca. 1,38 Einreichungen (unter Mithilfe der schwarzen Schafe).

Hier ist des Weiteren zu beachten, dass besonders in mehr geisteswissenschaftlich geprägten Publikationen die AutorInnen oft in alphabetischer Reihenfolge auftauchen und so ein wirklicher „Erstautor“ nicht auszumachen wäre. Da die alphabetische Reihenfolge auch zufällig eintreten kann, betrachten wir zuerst die Fälle, wo ein solches zufälliges Eintreten sehr unwahrscheinlich wäre, nämlich bei 5 oder mehr AutorInnen (hier 1/5! Reihenfolgen ergibt also 1/120 oder ca. 0,008 Wahrscheinlichkeit des zufälligen Eintretens; analog 1/6!, 1/7! etc.). Hier ist das Bild relativ eindeutig, nur 2 von 26 Einreichungen hatten AutorInnen in alphabetischer Reihenfolge und das bei nicht rein oder hauptsächlich geisteswissenschaftlicher Thematik. Auch bei geringeren Autorzahlen (selbstverständlich nicht Einzelautorschaften) sind die nicht-alphabetischen Sequenzen klar häufiger (ungefähr doppelt so häufig) als die alphabetisch geordneten. Das untermauert (macht man sich die hohe Wahrscheinlichkeit der zufälligen alphabetischen Reihenfolge bei Autorenduos – 1/2 – nochmal bewusst) die Validität der o.g. Produktivität nach Autorenrang.

Geographie

Was die Einreichungen aus einzelnen Ländern angeht, so werden gemeinsame Paper mit Autoren aus mehreren Orten generell nur einem Hauptort (Erstautor) zugewiesen. Die Statsitik, die daraus entstünde würde nicht unbedingt das Gesamt-Bild projizieren (159, Deutschland; 18 Österreich; 5 Schweiz; 4 Frankreich und jeweils 1 aus UK, Russland und Brasilien).

Anders verhält es sich mit den Ländern der Institute an denen die einreichenden Autoren im Einzelnen beschäftigt sind. Diese wurden wo nötig manuell auf Staaten abgebildet, sofern sie nicht schon Stadt oder Staat im Namen enthielten. Manche Institute waren Kooperationen oder beinhalteten mehrere Städte (z.B. Duisbug-Essen), welche jeweils einzeln bepunktet wurden (lieber kantsch zuviel als zu wenig). Bei insgesamt 519 Autorschaftsprozessen von denen 4 unabhängige ForscherInnen und tw. keinem exakten Ort zugeordnet waren, ergibt sich eine etwas interessantere Verteilung:

Land Autorschaftsprozesse Deutschland 438 Österreich 45 Schweiz 15 Frankreich 7 Italien 4 Russland 3 Luxemburg 1 Norwegen 1 UK 1 Spanien 1 Canada 1 USA 1 Brasilien 1

Auffällig ist, dass Österreich im Gegensatz zur Schweiz pro Kopf deutlich mehr mitarbeitet (ca. 1 Autorenschaft pro 200.000 Einwohner, was in etwa auch der deutschen Rate entspricht gegenüber 1 pro 560.000 – also fast 3 mal so viel oder besser dreimal so wenig; der Fairness halber müsste man vielleicht noch die nicht Deutsch-Schweizer abziehen, aber an einer Unterrepräsentation würde das nichts ändern). Die Österreichischen Zahlen erscheinen noch bemerkenswerter, wenn man in Betracht zieht, dass die österreichische DHa Konferenz einmal jährlich stattfindet, während Unterrepräsentation der Schweiz sich auf dem Weg zu einer Tradition befindet, siehe Tello, Henny-Krahmer/Sahle. Ebenso findet eine DH BeNeLux Konferenz statt und diese konzentriert scheinbar sehr erfolgreich die dortigen DH Beiträge neben der weltweiten DH (die dieses Jahr in Utrecht stattfindet) und bedingt mit, dass bei der DHd nur ein einziger Beitrag mit Autor aus Luxemburg trotz geographischer und linguistischer Nähe die gesamte BeNeLux Region repräsentiert. Im europäischen Ausland (teilweise mit, teilweise ohne nennenswerte deutsche Minderheiten) sind einige wenige Beteiligungen angesiedelt, dieses Jahr Frankreich (7), Italien (4), Russland (3), sowie Luxemburg, Norwegen und dem Vereinigte Königreich trotz Brexits, der nun doch nicht zeitlich mit dem Ende der DHd2019, dem 29.3.2019 zusammenfiel. Es gab auch 3 AutorInnen aus Übersee (nicht der kleine Ort am Chiemsee, sondern), aus den USA [New York], Canada [Victoria] und Brasilien [Rio de Janeiro]. Über die Nationalität der AutorInnen erlauben unsere Daten übrigens keinen Aufschluss.

Insgesamt sind 19 institutionell transnationale Einreichungen auszumachen. Deutsch-Österreichische Einreichungen führen diese kleine Liste vielleicht erwartbar an, dicht gefolgt von Deutschland-Schweiz und Deutschland-Österreich-Russland Kooperationen. Zusammenarbeit von Schweizern und Österreichern gab es dieses Mal nicht, aber dazu ist die Grenze eventuell einfach zu kurz oder Liechtenstein hat damit etwas zu tun oder aber der scheinbare schweizer DH-Pessimismus verträgt sich zu schlecht mit der österreichischen DH-Euphorie :). Die anderen transnationalen Einreichungen schließen bis auf eine Spanisch-Österreichische immer Deutschland mit ein. Insgesamt sind es also um die 10% transnationale Einreichungen und wenn man die Einzelautoreinreichungen (im Nenner) weglässt, da hier Kooperation schwerlich möglich scheint, sind es immerhin ca. 14%, was wie ich finde nicht sehr wenig ist, bedenkt man die räumlichen Schwierigkeiten solcher Zusammenarbeit.



Absolute Anzahl der Autorschaftsprozesse pro Staat, Deutschland ist hier „Jupiter“, Diagram mit https://bl.ocks.org/ , javascript D3, Labels geprunt, GNU GPL 3.

Ob die erste EADH einen Einfluss auf die Anzahl Einreichungen hatte, ist aus unseren Zahlen freilich nicht festzustellen. Die Anzahl Einreichungen bewegte sich sehr genau auf dem Niveau von Köln (Köln 187, Mainz-Frankfurt 189). Die Deadlines beider Konferenzen (EADH & DHd) lagen zudem so weit auseinander, dass kein Einfluss angenommen werden sollte.

Städte

Was einen Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschland angeht, so sind die Einreichungen fast genauso verteilt wie es die deutsche Bevölkerung ist (teilt man Berlin zu gleichen Teilen in Ost und West auf) und damit scheint es zumindest in Bezug auf die Aktivität in den digitalen Geisteswissenschaften (und nicht in der lieben Politik) keinen Unterschied zu geben!

Die Städteliste führt eindeutig die deutsche Hauptstadt mit 48 Autorschaftsprozessen an. Zählt man jedoch die Einreichungen aus Rhein-Main (Frankfurt, Mainz, [Darmstadt, 1 Einreichung]), der diesjährigen Veranstalterregion zusammen, so kann Berlin mit 70:47 deutlich auf den zweiten Platz verwiesen werden. Bereits in Köln waren die Kölner selbst stärkste Kraft – der Heimvorteil eben. Dass sich zusammen mit Würzburg, Hamburg, Wien, Köln, Potsdam, Göttingen und Stuttgart die Top 10 konstituiert zeigt aber, dass die Entfernung zum Veranstaltungsort weiter keinen signifikanten Einfluss auf die Einreichungszahlen haben sollte (und haben sollte). Zusammen sind diese Top 10 DH Orte für 301 Autorschaftsprozesse verantwortlich und damit für etwa 58% dieser.

Gründe könnten die traditionell starke Ausrichtung auf Digitale Geisteswissenschaften dieser Standorte (die auch in den letztjährigen DHds stark vertreten waren) und ggf. tw. auf das Konferenzthema sein. Hier die traditionelle Darstellung der produktivsten Städte als Wordcloud.

Die produktivsten Städte (Autorschaftsprozesse) im Vergleich zum Vorjahr (Blogbeitrag):

Rang. Stadt DHd 2019 DHd 2018
(Rang 2018) Diff. 1. Berlin 48 39 (2↑) +9 2. Würzburg 37 37 (3↑) +-0 3. Mainz 36 19 (9↑) +17 4. Hamburg 34 24 (6↑) +10 5. Frankfurt 33 13 (12↑) +20 6. Wien 31 33 (4↓) -2 7. Köln 28 58 (1↓) -30 8. Potsdam 21 17 (10↑) +4 9. Göttingen 17 23 (7↓) -6 10. Stuttgart 16 32 (5↓) -16 11. Leipzig 15 17 (10↓) -2 12. München 14 ?↑ ? 12. Bonn 14 ?↑ ? 13. Wolfenbüttel 12 ?↑ ? 14. Paderborn 11 20 (8↓) -9 15. Mannheim 10 ?↑ ? 15. Halle 10 ?↑ ? 16. Passau 9 15 (11↓) -6 16. Karlsruhe 9 ?↑ ? 17. Graz 7 12 (13↓) -5 …


19. Dresden 5 13 (12↓) -8 Tübingen*(nur Panelpräsentatoren) 0 13 (12↓) -13 16. Nürnberg (Erlangen-Nürnberg) 8 12 (13↓) -4 23. Moskau 1 12 (13↓) -11 Inhaltliches

Nachdem nun numerisch Metadaten zu den Einreichungen analysiert wurden, begeben wir uns endlich in die Domäne des Inhaltlichen und betrachten Titel, Keywords und Topics, die die Autoren bei Einreichung angeben mussten. Hierbei werden wir uns immer wieder nach dem Einfluss des Tagungsmottos „multimedial & multimodal“ fragen und versuchen ohne Analyse der eigentlichen Texte nur anhand dieser Tags und Labels etwas über Themenkomplexe herauszufinden, die die DH Community auf dieser Konferenz besonders umtrieben hat.

Titel

Was die Titel angeht, wird jedes Wort einzeln gezählt und (manuell kontrolliert) lemmatisiert bevor dann die Häufigkeiten ausgezählt werden. Englische Titel werden dabei übersetzt. Zunächst aber Allgemeines. Der durchschnittliche Titel war recht „wordy“ mit 10 Token. Das Minimum lag bei 1, das Maximum gar bei 28 Token, die Standardabweichung maß 4,3.

kürzester Titel: OpenAtlas

längster Titel: Eigen / fremd, süß / scharf – die gesellschaftliche Konstruktion von Dichotomien bei sozialen Kategorien und versprachlichten
Sinnesmodalitäten als Herausforderung bei der ´mixed methods´-Untersuchung kultureller Transfers in Kochbüchern

Akronyme kommen mir manchmal wie Statussymbole von Einreichungen vor, auch wenn ich sie selber und nicht ungern benutze. Generell kommt es mir vor als wird versucht zu klotzen: je eingängiger, witziger, aussprechbarer, ikonischer oder gar anti-Akronymestablishment ein Akronym ist, desto hipper wirkt es und damit der Titel und mit diesem gleich die ganze Einreichung; am besten hängt noch ein Tool mit dem Akronym zusammen und der Siegeszug in die (auch profane nicht wissenschaftliche) Welt steht ihm offen. Ob sie sich in 20 Jahren noch vermehrt haben werden oder als die VoKuHiLas der DH Titel der frühen 2000er belächelt werden werden, ist noch nicht abzusehen, beides würde mich aber nicht sonderlich wundern.

Zählen wir der Einfachheit halber Titel mit Token, die mehr als einen Großbuchstaben haben und trennen wir vorher Bindestrichkomposita und streichen wir nachher allgemeine Akronyme wie DH, XML usw., ergeben sich handkontrolliert immerhin 36 Einreichungen mit ureigenem Status-Akronym. Lassen wir die allgemeinen zu, die immerhin mehr Information in kurze Titel hineinkondensieren, so sind es 48, also letztlich jeder Vierte Titel. Kostprobe gefällig?

  • UPB-Annotate: Ein maßgeschneidertes Toolkit für historische Texte
  • Social Media, YouTube und Co: Multimediale, multimodale und multicodierte Dissemination von Forschungsmethoden in forTEXT
  • Maschinelles Lernen lernen: Ein CRETA-Hackatorial zur reflektierten automatischen Textanalyse
  • Förderung von Open-Access-Publikationen in den Geisteswissenschaften: Das BMBF-Projekt OGeSoMo
  • Von IIIF zu IPIF? Ein Vorschlag für den Datenaustausch über Personen

Zum Vergleich dasselbe für die Papertitel der letzten LREC: der Einfachheit halber sind auch allgemeine Akronyme gezählt und man kommt auf 36% Einreichungen mit Akronym im Titel. Ob da also ein gewisser Trend aus der Informatik herüberschwappt? Die durchschnittliche Titellänge war bei einer Standardabweichung von 3,39 dort 9,56 und damit fast identisch mit den DHd Titeln, Überraschung Nummer 2 für mich – one line is not enough. Trotz der hohen Anzahl an Publikationen (728) lag das Tokenminimum der LREC-Titel bei 3, das Maximum bei 25. Die DH Titel sind eben doch eine Idee kreativer ?!

Nun aber zu den häufigsten Wörtern bei den Titeln, die selbstverständlich keine Exklusiv-Akronyme enthalten, sondern am anderen Ende der Frequenzskalen zu finden sind. Zunächst filtern wir Stopwords heraus (hauptsächlich Funktionswörter, auch Satzzeichen), dann nutzen wir den simplen Space-Tokenizer. Die rohen Frequenzen der ersten 5 Ränge sind:

TokenAnzahlBeispiel14digitale12Text9Analyse9digitalen8Geisteswissenschaften7Digitale7Digital7

Das Beispiel ist in Titeln wohl beliebt, genauer „am Beispiel …“, ansonsten ist das Datenobjekt Text vorhanden und lokalisiert somit die DHd primär in einem der 4 von Jannidis et al. (2017, S. 13) vermuteten Digial Humanities Bereichen.

Wie man an den Einträgen zu digital aber sieht, ist hier dringend eine Lemmatisierung vonnöten. Diese wurde manuell vorgenommen, da das Material es erlaubte und eine Kontrolle automatisierter Ergebnisse ohnehin die Sichtung des gesamten Materials erfordert hätte. Die ersten 10 Ränge:

LemmaAnzahldigital49multimodal20Text15Beispiel14
Analyse13historisch10Korpus9Geisteswissenschaft9Annotation9multimedial8automatisch8Edition7virtuell6semantisch6Perspektive6Open6Methode6Humanities6Herausforderung6

Nun zeichnen sich schon besser Themenbereiche und Stichworte ab. Das Konferenzthema ist mit multimodal bereits sehr gut vertreten, die digitalen Geisteswissenschaften, aber auch andere Fügungen mit „digital“ (digitale Forschungsobjekte, Präsentationen, 3-D Modelle usw.) tragen zur höchsten Frequenz eines Einzelwortes im Titel der DHd Einreichungen bei.

Im Zuge der Lemmatisierung wurden schließlich die häufigen an mehreren Komposita beteiligten Lexeme vermerkt und in einem nächsten Schritt deren Auftreten gezählt. Die 10 häufigsten an Komposita beteiligten oder einzeln vorkommenden Lexeme waren:

LexemAnzahlText38Forschung24Wissenschaft23Analyse21Daten19Annotat15Bild15Edition14Suche13Modell12

Insgesamt sprechen diese allgemeineren Titelelemente eine Sprache, die von viel digitalen Objekten und Vorgängen um sie herum kündet. Ansonsten sind aber selbstverständlich Titel auch dazu gedacht sich von der allgemeinen Forschung abzugrenzen und aufzuzeigen, welchen individuellen Beitrag der Beitrag leistet.

Trotz der sehr spärlichen Textdaten versuchen wir die word2vec Transformation in einen Vektorraum, den wir visualisieren und clustern. Dabei werden Wortformen, die mindestens in 2 verschiedenen auf ein gemeinsames Lemma zurückzuführenden Formen auftreten im Text aus dem der Vektorraum erzeugt wird als dieses Lemma repräsentiert. Stopwords tauchen nicht auf. Die folgende Graphik ist eine tsne-Reduktion auf 2 Dimensionen und zeigt den Vektorraum mit den Nachbarn zum Begriff „DH“.



Vektorraum der Inhaltswörter der Titel der Einreichungen, Perspektive „DH“, erzeugt mit R-tsne.

Beim Clustern der Vektoren mit kmeans erscheint das Ergebnis bei k=5 Cluster am konsistentesten:

  • Annotation, automatisch, Perspektive, virtuell, Wort, semantisch, Raum
  • Beispiel, Analyse, Daten, Open, Corpus, computergestützt, Bild
  • digital, multimodal, Text, Modell, Geisteswissenschaft, Humanities, Visualisierung
  • historisch, Methode, neu, lernen
  • Herausforderung, multimedial, Edition, Suche, Museum
Keywords

Keywords werden selbst vergeben und sind somit frei. Wie sich im letztjährigen Blog gezeigt hat, führte dies dazu, dass es verhältnismäßig wenige gleich gewählte Keywords gab, was wiederum eine Verschlagwortung nach dem Auswahlprinzip (Stichwort Themenontologie) sinnvoll erscheinen lässt. Die Häufigkeiten der Keywords (lower-cased) verhielten sich ähnlich wie die Kölner Präzedenzen (man bedenke, dass die Anzahl Einreichungen fast identisch war). 777 Keywords wurden vergeben (Köln 763), davon 622 verschiedene (Köln 578).

KeywordHäufigkeitVisualisierung11Annotation9Digitale Edition8Digital Humanities7Forschungsdatenmanagement6

In Köln war das häufigste Keyword (Annotation) mit 12 Nennungen fast gleich häufig. Auch die Digitale Edition war dort unter den Top 5 Rängen, ebenso wie Visualisierung. Die anderen Top-Kandidaten unterscheiden sich. Das durch die NFDI Initiative mehr in den Fokus gerückte Thema Forschungsdatenmanagement platziert sich dieses Jahr weit oben. Schaut man etwas weiter nach unten findet man z.B. „Virtual Reality“, sowie „Augmented Reality“ mit jeweils 4 Verschlagwortungen und mag hier eine Verbindung zum Konferenzthema attestieren, was mit dem höheren Abschneiden des Schlagwortes „Kritik“ in Köln (Motto: Kritik der digitalen Vernunft) korrelieren könnte. Für weitergehende Interpretationen sind aber die Zahlen einfach zu klein.

Themen/Topics

Das kontrollierte Vokabular, das im ConfTool zur Auswahl von zum Beitrag passenden Themenbereichen zur Verfügung stand, leitet sich aus der Taxonomy of Digital Research Activities in the Humanities (TaDiRAH) ab und ist letztes Jahr im Blogeintrag gut beschrieben worden, hat sich außerdem m.W. seitdem nicht geändert, weswegen ich hier gerne den letztjährigen Blogbeitrag zitieren möchte:

TaDiRAH unterscheidet zunächst die drei Bereiche “Research Activities”, “Research Objects” und “Research Techniques”. Für die ersten beiden Bereiche liegen mit “Aktivitäten” und “Objekte” Übersetzungen ins Deutsche vor, welche in das Conftool eingegangen sind. Allerdings kommt es dabei zu einer gewissen Verschiebung der Hierarchien. In TaDiRAH gibt es bei den Aktivitäten Untergruppen, die dann wiederum die Begriffe für die einzelnen Aktivitäten enthalten. Bei den Objekten ist dies nicht so, es werden direkt die einzelnen Objekte genannt. Auf das Conftool übertragen standen die einzelnen Objekte in einer Gruppe “Objekte” direkt neben den Aktivitäten, die zu Aktivitätengruppen (“Erfassen”, “Analysieren”, usw.) zusammengefasst waren. Es standen sich also nicht die Bereiche “Objekte” vs. “Aktivitäten” direkt gegenüber, sondern die Bereiche “Objekte”, “Erfassen”, “Analysieren”, usw. Man wählt deshalb zwischen den Begriffen in den Aktivitäten-Bereichen “Erfassen”, “Erzeugung”, “Anreichern”, “Analysieren”, “Interpretation”, “Aufbewahren”, “Veröffentlichen” und “Rahmenaktivitäten” und dann aus den Objekt-Begriffen aus. Wir können nicht abschätzen, ob den Einreichenden die grundlegende Zweiteilung in Aktivitäten und Objekte bewusst gewesen ist, möglicherweise spielt das für die Analyse aber auch keine große Rolle. Wir haben dennoch versucht, diese Unterscheidung bei der Auswertung zu berücksichtigen. Insgesamt standen 75 Begriffe zur Auswahl. 35 in Objekten und 40 in den acht Aktivitäten-Gruppen. Der Begriff “Visualisierung” kommt in beiden Bereichen und damit doppelt vor, was für die Auswertung problematisch ist: Im Ergebnis ist nicht zu unterscheiden, ob dieses Schlagwort als Objekt oder Aktivität ausgewählt wurde.

Hier die diesjährigen 10 nach Rang häufigsten Topics:

Topic Häufigkeit (Rang) 2019 Vgl. 2018 Annotieren 55 (1↑) +7 Text 54 (2=) +4 Visualisierung 46 (3↑) +9 Inhaltsanalyse 41 (4=) -3 Modellierung 35 (5↓) -25 Daten 30 (6↑) ? Programmierung 26 (7↑) +-0 Metadaten 25 (8↑) ? Methoden 24 (9↓) -9 Kontextsetzung 23 (10↑) ? Literatur 23 (10↑) ?

Einige aus den Titeln und Keywords bereits bekannte Token tauchen hier wieder auf: Annotieren, Text, Visualisierung, Modellierung, Daten. Sie weisen auf ein Kerngeschäft hin und zeigen ferner, dass zwischen Titeln, Keywords und Topics doch einige thematische Kohärenz herrscht. Interessant ist, dass Modellierung in Köln das häufigste Topic war. Könnte hier eine Verbindung zum Thema Kritik bestehen? Insofern als eine Kritik eine strukturierte klare Darstellung als Modell voraussetzt oder damit korelliert oder sind derartige Fluktuationen eher Zufallsschuld. Ist die Kontextsetzung ebenso mit der Multimodalität zu begründen? Diese Interpretationsansätze sind sicherlich ein wenig spekulativ, könnten aber zu genaueren Untersuchungen anregen. Wir möchten noch kurz auf die Kookkurrenzen der Topics eingehen. Wie häufig werden welche Topics mit welchen anderen zusammen genannt. Wir benutzen hier den Dice-Koeffizienten, erstellen eine paarweise Distanzmatrix und stellen dazu eine Visualisierung vor. Beschränkt man zunächst die Berechnung auf Fälle an Topics, die beide mindestens 10 Mal vorkommen (um u.a. hohe triviale Werte, die zu Stande kommen weil zwei „Hapax Topics“ eben zusammen auftreten) und beschränkt man dann, um den „Hairball-Effekt“ abzumildern auf die 66 signifikantesten Kookkurrenzen (alle mit Dice >=0.2) erhält man die Basis der folgenden, mit Gephi erstellten Graphik.

Der geneigte Leser möge, gemäß dem Motto „ein Bild sagt mehr als 1000 Worte“ interpretative Aspekte explorativ in der Graphik aufspüren. Dass Community-Bildung ohne Kommunikation recht schwer ist und Text und Inhaltsanalyse zusammengehören fällt dabei sofort auf.

Sonstiges

Die DHd bleibt eine hauptsächlich akademische Konferenz. 4 freie Forscher reichten ein, daneben ließen sich die Institute nach Keywords (Universität, Akademie der Wissenschaften etc.) zählen, wobei jeder Autorenschaftsprozess einzeln gezählt wurde (also bestimmte Personen mehrmals auftauchen). Die übrigen Institute konnten meist auf die gezählten Klassen manuell abgebildet werden.

Typ Anzahl Autorschaftsprozesse Universitäten 324 Akademien der Wissenschaften 65 Forschungsinstitute 42 (Fach)Hochschulen 23 Bibliotheken 17 Stiftungen 10 Forschungsverbünde 5 sonstige Staatliche Institutionen 4 unabhängige 4 Eingetragene Vereine 1 nicht zuzuordnen 9

Damit wäre selbst bei Zuordnung aller nicht zuordnbaren Organisationen der Anteil an Teilnehmern aus der freien Wirtschaft verschwindend gering. Es zeigt sich aber, dass die außeruniversitäre Forschung durchaus stark vertreten ist.

Fazit

Auch dieses Mal wieder gab es eine Menge spannender Einreichungen. Einige Trends scheinen sich im Hinblick auf die letzten Jahre zu Traditionen auszuwachsen oder waren es insgeheim immer (Heimvorteil, die Schweizer Zurückhaltung, die Österreicher Produktivität, akademischer Konferenzcharakter, starkes Einzelautorentum, wenige regelresistente Einreichende, tw. Orientierung am Konferenzthema usw.). Andere Merkmale, wie die Ausrichtung in zwei Städten mögen Alleinstellungsmerkmal bleiben. Wir haben auch dieses Jahr wieder eine spannende, anregende und aufschlußreiche Konferenz erleben dürfen deren Myriaden Aspekte sich nicht in den wenigen Metadaten auf denen diese grobe tentative Analyse beruhte widerspiegeln können und die wie im echten Leben (den digitalen Geisteswissenschaften also) das Salz in der Zahlensuppe ausmachen, das wir alle so gern schmecken.

Literatur

Jannidis, Fotis, Hubertus Kohle, und Malte Rehbein, eds. Digital Humanities: eine Einführung. Springer, 2017.

Einreichungen zur DHd 2019

Fr, 03/29/2019 - 11:41

Die DHd 2019 findet dieses Jahr unter dem Motto ‚multimedial und multimodal‘ vom 25. bis zum 29. März in Frankfurt und Mainz statt. Der für diesen Beitrag genutzte Datensatz basiert auf Informationen aus dem Konferenz-Managementsystem Conftool, über das alle Einreichungen angemeldet wurden. Der Beitrag orientiert sich an dem Blogeintrag von Ulrike Henny-Krahmer und Prof. Dr. Sahle aus dem letzten Jahr, welche die Daten der DHd 2018 ausgewertet haben.

Allgemeine Daten Abb.1: Einreichungen nach Annahmestatus in Prozent Abb.2: Anteile am Programm in Prozent

Die DHd setzt sich generell aus Vorträgen, Postern, Panels und Workshops zusammen. In diesem Jahr gab es insgesamt 189 Beiträge, von denen 135 angenommen und acht zurückgezogen wurden – damit ergibt sich die in Abb. 1 dargestellte Verteilung. Die Mehrheit der akzeptierten Einreichungen machen Poster (57) und Vorträge (56) aus, während Workshops (16) und Panel (6) nur einen kleinen Teil des Programms stellen (Abb. 2).

Ab diesem Punkt beziehen sich alle präsentierten Zahlen und Grafiken nur auf angenommene Beiträge für die DHd 2019.

Die AutorInnen

Im letzten Jahr lag der Anteil der Einreichungen mit nur einem Autor bei 27,3%, während dieser 2019 auf 21% gefallen ist (Abb. 3). Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass die Zahl der Gruppeneineichungen gewachsen ist, weshalb man davon ausgehen kann, dass das gemeinsame, teils interinstitutionelle Arbeiten immer verbreiteter ist.

Abb.3: Einzel- vs. Gruppeneinreichungen in Prozent

Diese Zahlen bestärken die von Sahle und Henny-Krahmer aufgestellte These vom letzten Jahr:

„Eine mögliche Erklärung [für den hohen Anteil an Gruppeneinreichungen] liegt wohl darin, dass Poster häufiger auf Projekte bezogen sind, die in den DH meistens in Teamarbeit durchgeführt werden. Dagegen sollten Vorträge eher einzelne Forschungsfragen behandeln. Dass selbst dabei die Quote der Einzelbeiträger nur ein Drittel beträgt, zeigt wie das Muster kollaborativer Forschung sich auch auf diesen Bereich erstreckt.“

Alle angenommenen Workshops sind in Teamarbeit entstanden. Erfolgreiche Vorschläge für Poster wurden von einzelnen Autoren oder Gruppen mit bis zu zehn Mitgliedern eingereicht. Die Grafik zu Einreichungsformen verdeutlicht die Verteilung der Anzahl von AutorInnen (s. Abb. 4).

Abb. 4: Verteilung von Einzel- und Gruppenarbeiten nach Einreichungsform Abb. 4: Geschlechterverteilung nach Prozent

Die Geschlechterverteilung der akzeptierten Einreichungen setzt sich wie folgt zusammen: Insgesamt gab es in diesem Jahr 135 angenommene Einreichungen von 386 Autoren und Autorinnen. Diese Zahl entsteht durch die Addition aller genannten Autoren und Co-Autoren jeder Einreichung. Insgesamt sind 127 Beiträge von weiblichen (Co-)Autorinnen. Damit ergibt sich die in Abb. 5 dargestellte Verteilung.

Lokale Zentren für die DHd 2019?

Im Folgenden sollen die Länder und Städte genauer betrachtet werden, aus denen Einreichungen für die Konferenz eingereicht wurde. Gibt es Hot Spots der Digital Humanities und wenn ja, wo befinden sich diese? Auch hier gilt, wie bei den Autoren, dass die Zahlen durch die Addition der genannten Institute, bzw. deren Standorte entstanden sind. Wenn beispielsweise ein Vortrag von mehreren Autoren aus der gleichen Stadt eingereicht wurde, so wurde diese Stadt nur einmal gezählt, da hier die ‚Herkunft‘ der Einreichung und nicht der Autoren im Vordergrund steht.

Die Frage nach Hot Spots in den DH lässt sich durch die Auswertung der Einreichungen nicht beantworten, da die eingereichten Beiträge nicht als Repräsentation der gesamten DH Community gesehen werden kann.

Abb. 6: DHd International nach Anzahl der Einreichungen
Tabelle 1: Länder nach Einreichungen

In Abb. 6 wird ersichtlich, dass es auch Einreichungen außerhalb der DACH-Länder gibt. Die genauen Zahlen sind in Tabelle 1 nachzulesen.

Obwohl es insgesamt zwölf Einreichungen aus nicht-deutschsprachigen Ländern gibt, sind im Programm nur fünf Beiträge in englischer Sprache zu finden, viele von diesen sind jedoch von Autoren aus deutschen Institutionen eingereicht worden.
In Tabelle 2 sind die Top 10 der vertretenen Städte nach Anzahl der Einreichungen aufgelistet – zu beachten ist hier, dass manche Plätze von mehreren Städten belegt sind.


Top 10 Städte nach Einreichungen

Mit 21 Einreichungen ist Berlin auf Platz eins im Rahmen der DHd 2019 gelandet. Für ein Gesamtbild aller Einreichungsorte ist Abb. 7 zu betrachten. Hier gilt: je größer und oranger eine Stadt dargestellt ist, desto mehr Beiträge wurden von dieser angenommen.


Abb. 7: Gesamtheit aller Einreichungsstädte Die Inhalte

Eine Besonderheit in diesem Jahr ist die Visualisierung der Textanalysedaten jeder Einreichung auf der Homepage der Konferenz. Die Auswertung der Daten der DHd 2019 und die Homepage der Veranstaltung liegen dieses Jahr im Aufgabenbereich des mainzed (Mainzer Zentrum für Digitalität in den Geistes- und Kulturwissenschaften) und somit auch bei mir. Das für die Website entwickelte Tool konnte somit auch für die vorliegende Auswertung eingesetzt werden.

Wie bereits auf der Homepage unter ‚Was ist das?‘ erklärt, berechnet das Skript ‚hinter‘ dem Tool die Werte für Sentiment und Flesch-Reading-Ease aus den eingereichten Abstracts. Beide Werte haben eine Skala von 0 bis 100. Während ein Wert von 50 in der Sentimentanayse zeigt, dass der Text neutral gehalten ist, weisen alle Werte unter 50 auf eine negative und alle über 50 auf eine positive Stimmung im Text hin. Für den Flesch-Reading-Ease gilt, dass die Komplexität des Textes mit dem steigendem berechneten Wert sinkt. Als Grundlage dienten die Abstracts jeder Einreichung. Um die Logik hinter den erzeugten Visualisierungen aufzugreifen, lautet die Fragestellung hier, welche Einreichungsform im Durchschnitt welche emotionale Färbung hat, und wie komplex die eingereichten Abstracts durchschnittlich geschrieben sind.

Abb. 8: Durchschnittliche Werte für Sentimentanalyse und Flesch-Reading-Ease

Insgesamt erreichten alle Programmpunkte einen gemeinsamen Sentimentwert von 57,5. Es gibt zwar leichte Ausreißer nach oben, trotzdem ist ersichtlich, dass die Abstracts insgesamt neutral mit sehr schwacher, positiver Färbung geschrieben wurden. Die Flesch-Werte liegen zwischen 7 und 100. Im Mittel ergibt das einen Wert von 43,9 – dies entspricht laut Algorithmus einem ’schwer zu lesenden‘ Text. In Abb. 8 sind die durchschnittlichen Werte aller Einreichungsformen plus Flesch-Wert im Vergleich dargestellt. Hier zeigt sich, dass die Abstracts für Poster den höchsten Flesch-Wert (45,7) haben, was bedeutet, dass diese Texte am wenigsten komplex formuliert sind. Mit einem Sentiment-Wert von 61,4 bewegen sich die Einreichungen der Workshops im positivsten Stimmungsbereich der Beiträge.

Tab. 3: Topics Top 20

Inhaltlich ist zu beobachten, dass bei der Analyse der von den Autorinnen und Autoren angegebenen Topics ‚Text‘, ‚Annotieren‘ und ‚Visualisierung‘ auf den ersten Plätzen vertreten sind. Eine genaue Verteilung der Werte ist in Tabelle 3 zu finden.

Es zeigt sich hier, dass im Vergleich zum letzten Jahr der Begriff der Modellierung von 60 Angaben auf 23 gefallen ist. Das Thema der Visualisierung hat die Inhaltsanalyse zwar überholt, jedoch sind die angegebenen Werte 2018 für alle Topics höher als in diesem Jahr.

Für eine visuell ansprechendere Übersicht wurde eine Wortwolke mit den Top 20 Topics erstellt (Abb. 9) – je größer und dunkler ein Begriff, desto öfter wurde dieser als Topic bzw. Keyword angegeben.

Abb. 9: Wortwolke der Top 20 Topics, die von den Autoren der Einreichungen gewählt wurden.
Erstellt mit https://wordart.com/.

Diese Farbgebung und Größe sind auch in Abb. 10 Indikatoren für die Häufigkeit der Worte. Hierfür wurden alle akzeptierten Abstracts genutzt und eine Stop-Word-Liste eingesetzt, die Begriffe wie ‚digital‘ und ‚humanities‘ enthielt. Auf das Aussortieren von englischen Stop-Words wurde verzichtet – hier zeigt sich, dass Begriffe wie ‚the‘, ‚to‘ oder ‚data‘ mehrfach vertreten sind, obwohl (wie bereits erwähnt) nur wenige Einreichungen in Englisch formuliert wurden. Eine Erklärung hierfür könnte sein, dass das technische Vokabular, dass in den Abstracts häufig genutzt wird, sich weitestgehend englischer Worte bedient.


Abb. 10: Wortwolke der Top 50 meisten Wörter aus allen Abstracts, erstellt mit https://wordart.com/. Abschließende Gedanken

Es wurde deutlich, dass sich in Bezug auf Geschlechterverteilung in den DH im Vergleich zum letzten Jahr nicht viel getan hat – auch hier lag der Anteil an Autorinnen bei ungefähr einem Drittel. Ein weiteres Fazit ist in Bezug auf gemeinsame Einreichungen zu ziehen – ca. 4/5 der Einreichungen wurden von zwei oder mehreren Autorinnen und Autoren erarbeitet.
Wie bereits im vorherigen Abschnitt erwähnt, ist durch die Auswertung der Top 20 vergebenen Topics eine Änderung in den Themengebieten der eingereichten Beiträge zu beobachten. In den kommenden Jahren und Auswertungen wird sich zeigen, wie sich verschiedene Trends (z.B. die ‚absteigende‘ Modellierung) weiter entwickeln.

DH-Kolloquium an der BBAW, 5.4.2019: Nachlese DHd 2019

Fr, 03/29/2019 - 11:35

Im Rahmen des DH-Kolloquiums an der BBAW möchten wir Sie herzlich zum nächsten Termin am Freitag, den 5. April 2019, 17 Uhr s.t. bis 19 Uhr (Konferenzraum 2), einladen.

Der April-Termin des Kolloquiums bietet eine Rückschau auf die Jahreskonferenz des Verbands “Digital Humanities im deutschsprachigen Raum” (DHd) mit dem Thema “Digital Humanities: multimedial & multimodal”, die von 25. Bis 29. März 2019 in Mainz und Frankfurt am Main stattfand (https://www.dhd2019.org/). Die Auswertung der DHd 2019 übernehmen Alexander Czmiel, Susanne Haaf, Jonas Müller-Laackman, Oliver Pohl und Christian Thomas in reger Diskussion mit der Zuhörerschaft.

Zunächst geben die Referent*innen einen Überblick der Konferenzbeiträge der Digital Humanists an der BBAW, der die Vielfalt der digital beforschten Themen im Haus veranschaulicht (siehe dazu auch das ‘Book of Abstracts’, https://zenodo.org/record/2596095). Im Anschluss formulieren die Vortragenden die wesentlichen Beobachtungen und Eindrücke zur Frage, wo die verschiedenen Bereiche der Digital Humanities (z. B. DH jenseits von Text, Forschungsdaten, Textkorpora) im Moment stehen und welche Tendenzen sich für die nahe Zukunft abzeichnen. Dabei wird sowohl auf die Workshops zu Beginn der Konferenz als auch auf die Vorträge eingegangen. Einzelne Aspekte, die auf der Mitgliederversammlung des DHd angesprochen wurden, und die über den Verein hinaus von allgemeinem Interesse scheinen, werden ebenfalls angesprochen. Im weiteren Verlauf der Veranstaltung wird dann in einen Dialog mit der Zuhörerschaft übergangen, um Meinungen und Eindrücke zur Tagung auszutauschen.

Im DH-Kolloquium an der BBAW werden aktuelle Themen der Digital Humanities zur Diskussion gebracht. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der BBAW.

Die Veranstaltung findet im Konferenzraum 2 der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Jägerstr. 22/23, 10117 Berlin statt. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, möchten wir Sie um Anmeldung per E-Mail unter DH-Kolloquium@bbaw.de bitten.

FuD-Communitytreffen

Fr, 03/29/2019 - 11:10
Das Servicezentrum eSciences und das Trier Center for Digital Humanities laden am 9. und 10. Mai 2019 zum 2. FuD-Communitytreffen an der Universität Trier ein.

FuD ist eine virtuelle Forschungsumgebung für die geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung. Die modulare Software bildet den kompletten Forschungsprozess ab und unterstützt die zeit- und ortsunabhängige kollaborative Forschungsarbeit. Ob Print- oder Online-Edition, ob Inhalts-, Diskurs- oder Netzwerkanalyse, ob Erschließungsarbeiten oder Verwaltung von Forschungsdaten – FuD bietet eine Vielzahl an Werkzeugen für die Datensammlung, -verwaltung, -annotation, -analyse und ‑aufbereitung bis hin zur Publikation und Archivierung.

Für den Donnerstagnachmittag (9. Mai) planen wir Vorträge von verschiedenen FuD-Anwenderprojekten, die sich mit ihren Projektzielen und wie sie zu deren Erreichung mit FuD arbeiten, vorstellen. So erhalten Sie einen raschen und spannend Einblick in die Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten von FuD und können von den zahlreichen Praxiserfahrungen der FuD-Anwender*innen profitieren.

Den ersten Tag werden wir mit einem gemeinsamen Abendessen auf Selbstzahlerbasis im Blesius Garten ausklingen lassen.

Am Freitagvormittag (10. Mai) werden wir zwei Workshops durchführen: einen FuD-Einführungsworkshop, der Interessent*innen die Möglichkeit bietet, an einem Demosystem den Umgang mit FuD live zu erproben. Im FuD-Profi-Workshop bieten wir erfahrenen FuD-Anwender*innen die Möglichkeit im Austausch mit den anderen Teilnehmer*innen und den FuD-Entwickler*innen konkrete Problemstellungen zu diskutieren und gemeinsam Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten.

Bitte melden Sie sich über das Anmeldeformular auf der Webseite des Servicezentrum eSciences bis spätestens zum 30. April 2019 an!

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden sie hier.

Stellenangebot: wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in im Bereich Computerlinguistik (E 13 TVL, 100%) im ZDL

Fr, 03/29/2019 - 10:29

Das Zentrum für digitale Lexikographie, Arbeitsstelle an der
Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, sucht zum
nächstmöglichen Zeitpunkt eine/n neue/n wissenschaftliche/n Mitarbeiter/in im Bereich Computerlinguistik, in Vollzeit (ggf. teilbar), zunächst befristet bis zum 31.12.2023, E 13 TV-L Berlin. Weitere Informationen zur Stelle unter:
https://www.dwds.de/static/stellenausschreibungen/AV-07-2019_ZDL_wiMi_Computerlinguistik.pdf.

Umfrage zum geplanten Zeitungsportal der Deutschen Digitalen Bibliothek

Mi, 03/27/2019 - 14:16

Die Deutsche Digitale Bibliothek arbeitet aktuell daran, ein Online-Portal für historische digitalisierte Zeitungen aufzubauen.

Um unser Angebot weiter zu verbessern, haben wir eine Umfrage erstellt. Nehmen Sie sich acht Minuten Zeit und gestalten Sie das zukünftige Zeitungsportal durch Ihre Antworten aktiv mit.

Die Umfrage wird vom Marktforschungsinstitut eresult GmbH durchgeführt. Ihre Angaben werden streng vertraulich behandelt und anonym erhoben.
Hier gelangen Sie zur Umfrage: https://www.efs-survey.com/uc/DDB_Zeitungsportal/?a=6

Mehr zum Projekt

Software Sustainability within Research Infrastructures – EURISE Workshop

Mi, 03/27/2019 - 11:54

A small follow-up on the EURISE Workshop in Utrecht on 12-13 March 2019:

About the EURISE Network:
The infrastructures CESSDA, CLARIN and DARIAH develop and provide services by and for the research community of the Arts, Humanities and Social Sciences. While their individual foci address different scholarly needs of the various disciplines, the underlying technological challenges of distributed digital infrastructures are very similar. The EURISE Network was established to facilitate collaboration in this area and to align technological strategies among the infrastructures and with the wider Research and Software Engineering community and their intersection in particular, https://eurise-network.github.io/.

Urkundenübergabe an Reisestipendiatinnen und -stipendiaten bei der DHd2019

Di, 03/26/2019 - 16:36

Wie in vergangenen Jahren vergeben der DHd-Verband, CLARIN-D und DARIAH-DE Reisestipendien auch zur DHd2019 nach Mainz/Frankfurt an Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler, deren Tagungs-Einreichung begutachtet und angenommen wurde (zum Call). Wir freuen uns, hier die Namen der diesjährigen Stipendiatinnen und Stipendiaten bekannt geben zu können (in alphabetischer Reihenfolge):

Bianca Buff (Univ. Paderborn)

Svenja Guhr (Univ. Göttingen)

Wiebke Helm (Univ. Leipzig)

Carsten Klaus (Univ. Saarland)

Rabea Kleymann (Univ. Hamburg)

Benjamin Krautter (Univ. Stuttgart)

Florin Schwappach (Univ. Regensburg)

Melanie Seltmann (Univ. Wien)

Enes Türkoglu (Univ. Köln)

Die offizielle Urkundenübergabe findet am Donnerstag, den 28. März 2019 um 17h00 in Hörsaal HZ1 statt (siehe Programm: https://dhd2019.org/programm/do/). Die Stipendiatinnen und Stipendiaten werden über ihre Erfahrungen bei der Tagung in Blogbeiträgen hier auf diesem Blog berichten. Wir freuen uns schon auf die Beiträge und gratulieren herzlich!

 

Stellenausschreibung: wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in (m/w/d) im Bereich Digitale Editionen und Forschungssoftwareentwicklung (100%, E13) an der BBAW

Mo, 03/25/2019 - 10:31

Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Sitz in Berlin. Ihr wissenschaftliches Profil ist vor allem geprägt durch langfristig orientierte Grundlagenforschung der Geistes- und Kulturwissenschaften. Die Akademie beschäftigt etwa 350 Mitarbeiter/innen, ihr Jahresbudget beträgt rund 25 Mio. Euro.

Die Akademie sucht für ein einzurichtendes, internationales Digitalisierungs- und Editionsprojekt zum frühestmöglichen Zeitpunkt

eine/n wissenschaftliche/n Mitarbeiter/in (m/w/d)
im Bereich Digitale Editionen und Forschungssoftwareentwicklung

in Vollzeit (100 %), zunächst befristet bis zum 31.12.2021.

Das Projekt

Das 2019 neu zu gründende Zentrum für digitale Kulturerbeforschung CENTRO HUMBOLDT ist ein internationales Kooperationsprojekt an den zwei Standorten Berlin (BBAW) und Havanna (Casa Museo Alejandro de Humboldt). Es richtet sich als interdisziplinäres und interkulturelles Projekt an ein Team internationaler Wissenschaftler*innen, die mithilfe der Technologien und Methoden der digitalen Geisteswissenschaften schriftliches Kulturerbe bewahren, erschließen und erforschen wollen. Zu den Aufgaben gehört, die an der BBAW entwickelte Arbeits- und Publikationsumgebung ediarum sowie die dafür benötigte technische und methodische Dokumentation für die Bedarfe des Projektteams weiterzuentwickeln und den digitalen Workflow (Digitalisierung – Metadatenerfassung – Texterfassung in TEI-XML – Publikation) methodisch und technologisch anzuleiten.

Das schließt regelmäßige Arbeitsaufenthalte und Teamsitzungen am Projektstandort in Havanna mit ein. Der inhaltliche Schwerpunkt des Projekts liegt auf kultur- und wissenschaftshistorisch bedeutenden Quellen des 18. und 19. Jahrhunderts im Umfeld von Alexander von Humboldts amerikanischer Forschungsreise.

Aufgaben
  • Organisation und Harmonisierung des digitalen Workflows an beiden Projektstandorten (Evaluation und Implementierung der Anforderungen digitaler Editionen historischer Handschriften und Forschungsdaten)
  • Anpassung der Eingabeoberfläche für digitale Editionen auf Basis von Oxygen-XML-Author und ediarum.BASE.edit inklusive Dokumentation (Deutsch/Spanisch) und Tests
  • Entwicklung einer responsiven Ausgabekomponente für digitale Editionen sowie Implementierung von Schnittstellen (API)
  • Koordination und Aufbau der Hard- und Softwarearchitektur des Projekts (Berlin/Havanna)
  • Aus- und Weiterbildung des kubanischen Teams
  • Mitarbeit bei der inhaltlichen Erschließung des Projektkorpus
  • Präsentation von Forschungsergebnissen auf einschlägigen Konferenzen und Workshops
Voraussetzungen
  • Abgeschlossene wissenschaftliche Hochschulausbildung in einem informationswissenschaftlichen (z. B. Digital Humanities, Informatik) oder in einem geisteswissenschaftlichen Fach (Neuphilologien, Geschichte, Kulturwissenschaften) mit einem Schwerpunkt auf digitalen Methoden und Technologien
  • Nachgewiesene Kenntnisse auf dem Gebiet der Digital Humanities und/oder bei der Implementierung der TEI-XML-Richtlinien für den Einsatz in digitalen Editionen
  • Nachgewiesene Programmiererfahrung
  • Hohe Sprachkompetenz im Bereich des Spanischen (mind. C1) und des Deutschen (mind. B2)
  • Teamfähigkeit und ausgezeichnete Kommunikations- und Organisationsfähigkeit
  • Fähigkeit zum selbständigen, strukturierten und ergebnisorientierten Arbeiten
Wünschenswert sind
  • Erfahrung auf dem Gebiet der Datenmodellierung und -verarbeitung mit XML und X- Technologien (XSLT, XQuery, RegEx und XML-Datenbanken)
  • Erfahrungen mit Frontend-Entwicklung (HTML, CSS, JavaScript)
  • Erfahrung in der Anpassung von Oxygen-XML-Author
  • Linux-Kenntnisse (bevorzugt in der Server-Administration)

Die Vergütung erfolgt nach Entgeltgruppe E13 TV-L Berlin. Der Dienstort ist Berlin.

Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften ist bestrebt, den Anteil von Frauen in Bereichen, in denen sie unterrepräsentiert sind, nach Maßgaben des Landesgleichstellungsgesetzes und des Frauenförderplanes zu erhöhen, daher sind Bewerbungen von Frauen ausdrücklich erwünscht.

Bewerbungen von Menschen mit Migrationshintergrund sind ausdrücklich erwünscht. Bewerbungen von Schwerbehinderten werden bei gleicher Eignung vorrangig berücksichtigt.

Den Bewerbungsunterlangen sollte ein Motivationsschreiben (max. 1 A4-Seite) in Übersetzung vorliegen (Englisch oder Spanisch).

Ihre aussagekräftigen schriftlichen Bewerbungsunterlagen richten Sie bitte möglichst elektronisch in einer pdf-Datei (max. 5 MB) bis zum 14.04.2019 unter der Kennziffer AV/03/2019 an:

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Referat Personal und Recht
Frau Ines Hanke
Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
personalstelle@bbaw.de

Aus Kostengründen können Bewerbungsunterlagen nur zurückgeschickt werden, wenn ein frankierter Rückumschlag beigefügt wird.

Zur Stellenausschreibung (PDF) auf den Seiten der BBAW: http://www.bbaw.de/stellenangebote/ausschreibungen-2019/AV-03-2019_wiMi_IT_Centro_Humboldt.pdf.

Reminder: Morgen (25.3.19) beginnt die 6. Jahrestagung des DHd in Frankfurt und Mainz

So, 03/24/2019 - 15:34

Liebe DH-community,

morgen beginnt die 6. Jahrestagung des Verbandes für Digital Humanities im deutschsprachigen Raum (DHd).
Die Konferenz findet vom 25. bis 29. März 2019 statt und wird zum ersten Mal an zwei Standorten verteilt ausgerichtet: Frankfurt/Main und Mainz.

Hier die wichtigste Information im Überblick:

Inhalte

Anreise

Twitter

Wir wünschen allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine angenehme Anreise und eine interessante Tagung.

Mit besten Grüßen,
Simone Kronenwett
DHd-communications fellow

__   Simone Kronenwett MA LIS   Digital Humanities im deutschsprachigen Raum (DHd) (Association Digital Humanities in German Speaking Countries) Communications Fellow Email: simone.kronenwett@uni-koeln.de Twitter: @DHDInfo www.dig-hum.de   Max Planck Institute for Astronomy Königstuhl 17 69117 Heidelberg/Germany Email: kronenwett@mpia.de Twitter: @mpi_astro_bib, @s_kronenwett www.mpia.de

CfP: Digital Hermeneutics – From Research to Dissemination: 4th Annual GHI Conference on Digital Humanities and Digital History

Do, 03/21/2019 - 11:28
Digital Hermeneutics: From Research to Dissemination

October 10-12, 2019
International Conference and Workshop at the GHI
Organized in collaboration with the Luxembourg Centre for Contemporary and Digital History (C²DH) and the Roy Rosenzweig Center for History and New Media (RRCHNM)
Conveners: Andreas Fickers (C²DH), Gerben Zaagsma (C²DH), Sean Takats (RRCHNM), Simone Lässig (GHI), Jens Pohlmann (GHI), Daniel Burckhardt (GHI)

Call for Papers

The radical impact of the digital turn on the practice of all stages of historical research (archiving, research, analysis, interpretation and narrative) requires critical reflection on the methodological and epistemological consequences of digital technologies for historical scholarship. The Fourth Annual GHI Conference on Digital Humanities and Digital History will revolve around the concept of “digital hermeneutics,” defined as the critical and self-reflexive use of digital tools and technologies for the development of new research questions, the testing of analytical assumptions, and the production of sophisticated scholarly interpretations. At the same time, we wish to extend this concept to the realm of dissemination and storytelling. The conference thus aims to critically discuss tools and practices of digital historiography, on the one hand, and to focus on how the digital engenders new forms of public engagement and online dissemination of research results, on the other.

Digital History as first described by Edward L. Ayers in 1999 deals with “historical issues relating to digital or digitized source collections, which should (must) be carried out using interdisciplinary means of digital analysis or visualization.” (Föhr, Historische Quellenkritik im Digitalen Zeitalter, p. 8). While there is little disagreement on such basic assumptions, the actual topics, aims and methods of digital history have taken different directions in the United States and Western Europe. American digital historians (and those in the UK as well) have been strongly influenced by public history concerns and, as a consequence, tend to address citizen scholars, i.e., lay historians, teachers, filmmakers, museum curators, and history associations from the outset. Discussions in Europe tend to focus more on scholarly practices in academic environments, if one can make such generalizations. This bifurcation is especially evident in different approaches to digitized and digital born sources, with European debates displaying an increasing concern with questions of epistemology and source criticism in the digital age. Such renewed digital source criticism reflects on both the potential as well as the hurdles and pitfalls of moving from the analogue to the digitized archive. One question the conference “Digital Hermeneutics” will address is what consequences these different approaches and their methodological implications have for scholarship in digital history on both sides of the Atlantic.

While there has always been an abundance of analogue sources to select from and analyze, the shift to digitized or digital sources has given rise to the phantasm of searching and analyzing everything. Distant reading methods and big data techniques promised to fundamentally transform the way history could be explored. But, as Gerben Zaagsma has argued, the challenges the discipline of history is currently facing lie not so much in creating ever bigger data sets or developing new tools, important as these are. The real challenge is to integrate ‘traditional’ and ‘digital’ approaches in a new and self-aware practice of doing history that draws on digital and analogue sources alike. Digital techniques and collaborative working forms used in this process, as well as the temporary virtual knowledge spaces created in this research process, need to be evaluated and their epistemological impact examined in parallel with the actual research.

In addition to the discussion of methods in the field of digital history, a lively debate has recently developed on the significance of the “digital turn” for the methodological-theoretical self-image of historical scholarship as a whole. Following up on Ayers, Wolfgang Schmale points out that digital historiography is characterized by rhizomatic, multidirectional “historical narration” in the form of hypertexts and links. Describing, analyzing, and understanding historical developments diachronically and synchronously from different angles and perspectives while interweaving textual passages with audiovisual material, exploratory statistics, and visual analysis certainly contain the potential to break up the linearity of analogous historical master narratives.

At the conference we want to discuss this thesis not only theoretically but also on the basis of empirical scholarship. We invite scholars to contribute by presenting and reconsidering their specific projects, reflecting on the methodologies and forms of collaboration they have been using and on their results (new scholarly findings, tools, use cases etc.)

Please submit proposals by April 1, 2019 for either (or both):

  1. 20-minutes presentations at the conference
    or / and
  2. Workshops for particular digital tools of one to two hours. Please include a suggested schedule and intended participant learning outcomes.

Possible themes and topics include (but are by no means limited to):

  • Digital Source Criticism
  • Digital Abundance: Confronting Online Heritage
  • Digital Data: Tools, Interfaces, and Algorithms
  • Digital Methodologies
  • Making Historical Arguments in Digital Scholarship
  • Digital and Transmedia Storytelling

Funding is available to support travel expenses. Please submit proposals of no more than 500 words, with a short (1-2 page) CV, by April 1, 2019. For further information regarding the event’s format and conceptualization, please contact Dr. Jens Pohlmann (pohlmann@ghi-dc.org).

Software Sustainability within Research Infrastructures – EURISE Workshop

Mi, 03/20/2019 - 12:46

Following the common workshop on “Software Sustainability: Quality and Re-Use” in 2017, the collaborating infrastructures CESSDA, CLARIN and DARIAH have established the European Research Infrastructure Software Engineers‘ Network (EURISE Network). The Network organised its follow-up workshop on “Software Sustainability within Research Infrastructures” on 12-13 March 2019 in Utrecht, The Netherlands.

The event provided a platform for sharing experiences and knowledge gathered from working in three infrastructures delivering services to the Arts, Humanities and Social Sciences. Presentations given by all of the infrastructures showcased the various individual approaches and challenges. Although the different consortia architectures have led to distinct developments, an unsurprising number of similarities remain. The most common one, in a practical sense, was the ongoing and often neglected need to focus on training and knowledge building.

The workshop  also brought into focus the implications of software as research output. Related issues addressed were that of software publication, preservation, reusability and reproducibility.

The EURISE network created the Technical Reference as a first building block towards a common alignment of infrastructure understanding after the first workshop in 2017. It is intended as a blueprint for software engineers to use as a first point of reference when starting a development project and provides a list of practical considerations and collection of best practices to kickstart development. A lively discussion took place in Utrecht this year on how to enhance the Technical Reference. Several attendees favoured the idea of turning it into a more widely-accepted list of common base criteria. Further discussions are planned in the near future  under the Network’s umbrella.

Other topics touched on during the workshop were existing frameworks to address technical requirements for participation in the European Open Science Cloud (EOSC), as well as how to build business models to ensure sustainable service operation after the initial funding phases have ended.

This was complemented by presentations from the EGI foundation on the implementation of IT service management in federated infrastructures using the FitSM standard and an introduction to the ongoing work of the WISE community on security best practices. In light of the upcoming EOSC as central point of access to digital research in the 21st century, technical alignment and interoperability will be key. Appropriately mature infrastructure operation will become a fundamental requirement faced by research infrastructures and of which they will have to provide evidence.

The two days of discussions at the workshop made clear that technical and procedural frameworks are needed as a solid foundation for the operation of research infrastructures. In this regard, the solutions and approaches presented already fulfil most immediate needs. Once they are accepted and in place, the focus must shift to the human aspect of sustainability.

Day-to-day business often focuses on creating functionality and output that is visible to the end user, while internal adherence by its staff to best practices is mostly invisible. Management structures of the research infrastructures must lay correct emphasis on internal best practice and keep staff up-do-date on procedural requirements. This can only be successful if everyone involved is aware of the difficulties and possible solutions. To this end, appropriate training material and learning opportunities are required and this will become a larger part of the EURISE Network’s activity.

About the EURISE Network:
The infrastructures CESSDA, CLARIN and DARIAH develop and provide services by and for the research community of the Arts, Humanities and Social Sciences. While their individual foci address different scholarly needs of the various disciplines, the underlying technological challenges of distributed digital infrastructures are very similar. The EURISE Network was established to facilitate collaboration in this area and to align technological strategies among the infrastructures and with the wider Research and Software Engineering community and their intersection in particular, https://eurise-network.github.io/.

DHd2019: Gemeinsamer Informationsstand von CLARIN-D und DARIAH-DE

Di, 03/19/2019 - 11:27

Im Rahmen der DHd2019 wird es am Tagungsort in Frankfurt/Main einen gemeinsamen Informationsstand von CLARIN-D und DARIAH-DE geben. Der Informationsstand ist von Mittwoch bis Freitag im Erdgeschoss des Hörsaalzentrums zu finden.

Die Kolleginnen und Kollegen aus CLARIN-D und DARIAH-DE geben am Stand gerne Auskunft zu den Angeboten und Diensten der beiden Infrastrukturinitiativen und zum Zusammenwachsen zu CLARIAH-DE.

Wir freuen uns auf anregende Diskussionen auf der DHd2019!

Gottes Werk und Teufels Beitrag: Ein Essay zu Digital Humanities und Projektmanagement

Di, 03/19/2019 - 10:30
1 Beobachtung eines Bedarfs

#1 „Wir haben die Beobachtung gemacht, dass Forschungsprojekte mit Digital-Humanities-Anteilen eines hohen oder besonderen Maßes an Koordinierung und Kommunikation zu bedürfen scheinen“, konstatiert ein Einführungstext für einen Digital Humanities Workshop der Max Weber Stiftung zum Thema „Digitalität managen“, bereits im Dezember 2017. Warum bedürfen sogenannte DH-Projekte mehr an Koordination, Kommunikation, Projektmanagement? Dazu eine These: Wenn DH auf der Zusammenarbeit und Koproduktion verschiedener Disziplinen und Kulturen basiert, benötigt es grundsätzlich, regelmäßig und dauerhaft eine Person, die Team und Projekt zusammenhält. Trotz der fortschreitenden Institutionalisierung und Professionalisierung (Sahle 2015) besitzen die Personen in vielen Drittmittelprojekten noch wenig Erfahrung in den Arbeitsformen und Praktiken der DH, Projekt- und Förderformate wie auch Strukturen und Organisation von Forschungseinrichtungen sind nicht auf die kooperative und interdisziplinären Konzepte der DH eingestellt. Zur schwierigen Ausgangslage gehört nicht selten auch die ungeklärte Rolle der sogenannten „DH-Mitarbeiter*innen,“ (Steyer et al. 2018). Dem Selbstverständnis des „kleinen Faches“ DH, das im Legitimationskampf mit traditionellen Fächern folgerichtig einen Fokus auf die Anerkennung autonomer Forschungsfragen legt, steht in vielen Projekten ein Aufgabenpaket (explizit, implizit oder gewachsen) gegenüber, das zu einem signifikanten Teil aus Unterstützungsleistungen und Projektmanagement besteht oder danach verlangt.

2 Exkurs: Gottes Werk und Teufels Beitrag

#2 John Irving konfrontiert in seinem Roman Gottes Werk und Teufels Beitrag (Original: The Cider House Rules) den Arzt Wilbur Larch mit zwei Seiten des Lebens und der Gesellschaft, zu denen er sich aufgrund seiner Profession als Arzt in einem Geburts- und Waisenhaus positionieren muss: Gottes Werk (die Entstehung von Leben und die Geburtshilfe) und Teufels Beitrag (die Folgen der ungewollten Schwangerschaft und den Schwangerschaftsabbruch). Einen der Waisenjungen, Homer Wells, nimmt er unter seine Fittiche und bildet ihn zum Arzt aus. Wenn wir nun die Forschung als „Gottes Werk“ und das damit hinreichend notwendige Projektmanagement als „Teufels Beitrag“ verstehen, so lassen sich diese Phänomene auch als zwei Seiten der Digital Humanities beschreiben. 1 Ein/e erfahrene/r Digital Humanist erkennt in der Möglichkeit, Projektmanagement zu übernehmen, auch die Verpflichtung dies zu tun, auch weil die Konsequenzen bekannt sind, wenn diese Aufgabe nicht übernommen wird. Nach gescheiterten Adoptionsversuchen von traditionellen Geisteswissenschaftler*innen begibt sich die/der junge Digital Humanist indes auf die Reise, wird zunächst Apfelpflücker auf einer Plantage (eine Metapher für quantitative Literaturanalyse?) und ignoriert den Beitrag des Teufels. Kenner*innen der Literaturvorlage wissen, dass sie/er erst nach unglücklicher Liebe zurückkehrt und dem Schicksal des Projektmanagement nicht entrinnt.

3 Aus den Lehrbüchern

#3 Wie verhalten sich die Digital Humanities zu Teufels Beitrag? Schriften darüber sind Mangelware oder gut versteckt. Ein erste Recherche ergibt für den deutschsprachigen Raum: Das DH-Handbuch (Hahn et al. 2015) liefert darüber ebenso wenig wie Digital Humanities. Eine Einführung (Jannidis et al. 2017), zaghafte Andeutungen nicht mitgezählt. Auch das allgemeinere Handbuch zu digitalen Arbeitstechniken berührt diesen Bereich nicht (Gasteiner und Haber 2010). Im Bereich der deutschsprachigen Publikationen scheint das Begriffspaar Digital Humanities und Projektmanagement kaum existent. Vereinzelt gibt es Beiträge, die das Thema schneiden (Komprecht und Röwenstrunk 2016). Ein beklemmendes Bild, so ist doch der deutschsprachige Raum keineswegs frei von Teufelei. Die Bibliografie Doing Digital Humanities hat zwar dank der TaDiRAH-Taxonomie ein Tag zu Projektmanagement (es ist eine „Metaaktivität“ der DH), führt jedoch zu nur wenig und hier nicht relevanten Treffern. Im angloamerikanischen Raum sieht es besser aus: Projektdesign, Datenmanagement und Zusammenarbeit finden sich im ersten DH Companion (Pitti 2004); Herausforderungen wie Teamzusammenstellung (aber keine methodischen Ansätze) in Collaborative Research in the Digital Humanities (Deegan und McCarty 2012); eine sehr präzise Beobachtung von Jennifer Edmond in A new Companion to Digital Humanities (Edmond 2016); eine dezidierte Behandlung des Themenkomplexes in Doing Digital Humanities Practice, Training, Research (Crompton et al. 2016), methodisch eher basal und mit einem Fokus auf Projektplanung.

4 Collaboration Management

#4 Die Auseinandersetzung mit den Herausforderungen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit (Collaboration) in den DH sind mindestens seit den neunziger Jahren Gegenstand der Literatur (Unsworth 1997). Zur Umsetzung und zum Management von Collaboration finden sich jedoch bis auf einige Praxisberichte nur wenige Beiträge (eine Ausnahme: Lynne Siemens). Die methoden- oder theoriegeleitete Diskussion findet weitegehend außerhalb der DH statt. Weiter scheint es, dass zwar Innovationen und neue Technologien ausgiebig untersucht und entwickelt werden, aber der evolutionäre Aspekt der digitalen Transformation vernachlässigt bleibt. Wie Technologie-, Methoden- und Kulturwandel in den Projekten begleitet und organisiert werden (Change Management) wird nicht thematisiert. Zwei Ausnahmen: In einem Projektbericht zum William Blake Archive beschreibt Reed wie durch Changemanagement gleichzeitig feature creep begegnet und Agilität zugelassen wird, wie Projektwissen entsteht und wie sich Kommunikationsstrukturen verändern (Reed 2014). Ein Beitrag von Tabak überträgt Managementmethoden der Softwareentwicklung auf das Szenario eines DH-Projektes und arbeitet dies zu einem Model aus. Hier treten die strukturellen Unterschiede zwischen Softwareentwicklung und Wissenschaft hervor: darunter Variabilität der Zeitplanung, nicht prognostizierbarer Fortschritt und die Abwesenheit des Users (Tabak 2017).

5 Auf die harte Tour

#5 Wenn in der Forschungs- bzw. Projektpraxis Fähigkeiten im Projektmanagement als unverzichtbar eingestuft werden, wie schlägt sich dies dann in den DH-Studiengängen in Deutschland nieder? Ein Blick in die Studiengangsunterlagen ergibt, dass Projektmanagement zwar als allgemeine Kompetenz des Abschlusses oder konkretes Lernziel in einem Modul artikuliert wird, sich aber nur in Ausnahmen (Mainz) in den konkreten Inhalten eines Moduls findet. In den Master-of-Science-Studiengängen ist das Feld des Projektmanagements gar nicht expliziert. Das entspricht auch den Publikationen zu DH Curricula (Sahle 2013 und Schubert 2015), in denen Projektmanagement und Organisationsfähigkeit als Lernziel formuliert, Umsetzungsformen jedoch unerwähnt bleiben. Das Material erweckt den Eindruck, dass Projektmanagementkompetenzen nicht unmittelbar, sondern wenn überhaupt nur mittelbar vermittelt werden (z.B. indem Module als Projekt gestaltet werden). Alternative Lernmöglichkeiten zu den Studiengängen bieten sich in Summer Schools, Workshops oder sonstigen Weiterbildungsangeboten. 2 Bei allen Lehrangeboten ist auffällig, dass ein Fokus auf die Projektplanung und nicht auf das Management einer laufenden Zusammenarbeit gelegt wird. Planungskompetenz ist vorhanden, und vor allem Fähigkeit zur Selbstorganisation, aber eine Moderationskompetenz sowie Fähigkeiten, Techniken und Methoden zur Organisation einer Zusammenarbeit fehlen. Aber, wie Siemens schreibt: „Not all is lost, many humanists are learning these skills […] through the school of hard learned experience” (Siemens 2016).

6 Academia

#6 Wer einmal eine nüchterne Einschätzung des wissenschaftlichen Projektbetriebes lesen möchte, greife zum Handbuch „Management von Forschungsverbünden“ (DFG 2008). In dem Enthüllungswerk, das sich an externe Beratende richtet, werden Traditionsverpflichtung, Strukturkonservatismus, Projektförmigkeit, Autonomiebewusstsein, Selbstorganisationsrecht, Entscheidungshoheit, Sanktionslosigkeit, Konkurrenzdruck und Partikularinteressen beim Namen genannt. Dazu passen die bereits erwähnten präzisen Beobachtungen von Edmond, dass die die organisatorischen und strukturellen Rahmenbedingungen nicht darauf Collaboration ausgerichtet sind. (Edmond 2016). Die systembedingten Schwierigkeiten für Projektmanagement in den DH (und der Wissenschaft allgemein) will ich hier wie folgt zusammenfassen:

  • Fluch der Selbstorganisation: Wenn es eine hohe Kompetenz zur Selbstorganisation (und ein Recht darauf) gibt, steht dies zunächst im Gegensatz zu Steuerung.
  • Preis der Freiheit: Autonomie und Selbstbestimmung sind zwei wesentliche Triebfedern für eine wissenschaftliche Arbeitsweise, gehen aber nur schwer mit Abhängigkeit und Steuerung einher.
  • Mystik der Wissensproduktion: Erkenntnisprozesse in der Hermeneutik sind schwierig über mehrere Personen zu verteilen, bereits das gemeinsame Schreiben gestaltet sich in den Geisteswissenschaften nicht selten als besonders abstimmungsbedürftig.
  • Selbsterhaltungstrieb der Struktur: Ein alternativloses System setzt beim Nachwuchs die Anpassung voraus und reproduziert damit vor allem die eigenen Strukturen.
  • Regeln des Erfolgs: Das selektive und kompetitive System bestraft ein Abweichen der Regeln mit Ausschluss und die Geschichten der Ausgeschlossenen werden selten tradiert.
7 The Cider House Rules

#7 Der Originaltitel des Romans von Irving, The Cider House Rules, verweist auf einen Zettel mit Verhaltensregeln in der Schlafbaracke der Apfelpflücker, zu denen der Protagonist Homer einige Zeit gehört. Die Regeln haben gemein, dass sie a) praxisfern aufgestellt wurden und nicht lebenspraktisch sind sowie b) in der Lebenspraxis von den Betroffenen ignoriert werden. In der Geschichte sind die Hausregeln eine Analogie zu den Gesetzen, die die Abtreibung verbieten. Homer entscheidet sich, die Verantwortung, die der zuvor verstorbene Dr. Larch getragen hatte, zu übernehmen und sich entgegen der Regeln und Gesetze um Gottes Werk und Teufels Beitrag gleichermaßen zu kümmern. Müssen sich die DH Ihrer Verantwortung stellen und mehr Management wagen? Edmond bringt den interessanten Vorschlag, dass man zwar collaboration nicht auf dem Reißbrett mit dem Projektplan forcieren, aber eine Figur installieren kann, die Krisenmanagement, Impuls, Vermittlung, Moderation, Koordination übernimmt. Diese Figuren werden intermediaries, alternative academics, hybrids und manchmal Digital Humanists genannt. Gleichwohl benennt Edmond, dass es für diese Leute keine Ausbildungsmöglichkeiten, keine Anerkennungsformen und keine Arbeitsstrukturen gibt (Edmond 2016). Diese Digital Humanists sitzen als Verwandte der Forschungsverbundkoordinator*innen im Waisenhaus der Geisteswissenschaften.

Literatur
  • Crompton, Constance, Richard J Lane, und Raymond George Siemens. Doing Digital Humanities: Practice, Training, Research. New York: Routledge, 2016.
  • Deegan, Marilyn, und Willard McCarty. Collaborative Research in the Digital Humanities: A Volume in Honour of Harold Short, on the Occasion of His 65th Birthday and His Retirement, September 2010. Brookfield, VT, USA: Ashgate Publishing Company, 2012.
  • Defila, Rico, Antonietta Di Giulio, und Michael Scheuermann. Management von Forschungsverbünden: Möglichkeiten der Professionalisierung und Unterstützung. Standpunkte / Deutsche Forschungsgemeinschaft. Weinheim: Wiley-VCH, 2008.
  • Digital Humanities als Beruf. Fortschritte auf dem Weg zu einem Curriculum. Akten der DHd-Arbeitsgruppe „Referenzcurriculum Digital Humanities“. Graz, 2015.
  • Edmond, Jennifer. „Collaboration and Infrastructure“. In A new companion to digital humanities, herausgegeben von Susan Schreibman, Raymond George Siemens, und John Unsworth, 54–67. Chichester, West Sussex, UK: Wiley/Blackwell, 2016.
  • Gasteiner, Martin, und Peter Haber, Hrsg. Digitale Arbeitstechniken für die Geistes- und Kulturwissenschaften. Wien: UTB, 2010. http://www.utb-shop.de/digitale-arbeitstechniken.html.
  • Hahn, Helene, Tibor Kalman, Wibke Kolbmann, Thomas Kollatz, Steffen Neuschäfer, Steffen Pielström, Johanna Puhl, Juliane Stiller, und Danah Tonne. Handbuch Digital Humanities. Anwendungen, Forschungsdaten und Projekte. Göttingen: DARIAH-DE, 2015. https://handbuch.tib.eu/w/DH-Handbuch.
  • Jannidis, Fotis, Hubertus Kohle, und Malte Rehbein, Hrsg. Digital Humanities – Eine Einführung. Stuttgart: Metzler, 2017. http://www.springer.com/de/book/9783476026224.
  • Komprecht, Anna Maria, und Daniel Röwenstrunk. „Projektmanagement in digitalen Forschungsprojekten. Ein Leitfaden für interdisziplinäre und kooperative Drittmittelprojekte im Umfeld Digitaler Editionen“. In „Ei, dem alten Herrn zoll’’ ich Achtung gern’“. Festschrift für Joachim Veit zum 60. Geburtstag“, 2016. https://pub.uni-bielefeld.de/record/2912214.
  • Pitti, Daniel V. „Designing Sustainable Projects and Publications“. In A companion to digital humanities, herausgegeben von Susan Schreibman, Raymond George Siemens, und John Unsworth, 471–87. Blackwell companions to literature and culture 26. Malden, MA: Blackwell Pub, 2004.
  • Reed, Ashley. „Managing an Established Digital Humanities Project: Principles and Practices from the Twentieth Year of the William Blake Archive“. Digital Humanities Quarterly 8, Nr. 1 (2014). http://www.digitalhumanities.org/dhq/vol/8/1/000174/000174.html.
  • Sahle, Patrick. „DH studieren! Auf dem Weg zu einem Kern- und Referenzcurriculum der Digital Humanities“. Working Paper. DARIAH-DE Working Papers. Göttingen, 2013. http://nbn-resolving.de/urn.nbn.de.gbv:7-dariah-2013-1-5.
  • Sahle, Patrick. „Digital Humanities? Gibt’s doch gar nicht!“ ZfdG, 2015. http://www.zfdg.de/sb001_004.
  • Siemens, Lynne. „Project Management and the digital humanist“. In Doing digital humanities: practice, training, research. New York: Routledge, 2016.
  • Steyer, Timo, Swantje Dogunke, Corinna Mayer, Katrin Neumann, Fabian Cremer, und Thorsten Wübbena. „Peer-To-Peer statt Client-Server: Der Mehrwert Kollegialer Beratung und agiler DH-Treffen“. In DHd2018: Kritik der digitalen Vernunft. Köln, 2018. https://doi.org/10.5281/zenodo.1186594.
  • Tabak, Edin. „A Hybrid Model for Managing DH Projects“. Digital Humanities Quarterly 11, Nr. 1 (10. Januar 2017).
  • Unsworth, John. „Creating Digital Resources: the Work of Many Hands“. Digital Resources for the Humanities, Oxford, England, 14. September 1997. http://www.people.virginia.edu/~jmu2m/drh97.html.
  1. Dieser Beitrag steht in einer Tradition der Redaktion perspectivia.net, in denen wir Phänomene des Publikationswesens mit Hilfe von Analogien aus der Literatur- und Filmgeschichte untersuchen. Die ersten beiden Vorträge dieser Reihe stammen von Katrin Neumann und sind als gemeinsame Beiträge im Blog Digitale Redaktion erschienen: „Stolz und Vorurteil. Geisteswissenschaften und Open Access“ sowie „Zurück in die Zukunft II. Erweiterte Publikationen in den Geisteswissenschaften“.
  2. Im Rahmen eines Vortrages im Kölner DH-Kolloquiums konnten sich die Studierenden diesem Eindruck anschließen: siehe Benedikt Mildenberger und Niclas Schwarzbach: Digital Humanities – Von Bonn bis nach Paris, Blog Digital Humanities Cologne, 05.06.2018.

DH Discovery – Humanists meet Computers. Ein erster Werkstattbericht

Fr, 03/15/2019 - 08:55

Der „Kollege Computer“ ist aus unserer täglichen Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken – aber wie genau sieht diese Arbeitswelt in der Wissenschaft aus? Wie begegnet man dem Kollegen Computer, wenn sein Einsatzbereich in der gewohnten Arbeitswelt noch neu und ungewohnt ist? Wie verändert der neue Kollege die eigene Arbeit, welche (Anfangs-)Schwierigkeiten gibt es, wie entwickelt sich die Zusammenarbeit und welche Erfolge kann man gemeinsam erzielen? Um diese Fragen für den geisteswissenschaftlichen Forschungsprozess beantworten und die entsprechenden Rahmenbedingungen, Vorgänge und Entwicklungen möglichst genau beschreiben zu können, begeben sich Historiker_innen, Philolog_innen, Digitale Geisteswissenschaftler_innen und Wirtschafts- und Medieninformatiker_innen gemeinsam in ein Reallabor – lassen sich beobachten und beobachten und reflektieren gemeinsam die Ergebnisse. Für die Betroffenen ist das zunächst durchaus eine ungewohnte Situation, aber wie unsere Workshops zeigen: Supereffektiv, um zu erfahren, wie (wir und die) Geisteswissenschaftler_innen mit mehr oder weniger DH-Kenntnissen ticken!

In unserem BMBF-geförderten Projekt Humanist Computer Interaction auf dem Prüfstand untersuchen wir empirisch mit verschiedenen Methoden (dazu demnächst mehr) das innovative Potenzial, das sich durch den Einsatz digitaler Tools für die Forschungsarbeit von Geisteswissenschaftler_innen entfalten kann. Ein Team aus Mitarbeitenden verschiedener Disziplinen und von drei Standorten – der JGU Mainz, der Hochschule Mainz und der TU Darmstadt – sowie der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz als assoziiertem Partner widmet sich der Analyse konkreter Nutzungsszenarien und Forschungspraktiken beim Einsatz digitaler Werkzeuge in geisteswissenschaftlichen Forschungsprozessen. In der BMBF-Fördermaßnahme Validierung des technologischen und gesellschaftlichen Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung – VIP+ sind wir mit dieser Ausrichtung auf geisteswissenschaftliche Innovations-Prozesse durchaus „exotisch“, so dass dem Projekt  eine Vorreiterrolle zukommt.

Die empirische Validierung erfolgt in einer internationalen Kollaboration von Forschergruppen, unseren Probandenteams, die alle in der Spätantike bzw. dem frühen Mittelalter ausgewiesen sind. Die ersten Usability-Studien als Teil der Validierung laufen derzeit mit unseren Workshops in Deutschland. Konkret testen wir gleichermaßen an und mit digitalophoben wie digitalaffinen Geisteswissenschaftler_innen (Masterstudierende bis Professor_innen) in unseren Reallaboren den Einsatz von

  • Annotieren und Kollaborieren,
  • Netzwerkanalyse und Georeferenzierung,
  • korpusbasierter linguistischer Analyse sowie
  • Digital Publishing.

Am Beispiel der Schriften Cassiodors, eines in Italien aktiven „Ministers“ der Ostgoten und zugleich Autor des 6. Jahrhunderts, bekommen die Teilnehmer_innen in Hands-On-Sessions, unterstützt durch Moderator_innen, die Möglichkeit, Vor- und Nachteile der einzelnen Methoden kennenzulernen und zu erleben. Begleitet werden diese praktischen Sessions von Diskussionsrunden und Fokusgruppeninterviews.

Wir wurden bisher nicht nur mit Begeisterung überschüttet …, aber genau das wollten wir ja auch analysieren und gemeinsam reflektieren! Aufschlussreich ist, dass die einzelnen Tools selbst bei den eher „zurückhaltend“ und eher analog arbeitenden Kolleg_innen sehr viel Zustimmung erfuhren, die Labor- und Testsituation zum Teil dagegen als befremdlich empfunden wurde. Die Workshops scheinen zumindest was das Klima (positive Grundstimmung / Offenheit) und die Kenntnisse der digitalen Möglichkeiten betrifft, sehr unterschiedlich zu laufen, aber insgesamt doch mit positivem Feedback. Außerdem werden wir bei Beibehalten der einheitlichen Standards in der Performanz immer besser.

Jetzt sind wir gemeinsam mit unseren engagierten Testgruppen (DANKE – an alle, die bisher dabei waren!) gespannt darauf, was wir nach der Auswertung aller Workshops innerhalb und außerhalb Deutschlands durch die Mitarbeiter an der Hochschule Mainz über unsere User erfahren werden. Je nach Ergebnis werden wir dann die Untersuchungsmethode und Ziele unserer nächste Validierungsrunde anpassen, die im Herbst/Winter 2019/20 laufen wird.

Informationen über unser Projekt: https://humanist.hs-mainz.de

Unseren Stand auf der Jahrestagung DHd 2019 in Mainz und Frankfurt vom 25.3.-27.3.2019 findet man im EG des Hörsaalzentrums vom Campus Westend (Aussteller IV). Wir freuen uns über Besuch und auf Erfahrungsaustausch, Gespräche und Diskussionen!

Laborgrüße senden Marietta Horster, Sven Pagel, Andrea Rapp und Torsten Schrade mit Team

Call for Papers: Digital Hermeneutics – From Research to Dissemination

Do, 03/14/2019 - 13:45
Digital Hermeneutics – From Research to Dissemination: 4th Annual GHI Conference on Digital Humanities and Digital History

October 10-12, 2019

International Conference and Workshop at the German Historical Institute, Washington DC (GHI)
Organized in collaboration with the Luxembourg Centre for Contemporary and Digital History (C²DH) and the Roy Rosenzweig Center for History and New Media (RRCHNM)

Conveners: Andreas Fickers (C²DH), Gerben Zaagsma (C²DH), Sean Takats (RRCHNM), Simone Lässig (GHI), Jens Pohlmann (GHI), Daniel Burckhardt (GHI)

 

The radical impact of the digital turn on the practice of all stages of historical research (archiving, research, analysis, interpretation and narrative) requires critical reflection on the methodological and epistemological consequences of digital technologies for historical scholarship. The Fourth Annual GHI Conference on Digital Humanities and Digital History will revolve around the concept of “digital hermeneutics,” defined as the critical and self-reflexive use of digital tools and technologies for the development of new research questions, the testing of analytical assumptions, and the production of sophisticated scholarly interpretations. At the same time, we wish to extend this concept to the realm of dissemination and storytelling. The conference thus aims to critically discuss tools and practices of digital historiography, on the one hand, and to focus on how the digital engenders new forms of public engagement and online dissemination of research results, on the other.

Digital History as first described by Edward L. Ayers in 1999 deals with “historical issues relating to digital or digitized source collections, which should (must) be carried out using interdisciplinary means of digital analysis or visualization.” (Föhr, Historische Quellenkritik im Digitalen Zeitalter, p. 8). While there is little disagreement on such basic assumptions, the actual topics, aims and methods of digital history have taken different directions in the United States and Western Europe. American digital historians (and those in the UK as well) have been strongly influenced by public history concerns and, as a consequence, tend to address citizen scholars, i.e., lay historians, teachers, filmmakers, museum curators, and history associations from the outset. Discussions in Europe tend to focus more on scholarly practices in academic environments, if one can make such generalizations. This bifurcation is especially evident in different approaches to digitized and digital born sources, with European debates displaying an increasing concern with questions of epistemology and source criticism in the digital age. Such renewed digital source criticism reflects on both the potential as well as the hurdles and pitfalls of moving from the analogue to the digitized archive. One question the conference “Digital Hermeneutics” will address is what consequences these different approaches and their methodological implications have for scholarship in digital history on both sides of the Atlantic.

While there has always been an abundance of analogue sources to select from and analyze, the shift to digitized or digital sources has given rise to the phantasm of searching and analyzing everything. Distant reading methods and big data techniques promised to fundamentally transform the way history could be explored. But, as Gerben Zaagsma has argued, the challenges the discipline of history is currently facing lie not so much in creating ever bigger data sets or developing new tools, important as these are. The real challenge is to integrate ‘traditional’ and ‘digital’ approaches in a new and self-aware practice of doing history that draws on digital and analogue sources alike. Digital techniques and collaborative working forms used in this process, as well as the temporary virtual knowledge spaces created in this research process, need to be evaluated and their epistemological impact examined in parallel with the actual research.

In addition to the discussion of methods in the field of digital history, a lively debate has recently developed on the significance of the “digital turn” for the methodological-theoretical self-image of historical scholarship as a whole. Following up on Ayers, Wolfgang Schmale points out that digital historiography is characterized by rhizomatic, multidirectional “historical narration” in the form of hypertexts and links. Describing, analyzing, and understanding historical developments diachronically and synchronously from different angles and perspectives while interweaving textual passages with audiovisual material, exploratory statistics, and visual analysis certainly contain the potential to break up the linearity of analogous historical master narratives.

At the conference we want to discuss this thesis not only theoretically but also on the basis of empirical scholarship. We invite scholars to contribute by presenting and reconsidering their specific projects, reflecting on the methodologies and forms of collaboration they have been using and on their results (new scholarly findings, tools, use cases etc.)

Please submit proposals by April 1, 2019 for either (or both):

  1. 20-minutes presentations at the conference
    or / and
  2. Workshops for particular digital tools of one to two hours. Please include a suggested schedule and intended participant learning outcomes.

Possible themes and topics include (but are by no means limited to):

  • Digital Source Criticism
  • Digital Abundance: Confronting Online Heritage
  • Digital Data: Tools, Interfaces, and Algorithms
  • Digital Methodologies
  • Making Historical Arguments in Digital Scholarship
  • Digital and Transmedia Storytelling

Funding is available to support travel expenses. Please submit proposals of no more than 500 words, with a short (1-2 page) CV, by April 1, 2019. For further information regarding the event’s format and conceptualization, please contact Dr. Jens Pohlmann (pohlmann@ghi-dc.org).

Stellenausschreibung: Wissenschaftl. Mitarbeiter/in (m/w/d) für das Kooperationsprojekt „Redaktions-/Online-System für Editionen des Bundesarchivs“ an der BBAW

Di, 03/12/2019 - 17:31

Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Sitz in Berlin. Ihr wissenschaftliches Profil ist vor allem geprägt durch langfristig orientierte Grundlagenforschung der Geistes- und Kulturwissenschaften. Die Akademie beschäftigt etwa 350 Mitarbeiter/innen, ihr Jahresbudget beträgt rund 25 Mio. Euro.

Die Akademie sucht für das Kooperationsprojekt „Redaktions-/Online-System für Editionen des Bundesarchivs“ zum nächstmöglichen Zeitpunkt

eine/n wissenschaftliche/n Mitarbeiter/in (m/w/d)
im Bereich Digitale Editionen und Forschungssoftwareentwicklung
mit der Hälfte der tariflichen Arbeitszeit, befristet auf 24 Monate

Das Projekt: Ziel des Kooperationsprojektes ist es, eine digitale Arbeits- und Publikationsumgebung für die Editionen des Bundesarchivs zu entwickeln, die die Erfassung, Publikation/Drucklegung und Langzeitarchivierung ermöglichen. Grundlage hierfür bildet die in der TELOTA-Initiative der BBAW entwickelte Arbeitsumgebung ediarum.BASE.
Aufgaben:

  • Evaluation der Anforderungen der wissenschaftlichen Editionen des Bundesarchivs
  • Konzeption und Entwicklung einer Eingabeoberfläche für die speziellen Bedürfnisse des Editionsvorhabens „Kabinettsprotokolle der Bundesregierung“ des Bundesarchivs auf Basis von Oxygen-XML-Author
  • Konzeption und Entwicklung eines Moduls zur Erzeugung der Druckvorlagen aus TEI-XML
  • Einrichtung der Datenbank und eines Testbetriebs
  • Dokumentation und Abschlussbericht
  • Präsentation von Forschungsergebnissen auf einschlägigen Konferenzen und Workshops

Voraussetzungen:

  • abgeschlossene einschlägige wissenschaftliche Hochschulausbildung
  • nachgewiesene Erfahrungen auf dem Gebiet der Digital Humanities (wünschenswert insbesondere mit digitalen Editionen,
  • nachgewiesene Erfahrung mit einer Programmiersprache
  • nachgewiesene Erfahrung auf dem Gebiet der Datenmodellierung und -verarbeitung mit (TEI-)XML und X-Technologien (XSLT, XQuery und XML-Datenbanken
  • Fähigkeit zum selbständigen, strukturierten und ergebnisorientierten Arbeiten
  • Teamfähigkeit und ausgezeichnete Kommunikations- und Organisationsfähigkeit
  • Wünschenswert sind:
    • Erfahrungen mit der Anpassung von Oxygen-XML-Author
    • Erfahrungen mit LaTeX bzw. einem seiner Derivate.
    • Erfahrungen mit Frontend-Entwicklung (HTML, CSS).

Die Vergütung erfolgt nach Entgeltgruppe E13 TV-L Berlin. Der Dienstort ist Berlin.

Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften ist bestrebt, den Anteil von Frauen in Bereichen, in denen sie unterrepräsentiert sind, nach Maßgaben des Landesgleichstellungsgesetzes und des Frauenförderplanes zu erhöhen, daher sind Bewerbungen von Frauen ausdrücklich erwünscht.

Bewerbungen von Menschen mit Migrationshintergrund sind ausdrücklich erwünscht. Bewerbungen von Schwerbehinderten werden bei gleicher Eignung vorrangig berücksichtigt.

Ihre aussagekräftigen schriftlichen Bewerbungsunterlagen richten Sie bitte möglichst elektronisch in einer pdf-Datei (max. 5 MB) bis zum 24.03.2019 unter der Kennziffer ITDH/01/2019 an:

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Referat Personal und Recht
Frau Ines Hanke
Jägerstraße 22/23
10117 Berlin
personalstelle@bbaw.de

Aus Kostengründen können Bewerbungsunterlagen nur zurückgeschickt werden, wenn ein frankierter Rückumschlag beigefügt wird.

Originalstellenauschreibung bei der BBAW

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